Laien und Betroffene Diskussionsforum des Kompetenznetz Schizophrenie / Laien und Betroffene /
Short link for this topic:

Referat von Dr. Stefan Weinmann: Neuroleptika reduzieren und absetzen - warum und wie?

Page  Page 1 of 2:  1  2   
Autor not_sure
registriert
#1 | Gesendet: 26 Jan 2018 03:50 | Edited by: not_sure
Referat von Dr. Stefan Weinmann: Neuroleptika reduzieren und absetzen - warum und wie? ein ~50 Minuten langer Vortrag auf Youtube.

"Der Medikus kuriert dir eine Krankheit weg, die andere herbei,
und du kannst nie recht wissen, ob er dir genutzt oder geschadet hat."

sagte Goethe (im Vortrag enthalten)
Autor Guckucksnest
registriert
#2 | Gesendet: 26 Jan 2018 04:41
Finde ich nicht gut vorgetragen.
Autor not_sure
registriert
#3 | Gesendet: 26 Jan 2018 08:54 | Edited by: not_sure
Guckucksnest,

der Inhalt ist eh wichtiger (ist so vorgetragen, dass man der Sache gut folgen kann). Und da meine ich, ist es eine sehr ordentliche und ernstzunehmende Zusammenfassung.
Autor malloy
registriert
#4 | Gesendet: 26 Jan 2018 09:32
danke sicher ;)
Autor Eartha
registriert
#5 | Gesendet: 26 Jan 2018 10:33
Mir gefällt der Vortrag sehr gut not_sure. Danke dafür :-)
Autor blackadder
registriert
#6 | Gesendet: 26 Jan 2018 10:46 | Edited by: blackadder
Besonders den Abschnitt über die "Bedeutung sozialer Faktoren" finde ich gut.
- 25% Non-Responder auf Neuroleptika->Dosis wird erhöht->Psychose kommt stärker zurück.
- Neuroleptika-Studien sind nicht vertrauenswürdig.
- 30-40% der Patienten kommen ohne oder mit ganz wenig Medikamenten und guter psychosozialer Betreuung gut klar.
- Wesentliche Verbesserung des Langzeitverlaufs wird durch Neuroleptika nicht erreicht.
- Sekundäre Veränderungen durch Einnahme von Neuroleptika: nicht besetzte Rezeptoren werden sensitiver->Absetzen führt zu Supersensitivitätspsychose.
- Macht die Neuroleptika-Einnahme vulnerabler?
- Viel Blockade von Dopamin-Rezeptoren führt zu mehr Rauchen.
- signifikante Korrelation von Reduktion von Hirnvolumen und kumulativer Neuroleptika-Einnahme.
- Psychiatrie hat auch eine soziale Ordnungsfunktion.
- Das folgenschwerste Muster in der Psychiatrie ist die Einteilung in "Wir" und "Sie".
- Jeder hat die Möglichkeit psychotisch zu reagieren. Die Funktionsweise des Gehirns ist bei allen nicht grundsätzlich anders.
- Wie sollte die ideale psychosoziale Behandlung aussehen?
- Rückfallrate unter Dosisreduktion ist erhöht. Allerdings ist die Recovery-Rate im Verlauf der Zeit bei Dosisreduktion langfristig besser.
- Für eine Dosisreduktion braucht man eine Perspektive. Der Rat, immer nur in kleinen Schritten zu reduzieren, ist individuell. Manchmal muss man auch mal die Dosis wieder erhöhen.
- Neuroleptika reduzieren die Möglichkeit der Selbstbeurteilung. Deshalb braucht es ein Korrektiv. Gut ist es, einen unterstützenden Arzt zu haben.
- Reduzieren lohnt sich, aber man muss sich "für" etwas entscheiden und nicht "gegen" etwas.
Autor Batu
registriert
#7 | Gesendet: 26 Jan 2018 16:10
Gute Zusammenfassung, blackadder
Autor DerInsider
registriert
#8 | Gesendet: 26 Jan 2018 16:45
guter Beitrag
Autor Vite
registriert
#9 | Gesendet: 26 Jan 2018 20:08
Sehr guter Vortrag, danke.
Autor ingo
registriert
#10 | Gesendet: 26 Jan 2018 20:44
ich habs jetzt nicht gesehen, höre ja auch gerade musik :)
aber ich habe doch etwas erfahrung damit.
ich kann euch sagen, setzt nicht einfach ab, wenn doch muss es berechtigte gründe geben.
als erstes wäre da der schlaf ! habt ihr genügend schlaf? wenn ihr diese frage mit ja beantworten konnt, sagt ja zu den tabletten.
habt ihr zu wenig schlaf? eventuell tabletten wechseln.
habt ihr zu viel schlaf? eventuell reduzieren oder wechseln der medis.
schlaf ist also der wichtigste punkt !!!
aber achtung!!! wer gerade aus der psychose gerade raus ist hat erhöten schlafbedürfniss, lasst euch davon also nicht täuschen. ich denke, halbes jahr richtig schlafen, dann kann man nachdenken an den medis langsam was zu ändern. ärzte raten sogar zu einem jahr.
wenn ein psychiater das alles nicht beachtet, ist er normal auch kein guter psychiater.
lange rede kurzer sinn, denkt nicht immer gleich ans absetzen, es wird schon werden.
Autor not_sure
registriert
#11 | Gesendet: 26 Jan 2018 23:11 | Edited by: not_sure
Freut mich wenn dieser Vortrag hier ins Forum passt und so gut angenommen wird von euch.

Speziell an Ingo,

Dieser Vortrag (von einem Psychiater) ist nicht unbedingt ein Aufruf dazu, plötzlich alle Medikamente abzusetzen, sondern richtet sich ein bisschen an die Psychiatrie selber. Wie man alle Betroffenen ohne Ausnahme also dazu bringt Tabletten einzunehmen, ist klar, aber wie man Leuten hilft diese Medikamente wieder abzusetzen, darüber gibt es eigentlich noch gar keine Ratgeber oder Hilfsangebote. Da statistisch festgestellt werden kann, dass Patienten auf lange Sicht ohne Medikamente einen besseren Verlauf haben als mit Medikamenten, muss natürlich über so eine Art Unterstützung nachgedacht werden, von der Psychiatrie.

Ich selber entdecke da sogar viele meiner Argumente gegen eine Dauermedikation wieder bei diesem Vortrag, und freue mich, dass ich nicht mal daneben lag, und indirekt sozusagen auch meine Stimme und Bitte erhört wird.
Autor DerInsider
registriert
#12 | Gesendet: 27 Jan 2018 16:21 | Edited by: DerInsider
Ich denke, ich setze ab und mach mit Cannabidiol weiter. Kein Bock auf Spätdsykinesien.

Edit: Ich denke ich mache doch erstmal so weiter, mit 5mg Abilify, aber nehm das Cannabidiol noch dazu.
Autor not_sure
registriert
#13 | Gesendet: 27 Jan 2018 18:02 | Edited by: not_sure
.. wenn es so weit ist, dass man ohne auskommen will, dann sollte man vielleicht besser irgendwo Rückhalt haben, eine nahestehende Person, Familie, FreundIn.. oder auch Arzt, Therapeut die nicht gleich Panik schieben.. kleiner Tip von mir. Bei mir war es glücklicherweise meine Mutter, die eigentlich auch diejenige war, die je für die Einweisungen gesorgt hatte, tatütata. Als sie das einmal sein ließ, war das wahrscheinlich so die Wende, nicht nur für mich, sondern auch für den Familienfrieden :-D
Autor not_sure
registriert
#14 | Gesendet: 27 Jan 2018 18:14 | Edited by: not_sure
.. mein Argument war eigentlich immer bloß... "nimm die Dinger mal selber ein paar Wochen lang, und dann weißt du was ich meine"

Nicht eine einzige Pille wollen die ~Gesunden mal kosten. Angst ist das.
Autor DerInsider
registriert
#15 | Gesendet: 27 Jan 2018 19:17 | Edited by: DerInsider
ja, das mit den Eltern kann ich gut verstehen. Meine Mutter nervt mich auch manchmal mit ihrer Art, aber ich denke man muss immer höflich und fair bleiben, dann kommt man da auch raus. Und immer schön Nein sagen - zu allem was von ihr kommt.
Page  Page 1 of 2:  1  2   
Laien und Betroffene Diskussionsforum des Kompetenznetz Schizophrenie / Laien und Betroffene / Referat von Dr. Stefan Weinmann: Neuroleptika reduzieren und absetzen - warum und wie? Top
Dieses Thema ist geschlossen. Es sind keine weiteren Antworten möglich.
 
Diskussionsforum
Möchten Sie Gespräche mit Angehörigen, Patienten und interessierten Laien führen oder zu einzelnen Themen Stellung beziehen, Ihre Ansichten und Erfahrungen mitteilen? Das Diskussionsforum für Betroffene bietet Ihnen hierzu Gelegenheit. Selbstverständlich können Sie auch die Diskussion zu neuen Themenfeldern eröffnen. Das Forum ist offen für alle und anonym. Es ist jedoch erforderlich, dass Sie sich zuvor ein Log-In mit frei wählbarem Benutzernamen und Kennwort anlegen.
Das Diskussionsforum versteht sich als Plattform, die Laien und Experten gleichermaßen zugänglich ist, um so den Austausch zwischen und innerhalb der Gruppen zu fördern. Darüber hinaus sind engagierte Kooperationspartner im Kompetenznetz-Schizophrenie bemüht, die Beiträge im Diskussionsforum aus medizinisch-fachlicher Sicht regelmäßig zu sichten und im Rahmen allgemeiner Nutzungsbedingungen zu beantworten. Hierbei bleiben u.a. eine individuelle medizinische Beratung und Diagnostik ebenso wie die Gewährleistung eines Anspruchs auf Antwort ausgeschlossen.
Für die einzelnen Beiträge sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Dem freien Meinungsaustausch sind jedoch Grenzen gesetzt, wo diese gegen ethische, moralische und rechtliche Normen verstoßen. Sofern Beiträge dieser Art bekannt werden, behalten sich die Administratoren des Forums vor, diese zu löschen und ggf. rechtliche Schritte gegen den Verfasser einzuleiten. Machen Sie bitte die Netzwerkzentrale hierauf aufmerksam. Danke.
Kontakt: info@kompetenznetz-schizophrenie.de

Nutzungsbedingungen
Die Beiträge im Diskussionsforum obliegen der Verantwortung der jeweiligen Autoren. Es besteht kein Anspruch auf nachträgliche Löschung von einmal veröffentlichten Beiträgen, es sei denn, es handelt sich um personenbezogene Daten bzw. solche, die zur Identifizierung einer Person führen können.
  • Medizinisch-fachliche Antworten aus dem Kompetenznetz Schizophrenie sind als solche durch das Kürzel KNS gekennzeichnet.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Gewähr, dass jede medizinische Anfrage im Diskussionsforum von Kooperationspartnern im Netz beantwortet wird.
  • Medizinisch-fachliche Beiträge im Diskussionsforum ersetzen keine honorarpflichtige Beratung und Diagnostik durch einen Arzt / eine Ärztin oder einen Therapeuten / eine Therapeutin. Zur Abklärung von Symptomen, therapeutischer Behandlungsweisen etc. bleibt die honorarpflichtige Konsultation eines Arztes / einer Ärztin oder Therapeuten / Therapeutin erforderlich.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Haftung für Beiträge, wenn Auskünfte entgegen ihrer Zweckbestimmung zur Selbstdiagnostik und Selbstbehandlung verwandt werden.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Haftung für Beiträge, die gegen ethische, moralische und rechtliche Normen verstoßen, wird jedoch bei Bekanntwerden jeden Beitrag dieser Art löschen und behält sich vor, bei grober Fahrlässigkeit rechtliche Schritte gegen den Urheber des Beitrags einzuleiten.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Verantwortung für von seinem Diskussionsforum aus verlinkte Seiten.