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@turtel

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Autor Mowa
registriert
#16 | Gesendet: 18 Jan 2018 22:15 | Edited by: Mowa
Turtel:
Ich war in einer unsäglichen Situation und ja vor so etwas und vor den Folgen möchte ich Andere die ähnliches erleiden bewahren.

Hallo Turtel,

es freut mich sehr, dass Du meine Frage aufrichtig beantwortet hast. Endlich kann ich Dich jetzt ein kleines bisschen mehr verstehen, d.h. mich dadurch auch etwas mehr entspannen, wenn ich Deine Beiträge lese.

Möchtest Du eventuell Deine Erfahrungen hier mit uns teilen, mit etwas mehr Details vielleicht...? Mich würden Deine persöniche Leidensgeschichte interessieren, klar, aber ich würde natürlich auch verstehen, wenn Du es im Moment nicht tun möchtest, zumal Deine Identität ja scheinbar nicht unbekannt ist. Nur so viel habe ich auch schon verstanden, dass die konventionellen Behandlungsmethoden der Klinikspsychiater usw. Dich früher einmal fast "umgebracht" hätten und Du gerade aus diesem Grund ihnen nicht mehr vertrauen kannst.

Worüber ich mir jetzt am meisten Sorgen mache (falls Du mich lässt): In dem Moment, wenn Du Deinen Mitbetroffenen Deine größtmögliche Fürsorge und auch Wohlwollen entgegenbringst und doch nichts zurückbekommst bzw. ganz im Gegenteil, nur verbale Schläge und Tritte... Tun Dir diese hasserfüllten Reaktionen denn gar nicht weh...? Immerhin meine ich solche Aggressionsausbrüche immer wieder mal zu beobachten, dann allerdings bei allen Beteiligten (sprich auch bei Dir selbst dann). Selbst ich als stille Mitleserin, wenn ich sowas mal sporadisch und nebenbei mitbekomme, fühle mich auch gleich unwohl.

Habe ich mich für Dich verständlich genug ausgedrückt? Ich als Nicht-Muttersprachlerin habe kein Feingefühl für die deutsche Sprache, ja leider.

Liebe Grüße,

Mowa
Autor Armleuchter
registriert
#17 | Gesendet: 18 Jan 2018 22:29
Toll , ich habe Risperdal auch überhaupt nicht vertragen und bin damit ein Monat mit extremer Unruhe herumgelaufen und hatte starke Schlafstörung. Mache ich deshalb so ein Aufstand wegen der Psychiatrie ? NEIN!!!!!!"!!!

Ich habe noch andere Medikamente in der Klinik durch und extreme Nebenwirkungen gehabt. Turtel meint , er wäre der einzige , der in der Klinik leiden musste durch die Neuroleptika. Ich könnte genauer erzählen , wie übel es mir ging. Als ich in der Klinik eine volle Ladung Haldol bekommen habe , dachte ich , ich sterbe. Bin wie ein aufgekratzes Huhn durch die geschlossene gelaufen , habe keine Ruhe gefunden.
Autor Gammelfleisch
registriert
#18 | Gesendet: 18 Jan 2018 22:43
Turtel:
Ja und das mir das Zeug hilft sprecht ihr mir ab.

Es will keiner hören wie es dir damit angeblich geht. Und es nimmt dir auch keiner ab.
Ich weiß garnicht wieso Du immer noch mit deiner dummen Propaganda fortfährst. Du erntest nur (zutreffende) Kritik. Abgesehen von seltenen Trollen stimmt dir keiner zu. Und es ist ziemlich aussichtslos deine unsinnige Medikation für Psychotiker zu empfehlen weil es keinen Arzt gibt der deinen Stuss bei irgendeinem Patienten anwendet. Das ist daher schon ziemlich dumm, immer weiter damit fortzufahren.
Autor Mowa
registriert
#19 | Gesendet: 18 Jan 2018 23:44 | Edited by: Mowa
Turtel:
Ich habe und hatte eben Gedankenausbreitung im größeren Stil und wenn einen dann die Medikamentepeitsche gegeben wird statt das man irgendwie aufgeklärt wird wie man damit umgehen soll, dann ist das unverantwortlich denen gegenüber die einen da irgendwie trotz aller Krankheit brauchen.

Ja, also das kann ich selber auch nur unterschreiben ja. Bei mir hat sich noch kein einziger Psychiater jemals für meine Wahninhalte interessiert, was ich zwar für menschlich verständlich halte aber für meine Genesung nicht gerade konstruktiv, eher im Gegenteil.

Ich hatte sowohl in meiner ersten Akutphase (Dauer wenige Tage) in 2010 als auch in meiner zweiten Akutphase (Dauer wenige Stunden) vor wenigen Wochen immer eine klare Logik und daher auch Zusammenhänge, aber eben nicht verständlich für alle Anderen. Ich kann mich noch erinnern, zumindest in groben Zügen, wann ich was und warum gedacht, gefühlt und gehandelt habe, eben in chronologischem Kontext. Und meine Wahnwelt kommt eben auch nicht von nichts, sondern ist eine logische Konsequenz aus persönlich Erlebtem.

Für mich tickt die Natur und unsere Welt strengstens logisch, nur dass diese Logik für unsere menschlich-menschelnden Köpfe praktisch nicht nachvollziehbar ist. Determinismus, warum auch nicht!

Aber ja, inzwischen habe ich eine zunehmende Statistik darüber, wie meine Mitmenschen auf meine Aussagen reagieren und warum. Wenn mir dann Krankhaftigkeit vorgeworfen wird, obwohl die Ahnungslosen in Wirklichkeit mangels Informationslücken die von mir beabsichtigten Zusammenhänge nur nicht erkennen, dann wird das Vertrauen meinerseits natürlich auch sofort angepasst und relativiert, als menschlich-menschelnd eben, was ich tatsächlich auch meistens schon festgestellt habe.

Insofern, wenn ich meine persönlichen Wahrheiten öffentlich aussprechen möchte, dann bleibe ich eben möglichst brav in meinem persönlichen-individuellen Rahmen, wie schon einige andere Mitleidenden wie Da Jagna, Taurus, gelberhund usw. es mir vormachen. Denn für mich ist ganz klar: Ich würde 100% genauso viele Schläge und Tritte einkassieren wie Du, lieber Turtel, wenn ich jetzt auch noch anfangen würde, meine persönlichen Wahrheiten für allgemein gültig zu erklären und diese dann auch noch den anderen Usern aufzuerlegen...
Autor malloy
registriert
#20 | Gesendet: 19 Jan 2018 03:46
Turtel:
Das Risperdal war real die Hölle. Ich bringe damit etwa Erdbeben wie das in Italien damals in Verbindung, da meiner Meinung selbst Naturkatastrophen im Kopf beginnen. Das ist ein Eindruck, ebenso wie ich an sich an keinen Klimawandel glaube und eben der Meinung bin das Einiges davon auch Kopfsache ist und diese Instabilitäten die bei Kranken mit harten Medikamenten erzeugt werden in Real dann sich durch solche Phänomene entladen können, also Betroffenen wird die Hölle gemacht.. ->> Hölle auf Erden (Teufelskreis) was auch psychiatrisch eben begünstigt wird.

Das muss die Hölle sein und stark, dass Du s überlebt hast! Da ich ja auch Bupropion sowie Abilify und etliches zuvor, auch Risperdal ausprobiert habe und Solian und Zyprexa, Haldol etc. und in akuten Phasen hat gar nichts, aber auch gar nichts geholfen: ich habe in drei Monaten 20 kg abgenommen unter der Medikation von

3g Ergenyl
30 mg Abilify
6 mg Risperdal
40 mg Valium
3 mg Tavor
120 mg Dipiperon
80 mg Dominal und das alles täglich über mehrere Wochen und ich bin nicht aus diesem Wirrwarr rausgekommen und bis heute, reiche ich mit meinen jetzigen Vorstellungen und Verstehvermögen nicht an diese Zeit ran, weil .. keinen Plan!

Jetzt geht es mir aber doch darum ein halbwegs für mich und meine Nächsten annehmbares Leben zu führen, ohne wie DaJagna sagt einen Rückfall zu bauen und Da ist es doch wichtig mit Leuten darüber zu sprechen, wie s geht und was einem schwer fällt oder was nicht so richtig klappt..

zur Zeit stell ich wieder auf Zeldox um etc., aber halt als minimaldosis, so wie ich klar komme, so wie Du halt, dass Du mit Bupropion und Abilify gut fährst und, jep, wie schon viele vorher gesagt haben:

Die Inhalte der Psychose sind schon allgemein, weil wir ja schließlich in diesem Zusammenhang leben und da zeigt sich doch z.B. wenn alle Computer diese Sicherheitslücke von Spectre oder Meltdown oder wie auch immer das heißt, haben, dann braucht auch mein Computer ein Update.. und wenn ich halt gerade hellhörig, also an der Grenze zur Psychose, dann können aktuelle und schwierige Ereignisse dazu führen, dass ich die mit mir in Verbindung bringe... das kann die Hölle sein, die ist aber nachträglich zu verstehen und sei es mit einer "tragfähigen Konstruktion", wie: Menschen sind seit Urzeiten mit Höllen"symbolen" und ihrem Zwischen beschäftig, mit dem Tod und schlechten Taten etc.. wieso sollte dann nicht in uns auch eine Wahrnehmungsschleife sein, die in diesen Grenzsituationen sich einschleift und ja, wenn ich immer nur gut sein will und besser und besser, weil ich vielleicht vormals mich mies und klein gefühlt habe, dann erlöse ich mich und die anderen doch, und das vormals ungelebte, also verworfene, wird zur Realität, also Psychose....

ich habe jetzt einfach mal so runtergetippt, mein Browser spinnt irgendwie, fängt mittendrin an mir meinen Text vorzulesen..... heije..

lg
Autor malloy
registriert
#21 | Gesendet: 19 Jan 2018 04:13
Mowa:
Für mich tickt die Natur und unsere Welt strengstens logisch, nur dass diese Logik für unsere menschlich-menschelnden Köpfe praktisch nicht nachvollziehbar ist. Determinismus, warum auch nicht!

Hey, magst Du das mal genauer erklären? Es gibt ja von Dilthey diesen Spruch " Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir", glaub ich, das der so geht..

und wenn der so geht, dann gibt's dieses VS. zwischen Erklären und Verstehen, die jeweilig allein schon vom Begriff her auf unterschiedliche Wissenschaftstraditionen zurückreichen, wie etwa im Methodenstreit der Soziologie, Positivismusstreit.. googel mal.. hoffe das stresst nicht zu sehr ;)

Erst seit kurzem gibt es verkürzt gesagt "qualitative" Forschung, Da wo dann etwa die Biographie oder halt Inhalte, auch "psychotischer" befragt sind.. und da zeigt sich, das sehr wohl viele an Geister glauben, sich verfolgt fühlen oder Stimmen hören, also signifikant mehr als nur 1%, die die besser klar kommen, haben halt Netzwerke oder konnten dann darüber sprechen, wo hingegen... ihr kennt die Geschichte..
Autor blackadder
registriert
#22 | Gesendet: 19 Jan 2018 07:26
Mowa:
Bei mir hat sich noch kein einziger Psychiater jemals für meine Wahninhalte interessiert, was ich zwar für menschlich verständlich halte aber für meine Genesung nicht gerade konstruktiv, eher im Gegenteil.

Zu den Wahninhalten finde ich gerade dies Lied besonders passend:

Adel Tawil - Lieder

Meine Wahninhalte werde ich sicher mein ganzes Leben nicht mehr vergessen, denn die Erfahrung der Psychose war so intensiv im Vergleich zum restlichen Leben, dass ich mich auch heute noch immer wieder mit diesen Inhalten beschäftige, nur eben, dass ich mich heute gut von den Inhalten distanzieren kann. Deshalb traue ich mich auch, mich heute mit ihnen auseinander zu setzen, aber auf der anderen Seite merke ich auch, dass es mir tatsächlich sehr schlecht geht, wenn ich mich mit den Psychoseinhalten auseinandersetze. Ich empfinde es als eine immer wieder schwere Aufgabe.

Wichtiger als die Auseinandersetzung mit den Psychoseinhalten ist es für mich, mich selbst zu akzeptieren so wie ich bin und auch wirklich ich selbst zu sein. Auch das ist schwer.

Mowa:
Für mich tickt die Natur und unsere Welt strengstens logisch, nur dass diese Logik für unsere menschlich-menschelnden Köpfe praktisch nicht nachvollziehbar ist. Determinismus, warum auch nicht!

Ich denke das auch, dass die Natur strengstens logisch tickt, nur anders als Du meine ich, dass gerade die Logik der Natur eben zu Indeterminismus führt. Eben, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Sturm auslösen kann. Oder der berühmte Sack Reis, der in China umfällt.
Autor Mowa
registriert
#23 | Gesendet: 19 Jan 2018 07:36 | Edited by: Mowa
malloy:
Die Inhalte der Psychose sind schon allgemein, weil wir ja schließlich in diesem Zusammenhang leben

Ok gut, einverstanden, dann korrigiere ich mich: Psychoseinhalte sind allgemein und speziell, beides zugleich, binär :-D

Zur Veranschaulichung, hier ein Erinnerungszitat der damaligen Assistenzpsychiaterin bald nach meiner Einweisung, bei meinem ersten richtigen Arztgespräch (da waren meine Schwester und meine Mutter auch begleitend dabei), höflich aber bestimmt schmunzelnd:
"Frau Dr. Mowa, das sind klassische Symptome einer paranoiden Schizophrenie. Sie brauchen mir hier nichts erzählen, wofür Sie sich später schämen könnten...".

Ich weiß noch genau, dass ich ihr gerne so alles im Zusammenhang erzählt hätte, wie rückblickend fantastisch meine Psychosewelt war. Und war dann enttäuscht und traurig, dass niemand mich verstehen wollte, auch nicht einmal diese hübsche, junge, liebe Ärztin in weiß.

Zu diesem Zeitpunkt waren meine Positivsymptome (v.a. Wahnideen und sinnhaften Halluzinationen) mit Risperidon soweit schnell unterdrückt worden, dass ich über das Erlebte reflektieren konnte.

Daher ja. Psychoseinhalte, da wir alle Menschen sind und in der natürlich-global-menschlichen Welt zusammenhängend leben, gibt es eben diese "klassischen" Symptome. Aber speziell für mich, Religion war eben nie so wirklich in meinem persönlich-gewollten Kontext, und mein Gehirn war in diesem Bereich praktisch eine tabla rasa, schon immer. Daher hatten meine Psychoseinhalte nie wirklich mit Religionen zu tun - von nichts kommt eben nichts!

Das Religiöseste, was ein Teil meiner ersten Psychose war, war, dass mein damaliger Partner (der deterministisch betrachtet Jude ist) von einer geheimen jüdischen Vereinigung meinetwegen entführt wurde. Die greise Mutter (rückblickend geschätzt zwischen 80 und 90 Jahren damals) meines damaligen Vermieters (er war selbst Arzt, recht fröhlich-exzentrisch und für mich auch zu aufdringlich), mit der in voll-akutem Zustand noch gesprochen habe, auch Teil der jüdischen Vereinigung (dem Familienname nach osteuropäisch, vielleicht ungarisch aber keine Ahnung). Diese Erkenntnis über die Greisin, wie alle anderen meiner psychotischen Erkenntnissen eben, hatte sich auch in meinem Kopf ganz logisch ergeben. Jedenfalls war diese jüdische Vereinigung ein Teil der übergeordneten, ihrerseits geheimen Vereinigung, und zwar die der intelligentesten Wissenschaftler mit übermenschlichen Fähigkeiten.
Autor blackadder
registriert
#24 | Gesendet: 19 Jan 2018 07:39
malloy:
3g Ergenyl
30 mg Abilify
6 mg Risperdal
40 mg Valium
3 mg Tavor
120 mg Dipiperon
80 mg Dominal

Sehr heftig. Das ist wirklich eine Horrorliste. Ich kann mich mit 10 mg Pipamperon komplett abschießen. Medikation ansonsten seit Ewigkeiten 5 mg Fluanxol und 750 mg Carbamazepin. Bei Krisen habe ich das Pipamperon als Bedarf. Ich finde es ganz gut, so ein Bedarfsmedikament zur Verfügung zu haben. Zwar brauche ich es vielleicht nur ein- oder zwei Mal pro Jahr, aber es ist besser als wenn ich dafür extra zu Arzt muss und ich mir dadurch Ruhe verschaffen kann. Dann schlafe ich, und danach habe ich wieder den Überblick, um meine Probleme anzugehen.
Autor Mowa
registriert
#25 | Gesendet: 19 Jan 2018 07:49
Turtel:
Verstehe dich ja da voll nur möchte oder müsste ich eben da mal eine Ausnahme sein und mir das eben gewährt werden.

Hmm, falls Du wahrhaftig eine Ausnahme unter uns sein möchtest oder müsstest, dann könnte ich Dich nur so verstehen, dass Du es voraussetzt, dass NICHT alle Menschen gleichwertig seien. Verstehe ich Dich richtig überhaupt...?

Für mich persönlich ist meine Voraussetzung bzw. meine Grundannahme, dass wir als Menschen alle gleichwertig sind. Und diese Gleichwertigkeit bleibt eben nicht nur bei unserer speziellen Spezies, sondern auch allgemein, d.h. beliebig innerhalb unserer wahrnehmbaren Natur erweiterbar, ob lebend (Tiere, Pflanzen, meinetwegen auch Außerirdische a-la-Star-Trek) oder tot (mein Rechner, unsere Wohnung, die Sterne und seine Planeten, und eben was-auch-immer), ob Materie oder Energie. Womit wir wieder bei Einstein gelandet sind :-D
Autor Mowa
registriert
#26 | Gesendet: 19 Jan 2018 08:19 | Edited by: Mowa
malloy:
Hey, magst Du das mal genauer erklären? Es gibt ja von Dilthey diesen Spruch " Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir", glaub ich, das der so geht..

und wenn der so geht, dann gibt's dieses VS. zwischen Erklären und Verstehen, die jeweilig allein schon vom Begriff her auf unterschiedliche Wissenschaftstraditionen zurückreichen, wie etwa im Methodenstreit der Soziologie, Positivismusstreit.. googel mal.. hoffe das stresst nicht zu sehr ;)

Erst seit kurzem gibt es verkürzt gesagt "qualitative" Forschung, Da wo dann etwa die Biographie oder halt Inhalte, auch "psychotischer" befragt sind.. und da zeigt sich, das sehr wohl viele an Geister glauben, sich verfolgt fühlen oder Stimmen hören, also signifikant mehr als nur 1%, die die besser klar kommen, haben halt Netzwerke oder konnten dann darüber sprechen, wo hingegen... ihr kennt die Geschichte..

Moin malloy, Dein alter Nick stimmt mich fröhlich-nostalgisch, irgendwie :-D

Ich kann leider nur auf die Informationen eingehen, die Du hier auch für mich verständlich erklärt hast. Ich schaffe es (noch?) nicht, mich in Theorien anderer Leute einzulesen.

Ich stimme Dir insofern zu bzw. ich persönlich betrachte das so, dass alles Erklären ein Teil des Verstehens ist. Und dieses Verstehen ist eben strengstens logisch (ob wahr, unwahr oder irgendetwas dazwischen), um Deine Frage zu beantworten.

"Qualitative Wissenschaft & Forschung" gefällt mir sehr, der Ausdruck. In diesem Zusammenhang ist die heutige Schulmedizin (sprich auch die hier anerkannte Seelenmedizin) viel zu viel, nach meinem Geschmack, quantitativ, obwohl übermäßige Quantifikationen ohne bzw. mit zu geringem Kontext irreführend sein MUSS, behaupte ich einfach mal so spontan.

Jetzt, da Du mich inspiriert hast, lieber malloy, möchte ich das Programm meiner persönlichen Antistigmatisierungskampagne psychaitrisch Diagnostizierter wie folgend erweitern:

Vorschlag für einen Therapieansatz seelisch Leidender:
Seelische Diagnosen soweit wie möglich, d.h. realistisch & schrittweise umsetzbar, abschaffen, zack. Und falls zwingend notwendig, dann überlassen Sie, liebe Psychiater und Ärzte im allgemeinen, diese Kompetenz bitte unverzüglich ihren Psychotherapeuten-Kollegen. Denn die Seele, ob nun menschlich oder nicht-menschlich, ist viel zu komplex, dass krampfhafte Quantifikationen ohne einen ausreichenden Kontext (also hier eher qualitativ weil unsere Gehirne autark genug sind, besonders als Cluster) zwischen diesen Quanten, UND in Kombination mit dem vorherrschenden, konservativen Reduktionismus der Wissenschaft & Forschung, uns seelisch Leidenden nur mehr schaden können als nutzen.

Edit: Und als Zusatz möchte ich unbedingt auch jeden Seelenazubi dazu ermutigen, begleitend zur konventionellen Ausbildung mit den Profi-Ausbildern große Werke der Philosophie zu disktuieren, z.B. "Der kleine Prinz" oder gerne auch "Sophies Welt" usw. usf. :-D
Autor oedipus
registriert
#27 | Gesendet: 19 Jan 2018 08:40 | Edited by: oedipus
Mowa:
Ich schaffe es (noch?) nicht, mich in Theorien anderer Leute einzulesen.

Danke Mowa, für diese Bemerkung!

Das bringt mir sehr viel.
Denn das ist, fast so lange ich mich zurückerinnern kann, mein Lebensgefühl, allerdings eher umgekehrt. Wie Menschen, denen ich begegne, nicht oder selten schaffen, sich auf das Fühlen und Erleben eines anderen einzulassen.

Es ist sehr anstrengend, sich immerfort selbst soweit zurückzunehmen bis das Wort des Anderen übergültig wird, solange, bis man sich selbst nicht mehr kennt. Wie eigenartig, das dies geradezu machtvoll und mit äußerster Kraft umgekehrt wird in jenem Zustand, den man Manie, Paranoia oder Psychose benennt, je nachdem.

Der dritte Schritt aber ... Wenn ich "den kleinen Prinz" lese, dann ist es für mich eine Geschichte, wo dem Erzähler nach und nach gelingt, sich von seiner eigenen Sicht als der Alleingültigen soweit zu lösen, dass er zuhören lernt. Es ist das, was ich für mich "das Zähmen des Fuchses" nenne, wobei, nicht nur der Junge den Fuchs, sondern ebenso der Fuchs den Jungen zähmt.

Solche Ärzte, die das können, die sind ein Segen!
Autor Mowa
registriert
#28 | Gesendet: 19 Jan 2018 08:54
oedipus:
Solche Ärzte, die das können, die sind ein Segen!

Kann ich Dir nur zustimmen, liebe oedipus, danke. Ich meine zu wissen, warum es zwischen uns damals gekracht hat. Und inzwischen kann ich nur noch von Dir profitieren, also von dem, was Dich ausmacht :-*
Autor blackadder
registriert
#29 | Gesendet: 19 Jan 2018 09:00 | Edited by: blackadder
oedipus:
Es ist sehr anstrengend, sich immerfort selbst soweit zurückzunehmen bis das Wort des Anderen übergültig wird, solange, bis man sich selbst nicht mehr kennt.

Allerdings! Das ist Psychoterror pur! Wenn wahr falsch wird, gut wird schlecht, und weiss wird schwarz. Familie und Freunde werden als Feinde erklärt und sogar Mathematik wird dann zu Schwachsinn erklärt. Habe ich lange gebraucht, um mich da endlich vor zu schützen, aber das passiert mir nicht wieder.
Autor oedipus
registriert
#30 | Gesendet: 19 Jan 2018 09:19 | Edited by: oedipus
blackadder:
Habe ich lange gebraucht, um mich da endlich vor zu schützen, aber das passiert mir nicht wieder.

Wie schön, wenn es Dir nunmehr gelingt, nicht mehr hin- und her zu pendeln zwischen jenen Extremen, wo einmal Dir der langjährigste Freund Freund, einmal derselbe Freund Feind, einmal die Eltern gut, einmal bös, an einem Tag die Stimmung so dunkel, am nächsten wieder so hell und einmal Mathematik faszinierend und einmal überfordernd ... sondern so was ganz eigenes, auf das Du Dich einpendelst. Freut mich :-)
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