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Dramadreieck

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Autor blackzebra
registriert
#16 | Gesendet: 19 Jul 2017 22:19 | Edited by: blackzebra
Hallo couchtomate,

couchtomate:
Das bedeutet, tragisch und wahr: die Rolle des Opfers ist von vorne herein die, die das System erhält.

Heisst doch Dramadreieck, wenn man es austauscht gegen die Rangdynamik ist dann nicht schon durch die Entschärfung, erkennen der Situation ein leichteres Fragen, hinterfragen möglich ? Die Nummer kleiner einfach irgendwie und besser zu händeln, denn, ich bin gut, du bist gut schliesst doch das Drama aus.

Das Dreieck hat wohl noch länger Bestand, stimmt, stabile Matrix, ob man da was verändern kann ? grübel g

couchtomate:
Im Übrigen denke ich nicht, dass das Kindliche das Unbewusste ist. Ich denke, das Unbewusste ist das, was man selbst nicht bemerken kann an seinen eigenem Denken, Wünschen, Sagen, Handeln.

Doch noch eine Instanz im Spiel ? Es gibt einen messbaren Impuls zur Handlung relativ lange vor dem Handeln, die Unfreiheit des Willens...Alles nur vorgegaukelt...

Wer schreibt gerade ?

lach

couchtomate:
Worte.

Der Heiland an der Wand



Nabend Phronensis,

:)
Autor phronesis
Gast
#17 | Gesendet: 19 Jul 2017 22:28
sad but true
Autor blackzebra
registriert
#18 | Gesendet: 19 Jul 2017 23:18
Musik
Autor couchtomate
Gast
#19 | Gesendet: 19 Jul 2017 23:23 | Edited by: couchtomate
...

ed.

Das Gefühl einer sozialen Struktur ausgesetzt zu sein, ohne dass man irgendwie die Wahl hat, sich dem zu entziehen, ist sehr unangenehm.

Sehr schwer, dann zu einem ich-ok, du-ok zu kommen, das nicht nur theoretisch gedacht, sondern wirklich gefühlt ist.

Es ist leicht, den anderen ok zu finden und sich, wenn jeder die Grenzen das Anderen beachtet. Aber wenn ein Anderer die eigenen Grenzen missachtet, wäre noch der Weg zu sagen: Hallo Du, okayener Mensch, du stehst mir gerade auf dem großen Zeh. Würdest du bitte ... Ob der das dann macht, ist die andere Frage.
Noch mehr: ob der andere das Ok hört, wenn gleichzeitig kommt: du ok, aber hier bitte stopp ... das finde ich im Alltag ausgesprochen schwer zu lösen.

Gestern sah ich eine praktische Anwendung. Da hat Harald Lesch sich offenbar geärgert, dass Stephen Hawking geäußert hatte, in hundert Jahren müssen wir auf den Mars, weil bis dahin haben wir die Erde platt gemacht. Jetzt ist Hawking weitaus berühmter, respektierter und reputierter als Lesch. Dennoch hat Lesch dann einen Film gedreht, in dem er sachlich erklärt, warum es unmöglich ist, den Mars belebbar für Menschen zu machen, schon gar in so kurzer Zeit. Und dass er mit Hawking einverstanden ist, was das Problem angeht: die Erde wird vielleicht platt. Und schlägt vor, die Denkkraft darauf zu konzentrieren das Problem auf der Erde zu lösen. Ob Hwking das jemals sieht oder hört, weiß ich nicht. Für den ist Lesch vermutlich ein zu kleines Licht. Aber ich kann mir vorstellen, dass dem Lesch danach leichter war.

Und ganz vielleicht könnte es auch sein, dass Hawking einfach versucht hat, einen Witz zu machen, so haha, dann fliegen wir halt zum Mars, um darauf aufmerksam zu machen, dass das nicht geht. Wer weiß? Vielleicht hat Hawking einen Humor, der nicht so leicht verstehbar ist, und fühlt sich genauso bedrückt, dass er nicht machen kann, dass andere aufhören, was kaputt zu machen, was sie nicht so leicht wieder heile kriegen können.
Autor blackzebra
registriert
#20 | Gesendet: 20 Jul 2017 15:39
hallo couchtomate,

also sind es verschiedene Blickwinkel von zwei Menschen.

Schnittmenge wäre da die Technologie sinnvoll zu nutzen und nicht um der Technologie willen...

Ärger, sich ärgern bedeutet doch sich Luft zu machen ob der scheinbaren Machtlosigkeit. Durchatmen.

Wie beim auf dem Zeh stehen. g

Apropo Luft, Stickstoff bildet eine Kristallstruktur, mir fallen da die durch Musik, Worte veränderbaren Eiskristalle aus dem informierten gefrorenen Wasser ein. Bleep, Film.

Wegen Grübelns ob der Machbarkeit der Veränderung in der Matrix gestern.
Autor couchtomate
Gast
#21 | Gesendet: 20 Jul 2017 17:12 | Edited by: couchtomate
Ixel, Naja, also ich persönlich kenne so Fälle, wo es recht schwer auszuhalten ist, das Toben des Anderen, wenn ich stopp meinte und ok.
Autor couchtomate
Gast
#22 | Gesendet: 20 Jul 2017 20:16 | Edited by: couchtomate
Ja, ab und zu lernt man die eine oder andere Weisheit und kann sie auch schreiben. Das steht ohne Zweifel.

Ich finde es gerade ausgesprochen schwer, ohne Weisheit zu antworten.
Autor blackzebra
registriert
#23 | Gesendet: 21 Jul 2017 10:01
Ixel, das ist hier kein Heimwerkerthread.
Autor blackzebra
registriert
#24 | Gesendet: 21 Jul 2017 12:28
Opfer
Autor ingo
registriert
#25 | Gesendet: 21 Jul 2017 12:40
ixel:
Ich habe das Gefühl, irgendwas im Leben habe ich nicht richtig verstanden.
Was kann ich tun?

wenn ich mich mal dazu melden darf.
du hast dich in diesem falle richtig verhalten. die person, die von dir das buch geliehen hat, hat dein vertrauen missbraucht.
hättest du nachgegeben, dann wärest du tatsächlich ein opfer geworden.
Autor blackzebra
registriert
#26 | Gesendet: 21 Jul 2017 13:25
Doppelopfer
Autor couchtomate
Gast
#27 | Gesendet: 24 Jul 2017 09:03
Als Mensch muss man eine Rolle spielen, wenn man mit anderen Menschen zusammen kommt.

Es geht nicht anders.

Entweder Mensch ist bedürftig und leidet unter einem Mangel oder am Schicksal: Opfer
Oder Mensch hilft dem Mangel ab und ist damit Retter.
Oft ist man als Retter gleichzeitig Verfolger. Nämlich Verfolger von dem, der dem Opfer was tat.
Dann wechseln die Rollen.
Ein endloses Katz und Maus. Manchmal spielt man mangels Mitspielern alle Rollen auf einmal.
Manchmal spielt man auch nur den Zuschauer.

Aus dem Spiel kommt keiner raus.

Aber man kann lernen zu erkennen, welche Rolle man gerade spielt, weil man will oder weil man muss, und welche Rolle man den Andern zuordnet, weil sie wollen oder müssen.
Und man kann lernen zu erkennen, dass jeder Mensch mehr ist als nur die Rolle, die er spielt.

Ich fürchte, wer es liest, fühlt sich jetzt entweder als Opfer (wegen dieser Klugscheißerei) oder als Verfolger, weil er das nicht dulden darf, oder als Retter, der mir oder anderen erklärt, wie es in Wahrheit sich verhält und was statt dessen gespielt werden soll.
Einen schönen Tag!
Autor couchtomate
Gast
#28 | Gesendet: 24 Jul 2017 13:11 | Edited by: couchtomate
ixel:
Kann man nicht einfach der sein, der man ist?

Aber das ist man doch! Sowieso. Ohne dass man was dazu tun muss.
Manchmal verwechselt man das mit der Rolle, die man gerade einimmt, die wesentlich kleiner ist als das gesamte Selbst.

Und die Rolle - . Warumfragen führen zu Spekulation. Wie-fragen: Wie kommt es?
Es kommt, weil ein Mensch im Austausch mit der Welt ist. Das bringt mit sich, mal die, mal jene Rolle einzunehmen. Einfach um dies oder das zu tun, was gerade die Bedürfnisse erfordern.

Wenn der Blitz einschlägt, wenn es regnet, wenn der Hunger oder der Durst quält, solange man atmet, schläft, isst, verdaut, ausscheidet, Schmerz fühlen kann oder Freude, ist man darauf angewiesen, etwas zu tun. Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren auf die eine oder andere Weise mit der Welt.

Man kann aber überlegen, welche Rolle gerade angemessen der Situation ist, und wie man sie ausfüllt. Man muss ja als "Helfer-Verfolger" nicht gleich dem Anderen den Schädel einschlagen. Manchmal reicht auch ein: Nein, danke oder ein Bitte nicht oder ein Stopp, mehr oder minder energisch. Oder, wenn es nicht gerade lebensbedrohlich ist, kann man vielleicht auch entscheiden, die Rolle des Betrachters einzunehmen und abwarten, ob es sich von selbst legt.

Oder man kann überlegen, ob ein anderer wirklich Hilfe braucht oder ob er das schon selbst schafft.

Oder man kann überlegen, als Opfer, die wir alle sind, mindestens weil wir zeitlebens unseren Bedürfnissen unterworfen sind, wie man sich abgrenzen und selbst helfen kann. Ob man oder von wem man Hilfe erbittet und annimmt. Und dem übereifrigen Helfer auch sagen: nee, danke, das reicht jetzt mal.

Und wenn der mit aller Gewalt helfen will und muss, weil er diese Rolle nun mal als Lieblingsrolle spielt, dann hilft einem als Rettung vor dem Retter nur noch die Ohren auf Durchzug zu stellen. Dann ist man quasi sich selbst der Softie-Helfer-Verfolger-Retter.

Hab lange gebraucht, um da drauf zu kommen. Für mich scheint das vorläufig alltagstauglich. Danke für den Thread, blackzebra. Hat mich darauf gebracht, mir das alles noch mal von vorne zu überlegen.

Bin am Ausprobieren, ob die Lösung dauerhaft was taugt.

Ciao, bin off.
Autor blackzebra
registriert
#29 | Gesendet: 24 Jul 2017 21:36
ixel:
Das lässt sich dann lösen, wenn man sich selbst ok findet. Dann ist es nämlich nicht mehr wichtig, ob vom Gegenüber ein ok kommt. Doch in einem (Familien-)System, in dem jeder abhängig davon ist, vom anderen ein ok zu bekommen, damit er sich selbst ok fühlen kann, da ist das nicht zu lösen, weil alle in der Illusion gefangen sind, dass das eigene Sich-ok-fühlen davon abhängig ist, ob die anderen einen ok finden.

Die Lösung ist daher immer die, an sich selbst zu arbeiten

Das ist doch nicht der Ausbruch, sondern ein verkleinern (vergrössern eher ) der Perspektive.

Was mir fehlt ist das du- ok in deinem Text irgendwie.

Heisst doch Gruppen - Dynamik...

ixel:
Schließlich wird man auch nicht dadurch erleuchtet, dass man sich Lichtgestalten vorstellt, sondern dadurch, dass man sich die Dunkelheit bewusst macht. Das hat ja schon C.G.Jung gesagt, wobei es zur Erleuchtung sicherlich noch ein weiter Weg bei mir ist und ich auch gar nicht weiß, ob ich das wirklich will.

Erleuchtet bist du, wenn du nicht mehr denkst sondern bist, ansonsten könntest du die Erleuchtung nicht als solche fassen.

Meinst du bei dir hört das Denken mit dem Tod nicht auf ?

ixel:
Bezüglich des Heimwerkens möchte ich Dich zitieren:

Das sind bereits Zitate , Links klicken zur weiteren Info...

ixel:
Ich habe das Gefühl, irgendwas im Leben habe ich nicht richtig verstanden.

Ohrenputzen.


couchtomate, hallo

couchtomate:
Aus dem Spiel kommt keiner raus.

So ist das Leben. lach.

Vorne ist die Tür.

bye
Autor blackzebra
registriert
#30 | Gesendet: 27 Jul 2017 11:59
quietsch
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