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Medikament ausschleichen - Amisulprid -

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Autor Yves
registriert
#1 | Gesendet: 15 Aug 2016 13:24
Hallo liebes Forum,

ich bin neu hier im Forum, habe aber immer schon etwas mitgelesen. Nun freue ich mich mal auch etwas dazu beizutragen. :)

Im Jahr Ende 2011 bin ich zuerst erkrankt an einer paranoiden Schizophrenie und habe nun schon einige Medis genommen. Stehen geblieben bin ich jetzt bei Amisulprid 75 mg. Eigentlich bin ich zufrieden damit, außer es macht macht mich sehr müde!
Seit März 2016 wollen wir nun das Medi langsam ausschleichen, mit meiner Ärztin.

Nun möchte ich gerne von Euch wissen, wie es euch ergangen ist, oder ob Ihr Tipps habt zum Ausschleichen wie Vorgehensweise, Nebenwirkungen, Stimmung!

Über ein paar Beiträge würde ich mich sehr freuen. Bis dahin
Eure Ives
Viele Grüße
Autor Bazifischer
registriert
#2 | Gesendet: 15 Aug 2016 15:24
Hallo Yves,
75 mg Amisulprid ist ja schon sehr wenig, also ist der Schritt zu 0 mg nur noch gering.

Yves:
Vorgehensweise

Ich würde dann noch ein paar Wochen 50 und 25 mg nehmen, bis Du endgültig absetzt.

Yves:
Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen würden immer weniger. Die Müdigkeit verschwindet normalerweise.

Yves:
Stimmung

Und man bekommt bessere Laune und wieder mehr Lust aufs Leben und auf Aktivitäten.

Man muss sich beobachten, wie die Konzentration ist, ob man sich ruhig fühlt, wie man Stress verträgt und ob man schlafen kann.

Ganz sicher fühlt man sich besser und frischer, weil die Bremse (NL) nicht mehr da ist. Man darf nicht übermütig werden, das ist die große Gefahr, wenn man absetzt.

Einfach versuchen schön gleichmäßig und bescheiden zu leben, damit man diese Herausforderung mit dem Absetzen meistert, wäre meine Ansicht dazu.

Viel Erfolg und alles Gute dabei!
Autor Hazel
registriert
#3 | Gesendet: 15 Aug 2016 16:03
Hallo,

ich habe zum Glück kaum Nebenwirkungen von Amisulprid; Müdigkeit/Trägheit und so. Aktuell nehme ich 600 mg.
Die rund fünf Jahre zuvor konnte ich gut mit 100 mg fahren. Aber mir ist es nie gelungen, von dieser Minimaldosis runterzukommen. Werde dann dünnhäutig, larmoyant und ein bisschen (sehr) gereizt.
75 mg ist wirklich nicht viel; eigentlich eine homöopathische Dosis. Längst nicht mehr antipsychotisch. Da liegt die Wirkungsgrenze bei Amisulprid bei 400 mg.
Bei mir scheint das also so ein bisschen eine anti-depressive Wirkung zu haben, was diesem Neuroleptikum ja auch nachgesagt wird.

Daumen hoch! Ich wünsche dir, dass die Reduktion klappt.
...und immer schön in Kontakt mit dem Arzt bleiben ;-)
Autor Yves
registriert
#4 | Gesendet: 15 Aug 2016 19:26 | Edited by: Yves
Hallo und vielen lieben Dank!

@ Bazifischer @ Phoenix2

Ja, ich denke auch, dass Schritt für Schritt am besten ist. So von 75/50/25 und naja, es gibt ja auch noch Tropfen. Mal schauen, wie weit ich komme.

@ Hazel

Oj, 400 mg ist ja echt... für mich wäre das zuviel. Ich war schon bei 200 mg vollkommen sediert, hab den ganzen Tag geschlafen und Nacht! Besser wurde es mit 150-100mg.
Bis jetzt hat sich meine Stimmung etwas aufgehellt, keine Symptome, alles ruhig. Ich reagiere wohl etwas sensibel auf die Medis. Ich habe am Anfang Zyprexa genommen und 50 kg zugenommen, und behalten, ist wohl auch ein Grund, warum alles etwas langsamer bei mir ist.

@ all
Danke für die Daumen, kann alle gebrauchen! Vielen lieben Dank an Euch!

Viele liebe Grüße
Yves
Autor Eartha
registriert
#5 | Gesendet: 15 Aug 2016 19:31
Hallo Yves,
die Internetseite www.lpe-nrw.de hat auch gute Tipps zum Ausschleichen und eine Telefonnummer, wo man nachfragen kann. Ist ne super Seite.
LG
Autor vangogh
registriert
#6 | Gesendet: 15 Aug 2016 23:25
Hallo,
ich bin momentan nach 6 Jahren Behandlung auch in der Absetzphase von Amisulprid (100mg alle 2 Tage). Das Problem hier bei ist, dass ich Empfindlicher gegenüber Stresssituationen und vor allem Hunger geworden bin. Ich darf mich nicht unnötig aufregen oder zu hungrig sein. Das mit dem Stress kann ich mir erklären. Aber warum habe ich das Gefühl bei Hunger kurz vor einem Schub zu stehen? Liegt das an Serotonin oder an anderen Substanzen im Körper? Ich bin kein Mediziner aber ich versuche es zu verstehen. Zu dem versuche ich zusätzlich mit Vitamin B3 500mg und B12 meinem Gehirn zu helfen. Orthomolekulare Medizin soll hierbei auch erfolge erzielt haben. Ich habe in meiner behandelnden Zeit Horrorphasen erlebt, die ich nicht mehr durchmachen möchte. Vielleicht habt ihr/Sie mögliche Erklärungen hierfür?
Autor vangogh
registriert
#7 | Gesendet: 16 Aug 2016 00:21
bei mir fing das alles vor 6 jahren an, als ich auf der arbeit körperlich und seelisch belastet wurde und zu dem über 10stunden täglich über einen längeren zeitraum gearbeitet habe, weniger als 6stunden am tag geschlafen habe und kaum was tagsüber gegessen habe...ich habe mich daran gewöhnt...und als erst bei mir ausgebrochen ist, wusste ich gar nicht was los mit mir ist, erst schwindel, dann halluzinationen, wahnvorstellungen usw... jahre später ist mir erst das alles klar geworden...nur momentan will ich kein rückfall erleiden...ich weiss nicht, was der körper beim hunger zb. erzeugt, was dem gehirn schadet? einfach nur zu viel dopamin?
Autor Yves
registriert
#8 | Gesendet: 16 Aug 2016 12:42
@ vangogh

hi, wie schaut es denn bei dir aus mit deinem Verlauf beim absetzten deiner Medis, hast du schon einen Plan? Also in welchen Schritten du vorgehst.

Ich denke, solange du die Medis nimmst, wird wohl durch diese der Stoffwechsel gesteuert, aber auch deine antrainierten Verhaltensweisen. Es gibt einige die werden durch ihre Medikamente Vegetarier, oder haben einen ständigen Heißhunger.
Es ist nicht gut seinen Körper hungern zu lassen. Normalerweise gibt der Körper Signale Appetit, Hunger und Sättigung und wenn man darauf nicht reagiert, reagiert der Körper auf Streß mit Streß. Aber auch Genußmittel wie Alkohol, Tabak und Kaffee beeinflussen das Gehirn, den Stoffwechsel und Gewohnheiten.

Viele Grüße
Autor vangogh
registriert
#9 | Gesendet: 16 Aug 2016 18:50
@Yves
Hi, ich habe vor über einem halben Jahr angefangen von 200mg Amisulprid auf 150mg zu senken, dann wieder 3 Monate später auf 100mg und jetzt nehme ich 100mg alle 2 Tage und bin wie gesagt meistens stabil, außer bei zu viel Stress, oder wenn ich hunger verspüre.
Ovo-Lacto-Vegetarier bin ich auch, aber viel länger, als ich die Krankheit habe, also nicht wegen der Krankheit.
Heisshunger habe ich auch durch die Medis, das ist typisch bei den, aber wenn ich nichts essen
möchte, dann habe ich halt Angst vor einem Rückfall. 4kg Übergewicht habe ich und die will ich runter bekommen. Alkohol trinke ich wenn überhaupt max. 3-5 mal im Jahr. Kaffee auch sehr selten.
Autor Eartha
registriert
#10 | Gesendet: 16 Aug 2016 20:01
Gebt mal lpe-nrw in die Suchmaschine ein.
Autor Yves
registriert
#11 | Gesendet: 17 Aug 2016 16:28 | Edited by: Yves
@ Eartha

vielen Dank, ich schaue gerne mal rein. Danke für den Link.

@ vangogh

es gibt ja extra Vegetarier Vitamine + Mineralstoffe zur Ergänzung mit Vitamin B1, B2, B6, B12, D, Calcium, Zink, Eisen und Jod.
Ich nehme nur Omega-3-Fettsäuren Kapseln täglich zu mir für den Gehirnstoffwechsel und -funktion.

Wäre schön, wenn du ab und zu berichtest, wie es dir so ergeht und wie weit du bist oder gekommen... Drück dir die Daumen!

Viele Grüße
die Yves
Autor ingo
registriert
#12 | Gesendet: 17 Aug 2016 16:31
lol, langsam frage ich mich ob die ärzte als letztes schizophren genannt werden, der tag wird kommen, lol
Autor vangogh
registriert
#13 | Gesendet: 29 Nov 2016 01:57
kein Erfolg ohne Tabletten...Rückschlag... max. 2Wochen ohne ausgehalten...
Autor Himbeere
registriert
#14 | Gesendet: 29 Nov 2016 03:25 | Edited by: Himbeere
Ich bin Anfang 2009 erkrankt und hatte bis 2011 zuletzt auch Amisulprid genommen. Ich dachte, dass ich es nicht mehr brauche, weil ich 2 Jahre keine Positivsymptome zeigte und es bei mir auch nicht gegen die verbliebene Negativsymptomatik half. Ich habe schrittweise selber abgesetzt - ohne Rücksprache / Empfehlungen meines Arztes und hatte dabei keine Probleme.
Allerdings wurde ich nach 7 Monaten rückfällig und hatte einen Klinikaufenthalt und nahm im Anschluss wieder brav meine Medikamente bis heute. Zur Zeit befinde ich mich in der Medikamentenumstellung von Amisulprid zu Abilify. Innerhalb von 2 Wochen nehme ich Amisulprid weniger bis gar nicht mehr, während ich abends 15 mg Abilify nehme.
Bei mir wirkt Amisulprid nicht müde machend. Im Gegenteil. Ich habe eher Probleme durchzuschlafen und bin so wie jetzt (2.20 Uhr) mitten in der Nacht wach.
Bei jedem wirken die Medikamente anders. Mit Amisulprid (200 mg - 0 mg - 200 mg) war ich 5 Jahre lang ausreichend gut geschützt. IN besonders stressigen Zeiten habe ich die Dosis nach Rücksprache mit meinem Arzt vorübergehend erhöht.
Ohne Absprache mit meinem Arzt würde ich ein Medikament nicht eigenständig absetzen.
Autor Yves
registriert
#15 | Gesendet: 29 Nov 2016 14:35
@ Himbeere

liebe Himbeere, vielen lieben Dank. Ich hoffe, dir bekommt die Medikamentumstellung gut und du erreichst deine erhofften Ziele. Ich drücke dir die Daumen , dass du stabil bleibst und gut verträgst! :)

Meine Ärztin hat nun den Medikamentenspiegel ermittelt, weil sie meinte, sie bekommt jetzt kalte Füße, weil ich so eine geringe Dosis nehme. Aber die Ergebnisse waren lt. ihrer Aussage wohl nicht so aussagekräftig, die Werte müssten bei 50-500 liegen und ich bin so bei 17. D.h. ich habe kaum bis wenig im Blut. Jetzt müssen wir uns weiterhin rantasten und Uffpassen ;)

Ich wurde an diesem Montag von 75 mg Amisulprid auf 50 mg umgestellt. und was soll ich sagen, ich konnte abends nicht einschlafen und bin die ganze Nacht immer wieder wach gewesen und aufgewacht. Bis 6 Uhr morgens. Dann bin ich bis halb 12 geschlafen.
Ich fühle mich sonst gut. Mehr kann ich auch noch nicht erzählen. Fortsetzung folgt ;)

Viele Grüße
Yves
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