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Sohn (30), droht Mutter unzubringen

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Autor solaria
registriert
#1 | Gesendet: 30 Mai 2009 16:31
hallo,

ich bin auf dieses Forum gestoßen, weil ich mich sehr um meine Freundin sorge.
Im Januar ist ihr Sohn (30) an paranoider Schizophrenie erkrankt.
War dann auch freiwillig 4 Wochen in einer psychatrischen Klinik.
Dann wurde er dort entlassen und bekam Medikamente, die er auch eine zeitlang nahm.
Dann kündigte er seine Wohnung, weil angeblich in der Wohnung über ihm ein Bordell wäre ( Wohnung über seiner steht leer) und er die ständigen Stimmen und Geräusche von oben nicht ertragen konnte...
Der SPD bot ihm auch an, eine geeignete Wohnung für ihn zu finden...
Er lehnt jedoch jetzt sämtlichen Kontakt zum SPD ab...( dort wird er nach seiner Meinung getötet).
Meine Freundin hat ihn bei sich aufgenommen.
Er nimmt keine Medikamente mehr und fällt jetzt von einer Psychose in die nächste...
zwischen den Psychosen ist ca. 2 Tage Ruhe, an denen er "normal" ist, sich für alles entschuldigt, was er gesagt und getan hat...dann gehts wieder von vorne los...
Möbel demolieren, seine Mutter beschimpfen..und auch den Rest der Familie...seid einiger Zeit droht er seiner Mutter damit, sie umzubringen...da sie ja an allem Schuld ist...
Er lebt in der Vorstellung, er wird bestrahlt, und er wäre ein Nazi- Experiment, daß schiefgegangen ist...das würde man an seiner Körpergröße erkennen ( er ist ca. 1,55).
Und seine Mutter hätte den Tod verdient, weil sie das zugelassen hätte..
Dazu muß ich sagen, meine Freundin ist eine sehr liebevolle Mutter, die für ihre Kinder stets das Letzte gegeben hat.
Micha( nennen wir ihn mal so) ist in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen, meine Freundin ist Pädagogin.
Nun ist die Situation so, daß sie alle paar Tage aus ihrer Wohnung flieht, bei Freunden übernachtet und sich nicht mehr alleine in ihre Wohnung traut.
Der SPD sagt, sie haben keine Möglichkeit, einzugreifen, wenn Micha nicht will...Polizei macht auch nichts...es ist ja noch nichts ernsthaftes passiert, nach ihrer Meinung..
Meine Freundin ist so am Ende, daß sie nicht mehr arbeiten kann..

Wäre schön, wenn jemand Rat wüßte...

gruß solaria
Autor Helene
registriert
#2 | Gesendet: 30 Mai 2009 17:04
Hallo solaria,

wenn der Sohn droht, die Mutter umzubringen, ist Fremdgefährdung gegeben und damit die rechtliche Grundlage für eine Zwangseinweisung. Deine Freundin soll sich Rat bei der örtlichen Angehörigengruppe holen, die wissen, wie sie vorgehen muss. Angehörigengruppen findest du unter www.bapk.de.

Gruß, Helene
Autor Molly
registriert
#3 | Gesendet: 30 Mai 2009 17:06
Hallo Solaria!

Wenn Deine Freundin von ihrem Sohn bedroht wird, soll sie einfach die Polizei holen. Dann wird schon was passieren (Einweisung usw.).

Man muss aber verstehen, dass ihr Sohn wahrscheinlich sehr unter Druck steht. Er hat verschiedene Wahrnehmungen (Stimmen etc.), die ihr andere nicht nachvollziehen könnt. Deshalb hat er diese Zustände. Es versucht sich einen Reim darauf zu machen und kommt immer wieder zu dem Schluss, dass es sich um eine gegen ihn gerichtete Verschwörung handeln muss, weil die Leute um ihn seiner Meinung nach nichts "zugeben wollen" oder auch wirklich nichts wissen. Was die Stimmen ihm erzählen spielt auch eine Rolle.

Die Medikamente nimmt er wahrscheinlich wegen der Nebenwirkungen nicht, die manchmal wirklich schwer auszuhalten sind. Natürlich ist das keine Lösung.

Als ich das erste mal in der Klinik war, ging es mir genauso. Man wurde nur mit den schlimmsten Medikamenten vollgepumpt. Geredet hat kaum ein Arzt mit einem. Weil ich mich körperlich und psychisch total schlimm gefühlt habe, wollte ich nur noch möglichst schnell dort weg. Ich dachte immer, ich könnte mit dem Zeug nicht mehr weiterleben. Zu Hause habe ich es auch ziemlich schnell abgesetzt und konnte einigermaßen normal leben, bis ich wieder angefangen habe, zu arbeiten. Dann ging es wieder los und ich habe gekündigt, weil ich mich gemobbt gefühlt habe. Mit den Jahren habe ich aber gelernt, mit diesen Wahrnehmungen zu leben und habe nie irgend jemandem etwas Böses angetan. Allerdings stand bei mir aber auch immer im Vordergrund, dass man unter keinen Umständen einen anderen Menschen schädigen darf. Inwieweit dieser Charakterzug beim Sohn Ihrer Freundin ausgeprägt ist, weiß ich natürlich nicht.

LG,

Molly
Autor solaria
registriert
#4 | Gesendet: 30 Mai 2009 17:37
hallo Molly,

danke für Deine Antwort.
Nein...die Polizei hat sie erst gestern wieder gerufen, weil es wieder eskalierte...die haben gesagt, sie können nichts machen...

Da ich den Sohn ( gleiches Alter wie mein Sohn) recht gut kenne, tut es mir ja auch so weh, zuzusehn, was nun mit ihm geschied...Seine Mutter ist meine beste Freundin seit Jahren und ich kenne "Micha" halt auch sehr lange...deshalb ist er ja auch ein Stück "Familie"

Mir ist schon bewußt, daß der Druck auf ihn groß ist...wir würden so gerne helfen...und wissen nicht, wie...

Am letzten Sonntag kam meine Freundin weinend zu uns und fragte, ob sie hier schlafen könne, weil sie wieder Angst hat...am Montag nachmittag rief er sie über Handy an, ob sie kommen würde...sie fuhr hin und er war total lieb, hat sich entschuldigt und meinte" Ich glaube nicht, daß ich Dir was getan hätte, aber es war besser, daß Du gegangen bist"...
Dann ging das ab Mittwoch wieder los und meine Freundin ist geflüchtet...
Heut Abend wollen wir noch mit ihr in die Wohnung, damit sie ein paar Sachen holen kann...
Da sie sich nicht allein traut, kommen mein Mann und ich mit...

Es ist ja ungewiß, ob er da ist...die Situation ist so, daß er zu ganz unterschiedlichen Zeiten kommt und geht...keiner weiß, was er in der Zwischenzeit macht., manchmal ist er 2 Tage weg...Drogen konsumiert er auch...Hasch, LSD und Speed...
Autor Molly
registriert
#5 | Gesendet: 30 Mai 2009 17:45
Drogen, oje! Dann ist ja alles klar.

So lange sie ihm hilft, kann ihm nicht wirklich aus der Situation rausgeholfen werden. Wahrscheinlich müsst ihr Euch euf einen langen Weg vorbereiten. Er muss kapieren, dass er nur durch psychotherapeutische Beratung und Behandlung da raus kommt.

Molly
Autor solaria
registriert
#6 | Gesendet: 30 Mai 2009 18:19
ja Molly...das ist dann wie bei einem Alkoholiker...

nur...der weiß, daß er wohl ein Problem hat..."Micha" nicht...es fehlt ihm jede Krankheitseinsicht...körperlich verfällt er immer mehr und leidet rasende Kopfschmerzen, ohne das eine körperliche Urache gefunden wird...

gruß solaria
Autor Nadja
registriert
#7 | Gesendet: 30 Mai 2009 18:44
Hallo Solaria,

wie Helene bin ich der Meinung, dass da Fremdgefährdung vorliegt und dass das als Grund für eine Unterbringung im psychiatrischen Krankenhaus reicht, wenn die Dinge so drastisch liegen.

Das kapier ich jetzt nicht – was hat denn der SPD überhaupt unternommen? Haben die mal einen Hausbesuch bei dem Sohn gemacht? Hat deine Freundin denn dort die Dinge so drastisch geschildert, wie sie nach deiner Beschreibung liegen, oder vielleicht aus Scham doch nicht?

Ich bin auch mehrmals zwangseingewiesen worden, obwohl ich niemandem mit Tötungsabsichten gedroht habe. Bei mir wurde die Fremdgefährdung damit begründet, dass ich nicht mehr in der Lage war, meine Kinder adäquat zu versorgen und dass ich mich aggressiv mit meinen Eltern gestritten habe, was die Kinder sehr verängstigt hat. Das stimmte ja auch und ich war später, als ich meine paranoiden Gedanken als solche erkannt habe, über die Zwangseinweisung nicht mehr sauer.

Da ist vielleicht auch ein Unterschied zwischen den Bundesländern oder von Stadt zu Stadt, wie breit oder eng „Fremdgefährdung“ und „Eigengefährdung“ ausgelegt werden. Wenn euer SPD sich da inkompetent verhält, könntet ihr auch bei der nächsten Eskalation den medizinischen Notdienst anrufen, die müssten wissen, was da zu tun ist.

Viele Grüße
Nadja
Autor solaria
registriert
#8 | Gesendet: 30 Mai 2009 19:16
hallo Nadja...nein...ich war am Montag beim Telefongespräch dabei...meine Freundin hat nichts aus Scham verschwiegen...
Der SPD hat den Notdienst verständigt...die sind auch gekommen, also wir hatten ein Treffen am Haus meiner Freundin mit den beiden Damen vom Notdienst...aber er war nicht da...
Also ging man unverrichteter Dinge...
Als es gestern wieder eskalierte, hat meine Freundin die Polizei gerufen...die kam auch...fühlte sich jedoch nichzt zuständig...
Autor Nadja
registriert
#9 | Gesendet: 30 Mai 2009 21:11
Hallo Solaria,

das ist schrecklich, so was. Da ruft das nächstemal den Notarzt an(oder den Krisendienst der SPD, falls die das haben). Die Polizei allein will da wohl nichts machen, weil der Antrag auf Unterbringung von einem Arzt geschrieben werden muss, und sie den Sohn nicht „in flagranti“ bei Gewalttätigkeiten erwischt haben.

Wenn er nicht zu Hause ist, steht man da natürlich erst mal ratlos da, aber zumindest ist dem SPD nun der Fall bekannt, da handeln die hoffentlich schnell, wenn der Sohn mal da ist. Muss extrem nervenaufreibend sein, so was –
Für eine Zwangseinweisung nach PsychKG ist jedenfalls die Rechtsgrundlage da. Vielleicht muss man das beim Notarzt betonen, dass Fremdgefährdung vorliegt und eine Unterbringung nach PsychKG notwendig ist. Seid ihr in einer kleineren Stadt, wo Unterbringungen selten gemacht werden? Der SPD hätte euch doch zumindest beraten müssen, wie’s nun weitergeht.

Vielleicht weiß die nächste Gruppe von Angehörigen psychisch Kranker eine bessere Strategie, wie man da vorgeht, Helene hat ja oben die Kontaktseite geschrieben.

Viele Grüße
Nadja
Autor solaria
registriert
#10 | Gesendet: 30 Mai 2009 21:49
hi nadja..nix mit kleine Stadt...Berlin...
Nun, der SPD hat ne Betreuung vorgeschlagen...
In der Angehörigengruppe war meine Freundin mit Tochter auch schon...
Krisendienst konnte ja nix machen, weil er nicht da war...er kommt und geht ganz unterschiedlich...manchmal ist er 2 Tage nicht da...keiner weiß, wo er dann ist...

lg solaria
Autor Nadja
registriert
#11 | Gesendet: 30 Mai 2009 22:48
Hallo Solaria,

dieser SPD schiebt ja wohl 08/15-Dienst. Was sollte denn ein Betreuer in dieser akuten Situation machen? Dem kann man zwar den Bereich „Sorge für die Gesundheit“ und das Entscheidungsrecht über den Aufenthalt des Betroffenen zuteilen, aber ein Antrag auf Unterbringung muss trotzdem zum Vormundschaftsgericht, und ein Betreuer kann auch nichts machen, wenn der Betroffene einfach nicht da ist. Und außerdem dauert so eine Einrichtung einer Betreuung, und dazu müsste die Anhörung des Betroffenen durch das Vormundschaftsgericht erfolgen, das geht ja wohl in diesem akuten Zustand nicht. Der SPD will wohl anscheinend bloß die Zuständigkeit vom Hals haben, na toll.

Da könnt ihr es nur immer wieder versuchen, wenn der Sohn mal zu Hause ist, ihn unterbringen zu lassen. Vielleicht könnt ihr ihm sagen, dass ihr jetzt den Notarzt ruft, wenn er wieder über diese schlimmen Kopfschmerzen klagt, vielleicht lässt er sich so überreden oder austricksen. . .

VG Nadja
Autor MariaT
registriert
#12 | Gesendet: 31 Mai 2009 00:26
Hi..

Ich kenne das Problem auch Solaria,
Ich wollte vor einer Woche meinen Freund einweisen, der mir gegenüber handgreiflich wurde und so zornig war, dass ich richtig Angst hatte. Er ist mitten in einer Psychose und ich wusste nicht, wie ich ihm hätte sonst helfen können.

Ich habe die 112 angerufen, dort sagte man mir, dass ich den ärztlichen Notdienst rufen müsse und der dann die Polizei und den Notarzt verständigen muss.

Den hab ich dann gerufen. Der lachte mich nur aus und meinte "wenn ich hier jeden Psychopaten einweisen müsste, wäre ich lange beschäftigt" und "was kann ich denn dafür,wenn der ihnen mal ne Backpfeife gibt"
ich war total verzweifelt, weil keiner mit helfen wollte und dieser Arzt auch noch über mich gelacht hat.

Ich verstehe nciht, wie die das alles so zum Nächsten weiterschieben. In der Situation hilft einem leider keiner.

Aber ich würde so oft die Polizei rufen, bis die endlich was tun.
Bei dem Sohn deiner Freundin ist das ja noch extremer.

Liebe Grüße,
Nati
Autor stoerer
Gast
#13 | Gesendet: 31 Mai 2009 03:37 | Edited by: stoerer
eine möglichkeit gibt es. ne morddrohung ist anzeigbar, dann muss wer handeln.
in wie fern das dann strafrechtliche folgen hat, weiss ich nicht.
aber bevor ich mich aus der eigenen wohnung vertreiben lasse, würde ich das machen.
lg iguddi
Autor solaria
registriert
#14 | Gesendet: 31 Mai 2009 17:19
hallöchen,

heute Mittag waren wir in der Wohnung, weil meine Freundin ein paar Sachen holen wollte...Er war anwesend...
Meinen Mann und mich hat er wie immer begrüßt...Hallo XXX und Hallo XXX...seine Mutter wüst beschimpft...Schlampe war noch das harmloseste...

Er weigerte sich, ihre Wohnung zu verlassen...uns so ist meine Freundin mal wieder gegangen...

kann das eigentlich so richtig sein?
Ich meine, es gibt doch sowas wie Hausrecht...

Wie auch immer...am Dienstag gibts ein neues Schloß in der Wohnungstür...

nun ist er auf dem Trip, sein bester Freund...auch 30, und seine Mutter (58) haben ein Verhältnis...
Dazu kommt die Phantasie, er wäre Erbe eines Hauses...nach seinen Tod würde dann meine Freundin dieses Haus erben und deshalb trachte sie ihm nach dem Leben und er müsse ihr zuvor kommen...

Es gibt kein Haus, was vererbt wird...Die Großeltern hatten ein Haus in Niedersachsen, was aber, nachdem die Großmutter weg. Schlaganfall nach Berlin übersiedelte und von meiner Freundin gepflegt wurde, verkauft wurde...

Ich habe meiner Freundin von diesem Forum erzählt und hoffe, daß sie es hinkriegt, sich hier mal anzumelden...ich glaube, hier bekommt sie wirklich Hilfe..
Ich finde es überhaupt toll als Betroffener, andere so zu unterstützen und Rat zu geben...

@Molly, Nadja und die anderen...ihr seid super :)
Autor solaria
registriert
#15 | Gesendet: 31 Mai 2009 17:25
@Nadja..

"Haben die mal einen Hausbesuch bei dem Sohn gemacht? "

der hat ja keine Wohnung mehr...hat Schlüssel von der Wohnung meiner Freundin und kommt und geht, wie es ihm paßt...
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