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Hattet Ihr eher Selbliebe- oder Selbsthasspsychosen?

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Autor Eartha
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#1 | Gesendet: 4 Aug 2017 19:53
Immer wenn meine Psychosen mit Musik begannen, fühlte ich mich geliebt von ihr.
Ich vermute, dass da Selbstliebe geübt werden will.
Ich stoße aber immer an einen Schwangerschaftsabbruch, den ich mit 22 hatte.
Irgendwie kann ich das nicht loslassen. Ist ja auch verständlich.
Autor Nichtraucher
registriert
#2 | Gesendet: 4 Aug 2017 20:11 | Edited by: Nichtraucher
Am Anfang hatte ich ein überwältigendes Gefühl von Gott geliebt zu werden und wertvoĺl zu sein.

Ich habe aber bald gemerkt, dass meine Mitmenschen mich nicht so sehen. Ich wollte mich dann verändern, vor aĺlem für die Frauen. Ich woĺlte dann mein altes Selbst vernichten. Vernichtung durch Arbeit. Das ist nicht unbedingt negativ gewesen. Es bedeutet ja auch viel Hingabe, wenn man sich selbst verschenkt. Allerdings sollte man es nicht aus Hass auf sich selbst tun, wahrscheinlich, sondern ausLiebe.
Autor Eartha
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#3 | Gesendet: 4 Aug 2017 20:23
Nichtraucher
Ich glaube, es ist sehr kontraproduktiv, sich dann noch selbst vernichten zu wollen. sich entwickeln ist was anderes. Ich halte es für sehr wichtig, für die Heilung, dass man sich selbst mag.
Wenn Du das Gefühl hattest, dass Gott Dich liebt, hat es Dich sicher nicht getäuscht.
Warum sollte er Dich nicht lieben? Das musst Du nicht beantworten.
Ich glaube, Gott liebt uns alle und dass er weiß, dass Menschsein schwer ist.
Autor Nichtraucher
registriert
#4 | Gesendet: 4 Aug 2017 20:34
Die Gottesliebe habe ich noch nie in Zweifel gezogen, ich wurde ja auch bisher noch nicht über die maßen geprüft.

Aber keine Liebe von der Damenwelt zu erhalten, das hat mich gekränkt. Auslöser meiner Psychose war wahrscheinlich die Trennung von meiner exfreundin, für die ich nie gut genug sein konnte.
Autor Himbeere
registriert
#5 | Gesendet: 4 Aug 2017 20:38
Ich fand mich toll und hatte eine Hochphase.
Autor Eartha
registriert
#6 | Gesendet: 4 Aug 2017 20:39
Ich kenne ein paar Menschen, die schon ewig ohne Partner leben.
Ich kenne aber auch ein paar, wo nach 2 Jahrzehnten doch doch der passende Partner kam.
Ich bin da etwas getröstet durch meinen Glauben an Reinkarnation. Die große Liebe, Kinder - das alles wird irgendwann auch für mich bestimmt sein.

Ich kenne auch ein sog Traumpaar, das ein gutes Team ist, aber die ich beide echt nicht ok finde. Ich glaube charakterlich hätten sie sich mit anderen Partnern besser entwickelt.
Autor Eartha
registriert
#7 | Gesendet: 4 Aug 2017 20:45
Himbeere
Ich glaube, es ist gut für die Selbstheilung, wenn man dieses sich toll finden etwas in den Alltag bekommen kann, sonst bricht es wieder auf. Ist meine Vorstellung.
Autor gelberhund
registriert
#8 | Gesendet: 5 Aug 2017 09:47
Wegen dem Schwangerschaftsabbruch brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Babies sind erst richtig lebendig wenn sie das erste Mal selbst geatmet haben. Bis dahin sind sie nur Teil des Körpers der Mutter.

Allerdings entwickeln Frauen schon Gefühle für den Embryo im Bauch und denken ihn als Kind. Das ist vielleicht nicht richtig so, denn man weiß ja nicht ob die Schwangerschaft klappen wird.
Autor Zoidberg
registriert
#9 | Gesendet: 5 Aug 2017 09:48 | Edited by: Zoidberg
gelberhund:
Babies sind erst richtig lebendig wenn sie das erste Mal selbst geatmet haben. Bis dahin sind sie nur Teil des Körpers der Mutter.

wtf??
Autor DiBaDu
registriert
#10 | Gesendet: 5 Aug 2017 09:50
Ich hab mich sehr von Gott geliebt gefühlt.
Autor Eartha
registriert
#11 | Gesendet: 5 Aug 2017 14:10 | Edited by: Eartha
gelberhund
Danke, gelberhund.
Ich weiß nicht, wann die Seele mit dem Fötus oder Embryo verbunden ist, aber da hängen ja noch andere mit dran. 4 Menschen, die niemals Großeltern geworden sind und zwei Menschen, die niemals Eltern geworden sind.
Ich darf diese Sache wohl nicht mit meiner heutigen Reife beurteilen, sondern mit meiner damaligen Unreife.
Liebe Grüße

Ich finde interessant, dass doch alle eine Liebespsychose hatten.
Autor lalelu
registriert
#12 | Gesendet: 5 Aug 2017 14:20
Eartha

Liebespsychose, das sagten sie mir sogar bei meinem ersten Ausbruch, angeblich wegen der Dopaminausschüttung bei Verliebtheit.

Der eigentliche Grund war aber, dass ich vor meinem Mann, meiner gefundenen großen Liebe, weggelaufen bin. Ich hatte Angst vor so einer großen Liebesgeschichte, die ich nicht mehr mal so eben beenden kann.
Autor schizophren
registriert
#13 | Gesendet: 5 Aug 2017 14:35
Selbsthasspsychose mit Schuldgefühlen hatte ich früher. Jetzt neutral.
Autor Weichhai
registriert
#14 | Gesendet: 15 Aug 2017 18:18 | Edited by: Weichhai
Eartha:
Hattet Ihr eher Selbliebe- oder Selbsthasspsychosen?

Seltsame Frage; was ist das für eine interessante Einteilung? Bin ich so noch nicht drüber gestolpert. Muss entweder das eine oder das andere? Wahrscheinlich wie so oft mehr eine Diskrepanz, wie bei Schizophrenen häufig zu beobachten, oder? Wobei, wenn man mich so nach fragt, der Selbsthass eindeutig seinen Stempel aufdrückte.. Obschon man gleichzeitig und in der Psychose auch total "verliebt" in jemanden sein kann, wenn auch meist aussichtslos und unerwidert.
Bevor es so richtig mit der Psychose losging habe ich mir u.a. eine Flasche in den A.... geschoben und mich verletzt, worunter ich zugegeben noch heute leide. Erst etliche Jahre später wurde ich deswegen operiert.
Da ist schon ein enormer Vernichtungswille, stimmt schon. Zunächst wollte ich mich einfach "tottrinken". Bedauerlicherweise vertrage ich dieses russische Nationalgetränk nicht, also ich werde schon high davon, aber es löst in großen Mengen, verbunden mit all den anderen Stressfaktoren (...führt hier zu weit...), die das Fass dann zum Überlaufen bringen, eben auch heftige Psychosen aus. Das war dann wohl der Anfang von allem. Danach brauchte ich danach gar nicht mehr groß Alkohol, um weitere Psychosen zu erleiden. Von hochprozentigem Alkohol lass ich aber seit dem die Finger, das ist für mich gefährlich und obendrein macht es einen noch matschiger und blöder als ohnehin schon.

Achso, hatte ich ja schon ganz vergessen oder verdrängt. War in den Jahren zuvor durchaus praktizierend religiös gewesen, hatte konvertiert und die protestantische Konfession angenommen, dann habe ich in einem Moment, vor der beginnenden Psychose, in einem Gebet einen Schwur bzw. eine Selbstverfluchung praktiziert als Versprechen gegenüber dem G"tt , dass ich es auch diesmal wirklich ernst meine mit der Selbtrichtung. (Ich mochte die Geschichten des AT immer lieber als die des NT, mit letzteren konnte ich nicht viel anfangen). Hat mich dann aber endgültig in den Wahnsinn befördert. Unterm Strich also sicher "Selbsthass".
Zusammenfassend habe ich mich durch religiösen Übereifer also selbst reingeritten in das Schlamassel. Andererseits habe ich dann die Kraft, um ums Überleben zu kämpfen und mich vor meinen Feinden und Nachstellern zu retten, wiederum auch aus den Psalmen bezogen, etwa aus Psalm 144, daran erinnere ich mich wieder.

Eartha:
Immer wenn meine Psychosen mit Musik begannen, fühlte ich mich geliebt von ihr.

Hatten das ja schon mal erörtert. Musik, also Popmusik aus dem Radio habe ich während der Schübe natürlich auch stark auf mich bezogen, wie überhaupt alles aus dem Radio einschließlich Verkehrsfunk (...mit "auf der A5 liegt ein Sack auf der Fahrbahn" war natürlich neckischerweise ich gemeint, der tatsächlich hochpsychotisch auf der Bahn gumgukerte, gefühlt aber in der Fahrerkabine "vergast" wurde und sich daraufhin am liebsten außerhalb des Wagens auf die Bahn gelegt hätte, um wieder auf die Beine zu kommen usw....) wie Rundfunk überhaupt.

Aber selbst als alles in Scherben zu liegen schien, der psychotische Schleier sich langsam lüftete und die ersten Anzeigen eintrudelten, für die man mir glücklicherweise einen Anwalt zur Seite stellte, denn man selbst war noch untergebracht, weckte das Radio (einen Fernseher gab es nicht) auf der mittlerweile Offenen wieder so etwas wie ein Fünkchen Hoffnung. Das Lied von X. Naidoo spielten sie damals rauf und runter.
Autor Schienaboeller
registriert
#15 | Gesendet: 11 Jun 2018 00:41
Er, Sie Es
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