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bitte um eure meinung hierzu!

Autor Psybib
registriert
#1 | Gesendet: 6 Nov 2004 23:10
ich möchte euch mal was zeigen...
vor einigen tagen hatte ich bei lilly pharma per mail angefragt, warum in der packungsbeilage der name der zielerkrankung - SCHIZOPHRENIE - nicht benannt wird. meiner meinung nach ist das eine unnötige und diskriminierende tabuisierung der erkrankung. bei abilify ist das übrigens auch so, von anderen neuros weiß ich es nicht. ich habe außerdem darauf hingewiesen, dass ich zyprexa aufgrund von nw nicht gut vertrage. dies war die antwort:

Sehr geehrte Frau H.,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Gebrauchsinformation soll der Information des Patienten dienen. Daher besteht die berechtigte Forderung, die Gebrauchsinformation so zu formulieren, dass sie für den Patienten verständlich ist. Wir haben daher versucht, die Anwendungsgebiete so gut wie möglich in einer für Patienten verständlichen Sprache zu beschreiben. Es war nicht unsere Absicht, die Krankheit zu tabuisieren.

Bezüglich der von Ihnen geschilderten Nebenwirkungen möchten wir Sie bitten, mit Ihrem Arzt Rücksprache zu halten. Zudem sind wir aus gesetzlichen Gründen verpflichtet, jede Meldung und jeden Verdacht einer Arzneimittelnebenwirkung zu dokumentieren. Daher möchten wir Sie bitten, uns, d.h. unserer Abteilung für Arzneimittelsicherheit, bitte Namen und Anschrift Ihres behandelnden Arztes zukommen zu lassen, damit wir mit diesem eventuell offene Fragen besprechen können. Es wäre ebenfalls hilfreich, wenn Sie uns dazu auch Ihr Geburtsdatum nennen könnten.

Wir hoffen, Ihnen behilflich gewesen zu sein und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Tina Herrmann


ich habe mich dann in einer 2. mail nochmal zu dem problem geäußert, dass ich nicht verstehe, warum das wort SCHIZOPHRENIE für uns betroffene nicht verständlich sein solle, und dass ich kein anderes medikament kenne, das die krankheit nicht benennt. mich ärgert das wirklich. außerdem wies ich darauf hin, dass aus datenschutzgründen eine kontaktaufnahme mit meinem arzt nicht rechtens sei, und dass man mir doch persönlich eventuelle ratschläge mailen solle. darauf kam dann nur noch dies:


Sehr geehrte Frau H.,

vielen Dank für Ihre lange Antwort. Wir haben die Abteilung für Arzneimittelsicherheit darüber informiert, dass Sie nicht möchten, dass wir mit dem behandelnden Arzt Kontakt aufnehmen.

Für Fragen zur Therapie möchten wir Sie bitten, sich an den behandelnden Arzt zu wenden.

Wir hoffen, Ihnen behilflich gewesen zu sein und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Tina Herrmann

_________________
Tina Herrmann
Referentin Medizinische Information/Scientist Medical Information

Lilly Deutschland GmbH
Medizinische Information
Saalburgstraße 153
D-61350 Bad Homburg v.d.H.

Telefon: 06172 273-2929 (Mo-Fr 9:00-17:00)
Fax: 06172 273-2030
Mail-to: Med_Info@lilly.com
Internet: www.lilly-pharma.de
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behilflich gewesen??? nun, ich wüsste nicht, in welcher weise...
würde gern eure meinung zu diesem thema wissen! was denkt ihr zu den packungsbeilagen? ist das bei anderen medis auch noch so, dass SCHIZOPHRENIE nur umschreiben, aber nicht benannt wird? wie findet ihr das eigentlich? und was sagt ihr zu den antworten?

gruß psy
Autor Laura
registriert
#2 | Gesendet: 7 Nov 2004 00:15
Hallo Psybib!

Neuroleptika werden auch bei Depressiven, Borderlinern und so einigen psychischen Erkrankungen eingesetzt. Diese Anwendungsgebiete müssten dann also auch benannt werden. Ich würde erstmal nicht darauf tippen, dass die Krankheit tabuisiert und diskriminiert werden soll. Viele Patienten bekommen anfangs ja gar keine klare Diagnose genannt um sich selbst nicht zu stigmatisieren. Ehrlich gesagt, ist mir das beim Waschzettel noch nie aufgefallen, habe mir also nie Gedanken darüber gemacht.

Grüße

Laura
Autor bigcoder
registriert
#3 | Gesendet: 7 Nov 2004 01:56
Bei Risperdal werden da die Sympthome aufgezählt. Das Wort "Schizophrenie" wird dort auch nicht erwähnt. - Mir sind aber die Informationen über die nebenwirkungen viel wichtiger!

MfG Michael alias BigCoder
Autor Gast
#4 | Gesendet: 7 Nov 2004 10:55
Hallo,

ich finde die Beschreibungen in den Beipackzetteln auch nicht ausreichend, bei neueren Medikamenten steht wirklich kaum was drin. Besser ist die Fachinformation, die dem Arzt zur Verfügung gestellt wird.
Noch besser sind pharmakologische Bücher, z. B. "Arzneimittelwirkungen" von Mutschler, da muss man sich aber richtig durchforsten.
Die Packungsbeilagen verlängern sich im Laufe der Zeit, je nachdem, was für Schwierigkeiten auftreten.
Die Angaben über die Erkrankungen, wofür das Medikament eingesetzt wird, finde ich auch unzureichend.

Gruß S.
Autor Joubi
registriert
#5 | Gesendet: 8 Nov 2004 11:21
Hallo Psy,

In der Seroquel Beilage steht " Zur Behandlung der Schizophrenie"
Das ist alles.
Da steht es also , aber ich würde mir da schon eher wünschen, das es etwas ausführlicher ist.
Allerdings mache ich mir darum weniger Gedanken - Wichtiger ist die Wirkungsweise und ein guter Arzt zur Begleitung. ;-)

Also...ob es nun direkt drin steht oder nicht: Wir wissen doch alle wogegen die Medis eingesetzt werden ;-)
Und sie sollen vor allem Eins: HELFEN!!

Liebe Grüße
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