Allgemeine Fragen Diskussionsforum des Kompetenznetz Schizophrenie / Allgemeine Fragen /
Short link for this topic:

Hunger in Afrika

Page  Page 2 of 6:    1  2  3  4  5  6   
Autor Hanseatic
registriert
#16 | Gesendet: 15 Feb 2017 20:01
Tja, erobert wird da aber nichts mehr wie zu Kolonialzeiten. Es gibt zwei Parteien. Käufer und Verkäufer. Pächter und Verpächter. Vielleicht liegt es auch ein klein bisschen daran, dass die afrikanische Oberschicht den Hals nicht vollbekommt. Die interessiert nicht, ob es gut für die Bevölkerung ist. Die afrikanischen Staaten müssen selbst zusehen, dass sie ihr Völker gut regieren. Nur immer alles auf die USA und die EU zu schieben, ist etwas einfach gedacht.
Autor sixy
registriert
#17 | Gesendet: 15 Feb 2017 20:27
Ich bin neugierig, wann ihr den Welthunger abgeschafft habt, so theoretisch ;-)

Gute Nacht, ihr Lieben.
Autor not_sure
registriert
#18 | Gesendet: 15 Feb 2017 20:45
Hanseatic:
Tja, erobert wird da aber nichts mehr wie zu Kolonialzeiten.

Wenn Terrormilizen bewaffnet werden und Kindersoldaten rekrutieren? Deswegen ja auch das "neo" Silbchen.
Autor not_sure
registriert
#19 | Gesendet: 16 Feb 2017 01:38 | Edited by: not_sure
Hanseatic:
Nur immer alles auf die USA und die EU zu schieben, ist etwas einfach gedacht.

Nochmal zu diesem Thema... Wie man zumindest aus der Sendung "mit offenen Karten" entnehmen kann, spielt das Landgrabbing eine Rolle bei der Verschärfung der Hunger-Probleme in den Ländern, die schon lange schweren Mangel haben. Deswegen füge ich das hier hinzu, wenn jemand meint, dass der Hunger nur eine Medienlüge sei. Dort sieht man also, auch auf der Seite Landmatrix, in welchem Ausmaß solche Aneignungen stattfinden, was hier und dort auch mit Vertreibungen und Unterdrückung der Bevölkerungen verbunden ist.

Es ist also nicht notwendig etwas auf die USA und die EU zu schieben, wenn diese bereits nachweislich zu ihren Gunsten dort Land und Menschen ausbeuten.

Was gibt es denn für Gegenleistungen, kann ich ja mal so fragen? Nehmen wir an, dass Hunderttausende Menschen vertrieben werden um Plantagen für Palmöl zu reservieren. Was erhalten diese Menschen sozusagen als Entschädigung dafür, dass ihnen die Lebensgrundlage genommen wird?
Autor not_sure
registriert
#20 | Gesendet: 16 Feb 2017 01:47 | Edited by: not_sure
Der Vorwurf des Neokolonialismus stammt übrigens von peruanischen Mienenarbeitern, die kritisieren, dass "Fair Trade" nur ein Deckmantel so eines wirklichen Neokolonialismus sei. Hauptinvestoren und -Abnehmer solcher Metalle dann sind die USA und EU Länder, aber natürlich auch ein paar weitere Länder der Nordhemisphäre.
Autor ixel
registriert
#21 | Gesendet: 16 Feb 2017 02:50
Und jetzt?
Autor not_sure
registriert
#22 | Gesendet: 16 Feb 2017 03:07 | Edited by: not_sure
ixel:
Und jetzt?

Neokolonialismus halt. Schiffe fahren rund um die Uhr. (Der Mond kam hinter dem Berg hoch, schöner Anblick, wandert er weiter und weiter und weiter und weiter - naja, nachts sind wa alle schwarz = Hunger in Europa, trotz Überzuckerung)
Autor xf20
registriert
#23 | Gesendet: 16 Feb 2017 11:09
hahaha,

die chinesen, inder und araber sind die grössten ausbeuter afrikas, aber unsere linken gutmenschen müssen alle schuld dem westen geben. masochisten eben die vor lauter überdruss sonst nix besseres zu tun haben.

was die metalle angeht, das meiste geht nach china weil in china fast alle fabriken stehen und die öl-milliarden der araber werden in luxus verprasst, nix mit islamischer wohltätigkeit, es sidn die usa und eu die die flüchtlingslager weitgehend finanzieren, die reichen araber denken erst an ihren eigenen luxus, dann an die finanzielle föderung von islamisetn und ganz am schluss ein paar almosen für die hungernden und darbenden muslime. nebenbei kaufen/pachten sie das ganze land in afrika auf und sperren ihre grenzen ggü den afrikanischen flüchtlingen.

das sind jetzt die fakten.
Autor not_sure
registriert
#24 | Gesendet: 16 Feb 2017 12:50 | Edited by: not_sure
xf20:
die chinesen, inder und araber sind die grössten ausbeuter afrikas, aber unsere linken gutmenschen müssen alle schuld dem westen geben.

Wie gesagt, hatte ich den Vorwurf des Neokolonialismus aufgegriffen aus einer Klageschrift der peruanischen Mienenarbeiter im Zusammenhang mit "Fair Trade", den es scheinbar so gar nicht gibt. Fair ist das nie.

Ansonsten glaube ich, geht es hier nicht ganz um nur Schuld (das sind ja oft Unternehmen), sondern mal darum, wie der Hunger in Afrika noch verschärft wird teilweise. Wie wir sehen bedienen sich also nicht-afrikanische Länder massiv an Afrika. Und xf20... Die Sendung "mit offenen Karten" würde ich nicht als masochistisch bezeichnen oder die Absicht dabei, über Karten aufzuklären was wo abgeht in der Welt und warum.

Die USA haben aber auch mehr Energiebedarf als China. Da frage ich mich persönlich wie das geht, weil China ja viel viel mehr Einwohner hat.
Autor xf20
registriert
#25 | Gesendet: 16 Feb 2017 18:55
nicht ablenken, China, Indien und die Araber sind die grössten Landräuber und Hungerverursacher in Afrika.
Autor ixel
registriert
#26 | Gesendet: 16 Feb 2017 21:55 | Edited by: ixel
Ist total egal und voll vor den Arsch, was ihr hier schreibt.
Wenn einer Land verkauft, dann gehört dazu immer einer, der verkauft und einer, der kauft.
Wenn die Afrikaner nicht klar kommen, dann liegt es an ihnen und ihren Sozialstrukturen und nicht an irgendwelchen Ausländern. In einer Gesellschaft, in der man die soziale Verpflichtung hat, das ganze verdiente Geld an die Familie zu verteilen, da lohnt sich einfach Arbeiten nicht und da ist es unmöglich, so etwas wie ein Vermögen zu erwerben, das man dann wieder investieren könnte.
Und es liegt an den Strukturen des Welthandels. Beispielsweise sorgen billige Nahrungsmittel aus den USA und der EU dafür, dass die Landwirtschaft in Afrika sich nicht lohnt.
Es hat daher überhaupt keinen Sinn, sich darüber hier den Kopf zu zerbrechen. Denn wir werden weder den Welthandel ändern noch werden wir die Sozialstrukturen in Afrika ändern. In Kenia werden Blumen produziert und die landen dann hier auf dem Wochenmarkt. Das ist etwas, was sich lohnt. Außerdem werden Fruchtsäfte für den europäischen Markt produziert. Auch das lohnt sich. Außerdem gibt es in Afrika viele gut ausgebildete und talentierte junge Menschen. Alles, was irgendwie arbeitsintensiv ist, das lohnt sich in Afrika. Es ist nur die Frage, ob das Investitionsumfeld sicher ist, also ob sich die Investoren auf Recht und Gesetz in dem Land verlassen können. Ist das der Fall, dann läuft es auch in Afrika.

Was das Kaufen von Land angeht, so ist das auch in Europa ein großes Hobby von Anlegern. Es ist auch das beste langfristige Investment. Denn Land kann man nicht vermehren in einer Welt, in der es immer mehr Menschen gibt. Also lohnt sich das sehr.
Autor not_sure
registriert
#27 | Gesendet: 16 Feb 2017 22:26 | Edited by: not_sure
ixel:
Wenn einer Land verkauft, dann gehört dazu immer einer, der verkauft und einer, der kauft.

Genau das ist ja die Sauerei, solche Leute noch auszunutzen und zu schmieren - aber Anzug tragen, klar. Ich krieg es halt nicht hin zu akzeptieren dass Leute hier so dolle die Augen zukneifen. Aber nichts weiter läuft auch hier.

Wenn man sich umschaut bei verschiedenen Menschenrechtsorganisationen, dann müsste die Sache klar sein. Deutsche Unternehmen hängen da auch mit drin und das geht mir gegen den Strich, während hier Leute noch gegen Einwanderung aus den abgezockten Ländern wettern. Darauf zielt der Thread doch ab.
Und nein, es sind keine afrikanischen Länder die hier Landgrabbing in Nordrhein-Westfalen betreiben, meine Güte.
Wer meint dass für Landgrabbing die armen Länder selber verantwortlich sind, der versteht ja den Begriff nicht mal.

Grabbing heißt Grabschen - also wer grabscht jetz wo?

Die Sendung, siehe Link, mit offenen Karten ist ja gerade mal ein Überblick mit kurzem Zeitfenster um diese Situation zu überblicken. Das hat geradezu historische Wurzeln und ist mit Kolonialismus vergleichbar.
Autor not_sure
registriert
#28 | Gesendet: 16 Feb 2017 23:03 | Edited by: not_sure
https://monde-diplomatique.de/artikel/!502760

Das ist nochmal ein sehr umfangreicher Artikel zum Thema, wenn auch schon etwas älter, aus dem Jahre 2010.

Unter anderem steht dort:

Der Klimawandel als Katalysator
Die erworbenen Flächen wollen die Käufer – zumal die aus den ölreichen Golfstaaten und China – als Offshore-Farmland nutzen, um damit ihre eigene Lebensmittelversorgung sicherzustellen, und sei es auf Kosten der der Afrikaner. Auch sollen auf etlichen Flächen künftig Pflanzen für Biosprit wachsen: Nahrungsmittelpflanzen wie Zuckerrohr, Ölpalmen, Maniok und Mais oder andere Pflanzen wie Purgiernuss (Jatropha). Dabei ist gerade in den Ländern die eigene Nahrungsmittelversorgung stark gefährdet, weil ihre Wasservorräte schwinden und die Bodenerträge sinken – und zwar als Folge des Klimawandels, für den Afrika bekanntlich nicht verantwortlich ist.
Der Klimawandel wirkt für das land grabbing einerseits als Beschleunigungsfaktor, weil er Ängste vor Lebensmittelknappheit erzeugt und damit die Profiterwartungen verbessert. Umgekehrt kann aber auch der Landhunger des Agrobusiness den Klimawandel beschleunigen. Denn die dadurch verdrängte traditionell kleinbäuerliche Landwirtschaft zeichnet sich in der Regel durch eine hohe Biodiversität aus, die den Boden vor den Auswirkungen des Klimawandels schützt.10


und hier die Statistik nach Landmatrix zusammenfassend, wo ganz weit vorne die USA sind (denn worauf sonst stützen meine Aussage?) http://www.actionaid.org/sites/files/actionaid/final_land_grabs_statistics-1.pdf
Autor ixel
registriert
#29 | Gesendet: 17 Feb 2017 01:02
OK. Willst Du denen jetzt verbieten, das Land zu kaufen? Das ist der Kapitalismus, mehr nicht. Irgendwann hängen die Ernährung von allen an der Nadel von ein paar großen Konzernen. Auch wir hier übrigens. Und die Schwächsten müssen am ehesten dran glauben. Hat noch nie einer behauptet, dass Kapitalismus irgendwie gerecht sei. Ich könnte Dir sogar anhand der Theorie beweisen, dass in einem freien Markt immer ein Teil der Menschen verhungern wird. Und genau so sieht es in der Welt auch aus. Aber ich werde es nicht mehr ändern...
Autor not_sure
registriert
#30 | Gesendet: 17 Feb 2017 01:20 | Edited by: not_sure
ixel:
OK. Willst Du denen jetzt verbieten, das Land zu kaufen?

Das tun die Menschenrechtsbewegungen bereits weltweit, sie protestieren, ermitteln, klären auf und fordern den Rückzug solcher Projekte - also den kompletten Stop oder zumindest angemessene Entschädigung. Gegen deutsche Firmen gab es bereits von Gruppen von Anwälten mit dem Vorwurf des Verstoßes gegen das Völkerrecht Anklagen. Leider sind die Klagen nach und nach abgewiesen worden.

Da brauche ich auch keine dreckigen Erklärungen für dreckige Mafiageschäfte, ixel. Danke.

Die ganze Welt kaputt zu machen muss nicht sein. Das ist Quatsch.
Page  Page 2 of 6:    1  2  3  4  5  6   
Allgemeine Fragen Diskussionsforum des Kompetenznetz Schizophrenie / Allgemeine Fragen / Hunger in Afrika Top
Ihre Antwort Click this icon to move up to the quoted message

» Name  » Passwort 
Nur registrierte Benutzer können hier schreiben. Bitte geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein bevor Sie eine Nachricht schreiben, oder registrieren Sie sich zuerst.
 
Diskussionsforum
Möchten Sie Gespräche mit Angehörigen, Patienten und interessierten Laien führen oder zu einzelnen Themen Stellung beziehen, Ihre Ansichten und Erfahrungen mitteilen? Das Diskussionsforum für Betroffene bietet Ihnen hierzu Gelegenheit. Selbstverständlich können Sie auch die Diskussion zu neuen Themenfeldern eröffnen. Das Forum ist offen für alle und anonym. Es ist jedoch erforderlich, dass Sie sich zuvor ein Log-In mit frei wählbarem Benutzernamen und Kennwort anlegen.
Das Diskussionsforum versteht sich als Plattform, die Laien und Experten gleichermaßen zugänglich ist, um so den Austausch zwischen und innerhalb der Gruppen zu fördern. Darüber hinaus sind engagierte Kooperationspartner im Kompetenznetz-Schizophrenie bemüht, die Beiträge im Diskussionsforum aus medizinisch-fachlicher Sicht regelmäßig zu sichten und im Rahmen allgemeiner Nutzungsbedingungen zu beantworten. Hierbei bleiben u.a. eine individuelle medizinische Beratung und Diagnostik ebenso wie die Gewährleistung eines Anspruchs auf Antwort ausgeschlossen.
Für die einzelnen Beiträge sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Dem freien Meinungsaustausch sind jedoch Grenzen gesetzt, wo diese gegen ethische, moralische und rechtliche Normen verstoßen. Sofern Beiträge dieser Art bekannt werden, behalten sich die Administratoren des Forums vor, diese zu löschen und ggf. rechtliche Schritte gegen den Verfasser einzuleiten. Machen Sie bitte die Netzwerkzentrale hierauf aufmerksam. Danke.
Kontakt: info@kompetenznetz-schizophrenie.de

Nutzungsbedingungen
Die Beiträge im Diskussionsforum obliegen der Verantwortung der jeweiligen Autoren. Es besteht kein Anspruch auf nachträgliche Löschung von einmal veröffentlichten Beiträgen, es sei denn, es handelt sich um personenbezogene Daten bzw. solche, die zur Identifizierung einer Person führen können.
  • Medizinisch-fachliche Antworten aus dem Kompetenznetz Schizophrenie sind als solche durch das Kürzel KNS gekennzeichnet.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Gewähr, dass jede medizinische Anfrage im Diskussionsforum von Kooperationspartnern im Netz beantwortet wird.
  • Medizinisch-fachliche Beiträge im Diskussionsforum ersetzen keine honorarpflichtige Beratung und Diagnostik durch einen Arzt / eine Ärztin oder einen Therapeuten / eine Therapeutin. Zur Abklärung von Symptomen, therapeutischer Behandlungsweisen etc. bleibt die honorarpflichtige Konsultation eines Arztes / einer Ärztin oder Therapeuten / Therapeutin erforderlich.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Haftung für Beiträge, wenn Auskünfte entgegen ihrer Zweckbestimmung zur Selbstdiagnostik und Selbstbehandlung verwandt werden.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Haftung für Beiträge, die gegen ethische, moralische und rechtliche Normen verstoßen, wird jedoch bei Bekanntwerden jeden Beitrag dieser Art löschen und behält sich vor, bei grober Fahrlässigkeit rechtliche Schritte gegen den Urheber des Beitrags einzuleiten.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Verantwortung für von seinem Diskussionsforum aus verlinkte Seiten.