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schizos in "normalen" berufen???

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Autor Psybib
registriert
#1 | Gesendet: 24 Okt 2004 21:09
hallo,

ich wünsche mir einen austausch mit anderen schizophrenen, die in "normalen" berufen arbeiten. besonders interessieren mich erfahrungen mit offenem umgang mit der krankheit. kennt vielleicht sogar jemand schizophrene psychologen/psychiater/therapeuten?

bin 30, w und paranoid-halluzinatorisch, mit - gott sei dank - wenigs residualsymptomatik zwischen den schüben.
Autor bigcoder
registriert
#2 | Gesendet: 24 Okt 2004 22:26
Hallo,

ich bin (fast) 27, m und arbeite als Programmierer als "Aushilfskraft" in einem Unternehmen. (Wöchentlich 8 Stunden.) Ansonsten bekomme ich ergänzende Sozialhilfe.

In der Firma weiss Niemand was von meinen Krankehiten. Ich will Diese dort auch nicht ansprechen, weil ich befürchte, dadurch den Arbeitsplatzt zu verlieren. (Meinen Schwerbehindertenausweis habe ich auch nicht angegeben.)

MfG Michael alias BigCoder
Autor crazyuser72
registriert
#3 | Gesendet: 25 Okt 2004 01:10
Hallo,

ich arbeite in einem sekretariat von einem integrationsfachdienst und bei mir wissen alle kolleginnen und kollegen sowie meine vorgesetzten von meiner krankheit, auch meinen schwerbehindertenausweis mußte ich nicht verbergen. die meisten meiner kolleginnen und kollegen haben selbst eine psychologische ausbildung und wissen wie sie mit mir um zu gehen haben. ich arbeite dort im moment noch 13 stunden die woche und ansonsten bekomme ich rente.

mfg crazy
Autor Ibrahim
registriert
#4 | Gesendet: 25 Okt 2004 10:47
huhu,

ich bin student mit einem lesepensum von drei stunden am tag und geh zwei bis dreimal die woche abends kellnern, so, wie ich es zu beginn meines studiums und vor meinem rückfall getan habe. das bedeutet vor allem disziplin was alkohol angeht, durch das nachtleben ist es fast unmöglich, die medikamente regelmässig zu nehmen, wenn ich erst spät nach hause komme, nehme ich ersatzweise schlafmittel, aber das so selten wie möglich, weil zopiclon dauerhaft eher rückfälle auslösen kann.

ich führe also ein normales leben. von meiner krankheit wissen ein paar kollegInnen, die ich vorher schon kannte, allerdings gehe ich kein risiko ein, diesen nebenjob zu verlieren, weil ich erfharen bin und gut arbeite, ich würde aber auch nicht gefeuert werden, wenn ich halb so gut arbeiten würde. meine eingeweihten leute gehen gut und normal damit um.
Autor Sophie
registriert
#5 | Gesendet: 25 Okt 2004 19:06
Hi,

ich bin Apothekerin und arbeite als wiss. Mitarbeiterin in einer Uniklinik. Irgendwann habe ich mich dazu entschlossen mich zu outen, da meine Kollegen gesehen haben daß ich MediNW habe. Falls es den thread noch gibt, kannst Du dazu mehr unter "Mit offenen Karten spielen" lesen. Ich würde trotzdem nicht jedem empfehlen sich zu outen. Man muß das Umfeld gut einschätzen, um diesen Schritt zu wagen. Ich bin noch in der Probezeit, bin mittlerweile aber ganz guter Hoffnung, daß ich diese überstehe.

Grüße Sophie
Autor xsandra
Gast
#6 | Gesendet: 25 Okt 2004 19:22
Hallöle

mein Mann ist gelernter Industriemechaniker und arbeitet fest angestellt (also tägli. seine 8stunden) in einer firma als technischer assistent oder so ähnlich.
Sein direkter Vorgesetzter weiß von der Krankheit und deswegen konnte er auch 4 wochen krank sein um Abilify auszuprobieren.

aber wie sophie schon sagte ich denke nicht dass es ratsam ist, allen seinen kollegen etwas davon zu erzählnen, weil viele einfach leider immer noch nciht damit umgehen können.
Meiner Familie haben wir es auch nciht allen gesagt, weil wir wissen, dass es kein Verständnis geben würde und man ihn nur komisch behandeln würde.

Grüße
Sandra
Autor hannah
registriert
#7 | Gesendet: 26 Okt 2004 23:38
Hi,

Also ich bin Studentin und am Ende meines Studiums. Habe durch die Psychosen zwei Semester verloren (schizo-affektiv). Hab mich aber jedesmal wieder aufgerappelt und hoffe, dass ich jetzt bald fertig bin.

Über meine Krankheit wissen nur die engsten Verwandten und Freunde, die damit umgehen können. Ich möchte es nicht an die große Glocke hängen, weil ich das dann so empfinde als gewinnt meine Krankheit die Überhand über mich. Und wenn mich mal wer fragt warum ich Medikamente nehme, dann sage ich, dass ich eine Stoffwechselstörung im Gehirn habe. Das ist besser als den Leuten vorzuknallen man habe Schizophrenie. Schizophrenie ist so falsch bevorurteilt, das kann man unmöglich zugeben.
Autor Joubi
registriert
#8 | Gesendet: 28 Okt 2004 19:03
Ich muss es einfach mal eben sagen : Ich finde euch alle sowas von klasse!!
Ich bin Lebensgefährtin eines paranoid - schizophren erkrankten.
Er machte seine Ausbildung als Sport - Fachverkäufer und die Krankheit brach erst später aus.
Er arbeitet jetzt seit 11 Jahren in der Firma.
Und es gab hier und da auch Probleme - auch eine Abmahnung.
Doch ist er noch immer dort.
Heute hegt er manchmal den Wunsch dort was zu sagen - denn erst seit einem halben Jahr geht er wirklich mit seiner Krankheit um.

Doch auch ich habe davon abgeraten. Die Idee mit der Stoffwechselstörung finde ich super. Ich bin auf jeden Fall für Offenheit - aber an den richtigen Stellen.
Allein das Wort Schizophrenie löst noch immer bei den meisten Angst und Schrecken aus.
Und nur sehr wenige Arbeitgeber werden sich damit so beschäftigen wie Angehörige oder enge Freunde es tun.

Liebe Grüße
Joubi
Autor Gast
#9 | Gesendet: 29 Okt 2004 07:50
liebe joubi,

ja, ich bin da so ziemlich deiner meinung, was das "outen" angeht... wenn ich meinen verstand befrage, dann ist eigentlich klar, dass ich es tunlichst unterlassen sollte, wenn ich in meinem beruf eine zukunft haben will. eigentlich gibt es da gar nichts zu diskutiueren. ich liebe meinen beruf und sehe an den ergebnissen, dass die schizophrenie mich micht beeinträchtigt. wenn ich akut bin, habe ich genug verantwortungsgefühl, nicht hinzugehen und meine medis zu nehmen, bis es mir besser geht (zum glück sind die schübe inzwischen selten, kurz und gut runterzuregeln!).

aber diese sehnsucht nach offenheit ist auch sehr stark. manchmal habe ich regelrechte phantasien, mich vor alle hinzustellen und sie über meine krankheit zu informieren. damit endlih die angst vor entdeckung aufhört. ich wünsche mir, dass alle es verstehen und erkennen, dass ich trotzdem eine prima kollegin bin und meine arbeit gut bewältige. sie sollen es alle wissen...

aber ich bin nicht blöd und naiv genug um wirklich zu glauben, dass es so ausgehen würde. die wahrheit wäre, dass man mich nicht nur von dieser arbeitsstelle, sondern generell aus meinem beruf kicken würde. das ist leider keine übersteigerte angst, sondern nackte realität. ich bin darüber manchmal so verzweifelt, dass ich an suizid denke. dann würde ich abschiedsbriefe hinterlassen, in denen ich alles offenlege. das hätte dann ja keine folgen mehr für mich.
aber keine angst, diese suizidgedanken sind ebensolche phantasien wie die vom öffentlichen coming-out.
Autor Psybib
registriert
#10 | Gesendet: 29 Okt 2004 08:05
nochmal hallo joubi,
da oben, das bin ich: PSYBIB.
hatte vergessen mich einzuloggen, erscheine darum oben als gast...
ach ja, bisserl vergesslich heute ;-)
Autor Joubi
registriert
#11 | Gesendet: 29 Okt 2004 10:44
Hallo Psybib,

Getsern abend war ich icht mehr am PC - aber: neuer Tag, neue Antworten, nicht wahr?
Zunächst einmal zum Hauptthema:
Ich wäre gestern fast umgefallen. Lustigerweise gerade an dem Tag, an dem wir hier alle so unseren Senf zum Outen am Arbeitsplatz dazu geben, kommt Tommi von seinem ersten Arbeitstag nach einer Krankschreibung (weil er akut war) nach Hause und erzählt mir, sein Chef habe ihn zum Gespräch gebeten.
Er wollte wissen, was denn los war,auf den Krankschreibungen würde ja klar und deutlich stehen: "...Fachärztin für Psychartrie..."

Da hat Tommi ihm alles erzählt.
Sein Chef hat wohl sehr gut reagiert. Und Tommi war erleichtert, nicht mehr versteck zu spielen.
Aber ein wenig Angst habe ich ja doch... Was, wenn der ihm nun aus der nächsten kleinen Meinungsverschiedenheit einen Strick dreht??
Ich sitze zwischen zwei Stühlen. Denn auf der anderen Seite bin ich unglaublich stolz darauf, das Tommi den Mut hatte.
Da bleibt wohl nur abwarten....
Puh!

Naja... vielleicht ist es auch eine Frage, wie gut oder schlecht man das ganze rüber bringt... Tommi hat wohl erst von sämtlichen Symptomen seiner Krankheit berichtet und erst am Ende gesagt..." das ganze nennt man auch Schizophrenie, schon mal davon gehört?..."
Au weia...hoffentlich geht alles gut.

Eine frage mal hier in die Runde:
Ich konnte im Forum bisher keinen weiteren Angehörigen entdecken. Ist tatsächlich keiner da, oder hab ichs nur übersehen?
naja, natürlich ausgenommen xsandra in diesem Thema.

und nochmal @ psybib:
was machst Du denn beruflich?

Knutscher in die Runde
Joubi
Autor Psybib
registriert
#12 | Gesendet: 29 Okt 2004 14:12
liebe joubi,

ich freu mich so für tommi, dass es so gelaufen ist! und gleichzeitig könnte ich heulen.
hab jetzt nicht viel zeit zum schreiben, da gleich einen termin.

ich möchte hier im forum nicht offen sagen, was ich beruflich mache, weil das hier zu tumulten führen könnte. wenn du magst, tauschen wir mailadressen aus, vielleicht in einem anonymen chat z.b. www.freechat.de? am we könnte ich abends gut, was meinst du? nur wenn du magst...

liebe grüße
psy
Autor Gast
#13 | Gesendet: 29 Okt 2004 14:46
Na klar, gern.

Da freu ich mich drauf. Geh da nachher mal hin gucken
jetzt muss ich schnell mit meiner Hunde-Rasselbande in den Wald, sonst gibts die rote Karte... ;))

Also bis denn
Joubi
Autor Joubi
registriert
#14 | Gesendet: 29 Okt 2004 14:48
...*kicher*.... da seht ihr's.
Ich vergess auch ma was.
nicht eingeloggt, huch!

Naja, war nett mal als "Gast" da zu sein... *lach*
Autor Gast
#15 | Gesendet: 30 Okt 2004 14:12
hallo joubi,

kannst du heute abend um 20.00 in den chat zum mailadressen-austausch?
www.freechat.de
dann button "hier geht´s direkt zum chat"
dann button "themenchat"
dann wähle den raum "behinderungen"
gib als nickname joubi an, dann erkenne ich dich. du musst den raum nur betreten, dann sehe ich dich und klicke dich an, un dwir sind in einem extraraum. ok?

falls du heute abend nicht kannst, sag kurz hier bescheid und schlag was anderes vor, dann gucke ich mal, ob das geht.

liebe grüße psy
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