Hallo Heidi!
Also, solarias Freundin soll sich nicht um den Sohn kümmern, in die Klinik soll er aber auch nicht. Würdest Du, da Du ja eine Frau ohne Probleme bist, eine Frau, die bei der Behandlung von Psychosen den vollen Durchblick hat und die stets das Übel bei der Wurzel packen kann, dem Sohn dann helfen? Deine e-mail-Adresse hinterlassen, damit solaria Dich kontaktieren kann, damit Du vorbeikommen und den Sohn heilen oder ihn zumindest soweit zur Einsicht bringen kannst, dass er freiwillig in die Klinik geht? Das bisschen Bosheit sei mir gestattet, wenn es Dir offensichtlich völlig am Ärmel vorbeigeht, was aus dem Sohn wird und auch ob er tätlich werden könnte - wenn nicht gegen die Mutter, dann vielleicht gegen jemand anderen - wenn er fallen gelassen würde, bevor er in Behandlung gebracht werden konnte.
Hast Du Dir schon mal überlegt, warum ich und andere so "konditioniert" und "reflexartig" (das waren nun Bosheiten Deinerseits, so dass mir meine erst recht gestattet seien) mit Zwangseinweisung kommen, wenn der Betroffene sich nicht freiwillig behandeln lässt? Weil wir so böse, böse Menschen sind? Oder weil wir wissen, dass wir weder die Weisheit mit Löffeln gefressen haben noch uns auf Zauberei verstehen, ABER dass dennoch im Ermessen unseres bescheidenen Urteilsvermögens in vielen Fällen ein Übel in Kauf genommen werden muss, um ein größeres zu verhindern? Denn wenn Du Dir nicht die Hände schmutzig machen möchtest, indem Du einen Angehörigen zum Einleiten einer Zwangseinweisung ermutigst, SONDERN stets dagegen anredest, dann nimmst Du in diesem Fall getrost in Kauf, dass ein Mord passieren könnte. Und wenn sich der Mörder dann nicht selbst entleibt, dann steht das Thema Zwangseinweisung immer noch an, und zwar Zwangseinweisung in die Forensik! Für JAHRE!
Eigentlich wird hier die Fremdgefährdung ja als Aufhänger genommen, um den Sohn überhaupt zwangseinweisen lassen zu können, ohne lügen zu müssen. Man kann sich ja auch einfach denken, dass man diese Chance nicht ungenutzt lassen sollte, damit der Sohn überhaupt in Behandlung kommt, wenn er nicht freiwillig geht. In vielen Fällen ist das laut den Gesetzen nicht einmal möglich, es sei denn die Angehörigen sind so couragiert, zu einer Notlüge zu greifen. Soll der Sohn verwahrlosen und auf der Straße landen, wenn ihn schließlich die Mutter rausgeworfen hat, er sonst nirgends hinkann und sich auch nicht zufällig jemand findet, der ihm genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort die richtigen Worte im richtigen Tonfall zuflüstert, damit es bei ihm endlich *klickerklicker* macht und er freudvoll geradewegs in die nächste Klinik marschiert?
Deine eigenen Reflexe funktionieren übrigens auch noch sehr gut, die da wären: Eltern, deren Kind psychotisch wird, sind die wahrhaft Kranken, bzw. Unmoralischen. Das wechselst Du ja immer mit Deinem Motiv von den Psychiatern als den "wahren" Wahnhaften ab. Nun denn, da ist ja auch was dran. Es gibt keinen Menschen, der keine Probleme hätte und keinen, der nicht auch irrationale Elemente in sich hätte. Gerade das lässt einen in seinen Ansprüchen an das menschlich Machbare bescheidener werden und nicht immer die Barrikaden hochgehen, um für Ideale zu werben, die aber immer die anderen erfüllen sollen. Für Dich sind Zwangseinweisungen ein Zeichen von Unmoral, aber wenn an der Stelle dieses Sohnes Deine Schwester wäre, und zwar genauso uneinsichtig und genauso drohend, würdest Du dann auch Grundsatzdiskussionen anfangen oder lieber Deine "Unschuld" aufs Spiel setzen und etwas unternehmen, um Deiner Schwester zu helfen?
Viele Grüße
Laura |