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Sohn (30), droht Mutter unzubringen

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Autor Doris316
registriert
#91 | Gesendet: 22 Jun 2010 12:42
Hallo Heidi,

ich denke, man sollte differenzieren zwischen Medikamente nicht nehmen wollen und sie für sich als hilfreich zu akzeptieren und die Einnahme nicht geregelt kriegen. Wie die Situation wirklich ist, werden wir beide niemals wissen.

Außerdem ist es nicht egal, denn es geht um einen Menschen, der schwer leidet. Verloren geben ist keine Option!

LG Doris
Autor Heidi
registriert
#92 | Gesendet: 22 Jun 2010 13:12
Hi Doris,

wenn du den ganzen Thread gelesen hättest, wüsstest du, dass der junge Mann mindestens 2 mal stationär zwangsbehandelt wurde und Compliance eher nicht vorhanden ist. "Vergessen" ist die bessere Taktik als sich offen zu wehren, so viel lernt man dann schon auf der Geschlossenen. Nicht diskutieren, sondern ausspucken, notfalls k#tzen.

Wenn ich sehe, dass jemand auf den Abgrund zugetrieben wird, und ich nichts dagegen tun kann, dann ist er verloren. Du warst doch auch schon Gast in einer Klapse, hast du sie nicht gesehen, die Drehtürpatienten, bei denen das nichts mehr wird, ob nun mit "Medis" oder ohne ?

Heidi
Autor Doris316
registriert
#93 | Gesendet: 22 Jun 2010 19:39
Hi Heidi,

damit kann man sich nun trefflich streiten: Ob die Medikamente zum Drehtüreffekt führen, oder - sinnvoll eingesetzt - stabilisieren und neue Gastspiele in der Geschlossenen verhindern.

Ich denke, dass vor dem Weglassen der Medikamente eine ausreichende Stabilisierung der Situation notwendig ist, und dafür schaffen die Medikamente teilweise erst den Freiraum.

Heidi, scher' doch nicht bitte alle über einen Kamm. Ich denke wir Betroffenen sind (per definitionem) alle schizophren, aber doch sehr individuell in der Ausprägung unserer Erkrankung, in den familiären und beruflichen Lebensumständen, in unseren Kraftquellen, in der Qualität der Behandlung, die uns zugute kommt oder schadet.

LG Doris
Autor Heidi
registriert
#94 | Gesendet: 23 Jun 2010 12:30
Heidi, scher' doch nicht bitte alle über einen Kamm.

Doris, lies' doch einfach mal, was ich in diesem Thread geschrieben habe. Ich bemühe mich, mich kurz zu halten und auf die mir wesentlich erscheinenden Punkte einzugehen.

An Wunschvorstellungen festzuhalten und die Realität zu ignorieren, kann ich nicht.

In meinem schwersten Zeiten hat mir ein uraltes Rockstück geholfen, eine Zeile darin lautet:

Your story ain't that f"cking new ...

Heidi
Autor Lady4
registriert
#95 | Gesendet: 23 Jun 2010 19:59
Hi Doris,

ich seh's genau so wie du und bewundere deine Beharrlichkeit, Heidi hier argumentativ zu Zugeständnissen hinsichtlich Ihrer Meinung über NL bewegen zu wollen...

Aber wie du merkst, beisst du auf Granit ...

Keiner mag NL, ich auch nicht - in Sachen "Risperdal" bin ich persönlich ein gebranntes Kind. Jedoch hätte ich nicht selbständig vorsichtig meine Dosis Seroquel reduziert und meinen Psy einfach davon in Kenntnis gesetzt, mit guten Argumenten, u.a. daß ich mir über die Eigenverantwortung im Klaren bin - ich nähme heute noch die doppelte Ration. Nächstes Jahr werde ich absetzen und ich denke, das wird klappen.

Aber es gibt nun mal Mitmenschen, die das nicht so einfach machen können, ob sie nun wollen oder nicht.
Wir leben leider nicht in der idealen Welt, daß jedem Psychose-Patienten ohne NL geholfen werden könnte, wenn's überhaupt möglich wäre. Vielleicht findet ja irgendwann wer noch den Schlüssel zum Erfolg, und sei's NL wirklich ohne böse Nebenwirkungen.
Das einfach mal mein Beitrag zu dem Thema - und dabei soll's auch bleiben.

... und ganz nebenbei: Ich habe beruflich absolut null mit der Pharma-Industrie zu tun und auch nicht die Absicht, dies zu ändern:-)

LG

Lady
Autor Helene
registriert
#96 | Gesendet: 23 Jun 2010 21:42 | Edited by: Helene
Hallo Solaria,

ich würde dem Sohn deiner Freundin empfehlen, sich in einer Institutsambulanz behandeln zu lassen. Dort können weiterführende Therapien angeboten werden, was niedergelassene Ärzte gerne mal nicht machen, wenn es keine engagierten Angehörigen gibt, die dies einfordern.

Zunächst sinnvoll wären Soziotherapie und Ergotherapie, beides muss der Psychiater verschreiben - und das tut er auch, wenn man es einfordert. Bei meinem Sohn kam die Ergotherapeutin zunächst in Haus und hat meinem Sohn geholfen, Schritt für Schritt wieder seinen Radius zu erweitern. Mit dem Soziotherapeuten könnten Ziele anvisiert werden und er kann Hilfe bei der Umsetzung geben.

Vielleicht wäre auch das Persönliche Budget hilfreich?

Gruß, Helene
Autor Doris316
registriert
#97 | Gesendet: 23 Jun 2010 22:14
Hallo Heidi,

auf Deinen Wunsch hin habe ich den thread komplett durchgelesen (bisher hatte ich lediglich überflogen).

Ich habe tatsächlich meine Meinung etwas revidieren müssen:

Eine Sicherstellung der zuverlässigen Medikamenteneinnahme ist nicht nur zur Erzielung einer Stabilität fürs persönliche Wohlbefinden notwendig, sondern im Fall von "Micha" auch zur Verhaltenskontrolle.

LG Doris
Autor Heidi
registriert
#98 | Gesendet: 24 Jun 2010 17:08
Sag' ich doch, wenn er es nicht freiwillig nimmt, dann muss man ihn spritzen.

Heidi
Autor solaria
registriert
#99 | Gesendet: 28 Jul 2010 07:33
hallo,

"Micha" steckt wieder in einer Psychose. Hat die Tabletten im Mai eigenhändig abgesetzt.
Bis jetzt ist es bei verbalen Angriffen auf meine Freundin geblieben, aber ich mache mir Sorgen.

lg solaria
Autor sendE
registriert
#100 | Gesendet: 30 Jul 2010 18:58
Nadja
-Vielleicht kommt er nicht mit seiner Behinderung klar und seine Mutter schikaniert ihn (meine: macht ihn immer wieder darauf aufmerksam) und er ist in Worten einfach fresch erzogen worden. Er sollte am besten bald ausziehen wenn das Geld reicht!
Autor sendE
registriert
#101 | Gesendet: 30 Jul 2010 19:00
-Spritzen soll man aber in die Venen(!) und nicht in den Muskel, es ist eine Schweinerei vom Staat da zuzusehen und böse Methoden zu wählen!

(Anmerkung admin)
Hallo sendE,
es ist medizinisch vollkommen korrekt, dass einige Medikamente intravenös (also in die Vene) und andere intramuskulär(also in den Muskel) verabreicht werden.
Mach dir da also keine Sorgen.

Gruß
admin
Autor sendE
registriert
#102 | Gesendet: 30 Jul 2010 19:08
Das einzigste was ich kenne das ein bissschen hilft ist Seroquel Prolong.
Autor solaria
registriert
#103 | Gesendet: 31 Jul 2010 08:00
hallo sendE,
nein, mit Sicherheit schikaniert ihn seine Mutter nicht. Auch ist er nicht mit frechen Worten erzogen worden. Die Mutter ist Pädagogin und ein sehr liebevoller Mensch.
Er ist jetzt seit 1,5 Jahren krank, 3x Klinikaufenthalt, eine Krankheitseinsicht ist noch nicht vorhanden. Nach dem letzten Klinikaufenthalt..3 Monate, ein Monat davon in der Geschlossenen, war er medikamentös gut eingestellt. 5 Monate nahm er die Medis auch nach der Entlassung aus der Klinik, war zugänglicher und pflegte sich auch wieder.
Eine eigene Wohnung hatte er jahrelang, konnte aber auf Grund seiner Krankheit nicht mehr alleine leben. War total verwahrlost und schaffte es auch nicht mehr, sich um finanzielle Dinge zu kümmern.
Seine Mutter nahm ihn dann wieder auf, als er in der 1. Psychose steckte...also vor 1,5 Jahren.
Was alles passierte, kannst Du in diesem Thread nachlesen..ist zu viel, um es hier nochmal zu schildern.
Er hat nun seit ein paar Monaten eine Betreuerin, jedoch glaube ich, daß die Frau mit diesem Krankheitsbild überfordert ist. Gesetzliche Betreuer sind ja keine Psychologen und da sie seit einiger Zeit nur noch eine Fallpauschale, statt wie früher nach Arbeitsaufwand, abrechnen können, hilft das halt auch nur in soweit, daß das Finanzielle geregelt ist.
Hinzu kommt, daß er weiterhin Canabis konsumiert. Hält sich den ganzen Tag in seinem Zimmer auf, daß er nur verläßt, um mal was zu essen, oder aufs Klo zu gehen.
Das Haus verläßt er nur, um neuen Stoff zu besorgen.
Ich könnte mir denken, daß betreutes Wohnen nicht verkehrt wäre, denn die Mutter ist total überfordert mit der Situation..ist selbst inzwischen in therapeutischer Behandlung..
Hat jemand Erfahrung mit betreutem Wohnen bei PS?
Ich war ein paar Jahre ehrenamtliche Betreuerin für einen Korsakow- Erkrankten..Als ich die Betreuung übernahm, war er in einem ganz schrecklichen Heim...Auch dort lebten Schizophrenie- Kranke..Dieses Heim war der blanke Horror.
Es gelang mir dann, einen Platz in in einer schönen, gut und liebevoll geleiteten Einrichtung ( betreutes Wohnen) für ihn zu finden.

Schaun wir mal, wie es sich weiter entwickelt..Ich hoffe ganz einfach nur, es kommt kein Mensch dabei zu Schaden, falls sich die Agressionen weiter steigern..
Autor solaria
registriert
#104 | Gesendet: 31 Jul 2010 08:02
sorry...vergessen..

lg solaria
Autor solaria
registriert
#105 | Gesendet: 12 Aug 2010 18:08
hallo,
und wieder einmal hat meine Freundin die Flucht ergriffen und hat ihre Wohnung verlassen..."Micha" steckt nach Absetzen der Invega wieder voll in der Psychose..die 4. jetzt..wie vorher mit Morddrohungen...meine Freundin hat ihre Wohnung verlassen, bevor es wieder eskaliert.
Ein Antrag beim Amtsgericht auf Zwangseinweisung ist von der Betreuerin eingereicht...
Und was wird, wenn er dann wieder aus der Klinik entlassen wird?
Ach...dazu fällt mir gerade was ein...
@Heidi
Du bist doch finanziell unabhängig und propagierst ein Leben ohne NL...hast Du nicht Platz für den jungen Mann?
Wäre doch mal interessant, wie Du das, was Du hier teilweise zum Besten gibst, umsetzt...
Ich meine, wer so gute Ratschläge gibt, wird ja auch in der Realität ?

lg solaria
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