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kann man lernen die psychose zu kontrollieren ohne medikamente?

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Autor blackzebra
registriert
#31 | Gesendet: 10 Okt 2017 12:57
Gluecksbringer:
Interessant wäre die Frage wenn man eine Psychose völlig unbehandelt belässt und die Selbstheilung unterstützt.

Wenn ich da an meine erste Psychose denke, deren Intensität, auweia..

Entweder du baust dein Denken komplett um, was ich durchaus für möglich halte, ergibst dich also dem Wahnkonstrukt, dem völligen Losgelöstsein, dies wird so denke ich deinen Körper erlahmen lassen. Strassenfähig wird man auch nicht wirklich sein dann.

Medikamente wie Drogen schaukeln hoch, bin damals depressiv von den Medikamenten geworden, als logische Schlussfolgerung hierauf musste eine Manie erfolgen, es sei denn man unterdrückt diese, also ganz gezielt in diese "Welle", das Aufschaukeln des manisch depressiven plus psychotischem Erleben entgegenzuwirken.

Ringe in einem Gewässer wieder bändigen nach einem Steinwurf in Selbigen - gluck :)

Wird nicht wirklich klappen, erzähl mal einem der sich überaus gut fühlt sich schlechter zu fühlen, so bleibt doch dies auszuleben, zu können, zu müssen als einzigen Weg hindurch, wenn man irgendwann um die Gezeiten und die Wellenbewegungen weiss hat man es doch bereits so gut wie geschafft, bzw schaut diesem dann zu, ist dem nicht ganz so "hilflos" ausgeliefert, vor allem wenn man weiss nächstes Mal ist nicht mehr so schlimm.

Wenn die Aussenbedingungen gleich sind.
Autor blackzebra
registriert
#32 | Gesendet: 10 Okt 2017 14:22
Fiel mir grad ein beim Laubharken: Nach mehreren Tagen akut psychotisch durch die Flora und Fauna streifen kam ich an einer Kirche vorbei, betrachtete diese recht lange und entschloß mich letztendlich hineinzugehen, da schob sich doch wie aus dem Nichts ein Pastor zwischen mich und die Eingangstür der Kirche, schloß schnell ab und sagte : "Die Kirche ist zu".

Prägend.
Autor DiBaDu
registriert
#33 | Gesendet: 10 Okt 2017 20:00
Ich hab meine letzte Psychose unterdrückt, weil ich meinen Kindern keine psychotischen Vater zumuten wollte, d.h. ich hab mir schleunigst medikamentöse Hilfe geholt, als ich erste Anzeichen an mir bemerkte.

Im Nachgang stellten sich starke Negativsymptome bei mir ein (das erste Mal). Ich spüre die Versuchung, die Psychose auszuleben.
Autor Himbeere
registriert
#34 | Gesendet: 10 Okt 2017 21:30
Ich weiß nicht ob ich ohne Medikamente von meinen "Trips" runter gekommen wäre. Zumindest haben mir die Medis geholfen, wieder Schlaf zu finden nachdem ich lange Zeit wach war und nicht schlafen konnte, weil mein Gehirn nicht zur Ruhe kam. Ich denke, dass es so oder so wesentlich ist ausreichend Schlaf zu haben damit das Gehirn sich regenerieren kann und man hinterher nicht so erschöpft ist.
Ich hätte zu viel Schiss eine Psychose ohne Medis auszuleben und meinen Alltag damit zu gestalten. Ich wäre bestimmt wieder zu auffällig und irgendjemand würde den Notarzt rufen. So war es bei mir beim 1. mal und die folgenden male habe ich schon bei ersten Warnzeichen selber die Reißleine gezogen. Also ich bin in der Hinsicht sehr vorsichtig geworden und will nicht ohne Medis sein. Es macht mir zu viel Angst und Sorge die Kontrolle zu verlieren.
Autor Bridget Ria
registriert
#35 | Gesendet: 10 Okt 2017 21:33 | Edited by: Bridget Ria
blackzebra:
Mir hat dies in meiner ersten Psychose sehr geholfen als ich vor Studenten in der Uniklinik über Psychose, mein Empfinden und meine Prognose für die Zukunft gesprochen habe.

sehr gut, dass du dort Verständnis entgegengebracht bekommen hast. Wie kam´s dass du vor Studenten darüber geredet hast?

blackzebra:
Hab mich aber eher wie ein Reh gefühlt, halbwach, ab und zu hinlegen, vom kleinsten Geräusch wachwerden, weiterwandern, mit jagen hatte das damals aber lange nichts zu tun.

Ich weiß nicht, ob du auch Verfolgungswahn hattest aber das läge nah beeinander, auch wenn es etwas irreal klingt aber für die Vorstellung: Rehe, wandern weit und werden gejagt, so wie man sich selbst verjagt oder gejagt (verfolgt) fühlt in diesen Zeiten. Ein Jagthund nimmt durch den Jagtinstinkt ständig kleinste Geräusche wahr, die wir Menschen nicht wahrnehmen und man selbst hört oder hörte in akuten Zeiten Dinge, die andere nicht hören können, konnten. Sowohl das Reh als auch der Jagthund gehen ihrem Instinkt nach fürs Überleben, der Jagthund will Fleisch erbeuten das Reh will am Leben bleiben. In der Situation kann ich verstehen, dass du dich wie ein Reh gefühlt hast. Man lässt sich im Wahn nicht von Überzeugungen oder Gedanken abbringen, wie ein Hund der seine Jagtbeute im Visier hat und nicht locker lässt, egal wie weit er folgen muss jedoch hat man auch Todesangst wie das gejagte harmlose Reh, das überleben will und fühlt sich dann eher dem Reh hingeneigt, da man unverstanden und beängstigt flieht.


blackzebra:
Eher wie aus dem Rudel gestossen, deshalb wohl auch mein jegliches fernhalten von menschlichen Bauten und Siedlungen.

Jep! Ist, als ob man von seinem Rudel (bestehend aus Freunden und Verwandten oder anderen Bekannten) gestoßen worden ist, weil man von etwas fest überzeugt war und das ja auch in der eigenen Realität "erlebt" hat aber von KEINEM für voll oder ernst genommen wird. Folglich verfolgt man "als Spinner abgewinkt" seine Spur eben alleine weiter oder läuft "wie gejagt" alleine davon, schließlich wird man nicht begleitet, wenn es für den Rest des Rudels irreal klingt und der Rudel möchte sich nicht in die Irre führen lassen, beharrt auf seinen Standpunkt. Dann trennen sich die Wege.


blackzebra:
und fährt mit dem Fahhrad in die nächste grössere Stadt.

zum Thema Fahrrad fahren habe ich ne ganz neue Theorie, würde aber hier leider den Rahmen des Erklärbaren sprengen.

blackzebra:
Würde ich mich in dem Fall einer Psychose auf meinen desolaten Geist verlassen, würde ich zuhause wahrscheinlich verhungern, schätzungsweise.

Also Geist folgt in diesem Fall dem Körper.

Achso, weil du in der Stadt nicht kochen musst, um vernünftig zu essen oder wegen dem großen Angebot oder verlockenden Gerüchen zum essen angeregt wirst. Deshalb treibt dich dein Geist instinktgesteuert fürs Überleben in die Stadt. HOffentlich verstehe ich das jetzt richtig.
Autor blackzebra
registriert
#36 | Gesendet: 10 Okt 2017 23:46 | Edited by: blackzebra
Bridget Ria:
Wie kam´s dass du vor Studenten darüber geredet hast?

Weiss ich nicht, der der sprechen sollte war weg.


Bridget Ria:
Ich weiß nicht, ob du auch Verfolgungswahn hattest

Nein in der ersten Psychose null Verfolgungswahn, es war einfach ein Akt des Abgrenzens, der Versuch dessen.


Bridget Ria:
Achso, weil du in der Stadt nicht kochen musst, um vernünftig zu essen oder wegen dem großen Angebot oder verlockenden Gerüchen zum essen angeregt wirst. Deshalb treibt dich dein Geist instinktgesteuert fürs Überleben in die Stadt.

Wird die Vielfalt sein die dort vorherrscht denke ich, die vielen Eindrücke, Menschen, Gesichter, die von den Ängsten, vom Denken ablenken.
Essen - vielleicht ist es das bedientwerden, vielleicht das andere Essen, vielleicht auch das Essen in Gemeinschaft, höre gerne in Kantinen oder Lokalen dem Besteckgeklapper während des Essens zu auch, finde das irgendwie sehr beruhigend.


Bridget Ria:
zum Thema Fahrrad fahren habe ich ne ganz neue Theorie, würde aber hier leider den Rahmen des Erklärbaren sprengen.

Fahrrad mit Explosionsantrieb etwa ? :)
Autor YasaLasa
registriert
#37 | Gesendet: 11 Okt 2017 10:23
Aggressionen steigern sich nur unter Hitzköpfen ungebremst. Manche Stresssituationen resultieren in psychosenahes Denken, den sogenannte Triggern.
Autor Bridget Ria
registriert
#38 | Gesendet: 11 Okt 2017 10:56 | Edited by: Bridget Ria
DiBaDu
wie meinst du das, du spürst die Versuchung, die Psychose auszuleben? Ist der Ausbruch für dich kontrollierbar beziehungsweise würdest du der Versuchung, "sie auszuleben" mit bestimmten Vorbeugemaßnahmen entgegenwirken können, wie bei ner Art Sucht?
Autor YasaLasa
registriert
#39 | Gesendet: 11 Okt 2017 11:01
Ich denke die Negativsymptome sind daher dass die Pfade gegangen werden, die man für andere vorbereitet.
Autor blackzebra
registriert
#40 | Gesendet: 11 Okt 2017 11:02
YasaLasa:
Aggressionen steigern sich nur unter Hitzköpfen ungebremst.

Wie hälst du deinen Kopf kühl als Betroffener ?

YasaLasa:
Manche Stresssituationen resultieren in psychosenahes Denken, den sogenannte Triggern.

Wie vermeidest du solche Trigger, wie gehst du mit ihnen um YasaLasa ?
Autor YasaLasa
registriert
#41 | Gesendet: 11 Okt 2017 11:04
Ich vermeide Trigger überhaupt nicht, sondern sehe es als mein Schicksal, da ich die Fähigkeit dazu besitze, für viele neue Wege im Leben im zu geben.
Autor blackzebra
registriert
#42 | Gesendet: 11 Okt 2017 11:14
YasaLasa:
viele neue Wege im Leben im zu geben.

Könntest du diese deine Fähigkeit mit Auslösesituationen umzugehen näher bzw. etwas verständlicher beschreiben bitte ?
Autor Bridget Ria
registriert
#43 | Gesendet: 11 Okt 2017 11:15 | Edited by: Bridget Ria
blackzebra:
Nein in der ersten Psychose null Verfolgungswahn, es war einfach ein Akt des Abgrenzens, der Versuch dessen.

ok, sorry - hoffe, dich hat der Zusammenhang dennoch interessiert;)


blackzebra:
Weiss ich nicht, der der sprechen sollte war weg.

meinst du Studenten in Form von Assistenzärzten oder Patienten in der Uniklinik, vor denen du über die Psychose gesprochen hast?

blackzebra:
Wird die Vielfalt sein die dort vorherrscht denke ich, die vielen Eindrücke, Menschen, Gesichter, die von den Ängsten, vom Denken ablenken.

das kenne ich gut von mir selbst. Blöderweise bin ich 11 Jahre lang von City (teils Metropole) zu City gezogen, wahrscheinlich unbewusst genau aus dem Grund. Dabei habe ich nicht gecheckt, dass mir die Vielfalt von Reizen zwar einerseits hilft auf andere Gedanken zu kommen, und dabei, mich in der City-Realität dazugehörend zu fühlen, und sie mir hilft, scheinbar den Wahn besser aushalten zu können (habe ich mir wohl nur vorgemacht oder eingebildet, oder die City mir "vorgemacht"). Andererseits war es ne Reizüberflutung und triggernd. Ruhiggestellt habe mich "erfolgreich" mit der Droge Zucker im Essen im Rahmen der Bulimie. Jetzt wohne ich im reizarmen Gründen und realisiere das. So spät erst. Shit happens.

Hast du dann einen idealen Ausgleich zwischen Wohnort und City?
Autor YasaLasa
registriert
#44 | Gesendet: 11 Okt 2017 11:16
Ich weiß dass es für mich quartalweise ist. Also ich hab meine Symptome mit den Jahreszeiten. Das entweder positiv oder negative Symptome vorherrschen.
Autor Bridget Ria
registriert
#45 | Gesendet: 11 Okt 2017 11:25
YasaLasa:
Also ich hab meine Symptome mit den Jahreszeiten.

Sind das immer die gleichen Symtome zu den gleichen Jahreszeiten und würdest du das nur auf psychot. Symptome beziehen?


Bei mir pendelt sich Jahr für Jahr Schwäche und Antriebslosigkeit bei hohen Graden ein. Hitze/Wärme ist das Schlimmste.
Richtig gut wird es ab Herbst mittleren Temperaturen.
Winter ist dann solala, nicht wirklich gesundheitsfördernd, weil ich mich weniger sportlich in der Natur betätige und keine Gyms mag aber so gesehen okay.
Am Pazifik erreiche ich dann ganzjährig meine Topform ohne Jahreszeit bedinte Einbrüche zu haben.
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