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Zusammenhang Psychose - Intelligenz

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Autor ubik
registriert
#16 | Gesendet: 31 Jul 2010 15:09
oknos:
Heilung, und das ist ja das Wieder-Erlangen der Fähigkeiten, ist also so lange auch eine Illusion. Denn man wird die Erinnerung und die Lebenszeit, die man mit der Psychose verbracht hat, nicht löschen können, sondern man kann nur nach dieser Erfahrung und mit den Konsequenzen der Erkrankung weiter machen und von dieser Situation aus dann sein Leben weiter leben. Das ist doch nur das, was man als Heilung verstehen kann.

Finde ich nicht. Ich bin der Meinung, dass ich vollständig geheilt bin. Ich nehme seit 4 Monaten keine Medikamente mehr. Ich kann wieder viel Sport machen. Was ich allerdings habe ist ein chronischer Kopfschmerz vom Spannungstyp (wenn es das überhaupt ist). Das erschwert den Alltag sehr. Stellt euch mal vor ihr habt jeden Tag Muskelschmerzen im Kopfbereich und das von morgens bis abends!

Aber alles andere funktioniert prima. Konzentrationsfähigkeit 1a, Ausdauer 1a, Emotionen 1a. Bin ich eine Ausnahme?

Einen großen Unterschied habe ich erst dann wahrgenommen, als ich meine Smarties abgesetzt habe.

murksi:
Mich würde mal interessieren ob es einen Zusammenhang zwischen Mobbing und Schizophrenie gibt

Ich denke, ja. Jedenfalls war es bei mir so und da bin ich fest von überzeugt. Meine Wahngedanken entstanden so:

Man gab mir ständig unsinnige Aufgaben, wie z. B. Chefin sagt: lochen Sie mal das hier (hab keinen Locher, der Locher lag auf dem Tisch der Chefin); heften Sie das mal ab (dabei war der Ordner direkt hinter ihr), machen Sie davon eine Kopie. Und das den ganzen Arbeitstag lang. Da kommt man sich irgendwie verarscht vor. Ich wurde mit unsinnigen Aufgaben einfach nur bombardiert.

Dann kam noch hinzu, dass jede Aktion von mir geprüft wurde. Wenn ich z. B. vom Schreibtisch aufstand, um mir was zu trinken holen, wurde sofort gefragt: "Wohin gehen Sie?". Man stellte mir Fragen mit einem befehlsmäßigen Unterton: "Sie fahren heute zu Frau XXX!?". Und wenn man dann mal nein sagte, kam: "So kenne ich Sie aber gar nicht".

Das kann man jetzt nur schlecht verstehen, weil das eigentlich Kleinigkeiten sind. Aber wenn man dann 8 Stunden lang mit so einem Pack arbeiten muss, dann dreht man irgendwann durch. Und so war es bei mir auch.

Ich hatte nämlich den Eindruck, dass alles bloß ein "Test" sei. Nicht ohne Grund. Ich hoffe ihr könnt den Zusammenhang zwischen diesen unsinnigen Aufgaben und Fragen einerseits - und dem GEfühl, dass alles nur ein Test sei, feststellen. So kam ich in der Klinik vollkommen fertig an und dachte, die testen mich dort.

Kann man das irgendwie nachvollziehen?
Autor Doris316
registriert
#17 | Gesendet: 31 Jul 2010 15:30
Hi,

ich gehe fest davon aus, dass Heilung möglich ist (über die Definition von Heilung können wir uns anderweitig noch auslassen).

Lasst Euch doch nicht so einen Mist einreden von wegen lebenslange Medikamenteneinnahme ist unumgänglich etc. Mit so etwas machen sich die Profis nur das Leben leichter.

LG Doris
Autor murksi
registriert
#18 | Gesendet: 31 Jul 2010 15:31
ja..ist nachvollziehbar..schön, daß du ohne NL auskommst...ich wünsche dir daß das so bleibt....dann gehörtest du dem den glücklichen 1/3 Dritteln...LG Murksi
Autor ubik
registriert
#19 | Gesendet: 31 Jul 2010 17:11
Doris316:
Lasst Euch doch nicht so einen Mist einreden von wegen lebenslange Medikamenteneinnahme ist unumgänglich

Ich kenne jemanden, der hatte eine Drogenpsychose. Er nahm nach dem Krankenhausaufenthalt noch 2 Wochen Zyprexa. Danach hat er es in Begleitung mit einem Arzt abgesetzt. Jetzt ist das mittlerweile mehr als 2 Jahre her und er hatte bis jetzt keine Rückfälle.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wovon das abhängt. Vielleicht ist aber ein stressreduziertes, gesundes Leben ein Aspekt.
Autor murksi
registriert
#20 | Gesendet: 31 Jul 2010 17:21
Ne reine Drogenpsychose hat ne bessere Prognose..reimt sich sogar..natürlich bei Abstinenz..man kann auch unter ner Chemotherapie oder Cortison psychotisch werden..auch Kreuzgesunde..ganz zu schweigen von den Parkinsonkranken, die unter Dopamin ihre Hallus kriegen..psychotische Reaktionen sind nicht gleich Schizophrenie..ich hätts auch gern da sie heilbar ist...lebe aber lieber in der Annahme. daß ich mein ganzes Leben vulnerabel bleibe und darauf Rücksicht nehmen muß...wenns ohne NL geht..Klasse...glaube aber nicht daß das bei mir geht..auch wenn ich nur ne MINIMINIdosis brauche..
Autor ubik
registriert
#21 | Gesendet: 31 Jul 2010 17:40
Naja, aber bei Stress gerät der Dopaminhaushalt ja auch außer Kontrolle. Dann ist das doch vergleichbar mit einer Drogenpsychose oder nicht?
Autor Amethyst
registriert
#22 | Gesendet: 31 Jul 2010 19:57 | Edited by: Amethyst
Hallo Ubik[

quote=ubik]Ich bin der Meinung, dass ich vollständig geheilt bin. Ich nehme seit 4 Monaten keine Medikamente mehr. [/quote]

Ob Du wirklich geheilt bist, findest Du leider erst über die nächsten Jahre heraus. Solltest Du in 3 oder 4 Jahren einen Rückfall haben, wärst Du ja wieder auf NL angewiesen. Wenn sich diese Rückfälle über Dein ganzes Leben zyklisch alle paar Jahre wiederholen würden, könnte man nicht von einer vollständigen Heilung sprechen. Allerdings gibt es auch Leute, die anders argumentieren. So wie ich die Fachbücher verstanden habe, haben ca. 1/3 nur einmal in ihrem Leben eine psychotische Episode. Eine weiteres Drittel hat weiterhin geringere Probleme, wobei ich davon ausgehe, dass dies z.T. auch Negativsymptome, Folgeprobleme der einmaligen Psychose (Arbeitsprobleme), Komorbidität (Depressionen, Alk., Drogen) etc. sind. Dieses 2. Drittel ist aber wahrscheinlich nur z.T auf lebenslängliche Medikation angewiesen. Die Negativsymptomatik kann man ja vermutlich auch ohne Medikamente in den Griff bekommen. Im Übrigen muss ja ein Rückfall nicht unbedingt so verlaufen wie die erste Psychose. Man kann ja wieder Stimmen hören und sonstige Halluzinationen haben und diese aufgrund der Erfahrung erkennen und dann wieder vorübergehend Medikamente einnehmen. Wenn die Rückfälle aber immer wieder sehr heftig sind und die Erfahrungen beim Erkennen der Psychosesituation nichts nützen, dann wird es für diese Menschen, v.a. wenn man berufstätig ist, besser sein lebenslänglich eine Minimaldosis zu nehmen, zumal man sonst immer wieder auch höhere Medikamentendosen einnehmen muss, in die Klinik gehen muss etc.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Glück und sobald Du erste Anzeichen einer Psychose spürst, kannst Du jederzeit wieder NL nehmen.

Gruss, Amethyst
Autor Doris316
registriert
#23 | Gesendet: 31 Jul 2010 21:53
murksi:
schön, daß du ohne NL auskommst...ich wünsche dir daß das so bleibt....

Hallo murksi,

Irrtum, ich lebe (noch) nicht ohne NL. Ich bin am Absetzen und z. Zt. bei 0,625 mg Risperdal. Den Stimmungsstabilisierer, den ich zusätzlich nehme (Orfiril), wollen mein Arzt und ich erst absetzen, wenn ich vom NL runter bin. Wenn ich den Zeitplan einhalten kann, bin ich am 31.1.2011 mit dem Risperdal auf 0.

Sollten aber noch so ein paar Ausnahmezustände wie die der letzten acht Tage kommen oder eine schwierige Zeit in Kombi mit einer herausfodernden Berufstätigkeit (ich bin seit 3 Monaten arbeitslos und habe diesbezüglich derzeit ein lockeres Leben), kann es länger dauern oder gar nichts werden. Ich bin diesbezüglich aber recht entspannt - beweisen muss ich niemandem etwas. Auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass ich mit der heutigen NL Dosis noch einen nennenswerten Schutz habe, insofern könnte ich es auch einfach durchziehen (wenn ich nicht an den medikamentösen Schutz bei einer so niedrigen Dosis glaube, dann habe ich nicht mal einen Placeboeffekt).

murksi:
....dann gehörtest du dem den glücklichen 1/3 Dritteln...

Bist Du unglücklich?

LG Doris
Autor Doris316
registriert
#24 | Gesendet: 31 Jul 2010 22:08
ubik:
Aber alles andere funktioniert prima. Konzentrationsfähigkeit 1a, Ausdauer 1a, Emotionen 1a. Bin ich eine Ausnahme?

Einen großen Unterschied habe ich erst dann wahrgenommen, als ich meine Smarties abgesetzt habe.

Hallo ubik,

den Unterschied, den ich durch das Absetzen merke ist:

1) Lebendigkeit wieder da
2) Ausstrahlung super, ich merke, wie positive Reaktionen von den Menschen zurück kommen, dass sie mich als stark erleben und ich wieder attraktiv bin im Sinne von andere Menschen faszinieren können
3) Mimik ausdrucksstärker oder überhaupt erst wieder richtig vorhanden (beim Gebärdensprachlernen bekam ich vorher jahrelang Kommentare, wie ich wäre für die Gehörlosen langweilig anzusehen)
4) minus 15 Kilo von vorher 3o zugenommenen
5) Lust an der Bewegung, am Sport
6) ich schieße mich schneller hoch und bin gezwungen, dagegen Strategien zu entwickeln und einzusetzen (offensichtlich macht es keinen Sinn, mal schnell wieder 1 oder 2 mg zusätzlich zu nehmen, wenn man vorher Monate gebraucht hat, um ein halbes runterzukommen...)
7) ich bin für die anderen unbequemer, weil ich nicht mehr großzügig über Dinge, die Übergriffe darstellen, hinwegsehe, sondern die Leute direkt angehe (durch die NL ist man für seine Umwelt wirklich leichter handhabbarer)
8) ich bin proaktiver und ziehe Dinge durch. Vor etwa drei Jahren hat mein damaliger Chef mir den Label verpasst "komme ich heute nicht, komme ich morgen...". So bin ich heute nicht mehr (und damals war das übrigens nicht eine Einstellungssache, sondern einfach ein nicht anders können)

Durch das ganze Geschilderte habe ich überhaupt erst gemerkt, dass die NL keine smarties sind - ich habe sie 10 Jahre lang sehr kritiklos und fröhlich naiv, brav jeden Aben geschluckt.

Meine Konzentrationsfähigkeit ist schon seitdem ich 2003 aus der Negativsymptomatik aufgetaucht bin, 1A. Da hat Rsiperdal nichts geschadet.

LG
Doris
Autor ubik
registriert
#25 | Gesendet: 31 Jul 2010 22:43
Ja, dasselbe kann ich bei mir feststellen.

Wer will kann mal diesen Dienstag auf NDR um 20:15 Uhr schalten, dort wird über Neuroleptika gesprochen und was sie alles anrichten können...
Autor fhes
registriert
#26 | Gesendet: 1 Aug 2010 01:39 | Edited by: fhes
Liebe Doris,

nicht, dass ich sowas besser kann, aber...
Sollten aber noch so ein paar Ausnahmezustände wie die der letzten acht Tage kommen
das ist ein warnsignal. reflektier mal den satz und was du dir fuer einen stress fuer jemand ganz anderen machst, dass deine gesundheit drunter leidet. wie du selbst sagst, beweisen musst du niemandem etwas. kuemmer dich lieber um dich.
Autor ingo
registriert
#27 | Gesendet: 1 Aug 2010 05:50
ich habe mich nach dem absetzen auch besser gefühlt, aber es kam ein zweiter schub, ich nenne das alkoholiker-schub, ich hatte kalte entzugssymtome.
es ist bestimmt besser bei einer kleinen erhaltungsdosis zu bleiben.
nebenbei bemerkt, seit ich die spritzen bekomme muss ich mich laufend übergeben!
gruß iguddi
Autor ingo
registriert
#28 | Gesendet: 1 Aug 2010 06:05
fhes:
kuemmer dich lieber um dich.

komischerweise scheint fhes recht zu haben. mein 2ter schub war nachdem ich jemanden half! das ist schon fast unglaublich!
gruß iguddi
Autor Doris316
registriert
#29 | Gesendet: 1 Aug 2010 07:19
Hi fhes,

fhes:
kuemmer dich lieber um dich.

Danke für den Rat. Schwer getan, wenn jemand anderes ganz offensichtlich in Not ist. Passt auch nicht in mein christliches Weltbild - das Leid der anderen mittragen heißt halt auch, dass man da selbst ne Portion von abbekommt.

ingo:
nebenbei bemerkt, seit ich die spritzen bekomme muss ich mich laufend übergeben!

Lieber Ingo,

wann ist denn Dein Psychiater wieder aus dem Urlaub zurück? Das solltes Du unbedingt medizinisch abklären lassen.

Herzlicher Gruß
Doris
Autor murksi
registriert
#30 | Gesendet: 1 Aug 2010 09:13
@ sagen wir mal ich bin nicht richtig glücklich...ich kann damit leben wo wie es ist..aber ich wäre schlichtweg liebr gesund ohne das Damoklesschwert der Krankheit über mir...deswegen versuche ich die Zeit zu nutzen so gut ich kann, dessen eingedenk wie es ist wenn es einem schlechter geht und man evtl. hochdosiert NL nehmen muß..denn dann ist die Lebensqualität schon heftig eingeschränkt..
Dir alles Gute und weiterhin viel erfolg beim absetzen..
LG Murksi
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