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Antriebslosogkeit

Autor Amalaswintha
registriert
#1 | Gesendet: 18 Jun 2012 10:26
Hallo,

Weiß jemand Rat? Meine Symptome sind zwar durch medikamente verschwunden, ich habe aber unter extremer Antriebslosogkeit zu Leiden. Besonders morgens komme ich nicht in die Gänge, alles was ich vorher gern gemacht habe (lesen,klavierspielen, kochen) interessiert mich nicht mehr. Am liebsten würde ich den ganzen Tag schlafen. Durch meine Kinder bin ich zwar gezwungen, das notwendigste zu tun, aber für alles andere fehlt mir die kraft. Und das obwohl ich
Früher ein sehr aktiver Mensch war. Ich bin so unglücklich damit, habe auch ständig Schuldgefühle gegenüber meinen Kindern. In mir ist eine Riesen-leere, überlege schon, ob ich die Medis absetze. Obwohl mein Psychiater sagt, sie wären eher antriebssteigernd.

Gruß, amalaswintha
Autor ubik
registriert
#2 | Gesendet: 18 Jun 2012 12:40
Was nimmst du denn für Medikamente?

Ich tippe ganz stark darauf, dass es die Medikamente sind.

Oder wenn die Krankheit nicht allzu lange her ist, dann könnte es auch die Krankheit sein.
Autor Sandra30
Gast
#3 | Gesendet: 18 Jun 2012 14:12 | Edited by: Sandra30
Amalaswintha:
Obwohl mein Psychiater sagt, sie wären eher antriebssteigernd.

Was nimmst du für Medikamente und wieviel?

Es kann wie ubik schon schrieb an den Medikamenten liegen oder eine Nachwirkung der kranken Phase sein.

Manche Menschen fallen nach einer Psychose in ein tiefes Loch von depressiv sein und antriebslos, das dauert ne Weile bis man sich da wieder rausgezogen hat.

Du mußt dich auch selber ein wenig treten, finde ich persönlich ganz wichtig. Wenn du dich selber ein wenig in den Hintern trittst dann wird es mit der Zeit ein wenig besser werden, meine Erfahrung, aufgeben und sich dem geschlagen geben kommt nicht allzu gut.

In kleinen Schritten sich selber treten kann hilfreich sein.

Irgendwer sagte mal nur nicht aufgeben, ich weiß es ist unendlich schwer und es tut weh sich selbst zu zwingen und jetzt machst du es doch, aber es muss schon mal sein, es hilft gesund zu werden.

Vorrausgesetzt die Medikamente lassen es auch zu und sind nicht so hoch dosiert, dass sie dir wirklich alles klauen.

Wie lange ist dein Krankheitszustand her?
Autor hochmoch
registriert
#4 | Gesendet: 18 Jun 2012 16:24
Hallo Amalaswintha,

ich denke du hast durchaus verschiedene Möglichkeiten deine Situation mit dem schlechten Antrieb zu verbessern. Zum einen kannst du selber was dagegen tun, z.B. in dem du mehr Struktur in deinen Tag bringst. Ein oder zwei feste Termine in der Woche mehr, haben sich bei mir zumeist positiv auf den Antrieb ausgewirkt. Du kannst Sport oder irgendwelche anderen Unternehmungen machen, wichtig ist dass du bisschen rauskommst. Ein andere Idee ist noch, die Medikation besser einzustellen. Vielleicht kannst du mit deinen NL etwas runterfahren und/oder zusätzlich noch ein antriebssteigerndes Medikament bekommen, also ein Anti-Depressivum.

grüße, hochmoch
Autor Salvador
registriert
#5 | Gesendet: 18 Jun 2012 16:42
apropos antrieb..

johanniskraut tee oder tabletten. selten schlucke ich mal zwei johanniskraut tabletten.. kann man in der drogerie kaufen. das macht sehr wach oder zwei beutel johanniskraut-tee in eine tasse und schön heiß trinken. vielleicht noch eine scheibe orange rein. und johannis kraut, wenn man neuropleptika nimmt nicht jeden tag nehmen. nur selten, wenn man mal am tiefpunkt ist.

aber mir fällt gerade das erste mal auf, dass wenn man im wort medikation das 'k' gegen ein "t" tauscht, dann heißt es meditation. na wenn das nix zu bedeuten hat.

und mal ehrlich.. meditation hat nichts mit hardcorehypnotise buddhistischer manier zu tun.
die haben ihre techniken. ich will nur ein bisschen meditieren.
dazu ein paar worte von krishnamurti dem lehrer und sprecher:

In der Meditation kann man herausfinden, ob es ein Ende des Wissens gibt und damit Freiheit vom Bekannten.
Autor Anarchie
registriert
#6 | Gesendet: 18 Jun 2012 18:01
Ich kenne diese Antriebslosigkeit auch, bei mir hat sich eine richtig schwere Depression daraus entwickelt, ich habe dann ein wirksames Antidepressiva bekommen, die Neuroleptika sollten abgesetzt werden, das ging schief, ich bekam eine richtig heftige Psychose,

jetzt geht´s wieder, ich bin immer noch ein bisschen antriebslos manchmal, bleibe gerne bis nachmittag im Bett, ich trinke viel Kaffee um überhaupt irgendwann aufzustehen, aber das wird eine Sucht sein.
Autor Amalaswintha
registriert
#7 | Gesendet: 18 Jun 2012 19:30
Liebe freunde,

Ich habe eine schizoaffektive Psychose mit depressivem Schwerpunkt, erstmals diagnostiziert vor 20 jahren. Nachdem ich 10 Jahre beschwerdefrei war, ist die Krankheit vor 4 Jahren wieder ausgebrochen, hatte mehrere versuche mit Medikamenten (citalopram, risperdal, amisulprid), die ich immer wieder nach einiger zeit abgesetzt habe. Dann stellten sich sofort wieder die Beschwerden ein -schwere Depressionen, beeinflussungsideen, beziehungswahn. Nun nehme ich seit Februar 10mg Abilify und 75mg Venlafaxin.damit sind die Beschwerden zwar verschwunden, doch die Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind schon schwer zu ertragen, besonders wenn man in einem Haushalt mit zwei kleinen Kindern lebt. Gott sei dank muss ich nicht arbeiten, das würde ich gar nicht auf die Reihe Kriegen.
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