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Sohn (30), droht Mutter unzubringen

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Autor solaria
registriert
#76 | Gesendet: 5 Sep 2009 08:40
danke Nadja...der Hinweis auf das Weglaufhaus ist sehr hilfreich.
Wenn er die Möglichkeit annimmt, denke ich, wäre das eine gute Lösung.
Ja, das Türschloss wurde gewechselt...nur befindet sich die Wohnung in einem Hinterhaus..um dort hin zu gelangen, muss ein recht dunkler Hinterhof überquert werden und Hausschlüssel hat er ja noch, sodass er ins Haus kann...jedoch nicht in die Wohnung. Zudem ist die Wohnung im Erdgeschoss und alte Fenster..also da ist man ruckzuck drin...
sehn wir, wann er uns über den Weg läuft und ob dann ein Gespräch und Hilfeannahme von seiner Seite machbar ist.

lg solaria
Autor Heidi
registriert
#77 | Gesendet: 7 Sep 2009 17:14
nun, was sagt man dazu? Er wird morgen in die Obdachlosigkeit entlassen...

Was sagt man dazu ? Zwangsbehandlung funktioniert nicht !

Heidi
Autor solaria
registriert
#78 | Gesendet: 8 Sep 2009 08:58
hallo,
ob Zwangsbehandlung funktioniert oder nicht, kann ich nicht wirklich beurteilen.
Aktuell ist es so, dass es dem jungen Mann besser geht.
Er spricht von der Psychose als eine Art Film, in dem er gefangen war. So langsam kommt auch eine Krankheitseinsicht.
In der Klinik wurden die Medis in letzter Zeit nach und nach reduziert, sodaß er jetzt nichts mehr nimmt. Er wohnt nun vorübergehend in der Wohnung der Mutter...sie aber noch woanders. Die Möglichkeit des weglaufhauses gefällt ihm gut und er wird Kontakt aufnehmen.
Wir werden sehen, ob er stabil bleibt.

grüße solaria
Autor Heidi
registriert
#79 | Gesendet: 10 Sep 2009 13:44 | Edited by: Heidi
Er wohnt nun vorübergehend in der Wohnung der Mutter...

Nun ja, dann hat die Klinik die Situation ja richtig eingeschätzt, dass nämlich die Mutter ihn doch in ihre Wohnung lässt und die Klinik ihn eben nicht in die Obdachlosigkeit entlässt.

Heidi
Autor solaria
registriert
#80 | Gesendet: 18 Sep 2009 18:44
hallöchen,

nun..es geht wieder los..
Aber jetzt habe ich mich entschlossen, aus dem Thema aus zu steigen. Ich habe der Mutter nahegelegt, sich hier selbst anzumelden und mit Euch den Kontakt aufzunehmen...nun...zum online- spielen ist die Zeit da...hier kriegt sie es nicht gebacken...ich denke, sie verdrängt die Probleme. Ich habe versucht, zu helfen...nur wenn keine Einsicht besteht, habe ich auch keine Lust mehr, mich da rein zu hängen...Im weglaufhaus nehmen sie ihn übrigens nicht...das ist eher gedacht für depressive Störungen..sagte mir zumindest meine Freundin...

Ab und an schau ich mal, wie es Euch geht...

glg an Euch Alle...besonders an Nadja, Laura, Molly und Helene

solaria
Autor Nadja
registriert
#81 | Gesendet: 18 Sep 2009 21:26
Hallo Solaria,

das ist verständlich, dass du nun langsam die Nase voll hast, du hast dich sehr ins Zeug gelegt für deine Freundin. Sie kann froh sein, dass sie dich hat, so eine hilfsbereite Freundin hat längst nicht jeder…
Dass sie in dem Weglaufhaus nur Depressive nehmen, glaube ich nicht, das Problem wird wohl eher sein, dass sie dort niemand nehmen wollen, der es mit Drogen hat, oder vielleicht ist der junge Mann schon wieder zu psychotisch. Das scheint leider immer so zu sein mit diesen Einrichtungen, die sich als Alternative zur schulmäßigen Psychiatrie verstehen; wenn jemand zu schwierig ist, dann setzen sie ihn einfach vor die Tür…

Viele Grüße, Nadja
Autor Heidi
registriert
#82 | Gesendet: 21 Sep 2009 15:03
Hi Nadja,

das Weglaufhaus hat 13 Plätze, allein schon deshalb werden sie die meisten Anfragen ablehnen müssen. Es ist weiterhin eine Einrichtung der Obdachlosenhilfe und der junge Mann ist ja nicht obdachlos und auch nicht akut von Obdachlosigkeit bedroht, weil die Mutter wird ihn nicht auf die Straße setzen. Es ist aber richtig, dass die Drogen-/Alkoholabhängige nicht nehmen, wobei jemand, der regelmäßig kifft nicht notwendigerweise "drogenabhängig" ist. Außerdem stellt sich auch immer die Frage nach dem Kostenträger. Klapse bezahlt die KK, Weglaufhaus nicht.

Heidi
Autor solaria
registriert
#83 | Gesendet: 12 Dez 2009 17:26
hallo ihr Lieben,

möcht doch noch mal weiter berichten...
Nachdem der Sohn meiner Freundin im September aus der Klinik antlassen wurde, lebte er bei ihr...wieder ohne Medis zu nehmen..anfänglich war sein Verhalten relativ aufgeschlossen. Jedoch zog er sich immer mehr wieder in sich zurück.
Endergebnis war vor 2 Wochen, daß er meine Freundin blutig geschlagen hat und sie auch mit dem Messer bedrohte.
Er wußte in dem Moment nicht, wer sie war..Redete sie immer wieder mit anderem Namen an.. Meine Freundin konnte aus der Wohnung flüchten und von der Nachbarin die Polizei rufen.
Er wurde wieder in eine Klinik zwangseingewiesen.
Ich hoffe, daß meine Freundin, wenn er wieder entlassen wird, anders handelt...

lg solaria
Autor Nadja
registriert
#84 | Gesendet: 13 Dez 2009 01:12
Hallo Solaria,

sehr schlimme Geschichte… aber auch typisch. Vielleicht wird er aber nach dieser zweiten Episode krankheitseinsichtig, denn das muss ja für ihn selbst sehr schlimm sein, sich so verfolgt zu fühlen und selbst die eigene Mutter für Gott weiß wen zu halten, er wird das hoffentlich erkennen und darüber erschrecken, wenn seine Psychose abklingt. Das passiert oft, dass jemand beim ersten Mal die Psychose nicht als wirkliche Krankheit erkennt, sondern es auf besondere Umstände /Stress schiebt, oder anderen die Schuld gibt. Und nach der zweiten Episode erschreckt es einen sehr, dass es doch wieder passiert ist, was man für einen einmaligen „Nervenzusammenbruch“ gehalten hat. Das war bei mir so, und das war bei meiner Schwester so.

Ist er denn wieder in dieselbe Klinik gekommen wie beim ersten Mal? Denn die Vorbereitung der Nachsorge war ja dort nicht besonders gut. Wenn er dann wieder nicht in der Lage ist, auf Behörden zu gehen und sich um eine eigene Wohnung auf Hartz IV-Basis zu kümmern, sollte er für einige Zeit einen rechtlichen Betreuer kriegen, der sich um diese Dinge kümmert. So was kann durch Angehörige, also seine Mutter, beim Vormundschaftsgericht „angeregt“ werden, so nennt sich das. Sie kann aber auch durch die Ärzte in der Klinik beantragt werden.
Es wird dann ein ärztliches Gutachten angefordert und es erfolgt eine Anhörung und Begutachtung des Betroffenen. Die Betreuung kann gerichtlich auch gegen den Willen des Betroffenen verfügt werden, ausreichende Gründe liegen ja vor, wenn er Behördendinge nicht selbst erledigen kann. Leider können die Bearbeitungszeiten für solche Anträge aber lang sein, bei uns jedenfalls kann sich das ein halbes Jahr hinziehen, weil das Gericht überlastet ist.

Haltet die Ohren steif und versucht, die Nerven zu bewahren… es muss wirklich schrecklich sein für deine Freundin…

Viele Grüße,
Nadja
Autor solaria
registriert
#85 | Gesendet: 18 Dez 2009 10:09
hallo Nadja, danke dir...er ist ja jetzt zum 4. Mal in einer Klinik..aber immer verschiedene..erst 4 wochen, beim 2. Mal nur eine Woche, zuletzt 8 Wochen und nun wirds wohl, nach Meinung der Ärztin länger werden.
Eine Betreuung ist anregt..das läuft.
Da ich auch schon mal einige Jahre rechtl. Betreuerin für einen Kranken war, kenn ich mich da gut aus.
bei meinem damaligen Betreuten ging das aber recht schnell..ca. 4 Wochen...

gruß
solaria
Autor tomtom
registriert
#86 | Gesendet: 21 Dez 2009 22:09
Oh je, hat es ihn schon wieder zerlegt. In seinem Fall geht es anscheinend ohne Medikamente nicht, sollte ihm mal jemand sagen.
Autor solaria
registriert
#87 | Gesendet: 26 Dez 2009 18:16
hallo,

Stand der Dinge ist, er bekommt lt. richterlicher Anordnung eine Betreuung, bleibt in der Klinik, bis ein Betreuer bestimmt wird und auch Zwangsmedikatentation. Er hatte sich ja geweigert, Medis zu nehmen...
nach einem Jahr sollte doch bald mal eine Krankheitseinsicht da sein?

gruß solaria
Autor solaria
registriert
#88 | Gesendet: 21 Jun 2010 17:14
hallo ihr Lieben,
mein letzter Beitrag liegt nun schon Monate zurück...

Ich lese aber ständig hier mit.
Zu manchem Thema möcht ich schon gerne einen Kommentar schreiben, trau mich aber nicht so recht...Vieles kann man wohl nur aus der Sicht eines Erkrankten beurteilen.
Oftmals schildert ihr euren Zustand als antriebsarm, gefühllos und leer.
Im Gegensatz dazu erlebe ich aber den überwiegenden Teil der User hier als sehr gefühl- und liebevoll, wenn es darum geht, jemandem zu raten und zu helfen.
Ich finde das ganz großartig und deshalb nehme ich auch nach wie vor Anteil am Forum.

Was den jungen Mann betrifft:
Seit Mitte Januar lebt er wieder bei seiner Mutter ( meine beste Freundin)
Er hat eine Betreuerin, die behördliche Dinge für ihn regelt.
So weit ist alles ok.
Sein Medikament ist Invega. Nur ist es bis jetzt immer noch nicht möglich, daß er das ohne Erinnerung einnimmt.
Es war ja angedacht, daß er wieder eine eigene Wohnung bezieht, aber meine Freundin hat Bedenken, daß er halt die Medis nicht nimmt, wenn keiner aufpaßt.
Es gab mal 2 Tage ohne, weil meine Freundin verreist war...da war er schon wieder auf der Kippe...

Meine Frage ist:

Es ist so, daß er sich nur Rezepte holt, wenn die Tabletten alle sind...da wird nichts weiter gemacht...keine psychologische Betreuung, keine Therapie...ist das normal? Oder noch zu früh?
Weiter ist es immer noch so, daß meine Freundin es nicht schafft, sich mit seiner Krankheit auseinander zu setzen...also irgendwie ist da das große Schweigen, was seine Erkrankung betrifft...

Sein Tagesablauf ist Schlafen, fernsehn und essen...Vielleicht ist das ja auch richtig so, als Erholungsphase...ich weiß es nicht...ich hatte mir so gedacht, es wäre sinnvoll, ihm nach und nach kleinere Aufgaben zu übertragen..Was ist eure Ansicht?

glg solaria
Autor Doris316
registriert
#89 | Gesendet: 21 Jun 2010 21:42
Hi solaria,

habt Ihr eine Tagesklinik in der Nähe?
Tagesklinik schafft Struktur, bei den verschiedenen Therapien ist ggf. etwas dabei, was hilfreich ist und würde auch Deine Freundin entlasten.

Ansonsten wäre eine Möglichkeit, über eine Depotmedikation nachzudenken. (Voraussetzung: Der junge Mann sieht ein, dass er Medikamente braucht um keine neue Psychose zu schieben). Da kann dann die Einnahme nicht vergessen werden. Welche Antipsychotika es als Depotspritzen gibt, weiß der Arzt.

Heidi, bevor Du mich jetzt virtuell steinigst: Ich halte Antipsychotika und Psychopharmaka generell für sinnvoll, so lange sie die Selbstbestimmung stärken, wenn dann der Zeitpunkt kommt und sie diese nicht mehr stärken, sondern hemmen und die Erarbeitung von Strategien und Entfaltung der Persönlichkeit bremsen oder gar unmöglich machen, bin ich sicherlich die erste, die gegen die chemische Krücke argumentiert. Nur ist der Zeitpunkt halt bei jedem auch verschieden.

LG Doris
Autor Heidi
registriert
#90 | Gesendet: 22 Jun 2010 12:13
Es ist so, daß er sich nur Rezepte holt, wenn die Tabletten alle sind...da wird nichts weiter gemacht...keine psychologische Betreuung, keine Therapie...ist das normal?

Ja.

Sein Tagesablauf ist Schlafen, fernsehn und essen...

Nimm' du mal ständig Invega und dann unterhalten wir uns, wie dein Tagesablauf aussieht.

Klar doch Doris, wenn er's nicht freiwillig nimmt, dann Spritze. Du solltest dich bei Janssen-Cilag bewerben. Dann bekommst du für solche Ratschläge wenigstens Geld. Ist letztendlich aber egal, mit seiner Akte hat der junge Mann sowieso schon verloren, vor allem wenn Frau Mama ihn mit Invega füttert und ansonsten den Kopf in den Sand steckt.

Heidi
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