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Sohn (30), droht Mutter unzubringen

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Autor Nadja
registriert
#46 | Gesendet: 12 Jun 2009 18:57
Oh Gott, kann ja nicht wahr sein. Langsam frage ich mich, ob bei den zuständigen Behörden die Berliner „Irrenoffensive“ die Macht übernommen hat, wenn das so schwierig ist ... aber Hausfriedensbruch liegt ja nun wirklich vor, er vertreibt deine Freundin mit Drohungen aus ihrer eigenen Wohnung. Vielleicht gibt es dafür auch noch eine schlimmere Bezeichnung im Strafrecht, kenne mich nicht so sehr aus.

Viele Grüße
Nadja
Autor soria
registriert
#47 | Gesendet: 12 Jun 2009 21:53
Hallo,

also ich verstehe nicht, warum das so ein Akt sein soll, ihn zwangseinweisen zu lassen? Offensichtlich ist er ja wohl fremdgefährdend. Ich habe einen psychotischen Freund - und ich habe drei Mal auch keinen Ausweg gewusst und habe die Polizei angerufen. Sie haben überhaupt nicht diskutiert, sondern sind jedes Mal gleich zu ihm gefahren und haben ihn in die Klinik gebracht. Ich kapier echt nicht, warum das in dem geschilderten Fall nicht möglich ist?

Grüße
Soria
Autor solaria
registriert
#48 | Gesendet: 13 Jun 2009 18:28
hallo soria,

ich versteh es ja auch nicht...
Polizei und PSD waren mehrmals da...ohne was gemacht zu haben..ich weiß jetzt nicht, ob das daran liegt, daß wie in Berlins Problembezirk wohnen..."Neukölln", wem das was sagt...die "Bullen"...salopp gesagt, sind hier so viel gewohnt, daß vielleicht die Maßstäbe höher angelegt werden...
Zudem verhält sich besagter junger Mann, wenn denn Polizei eintrifft, sehr nett und verharmlost die Sache...und was macht meine Freundin?
sie sagt dann" ach ja...jetzt ist er wieder ganz ruhig und freundlich"

Ihr Lieben...die ihr mir alle gut geraten habt...ich danke Euch...Allen Betroffenen der Krankheit und Angehörigen/ Freunde...liebevolle Gedanken und Wünsche von mir mögen euch stets begleiten...
Ich denke, ich hab getan, was ich konnte...als Freundin...ich habe für mich erstmal beschlossen, mich da auszuklinken, da ich inzwischen glaube, daß meine liebe Freundin noch nicht die Courage hat, so gegen ihren Sohn...oder für ihren Sohn?...( Ich glaube inzwischen genug über die Krankheit zu wissen, daß ich denke, je länger er in der Psychchose steckt und durch ihr Schonung auch noch bestärkt wird), vorzugehen.
d.h. ich bin "stand-by"
Glaube, der Leidensdruck muß noch größer werden, bis sie erkennt, daß evtl. drastische Maßnahmen erforderlich sind...

lg solaria
Autor solaria
registriert
#49 | Gesendet: 17 Jun 2009 21:34
hi...

kurzer Zwischenstand:

"Micha" hat nun auch der Nacbarin gedroht, ihr den Hals umzudrehn, wenn das "Gepfeife" aus ihrer Wohnung nicht aufhört...
Autor MariaT
registriert
#50 | Gesendet: 18 Jun 2009 09:08
Hallo..

Soria, leider kenne ich das ja auch. Klar hat er mir nciht gedroht, mcih umzubringen, aber ich wurde ja auch nur ausgelacht. Ich glaube, man muss immer Glück haben, wen man da am Telefon hat.

Solaria, ich drücke dir und deiner Freundin die Daumen. Ich lese immer mit und bin echt geschockt manchmal.
Ich kann sie einerseits verstehen. Sie ist seine Mutter und will ihm ncihts böses. Vielleicht muss sie erst verstehen, dass ine Zwangseinweisung für ihn nichts böses ist, auch wenn er erst einmal sauer wäre. Sie würde ihm nur dmit helfen, und ich denke, das hat sie noch nicht ganz verstanden oder?

Hat die Nachbarin denn gleich die Polizei gerufen?? Das wäre eine gue Gelegenheit gewesen und die Polizei würde merken, dass es wirklich ernst ist. Hoffe ich.
Was ist es denn für 'gepfeife?'. Ist da ein Geräusch oder ist das nur eine Wahnvorstellung?

Oh man, ich hoffe wirklich, dass Leuten mit solchen Krankheiten endlich mal besser geholfen wird und die Krankheit ernst genommen wird. In diesem Wahn tun doch manche wirklich die schlimmsten Dinde. Dinge, die sie im 'normalen' Zustand nie machen würden. :-(

Liebe Grüße,
Nati
Autor Nadja
registriert
#51 | Gesendet: 18 Jun 2009 10:40 | Edited by: Nadja
Hallo Solaria,

deine Freundin muss begreifen, dass sie ihrem Sohn absolut nichts Gutes tut, wenn sie nicht durchgreift und sich immer wieder der Hoffnung hingibt, dass er vielleicht von allein wieder vernünftiger wird. Es muss für eine Mutter sehr schwer sein, das bedrohliche Verhalten des eigenen Sohnes gegenüber Fremden (Polizei, Notarzt) ungeschönt zu schildern und da eine gewisse Härte walten zu lassen. Ich kann mir das vorstellen, habe selbst einen 17-jährigen Sohn.

Es ist nicht gut für die Heilungsaussichten, wenn er viele Monate ohne Behandlung bleibt, denn all diese Wahnvorstellungen werden ebenso im Langzeitgedächtnis eingespeichert wie normale Erfahrungen und können dann umso leichter wieder hochkommen und weitere psychotische Krisen begünstigen.

Und vor allem: Deine Freundin muss sich mal vorstellen, was passiert, wenn ihr Sohn bald wirklich eine Gewalttat verübt. Das wäre ohnehin schon schrecklich, aber was dann passiert, ist: Er kommt dann in eine forensische Psychiatrie, d.h. ein Gefängnis, das gleichzeitig Psychiatrie ist, also wo mit hochdosierten Psychopharmaka behandelt wird. Und dort geht es , nach allem was ich gehört habe, viel schlimmer zu als in einer normalen Psychiatrie. Die Insassen sind teilweise Mörder oder chronische Gewalttäter, und die Patienten werden dort auch wie unberechenbare Kriminelle behandelt.
Kannst du ihr das vielleicht vermitteln?

Viele Grüße
Nadja
Autor solaria
registriert
#52 | Gesendet: 25 Jul 2009 07:31
hallo ihr Lieben,

da ihr so regen Anteil genommen habt und viele gute Ratschläge von euch kamen, will ich weiter berichten:

Stand der Dinge ist, daß sich der junge Mann seit 2 Wochen in der geschlossenen Pchychiatrie eines Krankenhauses befindet.
Mit Zwangseinweisung.

Hierzu kam es, weil er in einer Kunstausstellung randaliert hat und die Besucher bedroht.
Die Polizei wurde gerufen und er wurde dann in die Klinik gebracht.
Die 1. Verfügung war für 2 Wochen...in der letzten Woche wurde ein Gutachten erstellt und der richterliche Beschluß verlängert.

Trotz medikamentöser Behandlung sind aber die Wahnvorstellungen nach wie vor vorhanden. Wie Du schriebst, Nadja...in Langzeitgedächtnis gespeichert.
Die Sozialarbeiterin sagte zu meiner Freundin, er wird sehr lange in der Klinik bleiben müssen.
Dann muß ja auch eine Unterkunft gefunden werden, da er wohnungslos ist...er ist zwar felsenfest der Überzeugung, die Eigentumswohnung seiner Mutter wäre seine, hat das im Krankenhaus auch so angegeben...aber das ist ja auch nicht real...

Meine Freundin lebt wieder in ihrer Wohnung, das Schloss wurde ausgewechselt. Im Moment sind wir dabei, neue Möbel anzuschaffen...Ich denke, daß es ihr gut tut, etwas zu verändern.

Den 3 Katzen gehts gut...die hat er bestens versorgt...so gut, daß es jetzt 3 kugelrunde Katzen sind...

Da ist noch etwas:

Er ruft meine Freundin täglich an und verlangt von ihr "den Schlüssel zum anderen Reich"
So laienhaft könnte ich mir vorstellen, ihm ist auf einer bestimmten Ebene bewußt, daß seine Wahnwelt nicht die Realität ist und er von seiner Mutter den Schlüssel = Lösung erwartet, um in das andere Reich...in die Gesundheit, zurück zu finden..

So...genug für heute..sollte sich was ergeben, werde ich berichten..

lg solaria
Autor Nadja
registriert
#53 | Gesendet: 25 Jul 2009 09:08
Hallo Solaria,

das sind ja gute Nachrichten. Ein Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Hoffentlich ist es eine gute Klinik, wo er da hingekommen ist.

Macht euch keine Sorgen, dass er nach zwei Wochen immer noch Wahnvorstellungen hat, zwei Wochen ist bei so etwas keine lange Zeit. Ich habe immer so etwa 8 Wochen im KH gebraucht, obwohl ich ja immer schnell in Behandlung gekommen bin. Am Anfang wirkte sich auch der Schock über die Einweisung und so eine psychiatrische Station mit all den neuen Bekanntschaften bei mir so aus, dass noch neue Wahnideen dazu kamen, aber das geht vorbei. Es ist ein langsamer Prozess, seine eigenen Überzeugungen als wahnhaft zu begreifen und sich zu überlegen, wie sich das in Wirklichkeit verhält.
Da noch die Umbruchsituation hinzukommt (neue Wohnung), könnten es auch 3 Monate werden, die er da bleiben muss.

Viele Grüße und alles Gute
Nadja
Autor Heidi
registriert
#54 | Gesendet: 27 Jul 2009 13:09
Trotz medikamentöser Behandlung sind aber die Wahnvorstellungen nach wie vor vorhanden.

Die Sozialarbeiterin sagte zu meiner Freundin, er wird sehr lange in der Klinik bleiben müssen.

das sind ja gute Nachrichten.

Genau ! Heidi
Autor Paulina
registriert
#55 | Gesendet: 28 Jul 2009 08:54
Ach, Heidi

Ist ja gar nicht erwiesen, dass man ihn unnötig länge dort behält. Die Kliniken sind ja schon aus Kostengründen auf die geringste Verweildauer bedacht.
Wenn sein Durchblick wieder da ist kann er ja entlassen werden.
Im Moment ist es aber sicher der richtige Weg.
Ich würde in so einer Situation der Verwandschaft kein falsches Handeln vorwerfen.
Nicht alles an der Institution Psychatrie ist nur schlecht.

LG Paulina
Autor Heidi
registriert
#56 | Gesendet: 28 Jul 2009 12:23
Hallo Paulina,

hier geht es nicht um Vorwürfe, sondern um eine eiskalte Analyse von Outcome.

Outcome ist mein neues Lieblingswort.

Outcome in diesem Fall:

"Trotz medikamentöser Behandlung sind aber die Wahnvorstellungen nach wie vor vorhanden" und wenn die schon "sehr langen" Klinikaufenthalt ankündigen heißt das übersetzt: Prognose schlecht, insbesondere wenn die nach über 2 Wochen noch keinen Response auf die medikamentöse Behandlung haben.

Was als nächstes passiert: Standardverfahren.
Erhöhung der Dosis, Übergang auf Cocktails (falls nicht schon geschehen).

Aber zumindest mal hat ihn die Mutter nicht einweisen lassen, das hat der junge Mann offensichtlich selbst hingekriegt.

Heidi
Autor Helene
registriert
#57 | Gesendet: 28 Jul 2009 14:39
Bei mir waren die Symptome auch nach zwei Wochen noch nicht weg, obwohl ich gut auf die Medikamente anspreche. Das hat schon jeweils so etwa 4 Wochen gedauert.

Es ist ja nicht so, daß man das Medikament einwirft und sich dann im Gehirn ein Schalter umlegt und alle wahnhaften Gedanken schlagartig weg sind. Man hat einige Zeit gebraucht, um sein Wahngebäude zu errichten, es braucht auch einige Zeit, es wieder aufzugeben. Mit den Medikamenten konnte ich wieder schlafen, und mit dem Schlaf kam die Fähigkeit, mich von den Gedanken zu distanzieren.

Gruß, Helene
Autor Nadja
registriert
#58 | Gesendet: 28 Jul 2009 16:54
Hallo Solaria,

weil Heidi hier wieder Katastrophenszenarien über jede Art von psychiatrischer Behandlung reinschreibt, und ihr noch keine Erfahrung habt, was eigentlich ein gutes von einem schlechten KH unterscheidet, melde ich mich dazu noch mal -
Die allerwenigsten Psychose-Patienten sind nach nur 2 Wochen Behandlung schon wieder frei von Wahnvorstellungen, so was dauert fast immer länger. Das allein hat nichts mit schlechter Prognose zu tun.

In einem ordentlichen Krankenhaus gibt es während der Akutbehandlung von Psychosen normalerweise zwei Medikamente gleichzeitig: Ein antipsychotisches Mittel (hochpotentes Neuroleptikum), dazu meist was Beruhigendes (Sedierendes), z.B. Diazepam (besser bekannt unter den Markennamen Valium oder Faustan) oder ein niederpotentes NL wie z.B. Taxilan oder Truxal. Außerdem manchmal zeitweilig eine Schlaftablette, wenn der Patient dann immer noch viel zu wenig pro Nacht schläft. Ärzte und Pflegepersonal geben den Patienten und den Angehörigen jederzeit Auskunft, welche Medikamente und wie viel gegeben werden. Die Medikation bleibt so und man wartet erst mal ab, denn das ist natürlich jedem Insider bekannt, dass nach zwei Wochen noch nicht alles wieder in Ordnung ist. Sedierende Mittel werden wieder abgesetzt, noch bevor der Patient entlassen wird, er wird normalerweise mit nur einem Medikament wieder entlassen.

Ein Medikamenten-Cocktail von 4 oder mehr Medikamenten wäre ein schlechtes Zeichen für die Qualität der Behandlung. Darüber könnte man nun noch viel schreiben, was ein gutes KH kennzeichnet … dazu gehört natürlich auch, dass die Angehörigen von den Ärzten nicht arrogant abgebügelt werden, sondern auf Wunsch informiert bzw. ihre Fragen beantwortet werden.

Aber ein gutes KH erkennt man viel schneller, nämlich auch daran, dass auch auf einer geschlossenen Station über 50% der Patienten einen normalen, und auch normal lebhaften, Eindruck machen, so dass man nicht weiß, warum die da drin sind, bevor sie es einem selbst erzählen.
Das sind so meine Erfahrungen mit einem guten KH.
Vor 10 Jahren war ich in einem grottenschlechten, und das sah man auch als Angehöriger ziemlich schnell, dort drin schlichen alle Patienten stark sediert und deprimiert herum, manche machten gar einen geistig behinderten Eindruck (hospitalisiert). Meine Kinder durften mich nicht auf dieser Station besuchen (den Anblick hätten sie auch nicht verkraftet).

Eigentlich ist es eher ein gutes Zeichen, dass der Sohn deiner Freundin noch Wahnvorstellungen hat, denn das heißt, er wird dort nicht so vollgepumpt, dass er kaum noch denken und reden kann.

Viele Grüße
Nadja
Autor tomtom
registriert
#59 | Gesendet: 28 Jul 2009 18:25
Hallo Solaria,

interessante Geschichte! Halte uns bitte auf dem Laufenden.
Autor solaria
registriert
#60 | Gesendet: 29 Jul 2009 12:15
hallöchen,

erstmal..er hat Verlängerung bis Mitte September...
zum zweiten...meine Freundin kriegt keine Einsicht, welche Medikamente verabreicht werden. Hierfür bedarf es der Einwilligung des Patienten und die gibt er nicht, da er ja meine Freundin nicht mehr für seine Mutter hält..

Sie hat ihn am Wochenende besucht...er wollte jedoch nur schlafen und hat sie weggeschickt.

grüße solaria
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