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Wird man immun gegen die Medikamente?

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Autor gregore
registriert
#1 | Gesendet: 14 Apr 2010 20:19
Hallo, bin 2 jahre mit 37.5 mg klargekommen. doch dann kamen öfters probleme.. nun warte ich dass meine 50mg spritze wirkt.. notfalls kann man ja immernoch 2 spritzen bekommen. aber ist das die zukunft? wird man immun gegen neuroleptika?
Autor Ibrahim
registriert
#2 | Gesendet: 14 Apr 2010 21:15
welches NL denn?

Du wirst überall die Info finden, dass NL nicht abhängig machen, was hier im Forum von ein paar Leuten angezweifelt wird. Das setzt aber voraus, dass man irgendwann, wenn es denn mal so sein sollte, sehr langsam und kontrolliert absetzen muss. Das bedeutet dann: Geduldig sein, und bei zu krass auftretenden Symptomen mal ruhig wieder etwas hoch gehen. Such' mal nach 'Absetzsymptomen'.

'Immun' ist so ein missverständliches Wort, du meinst: Kann es sein, dass die Wirksamkeit nachlässt? Oder die Dosis irgendwann gesteigert werden muss, weil dennoch Symptome aufflackern? Gab es denn konkrete Anlässe, hattest Du Stress in irgendeiner Form? Was genau waren die Probleme, und was hast Du dagegen getan (außer die Dosiserhöhung)?
Autor gregore
registriert
#3 | Gesendet: 14 Apr 2010 21:23
hm ne ich wollte nich absetzen, keinesfalls. aber mein Risperdal Consta hat irgendwann nich mehr den Druck den ich zum Frühjahr verspüre nicht mehr Stand gehalten.... . ja Es war der Frühjahrsstress .. In heissen Tagen wird mein Hirn mehr belastet. is komisch wa?
Autor Ibrahim
registriert
#4 | Gesendet: 14 Apr 2010 21:57
Hi 'Bruder' Gregore,

Winter- und Frühjahrszeit sind die klassischen Zeiten, in denen Symptome gern wieder aufflackern. War es denn so schlimm bei dir? Ich meine: Solange Dir bewusst ist, dass da was kommen könnte, bist Du ja noch auf der sicheren Seite, oder war es so krass?
Autor Doris316
Gast
#5 | Gesendet: 14 Apr 2010 22:02
Hi Gregore,
Antipsychotika verursachen eine Dopamin-Hypersensivität (sie blockieren Dopaminrezeptoren und auf diese andauernde Blockade stellt sich das Gehirn ein, der Dopaminumsatz im Körper wird erhöht und auch die Anzahl der Bindungsstellen für Dopamin).
Gefährlich wirds beim Absetzen, da die Kombination Hypersensivität plus keine/weniger medikamentöse Blockade des Dopamins eine explosive Mischung ist.
Aber zurück zu der Frage: eine antipsychotische Wirkung, die Dopaminblockade, ist da, wirklich "immun" bist Du sicher nicht. Du sprichst selbst davon, dass Du letztlich wegen Deines Stressniveaus die Dosis angepasst hast. Pass weiter gut auf Dich auf.
Lieber Gruß
Autor gregore
registriert
#6 | Gesendet: 14 Apr 2010 22:14
hm interessant das mit der hypersensivität, dass muss geändert werden. aber solange ich mit der erhöhten dosis klarkomme is ja alles in butter... danke für die infos und antworten!

@ibrahim ja hatte richtig motivationsprobleme und mich schlechtgefühlt deswegen
Autor Kaulquappe
registriert
#7 | Gesendet: 14 Apr 2010 23:22
hi gregore,

habe mehrmals gelesen, dass man gegen atypische neuroleptika nicht "immun" wird...was ich allerdings bei meinem freund bemerke, ist, dass jetzt kaum 30mg reichen, wo früher 10mg ihren werk gut verrichtet haben...die stressbelastung ist dabei die gleiche, daran kann es also nicht liegen. das thema bleibt für mich noch ein rätsel

gruß, Kaulquappe
Autor Ibrahim
registriert
#8 | Gesendet: 14 Apr 2010 23:53
Hallo Kaulquappe,

Alkohol, Zigaretten und auch Coffein/Teein können die Wirksamkeit drastisch senken. Wer etwa Kette raucht in drei Kaffe am Tag trinkt, halbiert damit (laut meinem Arzt) die Wirksamkeit!

Die Nl alleine sind es eben nicht. Leider wird einem aber suggeriert, dass es mit dem Schluckeen der Pillen allein schon getan sei - sonst würden viel mehr Psychiater oder Neurologen ihre Patienten auch an Verhaltenstherapeuten überweisen. Nur dort kriegt man meiner Meinung nach die richtigen Kniffe für den Alltag. "Trinken sie nicht, machen sie Entspannungsübungen und schlafen sie genug" allein reicht einfach nicht.
Autor Universum
registriert
#9 | Gesendet: 16 Apr 2010 10:54
@ibrahim ja hatte richtig motivationsprobleme und mich schlechtgefühlt deswegen
Hallo Gregore,
worauf beruhten denn deine Motivationsprobleme? Meinst du das ist wirklich ein Problem deines Hirnstoffwechels, oder kann es daran liegen dass du bedingt durch den Frühling in eine Art Frühjahrsdepression gefallen bist (Sonne scheint, viele frisch verliebte Paare, das Leben blüht auf, etc.). Nicht wenige auch "normale" verfallen ja im Frühling und Herbst in eine Art vorübergehende Depression. Wenn das so etwas ist, muss man meiner Meinung nach nicht unbedingt die Medikatin erhöhen, weil es ja ursächlich nichts mit dem gestörten Hirnstoffwechsel zu tun hat. Da wäre es gut, zu überlegen woran das liegt und wie man diese Gefühle bewältigen kann. Zum Beispiel etwas Sport treiben oder sich mit Leuten treffen.

Zwecks Abhängigkeit: Also abhängig im dem Sinn macht es nicht. Denn das würde bedeuten, hat man abgesetzt und ist entwöhnt, käme es nach bereits einer, zwei, drei Tabletten wieder zur vollen Sucht. Aber es verursacht eine Gewöhnung des Hirns, so wie es die kluge Doris 316 bereits skizziert hat.
Autor Doris316
Gast
#10 | Gesendet: 16 Apr 2010 21:10
Hallo Universum,

die Frage war die nach einem möglichen Immunwerden. Eine Abhängigkeit ist m. E. etwas komplett anderes. Du schreibst selbst von Sucht. Aber das Thema Abhängigkeit ist wirklich auch interessant: Zu beleuchten wäre vieleicht eher, inwieweit eine Abhängigkeit gegeben ist, wenn ich mittels der NL gut "funktioniere" im Alltagsstreß und ohne hin- und hergebeutelt werde, weil bis dahin unterdrückte Symptome wieder da sind.

Was anderes: Was soll das, mich "klug" zu nennen? Genausowenig, wie ich hier jemanden von Euch bewerten werde, möchte ich nicht mit irgendwelchen Adjektiven versehen werden. Egal, ob sie ironisch, spöttisch oder positiv gemeint sind.
Schöner Gruß aus Nürnberg
Doris
Autor cameron
registriert
#11 | Gesendet: 16 Apr 2010 21:28
Aber es verursacht eine Gewöhnung des Hirns, so wie es die kluge Doris 316 bereits skizziert hat.

Ich habe mir in den letzten Wochen sehr viel Gedanken zum Thema "Abhängigkeit von Neuroleptika" gemacht, da bei mir zum wiederholten Male das langsame Ausschleichen von Seroquel nicht gelungen ist. Ich nehme seit 5 Jahren Neuroleptika, davon inzwischen als "Idealdosis" 300 mg Seroquel + 100 mg Seroquel Prolog (retard) abends ein.
Sobald ich unter die insgesamt 400 mg gehe, bekomme ich innerhalb ca. 4 Wochen wieder paranoide Symptome.

Ich hatte Gedanken, ob die NL abhängig machen - wäre ja auch im Interesse der Pharma-Industrie -. Mein Psychiater sagt dagegen, man sei angewiesen auf die Neuroloptika wie ein Diabetiker auf Insulin oder jemand mit Schilddrüsen-Fehlfunktion auf die entsprechenden Medikamente. D.h.: im Zweifel lebenslang.

Ich brauche keine regelmäßigen höheren Dosen von Nl. Es hat sich bei mir auf die mittlere Dosis von 400 mg Seroquel eingependelt (was mir leider u.a. ca. 10 Kilo Übergwicht beschert.).

Ich erinnerte mich dann an das erste Antidepressivum, das, mir vor ca. 10 Jahren verschrieben wurde: ein altes, trizyklisches (sedierendes) Medikament namens Stangyl. Ich hatte eine mittelgradige Erschöpfungs-Depression. Mein Körper sog die simplen 7 Tropfen Stangyl auf wie ein lange vermisstes Antibiotikum. Dieses Medikament macht NICHT süchtig. Ich bin sehr vorsichtig mit Benzos. Sedierende Antidepressiva und Neuroleptika wie Seroquel sind für mich weit hilfreicher als Benzos.

"Gewöhnung des Gehirns" - wäre für mich an die Gewöhnung der paranoiden Schizophrenie weit schlimmer als die Sucht nach Benzos oder die "Gewöhnung" an NL. Ich habe keine Alternative.

Gruß
cameron
Autor BruderGregorius
registriert
#12 | Gesendet: 16 Apr 2010 22:09
Hm z.Z. liegt die These dass ich mich einfach nur auf Arbeit gelangweilt habe. Aber erinnere mich auch daran dass ich einfach etwas fertig war... Nun wird eine höhere Dosis angewandt und ich habe bis jetzt eine Besserung erlebt.
@Universum
Ich zähle seit dem Bewußtsein, krank zu sein, alle schlechte Tage, oder die Unfähigkeit frühs munter zu werden, zu Negativsymptomen. Aber da wir wissen dass man genetisch veranlagt ist, gehe ich auch manchmal davon aus, dass viele meiner Eigenschaften auch genetisch bedingt sind.
Autor BruderGregorius
registriert
#13 | Gesendet: 16 Apr 2010 22:16
PS: Mögliche Frühwarnzeichen:

Spannung und Nervösität
Unruhe und Schlafstörungen
Appetitverlust
Veränderunge der Eß- und Trinkgewohnheiten
Konzentrationsstörungen
Sozialer Rückzug
Vernachlässigung der Körperpflege
Veränderung im Tagesablauf
Schwierigkeiten im beruflichen Bereich (Leistungsabfall)
Depressive Verstimmung
Interessenverlust
Verlust an Freude
Wertlosigkeistgefühle
Plötzliches Absetzen der Medikamente (sinkende Krankheitseinsicht)
Misstrauen
Reizbarkeit/Aggression
Übererregung
Gefühl der Schwäche
Zunehmende Geräuschempfindlichkeit
Schlechte Träume
Grundloses Unwohlsein
Zunehmende Religiösität
Gefühl, verspottet zu werden.

Zu den von mir erwähnten Motivationsproblemen deute ich auf Schwierigkeiten im berufl Bereich (leistungsabfall) und Veränderungen im Tagesab lauf (immer späteres Aufstehen) Auch andere Symptome kamen immer wieder vor... Nun kann es nur noch besser werden.
Autor Oktagon8
registriert
#14 | Gesendet: 12 Jul 2018 10:24
Morgen wird ein spiegel gemacht vom fluanxol. :D

An sich merke ich so gut wie nichts von den pillen.

Ich poste die ergebnisse.

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=62283

Es könnte sein das ich das zu schnell abbaue. Am anfang hatte ich immer zu hohe spiegel und war sehr geqäult.

Eventuell hab ich jetzt so gut wie gar keinen spiegel und ich hab auch fast keine symptome.

Ich hab halt viel an meinem körper geändert.
Autor Oktagon8
registriert
#15 | Gesendet: 12 Jul 2018 10:26
Aktuell nehme ich 10mg.
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