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Kann mich noch lebhaft an die "dringende Anfrage" hier im Forum erinnern

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Autor Turtel
registriert
#46 | Gesendet: 23 Mai 2018 18:48
ingo:
so einfach ist das nicht, denn fast jeder, der kurz vor einer schizophrenie steht, ist uneinsichtig.

Also am Anfang der Erkrankung wo man selbst kaum weis was mit einen los ist, irgendwann sollte man schon Erfahrung mit seinen Symptomen haben und schlauer sein.

ingo:
wenn die person aber anzeichen von zu wenig schlaf und schon wirre gedenken aussert, dann ist die person kurz vor einer psychose.

Durchaus, gibt da aber so einige Symptome die man noch aufzählen kann die darauf hindeuten.

ingo:
am besten fragst du turtel, was er so denkt und wie wenig er schläft.

Ich schlafe zur Zeit sehr viel auch tagsüber weil ich Aripiprazol habe. Kümmer dich lieber erst um deine Probleme und wäre eben nett wenn du mich machen lässt.

Also ich weis was meine Symptome sind nur dauert das etwas bis man das weis. Ich hab heute Abend dann das Bedarf Medikament genommen. Hätte das auch schon morgens einnehmen können bin aber zuhause und hab sogesehen keinen Druck 100% funktionieren zu müssen. Bisschen Zeit zum Reagieren sollte man schon haben zumal ich keine echten Positivsymptome habe. Ich hab diese Frühwarnsignale und hab deshalb den Bedarf weil ich hier zuviel gepostet habe eingenommen. Morgen wird es ruhiger.
Autor IchBinDerIchBin
registriert
#47 | Gesendet: 23 Mai 2018 21:22
Suchender:
Das für mich Interessante ist ja, dass sie meistens gleich sehr erregt ist, wenn sie der Ansicht ist jemand habe sich über ihre Unzulänglichkeit lustig gemacht. Da kann sie abgehen wie ein Zäpfchen - von jetzt auf gleich... Leider ist sie dabei sehr betroffen, auch bei Kleinigkeiten (für mich wären es welche)

Nun ja: Wenn Du auf die Strasse gehst und wildfremde mit Arschloch betitelst, dann werden einige Menschen dvon laufen, andere schlagen dir die Fresse ein, wieder andere versuchen deine Motive zu verstehen, andere werden nach Hause gehen und sich sagen das sie schon immer gewusst haben das alle Welt so von ihnen denkt, andere gehen nach Hause und gehen ab wie ein Zäpfen.
Jeder geht mit erlebtem anders um. Zum Beispiel Frust, einige fressen sich voll, andere gehen ins Puff und leben schmimmste perversionen aus, andere hängen sich einfach auf, oder ignorieren es oder lachen darüber.
Suchender:
Wenn ich meine 5 Minuten bekomme und selbst mal austicke (nicht auf aggressive Weise) bekomme ich angeblich einen starren Blick ohne jegliche Ausdrucksweise.

Dies ist dann wohl angeblich deine Art mit Dingen umzugehen ;)
Suchender:
Das macht ihr dann Angst. Als Laie frage ich mich dann was ihr dabei wohl Angst macht?

Es ist ein Klischee welches beängstigend ist, jemand der einen Starren Blick hat, ohne Ausdruck, also ohne Gefühlsregung, wer etwas Kulturel geprägt ist, zum Beispiel durch den TV, wird sofort einen Psycho erkennen, der kalte Mörder aus Halloween, oder eventuell gar eine moderne Version wie Jihad Jhon, ich denke das kann schon beängstigend wirken, ist aber im Prinzip nicht sehr aussagekräftig, es könnte aber auch beängstigend sein wenn man sieht das es jemandem offenbar nicht gut geht, so kennst Du es ja wohl auch.
Suchender:
Gibt es denn die Möglichkeit Begleitung zu lernen?

Ja klar gibt es diese Möglichkeit, dass beste ist Erfahrungen sammeln ;))
Offen sein für andere Ansichten ist wichtig, diese müssen dir nicht gefallen, jeder hat das Recht auf eigene Ansichten im Leben, wichtig ist aber das diese Ansichten nicht ausgelebt werden. OK das war nun etwas "Gesellschaftsprovokativ" ausgedrückt. Klar soll jeder seine Ansichten ausleben wenn es darum geht das man Arbeitet oder das man Krank ist, aber niemand sollte deswegen aufbegehren, in dem Kampf ziehen, oder Aktivist werden, Männer sollten keine Sextäter werden und bei Frauen ist es dann eher wieder akzeptiert wenn sie im Frust als Nymphen durch die Welt hoppeln. Krank wird es vorallem da wo sich die Menschen selbst schädigen oder andere schädigen, also wo sie zu einer "Belastung" für die Wirtschaft oder die Gesellschaft werden. Kurz wer aus der Rheie tanzt ist krank.
Also solltest Du bei einer Begleitung einfach darauf achten das Kranke nicht zu sehr aus der Reihe tanzen. Je schlimmer die Krankheit je höher der Aufwand.
Suchender:
Auch interessant für mich: sie ist eher bereit in mir einen Patient zu sehen, den sie "begleiten" kann, als ihre eigenen Symptome zusammenzufassen.

Das macht nichts, Du kannst es locker sehen, aber Du solltest nicht vergessen das auch Kranke nicht immer falsch liegen, eventuell kannst Du tatsächlich viel über dich lernen, aber auch umgekehrt kann sie viel über sich selbst lernen indem sie quasi an dir arbeitet.
Also eigentlich ist es für euch beide eine gute Sache, Du wirst merken wo Du gefestigt bist und wo nicht, und auch sie wird unter umständen ihre Therapie weiter entwickeln. Dazu solltest Du ihr eventuell auch mal erklären was dein Blick zu bedeuten hat, da lernst Du etwas über dich und sie lernt eventuell etwas über diese Blicke von dir oder anderen.
Somit lernt sie dann eventuell auch das nicht alle mit dem Bösenblick auch Teuflisch sind, es kann ja viele Hinterdründe haben und ist einfach eine Ausdrucksweise mit diersen Ursachen wovon die wenigstens auf den Typen von Halloween (Michael Mayers, oder so) zutreffen.
Suchender:
Aber außer ein paar depressiven Verstimmungen und kleineren Defiziten in der Persönlichkeitsstruktur kann ich (glaube ich) nicht mit viel aufwarten ;o)

Das kann sich ja noch än
dern :)))
Suchender:
Gibt es eigentlich Buchtipps von Schizophrenen für "Angehörige" aus denen man entnehmen kann wie sich die Krankheit "anfühlt" bzw. bemerkbar macht?

Das Beste wäre meiner Meinung nach wenn Du direkt mit betroffenen Strechen kannst von Angesicht zu Angesicht und auch mit Angehörigen. Es gibt da einerseits die Ansicht des Betroffenen selbst und die sollte man nicht isoliert vom Umfeld betrachten. In vielen Fällen ist auch das Umfeld zwar völlig "gesund" aber am Ende wird es dich kaum wundern das der Kranke krank wurde. Manchmal bestehen auch nur gewisse Kommunikationsprobleme, dazu gehört auch die Missinterpretation von Blicken oder Worten oder sonstigen Zeichen.
Auf jeden Fall eine spannende Sache wenn Du dich für solche Dinge interessierst. Im internet ist es schwierig, an jeder Ecke lauern Lobbyisten, solche welche in Vollpsychose wirres schreiben, oder schockierte Laien welche den Teufel selbst sehen. So ist es auch mit vielen Büchern. Also letztlich kannst Du Informationen, Anhaltspunkte sammeln, und musst dann eigene Erfahrungen machen.
Suchender:
Was ich weiß ist, dass manche wohl Stimmen hören, die auf unterschiedliche Weise mit den Betroffenen interagieren.

Dies triffte bei weitem nicht auf alle zu, es ist einfach ein verbreitetes Bild auf welches Schizophrene, in banalster Weise, heruntergebrochen werden.
Suchender:
Aber was denkt man oder fühlt man dabei?

Das ist doch verschieden, einige empfinden den Teufel, andere empfingen eingaben von Gott, für viele ist es eine art Belästigung da die Stimmen etwas sagen das mit dem Bewussten nicht vereinbar ist.
Suchender:
Hatte jemand mal eine drogenindizierte Pyschose?

Gibt sicher etliche ;)
Suchender:
Ist das vergleichbar mit einer paranoiden Schizophrenie?

Kommt darauf an wie sich das äussert, das kann man nicht generell so sagen.
Einige nehmen zuviele Drogen und sind dann völlig durch den Wind aber deswegen nicht zwingen Paranoid im Sinne diese Diagnose oder gar den Volksweissheiten.
Suchender:
ich will niemand in dieses Krankheitsschema pressen, aber ich denke es könnte die nächste Volkskrankheit werden und es interessiert mich einfach auch so ;o)

Öhh, Du meinst paranoide Schizophrenie könnte eine Volkskrankheit sein?
Ja warum den so? Möglich ist beinahe vieles. Aber wie kommst Du darauf?
Suchender:
Ich meine ob es irgendwie möglich ist eine Art Leitfaden zu entwickeln der einem dann sagt wann man sich wie am Besten verhält, wenn es zu Psychosen oder Schüben kommt.

Es gibt wohl tausende Leitfäden dafür, so wie es Wohl auch tausende Krankheitsbilder gibt. Gerne will der Mensch ales genormt haben, nun ja, soweit ist die Menschheit noch nicht.
Je nach Krankheitsbild sind andere "Schlüssel" anwendbar, und je nach Krankheitsträger nochmal alles anders, und der "Heiler" bringt auch nicht alles so rüber wie er es wohl denkt. Also X tausende Kombinationen :o ... Das beste ist wohl eine grosse Portion Menschlichkeit und davon scheinst Du soch einiges zu haben :D
Suchender:
Bzw. wie man im Vorfeld erkennt, dass es zu einer Psychose kommen könnte und man als Umfeld dann etwas gegenwirkt.

Das kann sehr schwer sein, nicht alles "Up's" und "Down's" sind gleich psychotisch, und nicht alle Psychosen sind einfach schlecht. Wie dem auch sein, wichtig ist zu wissen das Du es so oder so mit Menschen zu tun hast und oftmal ist das Schubladisieren nicht auch hilfreich.
Für einige ist wichtig das sie die Katalognummer ihrer Krankheit kennen um sich daran fest zu halten, bei anderen kommst Du damit nicht weiter im Heilungsprozess und ganz andere Ansätze wären zielführender.
Spätestens wenn die Person von nicht existierenden Stimmen geplagt wird oder unmögliche Dinge sonstig Wahrnimmt ist von einer Psychose auszugehen, dass kann aber auch alles viel substiler ablaufen und wird so schwerer zu erkennen sein, den Link welchen Du gepostet hast habe ich schnell überflogen, ich denke da steht schon einiges, innere unruhe, Reizüberflutung und solche Dinge, das Zurückziehen und isolieren, dann das völlige Ausflippen, es ist eine verschiedenartige fatale Kette welche in leichte oder schwere Krankheit münden kann.
Suchender:
Meinetwegen durch Aufklärung, Gespräche oder Verständnis zeigen

Scheint mir alles sehr Lösungsorientiert, die Kunst wäre dann dies so zu gestallten das es nicht Diskriminierend wirkt, also das es nicht in Rechthaberei oder ähnliches mündet sondern irgendwie realitätsbezogen und hilfreicht ist ohne wie ein Angriff zu wirken, denn das kann die Sache noch verschlimmern.
Suchender:
Quasi ein ehrenamtlicher Begleiter für Psychosen-gefährdete Personen.

Man sagt das viele Psychiater selbst völlig krank sind, nur so als Randbemerkung, damit Du weisst wo dich dein Weg hinführen kann ;))
Turtel:
Also ich wäre da etwas weniger Streng bei Alkohol und so Sachen, Kaffee sehe ich gar kein Problem

Alkohol ist sehr wohl problematisch und mit Medikamenten zusammen auch noch extrem viel gefährlicher, und Kaffee ist sehrwohl ein Problem, Koffein trägt nicht viel zur Beruhigung bei, genau dies wäre aber doch wichtig ehe man die Wohnung zerlegt oder ehe man Nächtelang Nachrichten über Missstände in die Birne drückt ;)
Autor IchBinDerIchBin
registriert
#48 | Gesendet: 23 Mai 2018 21:24
Alkohol ist sehr wohl problematisch und mit Medikamenten zusammen auch noch extrem viel gefährlicher, und Kaffee ist sehrwohl ein Problem, Koffein trägt nicht viel zur Beruhigung bei, genau dies wäre aber doch wichtig ehe man die Wohnung zerlegt oder ehe man Nächtelang Nachrichten über Missstände in die Birne drückt ;)
Turtel:
es viele Zwischenzustände wo diese Dinge auch gut sind

Das kann auch stimmen :)
Turtel:
kompletter Verzicht

Das kann in der Tat sogar verheerend sein.
Turtel:
Man braucht eben ein Stückweit auch Verständnis und Akzeptanz dieses etwas Anders zu sein und andere Hobbys oder Interessen zu pflegen oder eben auch weniger Leisten zu können oder weniger Freiraum oder Zeit für Andere zu haben wenn man im Wahn ist und mit sich beschäftigt ist oder viel Schlaf oder ein Stückweit Beschäftigung mit der Erkrankung braucht. Man muss eben auch wissen wann es genug ist und auch Medikamentös was machen können wenn man eben keine Kontrolle mehr hat und sich zu sehr in was Wahnhaft reinbewegt.

Sehr richtig!
... Auch der Rest von dir Turtel, sehr toll geschrieben :D
ingo:
so einfach ist das nicht, denn fast jeder, der kurz vor einer schizophrenie steht, ist uneinsichtig.
wenn die person aber anzeichen von zu wenig schlaf und schon wirre gedenken aussert, dann ist die person kurz vor einer psychose.
am besten fragst du turtel, was er so denkt und wie wenig er schläft.

Nicht alle sind uneinsichtig, viele suchen sich Hilfe von selbst wenn ihnen der Teufel sagt das sie aus dem Fenster springen müssen.
Es gibt viel Menschen mit schlafproblemen und die stehen nicht vor einer Psychose.
Und was dein eigener Schlaf betrifft zeugt sehrwohl von einer Uneinsichtigkeit auf deiner Seite. ;)
Autor IchBinDerIchBin
registriert
#49 | Gesendet: 23 Mai 2018 21:33
Turtel:
irgendwann sollte man schon Erfahrung mit seinen Symptomen haben und schlauer sein.

Ist zu hoffen ;)
Turtel:
Durchaus, gibt da aber so einige Symptome die man noch aufzählen kann die darauf hindeuten.

Es sind eigentlich nicht die Symptome sondern eher die Ansammlung deren.
Jeder spricht mal mit sich selbst, auch wenn es nur ein Fluchen ist, dass will nichts bedeuten.
Jeder sieht mal was irres oder hört was irres.
Jeder flippt mal aus. Dies ist nicht Psychotisch sondern Menschlich.
Aber wenn sich das alles häuft und der Betroffene das selbst nicht mehr erkennt ob es gerechtfertigt ist oder ob es wahr ist, dann läuft etwas schief.
Turtel:
Ich hab heute Abend dann das Bedarf Medikament genommen. Hätte das auch schon morgens einnehmen können bin aber zuhause und hab sogesehen keinen Druck 100% funktionieren zu müssen.

Dies ist toll, in einem solchen geschützten Umfeld wo Du auch nicht einem Konsumzwang unterliegst kannst Du gut auh die Minimal Medikation testen oder für Dich finden oder gar zum schluss kommen das es auch ohne geht wenn Du willst, Du kannst dich ohne Druck und Ärztestimmen kennenlernen. Ich wünsche dir dabei mehr Erfolg als bei deiner eigen entwickelten "Medikation", denn ohne ist das Ziel welches man nicht aus den Augen verlieren sollte!
Autor Suchender
registriert
#50 | Gesendet: 24 Mai 2018 11:32 | Edited by: Suchender
Ui, das entwickelt sich hier ja doch noch zu einem lebhaften Tread, vielen Dank dafür. Auch wenn es hier anonym ist (sein sollte) Gerade Ingo ist ja nicht schwer zu recherchieren, sofern man auch in den anderen Foren quer liest. Deswegen trotzdem Danke für Euer Interesse.

Ich kann leider nicht alles einzeln zerpflücken, aber wie gewohnt ein paar Anmerkungen. Die für mich wichtigste Aussage: Anzeichen von Übermüdung und wirre Gedanken. Ich denke ich habe da schon eine gewisse Vorstellung. Eine sonst sehr schüchterne Person wird plötzlich relativ enthemmt in der Öffentlichkeit fällt mir noch auf.

@LightnessIII:

Danke für die Tipps PKH usw. Guter Ansatzpunkt. Was meinen Beistand betrifft, ich bin da "leider" durch und durch ungefiltert. Mangelnde Hygiene, oder unflätiges Benehmen stoßen mir z. B. selbst übel auf, da änderbar. Aber Menschen sind wie sie sind und Krankheiten kann man sich nicht aussuchen. Ich möchte aber lediglich meine Liebe begleiten und das nicht ehrenamtlich anbieten. (höchstens mal später, mit entsprechenden Erfahrungen ;o)

Wie weit ich es aktuell schaffe muss ich sehen. Ich bin noch mitten in der Kennenlernphase, aber Andeutungen wie: "bei mir fliegen gelegentlich Tassen und es wird laut" lassen mich eine abwechslungsreiche Zeit erwarten ;o)

@Turtel:

genau so, sollte sie sich mal "outen" (wie das Ganze dann heißt ist mir egal) würde ich nach einem Showdown (der sicher mal kommen wird) mit ihr zusammen eine Art Leitfaden erstellen wollen. Müdigkeit und zusammenhanglose Sätze konnte ich tatsächlich schon beobachten. Sie hat kaum eigene Gedanken, fasst nahezu alles von mir auf, um es später zu wiederholen. Sie sagt sie nähme keine Medis, angefangen hat alles vor 25 Jahren.

Was meinst du mit andere Hobbies und Interessen zu pflegen? Ich wäre auf jeden Fall happy über einen Tread im Sinne von..

- bevor ich psychotisch werde, bemerke ich bei mir (an mir) oft... für Betroffene zum Eintragen (wer sich traut)

Stress mache ich ihr auf keinen Fall, aber wie gesagt beobachte ich derzeit noch die meiste Zeit.

@Ingo:

Sie scheint ihre Grenzen durchaus zu kennen und schläft dann schon mal zwei Tage hintereinander 10 - 12 Stunden. Auch fällt ihr auf, wenn sie "Stuss" redet.
Autor Suchender
registriert
#51 | Gesendet: 24 Mai 2018 11:58
Turtel:
Durchaus, gibt da aber so einige Symptome die man noch aufzählen kann die darauf hindeuten.

Welche denn zum Beispiel? Ist doch egal, ob jeder seine eigenen hat. Es geht ja nur um eine Vorstellung darüber, wie es sich andeuten könnte.

IchBinDerIchBin:
Das macht nichts, Du kannst es locker sehen, aber Du solltest nicht vergessen das auch Kranke nicht immer falsch liegen, eventuell kannst Du tatsächlich viel über dich lernen, aber auch umgekehrt kann sie viel über sich selbst lernen indem sie quasi an dir arbeitet.

Da gebe ich Dir zu 100% Recht. Vor allem hat sie eine viel bessere Auffassungsgabe in dieser Hinsicht als alle Menschen, die ich kenne. Maximal käme da meine Schwester noch mit, die hat aber einige Jahrzehnte Vorsprung beim Erkennen :-)
IchBinDerIchBin:
Ja warum den so? Möglich ist beinahe vieles. Aber wie kommst Du darauf?

Ich halte Schizophrenie für erlernte Verhaltensweisen bei gleichzeitig erhöhtem Serotonin-Spiegel. Und unsere Gesellschaft pimpt sich doch wo es geht. Und statt echte Erfahrungen zu machen, schaut man permanent in so einen Glas-Metall-Spiegel der einem dann sagt was gerade hipp ist oder wo man jetzt live dabei sein könnte. Vieles in unserer Gesallschaft ist schizophren, aber deine Frage war eher rethorischer Natur, ist mir schon klar ;o)
IchBinDerIchBin:
Scheint mir alles sehr Lösungsorientiert, die Kunst wäre dann dies so zu gestallten das es nicht Diskriminierend wirkt, also das es nicht in Rechthaberei oder ähnliches mündet sondern irgendwie realitätsbezogen und hilfreicht ist ohne wie ein Angriff zu wirken, denn das kann die Sache noch verschlimmern.

Ich habe ihr einfach angeboten mich zu fragen was immer sie möchte. Sie hat den Pin zu meinem Handy und ich darf sie auch alles fragen. Alles, was einem komisch vorkommt: sofort mit der Realität abgleichen, ohne Tabus. Klappt bisher ganz gut! Ganz ohne: "Mädchen, ich erkläre dir mal die Welt" :o)

Ich sehe durchaus die Chance mehr über mich zu erfahren und stigmatisiere meine Freundin nicht. Ich selbst bin süchtig, aber in ihrer Gegenwart habe ich das seltsamerweise extrem gut unter Kontrolle. Da tut sie mir gut, während ich wohl recht beruhigend auf sie wirke...
Autor Turtel
registriert
#52 | Gesendet: 24 Mai 2018 13:13
Suchender
Bei mir sind so Hobbys Politik also Weltpolitik und eben Foren wie dieses hier zum Thema Psychose.

Wenn das zuviel wird und ich kaum vom Internet wegkomme dann weis ich das ich meinen Aripiprazol Bedarf also das Neuroleptikum einnehmen muss. Also ist schon notwendig aber da gibt es viele Grauzonen und bisschen Hobby und Beschäftigung ist ja auch gut und schön und kann helfen so Probleme und Ängste die man hat zu lösten oder besser damit umzugehen.
Medikamente schaffen eben eine Grundlage und man merkt da auch einen Unterschied wenn man welche hat wird man ruhiger und schreibt weniger oder man fühlt sich eher Ideenlos wo sonnst nur so die Sachen aus einen Sprudeln und man eine Reizüberflutung hat.

Auch Migräne und so Sachen wenn man beim Einkaufen etwa überfordert ist mit den Eindrücken kann ein anzeichen einer Psychose oder Reizüberflutung sein.

Auch bildet man sich Dinge ein die so kaum stimmen und interpretiert in der Psychose irgendwelche Märchengeschichten weil man quasi Denkzwang hat und nimmt das dann für ernst oder zieht Dinge in Betracht die Unsinn sind zum Beispiel.
Autor Suchender
registriert
#53 | Gesendet: 24 Mai 2018 14:18
@Turtel:

Ich sehe schon, sehr diffus und subtil das Ganze. Ich bin ebenfalls interessiert an Politik und Internet und sitze nach der Arbeit erst mal zwei Stunden mit dem Tablet auf der Couch (sofern alleine) Aber cool, dass du es etwas beschrieben hast. Irgendwie echt schwer zu greifen derzeit für mich die Diagnose.

Meine Lieblingsseite bisher ist die Folgende, weil sie sehr konform ist mit dem Bild, das ich mir bisher gemacht habe: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychothe rapie/erkrankungen/schizophrenie/krankheitsbild/

Einziger Fehler: einen Großteil der Symptome kann ich auf mich selbst beziehen..
Was hältst Du von der Beschreibung des Krankheitsbildes. Erkennst du dich, oder Bekannte, dort wieder?
Autor blackzebra
registriert
#54 | Gesendet: 24 Mai 2018 14:35
ich glaub´Turtel hat noch nie eine Psychose gehabt.
Autor Turtel
registriert
#55 | Gesendet: 24 Mai 2018 15:33 | Edited by: Turtel
blackzebra
Doch ich hab sogar 2 Diagnosen einmal F20 (schizophrene oder paranoide Psychose ) und F25.2 (schizoaffektive Störung)

Beide Diagnosen sind G wie Gesichert also keine Verdachtsdiagnosen.

Suchender
Muss ich mir mal genauer anschauen die Seite. Bis auf Stimmen habe ich fast alles gehabt. Das kann auch wechselhaft sein und sich im Verlauf der Erkrankung und mit den Medikamenten sehr ändern.

Das Problem bei mir ist das ich wahnhaft Politik konsumiere und konsumiert habe, also deutlich über das Maß hinaus wie eine starke Sucht obwohl ich mich vorher kaum für so Sachen interessiert habe so haben mir diese Dinge im Bezug auf meine Psychose sehr verstört so das ich mir 12 Stunden am Tag quasi nur Nachrichten und Artikel durchlesen konnte. Je Akuter umso weniger kommt man weg und selbst Fernsehen oder so Dinge wie Entspannung war kaum mehr möglich.
Jemand Gesundes kann da eher für sich entscheiden wenn es genug ist, im Wahn ist das schwierig zumal man sich Dinge einbildet die so kaum da sind oder sich in wahrheit anders darstellen.

Ich Bezug ist auch da gewesen also das ich vieles auf mir bezogen habe und Geschichten wie aus einen Film betrachtet habe wo ich einer der Hauptdarsteller oder ein Star bin oder eine Art Erlöser. Also schon krass krank und verängstigend ist das man fühlt sich beobachtet und alles ist gestört selbst wie man Farben sieht oder Gerüche wahrnimmt. Man liest Texte und das was man da lesen will und merkt später das es ein Anderer Sinn war und man etwas überlesen und sich getäuscht hat etwa. Auch so Dinge, schwer zu beschreiben. Das war bei mir unfassbar viel und eben zum Teil echt voll durchgeknallt.
Autor Armleuchter
registriert
#56 | Gesendet: 24 Mai 2018 18:09 | Edited by: Armleuchter
Turtel:
Das Problem bei mir ist das ich wahnhaft Politik konsumiere und konsumiert habe, also deutlich über das Maß hinaus wie eine starke Sucht obwohl ich mich vorher kaum für so Sachen interessiert habe so haben mir diese Dinge im Bezug auf meine Psychose sehr verstört so das ich mir 12 Stunden am Tag quasi nur Nachrichten und Artikel durchlesen konnte. Je Akuter umso weniger kommt man weg und selbst Fernsehen oder so Dinge wie Entspannung war kaum mehr möglich.

Ohhhhh , wie wichtig du dich machst.

Ich habe vor meiner ersten Psychose fast nur Nachrichtensender wie NTV oder N24 reingezogen. Ich kann mich noch erinnern , als 2003 der Irakkrieg ausgebrochen ist. Da war ich gerade auf Exkursion in Südfrankreich. Daheim habe ich mir den scheiß Krieg nur noch im Fernsehen reingezogen. Wie gesagt NTV , N24 und CNN geschaut. Ich hätte dort lieber mein Chemiepraktikum an der Uni machen sollen , aber das habe ich für den Schrott sausen lassen.
Autor Suchender
registriert
#57 | Gesendet: 25 Mai 2018 07:45 | Edited by: Suchender
Armleuchter:
Ich habe vor meiner ersten Psychose fast nur Nachrichtensender wie NTV oder N24 reingezogen. Ich kann mich noch erinnern , als 2003 der Irakkrieg ausgebrochen ist. Da war ich gerade auf Exkursion in Südfrankreich. Daheim habe ich mir den scheiß Krieg nur noch im Fernsehen reingezogen. Wie gesagt NTV , N24 und CNN geschaut. Ich hätte dort lieber mein Chemiepraktikum an der Uni machen sollen , aber das habe ich für den Schrott sausen lassen.

Ich sehe da jetzt in der Qualität keinen Unterschied? Er hat ja auch nur auf eine Feststellung reagiert, in der ihm unterstelltt wurde er habe noch nie eine Psychose gehabt. Warum stößt Du (Armleuchter) dich daran?
Aber da du dich schon mal beteiligt hast... ;o) Wie war es denn bei dir damals? Hast du noch Erinnerungen wie es sich damals angekündigt hat? ALso Parameter, an denen du heute erkennen würdest, dass du Gefahr läufst eine Psychose zu haben? Gibt es da was?

Nochmal zu den Büchern (ich hoffe ich nerve nicht) Kennt die jemand?

Die Schattenseite des Mondes: Ein Leben mit Schizophrenie
Morgen bin ich ein Löwe: Wie ich die Schizophrenie besiegte
Meine Schizophrenie - Klaus Gauger
Die unheimliche Magie der Psychose

Entweder gibt es tatsächlich viele, gute Bücher zum Thema, oder die Facebook-Generation ist mit seichter Literatur bereits zufrieden...?
Autor LightnessIII
registriert
#58 | Gesendet: 25 Mai 2018 10:49
Das Buch Schizophrenie - Ein Denkausbruch mit Folgen wurde auch sehr positiv bewertet von den Usern hier.
Autor Suchender
registriert
#59 | Gesendet: 25 Mai 2018 13:20
Das Buch scheint genrell gut aufgenommen zu werden. Dankeschön! ;o)
Autor IchBinDerIchBin
registriert
#60 | Gesendet: 26 Mai 2018 04:26
Suchender:
Und statt echte Erfahrungen zu machen, schaut man permanent in so einen Glas-Metall-Spiegel der einem dann sagt was gerade hipp ist oder wo man jetzt live dabei sein könnte.

Das sind dann auch Stimmen welche einem sagen was zu tun ist :o
Ich halte es aber eher für Dummheit als Schizophrenie ;)
Suchender:
Ich habe ihr einfach angeboten mich zu fragen was immer sie möchte.

Fragen kostet nichts. :D
Fragen kann man immer wenn man die Antwort nicht scheucht. ;p
Suchender:
Alles, was einem komisch vorkommt: sofort mit der Realität abgleichen, ohne Tabus.

Scheint sehr vernünftig :D
Suchender:
Ich selbst bin süchtig, aber in ihrer Gegenwart habe ich das seltsamerweise extrem gut unter Kontrolle. Da tut sie mir gut, während ich wohl recht beruhigend auf sie wirke...

Ihr scheint euch gut zu ergänzen :D
Suchender:
Ich sehe schon, sehr diffus und subtil das Ganze.

Suchender:
Einziger Fehler: einen Großteil der Symptome kann ich auf mich selbst beziehen..

Du brauchst dringend Hilfe :)) ;p
Nun ja, die Grenzen sind difuse, wichtig ist wohl einfach das man sich nicht selbst schädigt, andere nicht schädigt, nicht leidet und am wichtigsten, dass man wirtschaftlich bleibt.
Ist wohl auch alles etwas kulturell bedingt.

Es freut mich das ihr es gut habt zusammen :D
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