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neuroleptika

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Autor blackzebra
registriert
#16 | Gesendet: 11 Jul 2018 08:55
ingo:
dazu kann ich nichts sagen, denn davon habe ich zu wenig ahnung.

ingo:
ich bin soweit genesen, aber nehme volle dosis an neuroleptika. ich habe keine probleme damit.

indigo:
„im Jahr 2016 ist es klar, dass hochdosierte Antipsychotika nicht zu den subtilen Gehirnveränderungen beim Beginn der Schizophrenie, sondern zu fortschreitenden Veränderungen danach führen".

Eine Langzeitbehandlung mit Neuroleptika erhöht die Dopaminrezeptoren durch ständiges Unterdrücken Dieser, es ist somit eine Abhängigkeit entstanden, ein Absetzen wird einen psychotisch werden lassen, also kontraproduktiv, es sollte nach der Akutphase, wenn es denn unumgänglich ist Neuroleptika zu nehmen so bald wie möglich wieder reduziert werden.

Das du Dies nicht verstehst, liegt vielleicht an der hohen Dosis an Neuroleptika die du angeblich einnimmst, Ingo.
Autor ingo
registriert
#17 | Gesendet: 11 Jul 2018 09:09
blackzebra:
Eine Langzeitbehandlung mit Neuroleptika erhöht die Dopaminrezeptoren durch ständiges Unterdrücken Dieser, es ist somit eine Abhängigkeit entstanden, ein Absetzen wird einen psychotisch werden lassen, also kontraproduktiv, es sollte nach der Akutphase, wenn es denn unumgänglich ist Neuroleptika zu nehmen so bald wie möglich wieder reduziert werden.

Das du Dies nicht verstehst, liegt vielleicht an der hohen Dosis an Neuroleptika die du angeblich einnimmst, Ingo.

das mag sein, blackzebra, aber wenn du das als so schlimm ansiehts, dann würde es im umkehrschluß bedeuten, das ich irgendwann an einer psychose leide, trotz einer recht hohen dosis neuroleptika.
wer kann mir dazu irgendetwas sagen? stellt sich der körper wirklich auf alles ein oder akzeptiert er die neuroleptika? also ich habe keine erfahrungswerte und konnte dazu auch nichts lesen.
Autor blackadder
registriert
#18 | Gesendet: 11 Jul 2018 09:35
Hallo ingo,
nein, das bedeutet nicht, dass Du irgendwann trotz Neuroleptika an einer Psychose leidest.

Was ich aus den Schriften von Aderhold, beispielsweise hier, Aderhold - Neuroleptika minimal - warum und wie bisher verstanden habe ist folgendes:

- In Gehirnen verstorbener Schizophrener hat man kein erhöhtes Dopamin gefunden
- jemand mit einer akuten Psychose bekommt Neuroleptika, die bereits nach Stunden die Dopamin-Rezeptoren blockieren, aber die akute Psychose geht erst nach Wochen zurück
- gesunde Menschen mit einem erhöhten Dopaminspiegel bekommen keine Psychose

- während einer akuten Psychose hat man einen erhöhten Dopaminspiegel aber nach Rückgang der Psychose ist der Dopaminspiegel nicht mehr erhöht
- Schizophrene weisen vielmehr einen Dopaminmangel im präfrontalen Cortex auf. Der präfrontale Cortex ist für das bewusste Finden von Entscheidungen wichtig.

Die "antipsychotische" Wirkung der Neuroleptika beruht daher im Wesentlichen darauf, dass der Patient zugänglicher für Therapeuten wird. Er hält nicht so stark an Überzeugungen fest und beruhigt sich.

Nach Durchleben einer akuten Psychose sind Neuroleptika sogar schädlich. Das neuroplastische Gehirn stellt sich auf einen bestimmten Neuroleptikaspiegel ein. Es werden mehr Rezeptoren für Dopamin gebildet und sie werden empfindlicher, damit man weiter normal funktioniert. Dies passiert innerhalb von Monaten.

Man benötigt deshalb die Neuroleptika, damit man keine Supersensitivitätspsychose oder eine - nun - organische Psychose bekommt, weil die Neuroleptika das Gehirn verändern.

Wenn man jetzt mit weniger oder ohne Neuroleptika leben will, dann muss man sehr langsam die Neuroleptika reduzieren, damit das Gehirn die Chance hat, sich an den nun niedrigeren Neuroleptikaspiegel anzupassen.

Viele Grüße
blackadder
Autor ingo
registriert
#19 | Gesendet: 11 Jul 2018 10:03
blackadder:
Wenn man jetzt mit weniger oder ohne Neuroleptika leben will, dann muss man sehr langsam die Neuroleptika reduzieren, damit das Gehirn die Chance hat, sich an den nun niedrigeren Neuroleptikaspiegel anzupassen.

das ist doch klar gewesen, nur wenn ich daran denke, das ich psychosen zwar überstanden habe, aber nur etwas und langsam runterdosiert habe, dann bekam ich wieder eine psychose.
wie immer gesagt wurde, nicht jeder kann ohne oder wenig neuroleptika leben, aber das muss man schnell merken, damit man nicht zu häufig krank wird.
und außerdem war ich oft und lange hier im forum. nicht jeder war gleich psychotisch, hat aber manchmal schizophrene sachen gesagt.
ich bin kein arzt der vor ort ist, um zu sagen, es ist krank oder ein festhalten von verschiedenen gedanken.
das würde mich ja interessieren, nur ist nichtmal der arzt in der lage mir das genau zu sagen.
wenn nur psychosen entscheidend sind, dann wäre ja das wort "schizophrenie" völliger quatsch.
kann mir das jemand beantworten?
Autor blackadder
registriert
#20 | Gesendet: 11 Jul 2018 10:34
Hallo ingo,
das ist sicher richtig, nicht jeder kann ohne und mit wenig Neuroleptika leben. Was jeweils für einen selbst richtig ist, das muss man selbst merken.

Ich nehme ja schon jahrzehntelang Fluanxol. Und jetzt habe ich beispielsweise gelesen, dass es empfohlen wird, bei älteren Patienten besonders vorsichtig mit Flupentixol (dem Wirkstoff von Fluanxol) zu sein und die Dosis zu reduzieren. Weiterhin habe ich gelesen, dass Flupentixol epileptogenes Potential hat, also die Krampfschwelle senkt und dass man beim häufigen Auftreten von Krämpfen sofort dem Arzt Bescheid sagen soll.

Ich habe schon seit Jahren ab und zu Krämpfe und nehme deshalb regelmäßig Magnesiumtabletten. Dadurch wird das nicht so häufig. Also, als ich das gerade gelesen habe, da wurde mir klar, dass es absolut richtig für mich ist, wenn ich jetzt das Flupentixol reduziere soweit mir das überhaupt möglich ist.

Ich habe mittlerweile so viele Argumente dafür, ohne Neuroleptika weiter zu leben, dass es für mich gar keine Entschuldigung mehr gibt, das Absetzen nicht zu versuchen.

Ich will ja niemanden davon überzeugen, sich nun gegen seinen Arzt zu stellen, aber nach den neuen Forschungen haben auch die modernen atypischen Neuroleptika keinen wirklichen Fortschritt gegenüber den alten Neuroleptika gebracht. Die Probleme sind im Prinzip die gleichen und es kommen noch andere Probleme hinzu.

Ich habe auch in den ersten 3-5 Jahren meiner Erkrankung reihenweise akute Psychoseschübe erlebt. Das war ja auch der Grund dafür, dass ich danach überhaupt keinen Zweifel an der Medikation gelten lassen wollte. Seitdem 1993 und der Behandlung im LKH Wunstorf mit Fluanxol habe ich keine Wahnvorstellungen mehr gehabt. Ich war zwar noch öfter in der Klinik, aber immer war ich "präpsychotisch". Also, ich habe zwar gearbeitet und auch Beziehungen gehabt, war sogar verheiratet, aber ich habe mich nie wirklich gesund gefühlt. Damit habe ich die Zeit bewältigt. Das Flupentixol hat mir immer dabei geholfen, war mein Eindruck.

Doch wenn ich heute die Schriften von Aderhold lese und auch über Open Dialogue lese, wenn ich lese, dass Leute, die ohne Medikamente ihre Psychose überstehen, zwar am Anfang öfter in die Klinik kommen aber langfristig stabiler leben als Leute, die Neuroleptika bekommen, dann denke ich, dass es vielleicht besser für mich gewesen wäre, ohne die Medikation zu leben.

Und da das Gehirn neuroplastisch ist, also wieder anders und neu wächst, bis ins hohe Alter, bin ich davon überzeugt, dass ich, wenn ich wirklich vorsichtig absetze und auch gut auf mich achte, in meinem weiteren Leben ohne die Neuroleptika auskommen kann und dass mein Leben ohne die Medikamente besser sein wird als mit den Medikamenten.

Viele Grüße
blackadder
Autor blackadder
registriert
#21 | Gesendet: 11 Jul 2018 10:49
ingo:
wenn nur psychosen entscheidend sind, dann wäre ja das wort "schizophrenie" völliger quatsch.

Hallo ingo,
es gibt eine Menge Leute, die der Ansicht sind, dass es sowas wie "Schizophrenie" gar nicht gibt.

Was es aber gibt, das sind bestimmte speziell für Schizophrene typische psychologische Verarbeitungsmechanismen. Da ist zuallererst die "Spaltung" zu sehen. Das heißt, das Böse ist immer der Andere und ich bin immer der Gute. Sowas kann man hier im Forum wunderbar nachvollziehen. Deshalb hat man früher die Schizophrenie auch das Spaltungsirresein genannt und daher kommt auch das Wort Schizophrenie.

Was ich aus meiner Krankheitsgeschichte nachvollziehen kann, das ist, dass der erste Auslöser für meine Psychose eine schwere Identitätskrise und eine Trennung war. Das hat natürlich mit meiner persönlichen Geschichte zu tun. Es hat ja jeder eine andere, aber ich denke, bei eigentlich allen ist diese schwere Krise der Auslöser für die erste Psychose.
Und dann kommt es eigentlich darauf an, wie dann es dann meist klinisch weitergeht. Wenn man dann schwer mit Neuroleptika behandelt wird, und irgendwann die Psychosesymptome zurück gehen, dann wird man mit irgendeiner Dosis entlassen. Aber an den grundsätzlichen Problemen ist nichts geändert.

Und, wie wir wissen, stellt sich das Gehirn schnell auf die Neuroleptika ein. Meist wird dann in viel zu großen Schritten oder abrupt abgesetzt. Dann ist natürlich die nächste Psychose vorprogrammiert.

Im weiteren ist ja an den grundsätzlichen psychischen Probleme auch nichts geändert.

Viele Grüße
blackadder
Autor ingo
registriert
#22 | Gesendet: 11 Jul 2018 10:57
hallo blackadder
hast du dich auch schon mal auf diabetes prüfen lassen? bei diabetes können krämpfe auch vorkommen.
ich habe mir ja heute auch gedanken gemacht, warum ich mich zur zeit nicht so gut fühle und bin fündig geworden in einer diabetesliste, die bestätigung habe ich heute auch vom arzt bekommen, meine zuckerwerte waren zu hoch.
hier nochmal die liste über diabetessymptome: https://www.ingo-forum.de/showthread.php?tid=69

das ganze will nicht heißen das ich dich von meinen theorien überzeugen will, nur nachdenken sollst du.
gruß ingo
Autor blackadder
registriert
#23 | Gesendet: 11 Jul 2018 10:58 | Edited by: blackadder
Klar, ingo, das mit der Diabetes usw. wird regelmäßig untersucht. Ein Mal im halben Jahr gibt es ein Blutbild. Alles ok. Ich habe nur schlechte Leberwerte, wegen der Medikamente, denn Alkohol und sonstiges konsumiere ich nicht. Ist ja noch ein Grund, die Medis zu reduzieren.
Autor ingo
registriert
#24 | Gesendet: 11 Jul 2018 11:09
blackadder
nur einmal im halben jahr? das heißt ja du hast kein diabetes. jetzt weiß ich nicht, wird beim bluttest auch auf diabetes getestet?
ruf mal bei deinem arzt an, wenn du das nicht genau weißt. die schwestern können dir schon eine antwort liefern.

das mit den leberwerten, da frag ich mich ob du nicht andere neuroleptika nehmen solltest, es gibt ja auch welche die in der niere abgebaut werden.
meine werden, soweit ich weiß in der niere abgebaut, die ich auch mit viel flüssigkeit spühle.
Autor blackadder
registriert
#25 | Gesendet: 11 Jul 2018 11:14
Hallo ingo,
natürlich wird da auch der Blutzucker festgestellt. Weiss ich genau.
Und was die Neuroleptika angeht, so will ich gar keine mehr nehmen.
Ich brauche bestimmt keinen Vorschlag für andere. Wenn dann nehme ich wieder Fluanxol und mit 100% Sicherheit keine atypischen, weil bei denen das Diabetesrisiko sehr hoch ist. Übrigens im Gegensatz zu den alten Neuroleptika.
Autor ingo
registriert
#26 | Gesendet: 11 Jul 2018 11:19 | Edited by: ingo
blackadder:
Ich brauche bestimmt keinen Vorschlag für andere.

ich hätte auch keine werbung für medikamente gemacht, wenn dann nur dann, wenn man mich fragt.
Autor ingo
registriert
#27 | Gesendet: 11 Jul 2018 11:59
push
Autor blackzebra
registriert
#28 | Gesendet: 11 Jul 2018 13:28
möchtest du etwas Aufmerksamkeit, fühlst du dich einsam, Ingo, oder bist du einfach nur voll ?
Autor ingo
registriert
#29 | Gesendet: 11 Jul 2018 13:45
etwas einsam fühle ich mich, weil noch kaum einer etwas schreibt. außerdem fand ich die texte von mir und blackadder ganz interessant.
Autor blackadder
registriert
#30 | Gesendet: 11 Jul 2018 14:32
Ja, ingo, aber ich wüsste im Moment nicht viel dazu zu setzen. Gerne würde ich die Zeit vordrehen, aber das geht ja auch nicht.
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