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Take These Broken Wings - Psychosen heilen ohne Medikamente - Doku Youtube

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Autor Cool
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#16 | Gesendet: 22 Jan 2016 17:50
Man kann beide Ansätze sinnvoll verbinden. So sehe ich das. Im Film "Heal these broken wings" haben sie natürlich zwei starke Beispiele herausgegraben.
Aber es gibt auch genug andere Beispiele, die weniger stark sind. Diese wurden natürlich nicht gezeigt...
Autor Balanced
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#17 | Gesendet: 22 Jan 2016 17:55
Cool:
Ohne die Klinik wäre ich bitterlich verreckt. Die Klinik hat mir ein neues Leben geschenkt.

Ich habe nichts gegen den kurzfristigen Einsatz von Neuroleptika um jemanden "runterzuholen". Dauermedikation aber ist für mich Körperverletzung und das tue ich mir nicht freiwillig an. Man kann bei Patienten unter Dauermedikation letztendlich gar nicht mehr zwischen Symptomatik der Krankheit und Einfluss der Medikamente unterscheiden. Ich denke, dass viele "schweren Fälle" einfach so durch den massiven Einsatz von Psychopharmaka zerschossen sind, dass sie unnötigerweise dauerhaft geschädigt wurden.
Autor Cool
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#18 | Gesendet: 22 Jan 2016 17:56
Balanced:
Ich denke, dass viele "schweren Fälle" einfach so durch den massiven Einsatz von Psychopharmaka zerschossen sind, dass sie unnötigerweise dauerhaft geschädigt wurden.

True.
Autor Cool
registriert
#19 | Gesendet: 22 Jan 2016 17:57
Hattest du denn auch so eine lange Vorphase, wenn ich das fragen darf?
Was war bei dir der Auslöser (grob)?
Autor Balanced
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#20 | Gesendet: 22 Jan 2016 18:04 | Edited by: Balanced
Cool:
Hattest du denn auch so eine lange Vorphase, wenn ich das fragen darf?

Nein. Bei mir ging das immer mit zwei, höchstens drei Wochen Vorlauf in den akuten Schub hinein.

Cool:
Was war bei dir der Auslöser (grob)?

Stress. Grob. Insofern erklärt das Vulnerabilitäts-Stress-Modell schon sehr gut, was in der Phase vor dem Schub passiert. Wenn ich in Phasen der Labilität in stressige Situationen gerate, wird es für mich gefährlich.
Autor Cool
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#21 | Gesendet: 22 Jan 2016 18:07 | Edited by: Cool
Und Ungrob? Wenn zu persönlich, nicht antworten. :D
Autor Cool
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#22 | Gesendet: 22 Jan 2016 18:08
Ah okay. Und wenn es trotzdem zu einem Schub bei dir kommt? Nimmst du dann die Medis?
Du hast ja gerade weiter ausgeführt, das "Grobe" reicht mir.
Autor Balanced
registriert
#23 | Gesendet: 22 Jan 2016 23:27
Cool:
Und wenn es trotzdem zu einem Schub bei dir kommt? Nimmst du dann die Medis?

Wenn ich dann in der Klinik lande, schlucke ich den Cocktail ohne nach dem Wechselgeld zu fragen. Auch weil das der schnellste Weg ist, wieder da raus zu kommen. Ich bekomme immer den gleichen Cocktail in der Akutphase, so dass ich inzwischen weiß, wie es wirkt und worauf ich selber achten muss. Es holt mich jedenfalls schnell runter. Der Umgang mit dem Pflegepersonal und den Ärzten bleibt trotzdem angespannt.

Sobald ich da raus und wieder mit meiner Psychiaterin allein bin, besprechen wir, ob ich für kurze Zeit noch Abilify nehme oder gleich auf Null gehe. Da spielt dann der genaue Verlauf des Schubs eine Rolle...
Autor Cool
registriert
#24 | Gesendet: 22 Jan 2016 23:40
Vielen Dank für deine Antworten, Balanced!:) Finde es sehr gut, dass du ohne NLs langfristig auskommst.
Ich werde ja auch mal irgendwann ganz absetzen.
Autor fototelekronidas
registriert
#25 | Gesendet: 23 Jan 2016 03:05 | Edited by: fototelekronidas
Neuroleptika zählen zu den major tranquilizern. Also eine besondere Form der Beruhigungsmittel.

Was ich mit der Zeit bemerke, ist, dass doch einiges an Überzeugung nötig ist, um sie entweder regelmäßig einzunehmen oder eben nicht. Beides erfordert auch eine innere Überzeugung. Genau bei dieser Überzeugung würde ich ansetzen, wenn es darum geht, wie man auch ohne Medikamente lernt, Psychosen oder Reizüberflutung/Stress zu verarbeiten.
Autor Balanced
registriert
#26 | Gesendet: 23 Jan 2016 09:24 | Edited by: Balanced
fototelekronidas:
Genau bei dieser Überzeugung würde ich ansetzen, wenn es darum geht, wie man auch ohne Medikamente lernt, Psychosen oder Reizüberflutung/Stress zu verarbeiten.

Mann, das könnte von mir stammen. Ich bin mittlerweile wirklich davon überzeugt, dass man ohne Medikamente besser auskommt. Klar kann es dabei zu erneuten Schüben kommen, aber nach einigen Schüben, die relativ gleichartig verlaufen, verlieren sie ihren Schrecken. Sie wirken dann nur noch auf Außenstehende dramatisch. Und wenn man selber diese Angst vor dem nächsten Schub abgelegt hat, kann man anfangen, rational über den Einsatz von Medikation nachzudenken. Aber sich dauerhaft dem Einfluss psychotroper Substanzen auszusetzen, bloß weil man selbst und das Umfeld den nächsten Schub fürchtet, kommt zu einem Preis, der angesichts verkürzter Lebenserwartung, gedämpfter Emotionalität und kognitiver Einbußen schlichtweg zu hoch ist. Und das sage ich, obwohl ich als Abilify-Konsument noch eins der verträglicheren Neuroleptika eingenommen habe.
Autor Balanced
registriert
#27 | Gesendet: 23 Jan 2016 09:49
Cool:
Vielen Dank für deine Antworten, Balanced!:) Finde es sehr gut, dass du ohne NLs langfristig auskommst.
Ich werde ja auch mal irgendwann ganz absetzen.

Gerne, Cool. Was fototele zur "inneren Überzeugung" schreibt, ist der springende Punkt.

Du kannst es. Du brauchst nur die Überzeugung und diese kannst Du dir auch durch progressives Herantasten holen. Ich hab es halt Knall auf Fall gemacht. Aber Du kannst durch schrittweises Absetzen zum gleichen Ergebnis kommen. Du kannst dabei einen neuen Umgang mit der Symptomatik lernen und durch den Einsatz neuer Strategien (Selbstinstruktion, Vermeidung von Reizüberflutung, etc.) den Medikamenteneinsatz auf das Notwendigste reduzieren. Und das Notwendigste ist meistens "Null".

Es gibt nichts Besseres als die Rolle des Krankheitsopfers abzulegen und zum Navigator seiner inneren Welt zu werden!

Gruß.
Autor Zeroquaelchen
registriert
#28 | Gesendet: 23 Jan 2016 11:46
Ich suche für mich noch nach einem gangbaren Weg. Die Neuroleptika einfach von einem Tag auf den anderen wegzulassen musste ich bitter bezahlen - das hat mir letztlich einen schweren Schub beschert und damit noch viel mehr NL als je zuvor. Ich stelle mir vor die Medis langsam wieder runterzufahren und gleichzeitig unterstützende Psychotherapie zu machen. Auch wichtig: nicht immer alles alleine mit sich ausmachen sondern sich mitteilen bevor die Psychose sich verfestigt und man aus seinen verqueren Gedankenkonstrukten nicht mehr rauskommt.
Autor fototelekronidas
registriert
#29 | Gesendet: 23 Jan 2016 12:11 | Edited by: fototelekronidas
Durch eine medikamentöse Dauertherapie kann man ja verlernen mit Stress umzugehen. Nach einem Rückfall erhöhen die Ärzte die Dosis. Die Psychose gibt sich selber keine höhere Dosis. Aber es ist typisch für Menschen, dass man dann noch mehr gibt, weil man annimmt, dass es sicherer sei. Und dann soll man das jahrelang nehmen. Aber ganz ehrlich, auf den Kassenzetteln der Apotheke standen die Preise. Ich würde sagen, anstatt mir aufzudrängeln ich solle mein Leben lang solche teuren Pillen schlucken, überweisen sie mir lieber erstmal in bar diese Summe monatlich, und ich entscheide dann freiwillig, ob ich sie für diese Medis ausgebe.

Dort stand 283 € für eine Schachtel mit 28 Stück. Also im Monat 283 € und wenn noch mehr Pillen dazukommen, steigt natürlich die Summe. Davon könnte ich sehr gut leben.

Sage ich im Schnitt habe ich monatlich 350 € mehr... das wäre perfekt. Damit könnte ich ein Studium/Ausbildung selber bezahlen.
Autor Zeroquaelchen
registriert
#30 | Gesendet: 23 Jan 2016 12:16
Wenn man die Summe der Pillen auf dem Kassenzettel überwiesen bekommen würde, könnte man sich vielleicht auch ne wirklich anständige Therapie leisten können... Gute Idee!
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