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Kann mich noch lebhaft an die "dringende Anfrage" hier im Forum erinnern

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Autor Suchender
registriert
#31 | Gesendet: 16 Mai 2018 10:57
IchBinDerIchBin:
Es gibt viele Arten um jemanden den Kopf zu verdrehen :))

Da stimme ich Dir zu. Meinte damit, dass ich aus ganz normalen Gründen mit ihr zusammen bin, wie ich es bei den Beziehungen vorher auch hatte ;o) Also eine Mischung aus vielem und nicht alleine wegen sexueller Anziehung *zwinker*

Das mit dem Sex wechselt leider eh häufig. Anfangs hieß es: enorm wichtig. Später hieß es: nicht das Wichtigste, aber auch wichtig. Gestern hieß es: es gibt Tage, da wäre es völlig fehl am Platz.

Das kann ich so akzeptieren, aber gestern war sie so erschöpft, dass sie nicht mal Töpfe aus dem Schrank heben konnte. Nach dem Abendessen direkt hingelegt mit dem Hinweis, sie wisse nicht was los sei. Selbst das Denken fiele unglaublich schwer. Sie war tolpatschiger als so schon und innerlich aufgewühlt.

Ich weiß, ich muss bald das Gespräch mit ihr suchen und wenn sie so leben kann, ist es alleine ihre Entscheidung. Mir kommt sie so vor, als wisse sie, dass "etwas nicht stimmt" aber als würde sie mit ungleublich hohem Kraftaufwand versuchen ein "normatives Leben" zu imitieren.. Ich komme da nicht weiter, aber es stimmt mich irgendwie traurig.

Euch allen alles Gute! Tolles Forum hier, macht Euch gegenseitig bitte nicht so runter...

LG
Autor LightnessIII
registriert
#32 | Gesendet: 16 Mai 2018 16:12
Suchender:
Euch allen alles Gute! Tolles Forum hier, macht Euch gegenseitig bitte nicht so runter...

nett von dir @Suchender. Wenn du länger hier wärest, würdest du es besser verstehen. Es gibt hier einen oder zwei, die ständig querschießen und das Forum aufmischen.

Zu deiner Freundin kann ich nicht viel schreiben. Ich bräuchte einen persönlichen Eindruck, um dir eine Einschätzung zu geben. Aber da du schreibst, dass sie mit aller Kraft versucht, ein normales Leben zu führen, wird es nciht leicht sein, an sie heran zu kommen.

Vielleicht solltest du auch keine schlafenden Hunde wecken. Evtl. ist ihr vieles nicht bewusst oder sie tut ihr bestes, um nicht aus der Rolle zu fallen. Oder sie hat Angst davor die Kontrolle zu verlieren, manche Menschen ziehen die Zügel sehr straff, weil ihnen traumatische Erfahrungen auf der Seele lasten. Wenn du mit ihr das Gespräch suchst, sei vorsichtig und sehr einfühlsam, sie könnte es sonst missverstehen und eure Beziehung könnte in eine Schieflage geraten weil sie sich als die Kränkere oder Schwächere empfindet. Kranheit ist oft nur ein Ausdruck von dem Versuch eine krankmachende Situation oder Lebensentscheidung wieder gerade zu biegen. Und traumatische Erlebnisse sind am schwersten zu händeln, weil immer wieder die Frage aufkommt: Warum ich?
Darauf gibt es kaum eine Antwort und die Verletzten flüchten sich in Rachegedanken oder reagieren mit Krankheit oder verlieren den Sinn für ihr Leben.
Es ist schwer, jemand zu begleiten, der offenbar anders ist, so wie deine Freundin es ist, ansonsten hättest du uns nicht um Hilfe gefragt.
Wenn du sie ergänzen kannst, ist das großartig und manchmal fällt belasteten Menschen auch ein Stein vom Herzen, wenn sie mal über ihre Macken sprechen können oder sich einfach etwas von der Seele reden können. Ich wünsche dir viel Glück dabei.
LG
Autor IchBinDerIchBin
registriert
#33 | Gesendet: 16 Mai 2018 19:27
LightnessIII:
Es gibt hier einen oder zwei, die ständig querschießen und das Forum aufmischen.

Und wohl genau so viele welche sich immer aufmischen lassen, dass ergänzt sich doch tollstens.
Suchender:
es gibt Tage, da wäre es völlig fehl am Platz.

Das kann ich so akzeptieren

Na hoffentlich, ist doch normal.
Suchender:
Selbst das Denken fiele unglaublich schwer. Sie war tolpatschiger als so schon und innerlich aufgewühlt.

Das sind Prozesse im Leben welche stattfinden.
Es gibt Zeit welche man gerne mit anderen teilt, es gibt Zeit welche man für sich benötigt, und manchmal sind die Zeiten etwas vermischt, Zeit sei relativ, hat, glaube ich, mal einer behauptet.
Suchender:
Ich weiß, ich muss bald das Gespräch mit ihr suchen und wenn sie so leben kann, ist es alleine ihre Entscheidung.

Ein gutes Gespräch ist oft nicht falsch, man muss einfach auch gewisse Dinge beachten damit es gut ist, es sollte lösungsorientiert sein also man sollte nach Lösungen suchen und nicht auf Problemen reiten, gut ist auch immer wenn Du über dein Empfinden sprichst, es könnte ja auch alles anders sein und Du bist der wahnsinnige, aber dein Empfinden ist trotz dem wie es ist und das ist auch OK so, aber eventuell kannst Du auch verstehen wenn andere das selbe anders empfinden, also Du sollst auch offen bleiben, ob Du recht hast oder nicht ist nicht wichtig, es treibt dein Gegenüber nur in die Abwehr und die Fronten verhärten sich, lass deinem Gegenüber einen Ausweg wenn Du wohlwollend bist, oder lass auch mal etwas ruhen, oft mals bei intensiven Gesprächen ist ja auch alles mal ein Hauffen von vielen Informationen welche man erst später richtig einordnet und das benötigt auch Zeit.
Suchender:
Mir kommt sie so vor, als wisse sie, dass "etwas nicht stimmt" aber als würde sie mit ungleublich hohem Kraftaufwand versuchen ein "normatives Leben" zu imitieren..

Dies benötigt sehr viel energie und ist verschleissend, oftmals ist es auch unnötig da mann trotz Macken auch OK oder gar toll ist, so wie bein manchen die Krankheitseinsicht fehlt, fehlt bei anderen die gesunde IchbinOKundtollheitseinsicht ;))
Suchender:
Ich komme da nicht weiter, aber es stimmt mich irgendwie traurig.

Sie ist auch nicht ein Puzzle welches Du lösen musst, eventuell musst Du auch nicht weiterkommen, es könnte ja auch OK sein und für dich am Anfang etwas verwirrend aber auch gut. Du kannst ja eventuell auch viel über dich lernen mit jeder Begegnung.
Und ja es ist traurig das viele Menschen sich verstellen müssen und sich akzeptiert fühlen zu können, einige müssen ihr ganzes LEben verstellen, andere nur die Arbeitszeit oder die Familienzeit, andere verstellen sich nie und machen was sie wollen, die Welt ist krank und komplex ;o
Suchender:
macht Euch gegenseitig bitte nicht so runter...

könntes ja hier Freizeitberater werden, eventuell hast Du schlaue Vorschläge :D

LightnessIII:
Vielleicht solltest du auch keine schlafenden Hunde wecken.

Bestimmt auch eine überlegung wert
LightnessIII:
Und traumatische Erlebnisse sind am schwersten zu händeln, weil immer wieder die Frage aufkommt: Warum ich?

Eventuell kann man diese Frage auch beantworten damit sie mal abgehackt ist? Bringt doch auch nichts immer diese Frage zu wiederholen ohne sie je zu lösen.
Ich empfinde dies als wichtig. Um neue Zähne zu bekommen sollten die alten erst mal ausfallen, so in etwa.
LightnessIII:
Es ist schwer, jemand zu begleiten, der offenbar anders ist, so wie deine Freundin es ist, ansonsten hättest du uns nicht um Hilfe gefragt.

Diese Weisheit gilt eigentlich immer, es ist immer schwer andere zu Begleiten ausser man hat sie aus dem Katalog bestellt, aber dass ist doch auch toll, dass Leben wäre doch sonst etwas öde :(

Ich denke Lightness hat dir auch eine gute Antwort gegeben, vieles ist zu bedenken wert.
Ich hoffe noch immer das beste für euer beider Glück :D
Das kommt bestimmt so wie es kommen muss ;))
Autor Suchender
registriert
#34 | Gesendet: 17 Mai 2018 17:16
Ich denke ich bin jetzt etwas beruhigt und habe einen anderen Blick gewonnen. So ganz "normal" bin ich ja selbst nicht, aber ich kann mich gut sortieren.
Mit dem Denken eingeschränkt zu sein würde mich selbst eben hart treffen. Und psychotisch zu sein möchte ich auch nicht mehr erleben.
Beide Zustände bei einem geliebten Menschen zu sehen wäre deswegen hart für mich. Aber es ist wohl eine andere Ursache bei ihr. Auch scheint sie da selbst im Trüben zu fischen...

Meine Intention war eben ihr zu helfen, sollte sie psychotisch sein, damit es sich nicht chronifiziert. Aber jetzt denke ich es ist okay so wie es ist. Dann passe ich mich einfach an und wenn mal nichts geht, dann schlafe ich eben neben ihr ein.

Ich stelle es mir zwar anstrengend vor jeden Tag zu hören wie die Kollegen über einen ablästern. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass dies tatsächlich so unverfroren passiert. Aber es ist ja im Endeffekt unwichtig, Hauptsache sie findet da für sich einen Umgang damit.

Freizeitberater klingt lustig, aber erst muss ich herausfinden wer neuerdings vor unserem Haus parkt und auf unsere Wohnung starrt. Ich werde bestimmt schon abgehört, weil ich zu oft in diesem Forum bin ;o)
Autor Turtel
registriert
#35 | Gesendet: 17 Mai 2018 18:06
Suchender
Klingt interessant und tiefgründig was du da schreibst.
Autor Suchender
registriert
#36 | Gesendet: 18 Mai 2018 08:33 | Edited by: Suchender
@Turtel: Danke, der letzte Satz war natürlich für mich eher versöhnlich und im Scherz gemeint. Ich glaube aber tatsächlich, dass es zu einer gefährlichen Blase kommen kann, wenn man mal in diesem Zirkus rund um Psychiatrie, Neurologie, Psychopharmaka etc. gelandet ist.

Mir hat damals ein Umzug geholfen und ich musste den Konsum sämtlicher, psychoaktiver Substanzen einstellen. Aber einen so radikalen Wechsel kann nicht jeder realisieren, bzw. will es vielleicht auch nicht. Manchmal ist es ja auch umgekehrt und der Um/ Auszug ist der Auslöser.

Und aktuell habe ich für mich begriffen, dass es für Betroffene zwar manchmal sehr versöhnlich sein kann eine Diagnose zu haben. Aber genauso kann es eben auch Menschen geben, die sich einfach nur an den Symptomen entlang hangeln, ohne dabei ein Gesamtbild haben zu müssen.

"Ich bin müde" => heute schlafe ich gleich zu Feierabend.
"Ich bin motorisch ungeschickt" => Wichtiges verschiebe ich auf morgen.
"Ich grübel zu viel" => ich ziehe die Sportschuhe an und gehe laufen.

Et cetera, et cetera.

Bei der paranoiden Schizphrenie, die es isoliert ja wohl auch nicht zu geben scheint, kann es wohl zu Psychosen kommen, denen meist ein Wahn vorausgeht. Es gibt aber auch immer mehr Fachleute, die diese Phänomene einfach nur begleiten und händeln ohne mit Tabletten alles gleich zu machen. Dort, wo das geht, denke ich, sollte man es ruhig auch versuchen.

Euch allen ein schönes Pfingstwochenende!
Autor IchBinDerIchBin
registriert
#37 | Gesendet: 20 Mai 2018 04:50
Suchender:
Mit dem Denken eingeschränkt zu sein würde mich selbst eben hart treffen.

Auf jeden Fall
Suchender:
Beide Zustände bei einem geliebten Menschen zu sehen wäre deswegen hart für mich.

Ich denke das ist eine gute Einstellung :D
Suchender:
Meine Intention war eben ihr zu helfen, sollte sie psychotisch sein, damit es sich nicht chronifiziert.

Das ist sehr richtig, desto weite man auf Irrwegen ist desto länger geht es um zurück zu finden. Es muss aber auch nicht immer ein Irrweg sein was als solcher erscheinen mag.
Suchender:
Dann passe ich mich einfach an und wenn mal nichts geht, dann schlafe ich eben neben ihr ein.

Das ist gut, bleib so :D
Suchender:
Ich stelle es mir zwar anstrengend vor jeden Tag zu hören wie die Kollegen über einen ablästern.

Anstrengend? Es kann die Hölle sein und auch krank machen, gib auf dich acht und sortiere dich immer wieder gut ;/
Suchender:
Hauptsache sie findet da für sich einen Umgang damit.

Hoffentlich.
Suchender:
Ich werde bestimmt schon abgehört, weil ich zu oft in diesem Forum bin ;o)

Das ist in der heutigen Zeit doch eh normal ;)
Suchender:
Ich glaube aber tatsächlich, dass es zu einer gefährlichen Blase kommen kann, wenn man mal in diesem Zirkus rund um Psychiatrie, Neurologie, Psychopharmaka etc. gelandet ist.

Das ist absolut möglich. =(
Suchender:
Manchmal ist es ja auch umgekehrt und der Um/ Auszug ist der Auslöser.

Ich denke das ist sehr weitsichtig und so bewundernswert.
Suchender:
Aber genauso kann es eben auch Menschen geben, die sich einfach nur an den Symptomen entlang hangeln, ohne dabei ein Gesamtbild haben zu müssen.

Das ist tragisch und wahr und auch sehr krank.
Suchender:
Es gibt aber auch immer mehr Fachleute, die diese Phänomene einfach nur begleiten und händeln ohne mit Tabletten alles gleich zu machen. Dort, wo das geht, denke ich, sollte man es ruhig auch versuchen.

Absolut wahr, oft hilft ein Begleiten den betroffenen auch langfristiger als Medikamente bis ans Lebensende welche auch wichtige Prozesse völlig verhindern können. Wichtig ist aber auch eine gute Begleitung zu finden welche das kann, der Markt ist damit nicht sonderlich überschwemmt, leider.

Dir auch, eine gute Zeit mit deiner Freundin :D
Autor Suchender
registriert
#38 | Gesendet: 23 Mai 2018 14:23
Das für mich Interessante ist ja, dass sie meistens gleich sehr erregt ist, wenn sie der Ansicht ist jemand habe sich über ihre Unzulänglichkeit lustig gemacht. Da kann sie abgehen wie ein Zäpfchen - von jetzt auf gleich... Leider ist sie dabei sehr betroffen, auch bei Kleinigkeiten (für mich wären es welche)

Wenn ich meine 5 Minuten bekomme und selbst mal austicke (nicht auf aggressive Weise) bekomme ich angeblich einen starren Blick ohne jegliche Ausdrucksweise. Das macht ihr dann Angst. Als Laie frage ich mich dann was ihr dabei wohl Angst macht?

Gibt es denn die Möglichkeit Begleitung zu lernen? Also etwa in dieser Art: http://www.psychosebegleitung.de/?Infothek:Psychosen:Selbsthilfe Sofern es bei meiner Freundin Psychosen gibt, würde ich das sogar machen wollen. Lieber wäre mir natürlich sie hätte einfach nur periphere Symptome ohne pathologisches Krankheitsbild.

Auch interessant für mich: sie ist eher bereit in mir einen Patient zu sehen, den sie "begleiten" kann, als ihre eigenen Symptome zusammenzufassen. Aber außer ein paar depressiven Verstimmungen und kleineren Defiziten in der Persönlichkeitsstruktur kann ich (glaube ich) nicht mit viel aufwarten ;o)
Autor Turtel
registriert
#39 | Gesendet: 23 Mai 2018 14:58
Suchender
Also ob es eine "paranoide Schizophrenie" gibt oder das hier nur erfunden / sich eingebildet wurde weis ich nicht.

Gibt ja DSM und ICD vielleicht unterscheiden sich da die Bezeichnungen. Im ICD gibt es glaube ich keine, da spricht man von "schizophrene Psychose".

Naja, kann ich bisschen mit meinen Halbwissen aufwarten.

Ich denke mir würde ein Umzug wenig helfen, wo ich hier meine Freunde und alles habe und eben keine Freundin habe für die sich das anbietet ist es so einfacher. Also mag sein das es Fälle von Spontanheilung gibt oder Gegenteiliges.
Ich glaube man bildet sich viel ein wenn die Hoffnung klein ist auf Besserung und das psychosoziale spielt ja irgendwo auch eine Rolle.

Gut ich hab mit meinen Medikamenten wirklich viel erreicht und anders hätte ich wohl immer Probleme bekommen, von daher sehe ich da und auch im Dialog wesentliche Heilungschancen. Sich abzukapseln und dann zu vereinsamen finde ich eher riskant und kommt auf die Wohnsituation an ob man etwas davon hat oder dann neue Probleme auf einen zukommen. Also so frei gesprochen ohne damit Erfahrung zu haben.

Suchender:
Sofern es bei meiner Freundin Psychosen gibt, würde ich das sogar machen wollen. Lieber wäre mir natürlich sie hätte einfach nur periphere Symptome ohne pathologisches Krankheitsbild.

Ist ein längerer Artikel... worauf legst du Wert?
Autor Suchender
registriert
#40 | Gesendet: 23 Mai 2018 15:04
Gibt es eigentlich Buchtipps von Schizophrenen für "Angehörige" aus denen man entnehmen kann wie sich die Krankheit "anfühlt" bzw. bemerkbar macht?

Was ich weiß ist, dass manche wohl Stimmen hören, die auf unterschiedliche Weise mit den Betroffenen interagieren. Aber was denkt man oder fühlt man dabei? Hatte jemand mal eine drogenindizierte Pyschose? Ist das vergleichbar mit einer paranoiden Schizophrenie?

Ich weiß die Frage gibt es bestimmt öfter, aber vielleicht mag ja jemand antworten oder hat ein Buchtipp. Und Nein, ich will niemand in dieses Krankheitsschema pressen, aber ich denke es könnte die nächste Volkskrankheit werden und es interessiert mich einfach auch so ;o)
Autor Suchender
registriert
#41 | Gesendet: 23 Mai 2018 15:08
Turtel:
Ist ein längerer Artikel... worauf legst du Wert?

Ich meine ob es irgendwie möglich ist eine Art Leitfaden zu entwickeln der einem dann sagt wann man sich wie am Besten verhält, wenn es zu Psychosen oder Schüben kommt.

Bzw. wie man im Vorfeld erkennt, dass es zu einer Psychose kommen könnte und man als Umfeld dann etwas gegenwirkt. Meinetwegen durch Aufklärung, Gespräche oder Verständnis zeigen... Quasi ein ehrenamtlicher Begleiter für Psychosen-gefährdete Personen.
Autor LightnessIII
registriert
#42 | Gesendet: 23 Mai 2018 16:38
Suchender


Schau mal ins VHS Kurse Verzeichnis. Da werden manchmal Kurse angeboten, die für Angehörige geeignet sind. Oder du wendest dich an dein nächstes größeres Krankenhaus, oder an eine Fachklinik für Psychiatrische Krankheiten. Da werden oft Seminare oder Kurse angeboten, wie Angehörige mit psych. Kranken umgehen sollten.


Ich finde es toll von dir, dass du deiner Freundin beistehst und wünsch dir weiterhin alles Gute!
Autor Turtel
registriert
#43 | Gesendet: 23 Mai 2018 16:54
Bestimmt. Also meinst du selbst eine Art Leitfaden zu entwickeln mit deiner Freundin zusammen oder so.

Ich denke das ist ganz unterschiedlich und Betroffene reagieren auch anders wenn sie psychotisch werden. Wie ich habe mich recht gut unter Kontrolle auch wenn ich Akut bin ist mir klar das ich mir das nur einbilde aber das ist ja unterschiedlich und für Betroffene die am Anfang ihrer Erkrankung sind auch schwieriger.

Seit ich das mit den Medikamenten so habe, sind meine Stimmungsschwankungen die vorher zum Teil extrem waren und in Schreierei endeten ganz weg, also ich bin wieder der Alte. Wenn das jemand so hat stelle ich mir es fürs Umfeld auch belastend vor, also es kommt wirklich drauf an und man sollte eben schauen das man das an die für den Erkrankten beste Medikamente und Einstellung koppelt. Also dauert auch seine Zeit bis man das für sich gefunden hat und vorher ist es umso belastbarer.

Zudem finde ich einiges was da steht Quatsch. Wie das Kaffee Wahn fördert. Alkohol ist auch etwas was einen ebenso aus den Wahn helfen kann wenn man etwa mit Freunden mal ein paar trinkt und so abschalten kann und aus dieser psychotischen Gedankenwelt herauskommt. Da kann ein Rausch auch Positiv sein, ebenso wie es je nach Medikamenten mal besser oder schlechter vertragen wird.

Also kann man sich darüber streiten sowie es häufig eben Zwischenzustände gibt wo man etwas Psychose oder Wahn hat, wenn man Akut ist sollte man klar auf jegliche Droge oder Aufputschendes verzichten.

Also ich wäre da etwas weniger Streng bei Alkohol und so Sachen, Kaffee sehe ich gar kein Problem, da müsste man schon sehr arg Akut sein, also da gibt es viele Zwischenzustände wo diese Dinge auch gut sind. Kaffee kann man trinken wie man möchte finde ich und Alkohol eben weniger aber kein kompletter Verzicht wenn es von der Sucht und den jeweiligen Medikamenten her klappt.

Also wie man sich verhält kommt viel auf den Einzelfall und den derzeitigen Status der Psychose Betroffenen Person an. Als ich am Anfang der Erkrankung stand und ganz andere Medikamente eingenommen habe wäre das etwas völlig anderes wie heute wo ich mir meist oder fast immer selbst helfen kann. Man braucht eben ein Stückweit auch Verständnis und Akzeptanz dieses etwas Anders zu sein und andere Hobbys oder Interessen zu pflegen oder eben auch weniger Leisten zu können oder weniger Freiraum oder Zeit für Andere zu haben wenn man im Wahn ist und mit sich beschäftigt ist oder viel Schlaf oder ein Stückweit Beschäftigung mit der Erkrankung braucht. Man muss eben auch wissen wann es genug ist und auch Medikamentös was machen können wenn man eben keine Kontrolle mehr hat und sich zu sehr in was Wahnhaft reinbewegt.

Finde das Thema sehr interessant, da könnte man durchaus mal eine Liste machen und da auch berücksichtigen wenn der Betroffene Restsymptome hat und da bisschen besser von Akuten starken Wahn zu trennen. Der Übergang ist eher fließend und das kann man als Betroffener lernen zu erkennen oder Angehörige merken das meist auch sehr schnell oder können da den Betroffenen früher reflektieren.

Wichtig ist finde ich das man den Betroffenen keinen übermäßigen Stress macht und Verständnis zeigt das diese Dinge erstmal Zeit brauchen und ein Stückweit auch aufgearbeitet werden müssen wenn das gar zu krasse Erfahrungen sind, eben mit guten Medikamenten die das möglichst abfangen und Kontrollierbar machen für den Betroffenen selbst ohne das man eben gar zu sehr abgleitet.
Autor ingo
registriert
#44 | Gesendet: 23 Mai 2018 17:14
Suchender:
wie man im Vorfeld erkennt, dass es zu einer Psychose kommen könnte und man als Umfeld dann etwas gegenwirkt. Meinetwegen durch Aufklärung, Gespräche oder Verständnis zeigen... Quasi ein ehrenamtlicher Begleiter für Psychosen-gefährdete Personen.

so einfach ist das nicht, denn fast jeder, der kurz vor einer schizophrenie steht, ist uneinsichtig.
wenn die person aber anzeichen von zu wenig schlaf und schon wirre gedenken aussert, dann ist die person kurz vor einer psychose.
am besten fragst du turtel, was er so denkt und wie wenig er schläft.
Autor LightnessIII
registriert
#45 | Gesendet: 23 Mai 2018 17:33
Suchender:
Quasi ein ehrenamtlicher Begleiter für Psychosen-gefährdete Personen.

Das sind Peerbegleiter oder Leute, die eine Ex-In-Ausbildung absolviert haben.
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