Laien und Betroffene Diskussionsforum des Kompetenznetz Schizophrenie / Laien und Betroffene /

Wie kann man helfen???

 
Autor julia11
registriert
#1 | Gesendet: 30 Jul 2010 10:46
Mein Sohn (seit 2 Jahren an paranoider Schizophrenie erkrankt) hat seinen 2. Schub und lebt alleine. Da ich nicht in "D" lebe habe ich eine Betreuungsperson für Ihn beantragt und genehmigt bekommen (er kam leider nicht mehr mit den alltäglichen Dingen u.a. finanzielle Verpflichtungen zurecht).Er ist auch nach seiner 1. Therapie wieder normal arbeiten gegangen, d.h. er hat sich eine Anstellung gesucht und war ganz happy. Dann nahm er seine Medikamente leider nicht mehr und ist total abgesackt und aggressiv geworden so das er nach 5 Monaten entlassen wurde. Danach ging es ganz bergab, er bekam kein Geld für die Miete so das der nächste Schub mit Angst Attacken und Wahnvorstellungen folgte, leider wurde ihm hier, meiner Meinung nach, von seiner Betreuerin kaum geholfen. Momentan ist er in einem Krankenhaus wo er ausschließlich auf Medikamente eingestellt wird. Seine Betreuerin war bisher leider nicht in der Lage eine Klinik-Therapie für Ihn zu bekommen, die letzte Klinik konnte ihn auch nicht mehr aufnehmen da er nicht mehr dort ins Einzugsgebiet gehört.
Wer ist im Raum Frankfurt für eine Therapie zuständig und gibt es irgendwelche Selbsthilfegruppen an die er sich wenden kann??? Er zieht sich momentan von jedem komplett zurück und hat keine soziale Bindungen mehr.
Autor fhes
registriert
#2 | Gesendet: 30 Jul 2010 15:59 | Edited by: fhes
julia11:
die letzte Klinik konnte ihn auch nicht mehr aufnehmen da er nicht mehr dort ins Einzugsgebiet gehört.

Wie siehts mit einer Klinik aus, die ins Einzugsgebiet gehoert?

julia11:
gibt es irgendwelche Selbsthilfegruppen an die er sich wenden kann???

Du kannst in einer Suchmaschine mal "frankfurt schizophrenie selbsthilfegruppe" eingeben, da gibt es ganz viele Treffer. Ansonsten weiss die Telefonseelsorge von ganz vielen Angeboten, die helfen auch gerne weiter.

Da er aber, wie Du sagst, ja bereits eine Betreuerin hat, kann auch die all diese Dinge regeln und Hilfsangebote vermitteln. Es ist sogar ihre Aufgabe und sie wird dafuer bezahlt.

Aber vielleicht ist die Frage ja auch vielmehr, ob er diese Art von Hilfe ueberhaupt moechte.

Was verstehst Du eigentlich unter "Klinik-therapie"? Mehr, alsdass geschaut wird, ob er noch lebt, isst und seine Medikamente nimmt, kann man von einer Psychiatrie nicht erwarten. Es gibt natuerlich Dinge wie psychosomatische Kliniken, wo Therapie stattfindet, aber da gibt es lange Wartelisten, und in einem Akutzustand wird er dort auch nicht aufgenommen werden.

Gruss
Autor Lady5
registriert
#3 | Gesendet: 30 Jul 2010 19:33
Hallo Julia,

zu den Möglichkeiten in und um Frankfurt kann ich dir zwar leider nichts sagen (außer das es im Taunus eine sehr schlechte Klinik geben soll, Stichwort "Drehtürpatienten", von der mir eine Freundin erzählt hat, leider weiß ich nicht, wie diese Klinik heißt).

Aber ich würde diese Betreuerin mal "etwas in den Hintern treten", für deinen Sohn möglichst schnell eine gute Klinik ausfindig zu machen!
Ansonsten versuche, eine neue Betreuung zu organisieren, die sich mehr kümmert!

Übrigens ist im Akutfall (z.b. Suizid-Gefahr) jede Klinik verpflichtet, einen Patienten aufzunehmen. Die letzte Klinik, in der ich war,
lag ca. 100 km von meinem Wohnort entfernt, anderes Bundesland, meine Eltern haben mich dorthin gebracht. Ich musste zunächst für 5 Tage in die Geschlossene, (wegen heftiger Depression damals auch Selbstmord-Absichten) wurde dann aber auf eine recht gute, offene Abteilung verlegt. Und auch eine andere Klinik, sogar etwas weiter entfernt, hätte mich mit einer kleinen Wartezeit aufgenommen, jedoch haben wir dann davon abgesehen.

Gibt es sonst noch Verwandtschaft, die sich um deinen Sohn kümmern und z.B. mal mit den behandelnden Ärzten sprechen kann?
Sonst würde ich sehen, daß du selbst für ein paar Tage in Deutschland bist, wenn es sich irgend einrichten läßt.

Viel Glück

Lady
Autor julia11
registriert
#4 | Gesendet: 30 Aug 2010 18:36
Hi Lady,
lieben Dank für deinen Antwort.
Mein Sohn soll in einer offenen Abteilung des Höchster Krankenhauses auf neue Medikamente eingestellt werden da Invega von der Kasse nicht mehr gezahlt wird, dies greift leider nicht so gut wie es zu wünschen wäre und er ist mittlerweile sehr unten, vor allem nachdem ihm die Stationsärztin wohl gesagt hat das es sein könne, dass er trotz Medikamente immer diese Stimmen hören wird. (FURCHTBAR!!!)
Seine Betreuerin ist nur für oberflächliche Betreuung (seine finanzielle Situation usw.) zuständig und hat dafür nur eine bestimmte Stundenzahl monatlich zur Verfügung.
Der Vater meines Sohnes, der bereits seit 25 Jahre nicht mehr mit uns zusammen lebt, hat sich nun total distanziert.
Aber ich werde weiter versuchen von hier zu agieren, da ich leider erst zum Ende des Jahres wieder in Deutschland sein kann.
Es tut halt manchmal gut sich einfach mal auszutauschen.

Gruss
Autor ingo
registriert
#5 | Gesendet: 30 Aug 2010 18:59
ich habe nie ne therapie in anspruch genommen, ausser arbeitstherapie, war voll der blödsinn!
ich meine es geht auch ohne therapie, hauptsache man nimmt regelmässig seine pillen ein!!!
gruß iguddi
Autor Molly
registriert
#6 | Gesendet: 30 Aug 2010 22:32 | Edited by: Molly
Braver Ingo!!! Seeehr braaav!!!


Das Problem ist halt: Es gibt Schizophrenie und Schizophrenie. Manche kommen nur mit Medikamenten weiter, andere nicht.

LG
Autor Amethyst
registriert
#7 | Gesendet: 30 Aug 2010 23:07 | Edited by: Amethyst
Hallo

Medikamente sind ja v.a. in der akuten Phase sicher entscheidend. Was die Halluzinationen anbelangt, haben mir die NL sehr schnell geholfen. Ich finde es nicht sehr hilfreich, einen Patienten in der akuten Phase mit der Theorie zu konfrontieren, dass diese Stimmen für immer bleiben könnten. Man sollte in dieser Phase doch mögichst alles probieren, um die Stimmen los zu werden. Hoffnung ist dabei sehr wichtig. Nicht aufgeben. Gespräche sind dabei aber mindestens ebenso wichtig. Es muss doch jemand erklären, dass diese Stimmen eine Krankheit sind, die man jetzt versucht mit Medikamenten zu bekämpfen. Auch wenn die Stimmen weg sind, braucht es meiner Meinung nach schon auch eine gründliche Auseinandersetzung mit den Wahnideen in einer Gesprächstherapie. Es sollte ja wenn möglich die letzte Psychose sein. Dazu ist aber auch ein Verständnis der Krankheit notwendig. Und ich meine damit weniger Dopamintheorien, sondern vielmehr den Kontext der Krankheit (Drogen, Beziehungsprobleme, Arbeitsprobleme, Probleme in der Familie, Traumata, ausgeprägte genetische Prädisposition etc.). Dann sollte man sich auch ein für alle mal von seinen Wahnideen distanzieren, dazu ist aber meiner Meinung nach eine gründliche Auseinandersetzung notwendig. Einfach Pillen schlucken finde ich gar kein gutes Rezept! Da ist der nächste Rückfall doch vorprogrammiert und zwar mit Pillen (im Normalfall zwar erst einige Jahre später). Diese Krankheit ist nicht ein 100% physiologisches Problem. Aus diesem Grunde sind weitere Therapien nebst Medikamenten wichtig.

Gruss, Amethyst
Autor jan13284
registriert
#8 | Gesendet: 2 Sep 2010 16:07
moin!!!
mir hat man nach drei jahren erst diagnostiziert das ich die stimmen wohl oder übel mein ganzes leben lang höhren werd!!!
aber das ist erst passiert nach dem ich die NL in allen formen,kombis und farben probiert hab(ich hatte alle 2-3 monate andere medis)nur um die stimmen auf null zu bringen und wenn das nicht geklappt hat,denn nen anderes medikament probiert bis ich letzten endes auf (nach dem ich alle medis,neue und alte)"haldol & solian(amilsulprid)"hängen geblieben bin un das jetzt seit 4 jahren und meine stimmen,wahnvorstellung und ängste sind bis heute nicht ganz weg!!!
aber man kann lernen damit trotzdem nen relativ "normales" leben zu führen!!!
es bedarf zwar viele gespräche,regelmässige psychiatrische/psychologische,therapeutische sachen aber man kanns lernen!!!
ich hab dafür um "heute" so zurecht zukommen(arbeit,viele soz.kontakte auch zu "normalen" nen guten draht zur familie,eigene wohnung uvm.) 8 1/2 jahre gebraucht!!!


und noch nen tip es gibt auch sowas wie betreute wg`s speziell auf doppel-diagnose zugeschnitten(drogen-und psychose)wo man den eintrit ins normale leben lernen kann(da bin ich nach meiner ersten akut phase hin vermittelt wurden)und mir ham die 1 1/2 jahre die ich da gewohnt hab sehr geholfen!!!
ich hatte sogar nachdem ich ausgezogen bin noch meinen bezugs betreuer als"ambulanten betreuer"4 jahre zur seite stehen!!!
dann ham wirs auslaufen lassen weil wir halt nur noch ma kaffee getunken gegangen sind und ich eigentlich wieder so selbstständig war das ich diese hilfe nicht mehr benötigt hab!!!
ich hatte sogar kurzfristig ne neue berteuerin (nachdem ich drei jahre in einer tagesstätte gearbeitet hab und die chefs und meine mutter das so wollten)die ich aber nach 2-3 monaten wieder abgeschossen hab weil wir uns nichts zu sagen hatten,ich hab null hilfe benötigt(sei es behörden gänge,arbeit oder finanzen)und dann ham wir das so abgemacht das ich wenn ich hilfe brauch das immer jederzeit wieder beantragen kann und ansonsten hät ich jem. der das nötiger hätte nur nen platz weggenommen!!!
also hat sich das auch erledigt!!!




also denk ma drüber nach!!!



lg jan
 
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