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Initiative für psychische Gesundheit (Fortschritts- & Rückschrittsbericht)

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Autor Mowa
registriert
#1 | Gesendet: 2 Jul 2017 08:21
Guten Morgen liebe Mitschreibende und Mitlesende,

in diesem Thread möchte ich - wie bereits angekündigt - ab jetzt die Fort- und Rückschritte unserer neuen Initiative für psychische Gesundheit dokumentieren.

Mitte Mai hatte ich die ersten Ideen für dieses Projekt, und seitdem haben wir ein kleines Netzwerk an Unterstützern gebildet, das auszuweiten gilt. Gleichzeitig müssen wir uns dringend überlegen, wie wir auch finanziell unterstützt werden, denn z.B. ich, die als Initiatorin am meisten aktiv bleiben muss, habe praktisch leider überhaupt keine freie Zeit (da mir meine Familie, der Haushalt und meine Arbeit wichtiger sind). Als nächster Schritt werde ich daher versuchen, eine vertragliche Versetzung bei meinem Arbeitgeber zu erreichen, damit ich mich zumindest in Teilzeit um das Projekt kümmern kann.
 
Selbstverständlich müssen wir bei diesem Projekt auch die Interessen des Geldgebers berücksichtigen, zusätzlich zu den Interessen der Betroffenen. Der Geldgeber wäre konkret für uns erstmal die beteiligten Forschungs- und Bildungsinstitutionen, und über sie dann auch andere öffentliche Förderer auf nationalem und internationalem Niveau.
 
Im Moment versuche ich konkrete Vorschläge auszuarbeiten, die dieses Projekt ausmachen sollen. Ich denke an ein öffentliches Online-Portal, das einen gesundheitsfördernden Austausch zwischen Betroffenen und Gefährdeten auf der einen Seite, und Arbeitgebern, Ärzten, Psychotherapeuten, Sozialarbeitern, Kollegen, Familien, usw. auf der anderen Seite, ermöglichen soll. Das kann beispielsweise bedeuten, dass Menschen, die aus irgendeinem Grund aus dem Berufsalltag dauerhaft gerissen wurden (Psychos wie wir eingeschlossen), berufliche Rehabilitationen an Forschungs- und Bildungsinstitutionen machen können. Das kann auch bedeuten, dass wir Selbsthilfegruppen organisieren, sei es lokal vor Ort oder virtuell im WWW. Und nicht zuletzt würde für dieses Projekt auch die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig sein, indem wir beispielsweise mit unseren persönlichen Geschichten uns an die Öffentlichkeit wenden. Ich denke auch, dass es für die Öffentlichkeit deutlich wirksamer wäre, wenn unsere Identitäten bekannt sind, wobei so etwas selbstverständlich die Bereitwilligkeit der jeweiligen Mitwirkenden voraussetzt.
 
Die nächsten 2 Wochen muss bei mir erstmal alles liegen bleiben, wie gesagt mangels Ressourcen. Mitte Juli erwarte ich wieder weitere Rückmeldungen, einmal von der zentralen Verwaltung meines Arbeitgebers und dann auch von meinem direkten Vorgesetzten und seinen Kollegen, ob wir lokal als ein geschlossenes Institut handeln wollen und können.
 
Das nächste Update erfolgt daher voraussichtlich erst in 2, 3 Wochen.
 
Euch allen noch einen schönen Sonntag & liebe Grüße,
 
Mowa
Autor Nichtraucher
registriert
#2 | Gesendet: 2 Jul 2017 08:58
Guten Morgen Mowa,

Lass Dich nicht von King kong entmutigen!

Aber pass auf, dass Du Dich mit dieser Arbeit nicht übernimmst! Du hörst Dich sehr engagiert an und so wie ich Dich einmal verstanden habe, bist Du bei deiner Psychose auch sehr engagiert gewesen und wolltest etwas Gutes tun. Ich hoffe nur, dass Du nicht volles Risiko gehst, sondern Dich bei deinem Arbeitgeber zum Beispiel absicherst.

Über die Idee selbst kann ich nicht viel sagen. Ich arbeite zwar selbst auch in der Forschung und komme da, bisher, mehr schlecht als recht zurecht, aber ich habe ein entsprechendes Studium und bin momentan weitestgehend symptomfrei. Leider kann ich auch nicht die Leistung bringen, die von mir erwartet wird.

Ich denke auch, dass sich die Geldgeber, von der Forschung einen Fortschritt erhoffen und deswegen zögern werden, ihr Geld in so ein Risiko zu investieren, bei dem die Voraussetzungen bereits nicht ideal sind.

Aber neue Ideen brauchen immer jemand mutigen, der sie verfolgt und so wünsche ich Dir trotz Allem alles Gute und viel Erfolg für dein Projekt!
Autor Mowa
registriert
#3 | Gesendet: 2 Jul 2017 11:21 | Edited by: Mowa
Hallo King Kong,
 
ja, natürlich habe ich nicht den Anspruch, jedem helfen zu können, und ganz ehrlich, das will ich auch gar nicht. Wenn Du selbst kein Interesse an einem solchen bzw. an unserem Projekt hast, ist es völlig in Ordnung für mich, alle anderen Forumsteilnehmer lasse ich gerne für sich entscheiden.

King kong:
Spar dir dein Gelaber,macht eh keiner mit.

Das stimmt faktisch schon mal nicht, was Du aber auch nicht wissen kannst. Zusagen für Unterstützung habe ich quantitativ schon von den folgenden Mitmenschen bekommen:
• 5 von meinen Familienmitgliedern
• mindestens von 10 meiner Arbeitskollegen (praktisch von allen, die von mir über das Projekt informiert wurden)
• von einem Vertreter des zentralen Betriebsrates unserer bundesweiten Forschungsorganisation
• edit: vom Leiter des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) an unserer bundesweiten Forschungsorganisation
• vom 9-köpfigen Betriebsrat meines ehemaligen Institutes
• vom Betriebsratsvorsitzenden meines jetzigen Institutes
• von einem ehemaligen Betriebsratsmitglied eines 3. Institutes
• von meinem direkten Vorgesetzten
• 3 von meinen ehemaligen Mentoren, der 4. Mentor überlegt sich noch, von 2 weiteren habe ich noch keine Rückmeldung bekommen
• und nicht zuletzt von mindestens 2 Teilnehmern aus diesem Forum hier
 
Sprich, das sind schon mal edit: 34+ Menschen, die ihre Unterstützung für dieses Projekt ausgesprochen haben, und dies innerhalb der letzten 5 Wochen. Eine ganze Menge, wie ich finde.
 
Liebe Grüße,
 
Mowa
Autor Mowa
registriert
#4 | Gesendet: 2 Jul 2017 12:21 | Edited by: Mowa
Hallo Nichtraucher,

danke für Deine Rückmeldung. Einige meiner Unterstützer teilen auch Deine Sorge (edit: wie scheinbar ja auch von King Kong), dass ich mich überfordern könnte, und sie kommt ja auch nicht von ungefähr, das ist mir schon klar. Ich schätze mich inzwischen so ein, dass ich für mich klare Grenzen ziehen kann und mich selbst dann auch schützen kann. Aber Du hast recht, ich muss auf mich achten.

Nichtraucher:
Ich denke auch, dass sich die Geldgeber, von der Forschung einen Fortschritt erhoffen und deswegen zögern werden, ihr Geld in so ein Risiko zu investieren, bei dem die Voraussetzungen bereits nicht ideal sind.

Gibt es denn in Deinem Forschungsbetrieb auch schon das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM)...? Wie Du diesem Wikipedia-Artikel entnehmen kannst, reagieren immer mehr Betriebe auf die reihenweisen krankheitsbedingten Ausfälle seiner Angestellten in Form dieses BGM. Unser Projekt würde sich als eine Erweiterung des bestehenden BGM in unserem Betrieb einfügen, was bedeutet, dass wir das Rad nicht völlig neu erfinden müssen...

Nichtraucher:
Aber neue Ideen brauchen immer jemand mutigen, der sie verfolgt und so wünsche ich Dir trotz Allem alles Gute und viel Erfolg für dein Projekt!

Danke Dir, Deine guten Wünsche weiß ich zu schätzen. Meine persönliche Erfahrung früher als aktive Wissenschaftlerin ist auch, dass ich immerzu ermutigt wurde, aus eigener Initiative neue Projekte anzustoßen. Ich hatte wirklich das Glück, Mentoren zu haben, mit denen ich vertrauensvoll arbeiten durfte, was auch bedeutete, dass mir erstens zugehört wurde und zweitens dann auch meistens die Chance gegeben wurde, von ihnen unterstützt zu werden.

Liebe Grüße,

Mowa
Autor Nichtraucher
registriert
#5 | Gesendet: 2 Jul 2017 12:56
Mowa

Ja ich glaube etwas in Richtung BGM gibt es schon bei uns. Es gibt einen Betriebsarzt, der mich zu Beginn kontrolliert hat und außerdem muss mein Bildschirmarbeitsplatz ergonomisch sein, soweit ich weiß.

Außerdem gibt es auch eine Psycho-Soziale Beratung, bei der war ich auch schon, aber dort konnte man mir auch nicht helfen.

Ich verstehe dein Konzept noch nicht genau. Du willst psychisch Kranke in Forschung und Bildung vermitteln?

Das Problem ist aber doch die eingeschränkte Leistungsfähigkeit und auch in Forschung und Bildung sollte man etwas leisten, auch wenn es momentan so ist, dass die Bedingungen dort angeblich nicht ganz hart sind, wie in der freien Wirtschaft, weil die ja von öffentlichen Mitteln finanziert werden.

Mein Institutsleiter pocht schon auch auf Leistung, wenn er vor der Gruppe spricht, aber im persönlichen Gespräch war er immer sehr nachsichtig, wenn ich ihm gesagt habe, dass ich befürchte diese Leistung gar nicht erbringen zu können.

Es ist ja so, man ist nicht nur durch die Krankheit eingeschränkt, sondern zusätzlich durch die Medikation.
Autor couchtomate
Gast
#6 | Gesendet: 2 Jul 2017 13:00 | Edited by: couchtomate
Hallo Mowa,

Du hast sehr viel über das "wie" geschrieben. Wie es organisiert und gefördert werden könnte. Gibt es auch ein "was", also eine Message, einen Werbeslogan, quasi, der knapp und treffend erklärt, wohin die Reise führen soll?



Du verstehst, es wäre schön, zu wissen, was erreicht werden soll.

lg.
Autor Eartha
registriert
#7 | Gesendet: 2 Jul 2017 13:56
Hallo Mowa,
ich habe das Projekt noch nicht so ganz verstanden, aber es klingt nach einer sehr guten Sache und nach etwas sehr Großem. Finde das gut.
Ich denke, selbst wenn Du noch einmal durch einen Schub müsstest, hättest Du Dir damit etwas solides aufgebaut, wo Du weitermachen könntest. Darum denke ich, dass Du Dir Sorgen um Stress nicht so machen brauchst.

Aber Du kannst wirklich nicht jedem helfen...,
dafür sicher einigen gut.
Autor Mowa
registriert
#8 | Gesendet: 2 Jul 2017 18:57
Hallo Nichtraucher, couchtomate und Eartha,
 
vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich höre heraus, dass der Zweck der Initiative nicht beschrieben wurde, und da habt Ihr ja tatsächlich recht! Irgendwie habe ich ihn noch gar nicht angegeben, zumindest nicht in diesem neuen Thread :-))
 
Ich habe dieses Projekt angestoßen, weil ich darin eine Möglichkeit für mich sehe, um eine Brücke zu schlagen zwischen der Stigmatisierung, den Vorurteilen und der Diskriminierung in unserer Gesellschaft einerseits, und der Isolation, Hoffnungslosigkeit und Handlungsunfähigkeit von mitbetroffenen psychisch Kranken andererseits.
 
Erstmal ganz allgemein möchte ich also dazu beitragen, günstigere Bedingungen dafür zu schaffen, dass psychisch Kranke nicht unter Angst leben müssen, als solche geoutet zu werden. Ich wünsche mir, dass jeder psychisch Kranke über seine Erfahrung bzw. Erkrankung genauso offen und unbesorgt mit seinen Mitmenschen (d.h. Arbeitgeber und Kollegen eingeschlossen) sprechen kann wie über einen Beinbruch o.ä.
 
Auch wünsche ich mir, dass jeder Mitwirkende des Projektes über seinen persönlichen Beitrag zur Genesung der psychischen Krankheiten nachdenkt. Denn meine persönliche Überzeugung ist, dass psychische Krankheiten nicht unheilbar sind und dass bei jedem Mitbetroffenen, der unter seiner Erkrankung leidet, zumindest eine deutliche Linderung des Leides ermöglicht werden kann.
 
Lass uns also nicht "mehr vom Gleichen" propagieren, sage ich, wobei die psychisch Kranken im Moment überwiegend medikamentös behandelt werden, obwohl die Wirkung der Psychopharmaka oft fragwürdig bleibt und ihre Nebenwirkungen massiv ausfallen können. Aber die Ärzte und auch die Psychotherapeuten haben scheinbar keine Kapazität, und die Pharmaindustrie will immer mehr Geld, ist ja klar! Wenn man sich auf das bestehende Gesundheitssystem nicht ohne Weiteres verlassen kann, wie könnten wir eine Verbesserung der Lebensbedingungen für psychisch Kranke erzielen? Daher komme ich überhaupt darauf, die im vorigen Post genannten praktische Hilfen anzubieten (Online-Portal, berufliche Rehas, Selbsthilfegruppen, Öffentlichkeitsarbeit mit offenen Identitäten).
 
Es ist mir bei diesen Gedankenzügen dann auch erst so richtig bewusst geworden, dass die wichtigsten Entscheidungen, die uns psychisch Kranke betreffen, meistens ohne uns getroffen werden. Sowohl die Entscheidungsträger als auch die ausführenden Organe haben meistens keine Ahnung davon, psychisch erkrankt zu sein, und gleichzeitig mangelt es ihnen scheinbar nicht an der Überzeugung, uns wirklich zu helfen... Wie ist das eigentlich möglich, frage ich mich? Und hier wäre mein denkbarer persönlicher Beitrag dann, als ein Sprachrohr von psychisch Kranken zu wirken und meine Stimme für die interessierten Betroffenen dieses Projektes zu erheben.
 
Ja, das sind so die Ideen hinter meiner Initiation. Inwiefern sich meine persönlichen Meinungen tatsächlich in die Initiative einbinden ließen, wird sich erst noch zeigen müssen.
 
Einen schönen Abend Euch & liebe Grüße,
 
Mowa
Autor Mowa
registriert
#9 | Gesendet: 2 Jul 2017 19:46
P.S. an Nichtraucher:

Ich weiß nicht, ob Du gerade als Doktorand, Postdoc, oder als etwas anderes tätig bist. Klar, mit den Einschränkungen, die Du erwähnst, ist es bestimmt nicht leicht bis unmöglich, den gängigen Leistungsanforderungen in der Forschung zu genügen.

Den angestrebten Abschluss zu erzielen ist eine Sache, und einen alternativen Weg gehen zu können, wenn der Abschluss aus gesundheitlichen Gründen nicht erzielt werden kann, eine andere Sache.

Bei unserer Organisation z.B. wurde es neulich eingeführt, dass ein krankheitsbedingter Ausfall zur automatischen Vertragsverlängerung führt, zumindest ist es bei Doktoranden so, wenn ich es richtig mitbekommen habe. Das ist schon besser als nichts, ja.

Ich persönlich wäre auch dafür, dass wir nicht nur berufliche Rehas an unseren Institutionen ermöglichen, sondern auch individuelle Stipendien für erkrankte Studenten anbieten, sodass sie sich mehr Zeit lassen könnten. Natürlich wäre so etwas auch sicher leider kompetitiv. Aber auch das wäre immer noch besser als nichts.

Mein Eindruck ist, dass das Unterstützer-Netzwerk der Initiative erstmal auf der persönlichen Ebene ausgeweitet werden muss, weil es vielen Menschen nicht einmal bewusst ist, wie dringlich es wirklich ist, die Kranken nicht einfach auszusortieren. Irgendwann wird es nämlich dann so kommen, dass die Nicht-Betroffenen zur schrumpfenden, quasi aussterbenden Minderheit werden, und dann wären wir schnell alle krank.

Jedenfalls werden wir noch sehen, welche Hilfen wir psychisch Kranken tatsächlich noch anbieten können. Ich bin überzeugt, dass wir uns nicht auf einen einzigen Ansatz beschränken sollten, sondern alle möglichen Ansätze verfolgen sollten, und zwar langfristig und hartnäckig. Denn eine Schablone, mit der wir die Betroffenen zur Besserung ihrer psychischen Gesundheit verhelfen könnten, wird es sicher nie geben...
Autor couchtomate
Gast
#10 | Gesendet: 2 Jul 2017 21:49 | Edited by: couchtomate
Hallo Mowa,

danke für Deine Erläuterungen.

Es geht also um praktische bzw. praktizierbare Solidarität.

Solidarität trennt nicht krank oder gesund, privilegiert oder benachteiligt, sondern ist auf Integration dieser Spannungen aus. Ich kenne kein Modell oder System, das quasi von oben herab per Verwaltung oder Verordnung Ungerechtigkeit ausgleichen kann. Eher, dass es ein sehr persönlicher Entschluss bleibt, auch das mitzutragen: was ist mit denen, die der Solidarität oder aber der Integration entweder nicht willens oder nicht fähig sind? Müssen die vor der Tür bleiben?
Für das Projekt wünsche ich daher viel Erfolg, und hoffe, dass auch dafür individuelle, originelle Lösungen gefunden werden!

lg.
Autor Mowa
registriert
#11 | Gesendet: 3 Jul 2017 06:34 | Edited by: Mowa
Guten Morgen couchtomate, alle Mitschreiber und Mitlesende,
 
genau, Solidarität, das ist schon der Grundgedanke.

Es geht eben um die Grenzen und die Barrieren, die in unseren Köpfen vorhanden sind, um uns vom Rest unserer Umwelt abzugrenzen. Das kann die Grenze Betroffene - Nicht-Betroffene sein, aber genauso gibt es solche Grenzen auch innerhalb der Betroffenen und auch innerhalb der Nicht-Betroffenen. Daher Solidarität ja, und zwar mit sich und dem Rest seiner Umwelt.

couchtomate:
was ist mit denen, die der Solidarität oder aber der Integration entweder nicht willens oder nicht fähig sind? Müssen die vor der Tür bleiben?

Meine Meinung ist, dass niemand grundsätzlich ausgeschlossen werden soll. Allerdings bei den Menschen, die entscheidungsfähig sind, ist meine Meinung da klar. Solange sie nicht wollen, an den Entscheidungen dieser Initiative beteiligt zu werden, sollten wir sie in Ruhe lassen. Bei den Menschen, die entscheidungsUNfähig sind, ist es sehr schwierig, wie prinzipiell bei allen solchen Entscheidungen ja auch. Wenn wir einmal für sie überhaupt entscheiden müssten, egal aus welchem Grund, dann sollten wir möglichst "zum Wohle dieses Menschen" entscheiden, finde ich, was immer das auch bedeuten kann dann.
 
Also die Entscheidungen, die wir nach außen tragen würden, würden von den Teilnehmern des Projektes gefällt, zumindest wäre das mein Wunsch. Ich wüsste nicht, wie es besser sein könnte.
 
Für mich ist es so, solange ich unter dem Strich feststellen kann, dass diese Initiative eine Verbesserung der Lebensbedingungen der psychisch Kranken erzielen kann, will ich mich daran beteiligen und wäre bereit, mich in Vollzeit damit zu beschäftigen. Mir ist aber klar, dass ein solches Unternehmen aus politischen oder anderen Gründen schnell scheitern kann. Wenn es so käme, dass wir beispielsweise das Online-Portal für das BGM des weltgrößten Chemie-Konzerns zum Vorbild nehmen würden, würde ich nicht zögern sofort auszusteigen und nach Alternativen zu suchen. Dieser Health Performance Index, den der Konzern dort propagiert, ist der größte Blödsinn, von dem ich im Zusammenhang mit BGM erfahren habe.
 
Na gut, ich muss so langsam meinen Job wiederaufnehmen. Die Woche wird wieder verrückt, aber das Ende ist absehbar.
 
Allen einen guten Start in die neue Woche wünscht
 
Mowa
Autor xf20
registriert
#12 | Gesendet: 3 Jul 2017 10:09 | Edited by: xf20
es gibt 100derte, wenn nicht gar 1000de Organistationen die sich um Gesundehit kümmern. Aber das hilft nichts wenn der Einzelne sich selbst nicht ändert, im Gegenteil, eine weitere Orga ist ein weiteres Feigenblatt um die eigene Verantwortunf an die Gesundheits- und Sozialindustrei abzugeben.

In den letzten paar tagen gabs hier Beiträge von neuen Usern die um Unterstützung gebeten haben. Resinanz war fast NULL, soviel zur Solidarität, da wird lieber gemobbt und um so wichtige dinge wie 'Ehe für alle' diskutiert, einzelne Schicksale interesserien halt nicht, nicht mal in diesem Forum voller empahtischer Betroffener. Und von 10.000den Fachleuten machen hier genau NULL im Forum mit. Denen reicht ihr Job und unetgeldlich will hier keiner helfen. Solidarität wird wohl nur gegeben wenns Geld gibt, perverse Einstellung zur Solidarität.
Autor couchtomate
Gast
#13 | Gesendet: 3 Jul 2017 10:27 | Edited by: couchtomate
...
Autor Eartha
registriert
#14 | Gesendet: 3 Jul 2017 10:30
xf20
Du hast schon Recht, dass so einzelne Hilferufe oft zu wenig wahrgenommen werden. Es ist aber so, dass fast jeden Tag ein neuer user mit einem Problem kommt und auch, wenn er zahlreiche Antworten erhält, hört man dann nichts mehr von ihm. das hier ist ja eine Community (wenn auch keine gute) und kein Amt.
Autor xf20
registriert
#15 | Gesendet: 3 Jul 2017 10:34 | Edited by: xf20
Eartha:
s hier ist ja eine Community (wenn auch keine gute) und kein Amt.

genau, ein 'Amt' muss helfen, Ämter haben wir ohne Ende in D, mowa will sogar ein neues, persönliches Amt dazu, aber konkret helfen? Dass sollen dann bezahlte 'Fahcleute', und die dutzenden User hie runterhalten sich über Musiki, Essen machen, den täglichen Stimmenscheiss und das Wetter?

Ob genau daran das 'System' krankt?
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