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Autor Morgenrot
registriert
#16 | Gesendet: 1 Jul 2012 22:10
Hallo

Ich möchte mich recht herzlich bei euch bedanken für eure ehrlichen Antworten.
Und ich bin überrascht wie offen ihr mir geantwortet habt und ehrlich gesagt bewundere ich eure offene und ehrliche Art.


Lg morgenrot
Autor Morgenrot
registriert
#17 | Gesendet: 9 Jul 2012 16:13
Hallo

Wie habt ihr euch gefühlt als ihr es noch nicht akzeptieren konntet?

Ich meine damit euch gegenüber selber wie z.B. "selbstliebe",selbstwertgefühl,selbsthass,so Gefühle die in einem sind.

Und wie habt ihr euch gegenüber Familienmitgliedern,Freunden,Arbeitskollegen und bekannten verhalten als ihr es noch nicht akzeptiert habt.

Und was waren eure Gefühle und euer denken gegenüber ihnen wenn ihr sie gesehen habt oder mit ihnen abgeben mussten?

Ich hoffe ich trete mit meinen Fragen hier niemanden zu nahe,sonst tut es mir leid.

Lg morgenrot
Autor Amalaswintha
registriert
#18 | Gesendet: 9 Jul 2012 17:57
Hallo morgenrot,

Als ich es noch nicht oder noch nicht wirklich akzeptiert hatte, redete ich mir oft ein,mir irgendwie alles eingebildet zu haben, das es schon wieder weggeht, einfach meine Art ist, auf Krisen zu reagieren. Vor allem, weil ich in nicht-psychotischen Zeiten fast vollstaendig vergesse, wie es mir in der Psychose ging, welche Gedanken und Gefühle ich hatte. Ich konnte es auch nicht mehr nachvollziehen und mir blieb nur eine schemenhafte Erinnerung. Mein Selbstwertgefühl war aber durch die Diagnose am Boden. Ich fühlte mich als minderwertiger Mensch, so wie eine Art Verbrecher, obwohl das natürlich unsinn ist. Als ich mit 24 Jahren erstmals erkrankte, habe ich eher dazu gestanden, auch im Freundes- und Bekanntenkreis davon erzählt.das hat aber zu vielen Kontaktabbrüchen geführt. Heute wissen nur zwei gute Freundinnen von der Diagnose (schizoaffektive Psychose). Noch nicht einmal meine, Mann habe ich davon erzählt, ich habe ihm gesagt, das ich unter schweren Depressionen leide. Meine Kinder sind sowieso noch zu klein, um das zu verstehen.

Ich denke immer, hoffentlich sieht man mir nichts an. Oft bin ich neidisch auf dienerten,dass wieso leistungsstark und gesund sind und ich so schwach und psychisch krank. Ich wünschte, mich nicht mehr schämen zu müssen und offener damit umgehen zu können. Es ist auch etwas besser geworden, ich komme besser damit klar. Doch Psychose ist so stigmabesetzt - gerade in meiner Familie - dass es mir nach wie vor shr schwerfällt, darüber zu reden oder es einfach so zu akzeptieren, wobei es immer wieder Tage gibt, an denen mir das gut gelingt und andere, an denen ich sehr damit hadere.

Dir wünsche ich viel kraft auf deinem weg und positive Gedanken.

Amalaswintha
Autor Himbeere
registriert
#19 | Gesendet: 9 Jul 2012 18:11
Hallo,

ich habe meine Diagnose schon seit 3,5 Jahren und kann mich immer noch nicht damit anfreunden. Es fällt mir schwer, es zu akzeptieren und ich fühle mich arg gehandicapt.

Meine Eltern wollen mir nicht wirklich glauben, dass es mir nicht gut geht, da ich jeden Morgen aufstehe und zur Arbeit fahre. Dass es jeden Morgen Überwindung kostet, zählt dabei nicht. Ich schaffe es ja. Durch meine Antriebslosigkeit bekomme ich allerdings weniger geschafft als vorher und ich komme mir recht faul vor. Vor meiner Erkrankung hätte ich wohl wenig Verständnis mit jemandem wie mir gehabt, weil man es sich als Gesunder nicht so richtig vorstellen kann.

Wie sieht es denn bei Dir aus? Kommst Du mit Deiner Diagnose zu recht? Oder bist Du eine Angehörige?

LG Himbeere
Autor Morgenrot
registriert
#20 | Gesendet: 9 Jul 2012 22:33
Hallo

Und vielen Dank für eure ehrlichen und offenen Antworten

@Amalswintha
Amalaswintha:
Doch Psychose ist so stigmabesetzt - gerade in meiner Familie -

Steht denn deine Familie nicht zu dir?Oder hat das etwas mit der Kultur zu tun?

Meine Ex Arbeitskollegin stammt aus dem Balkan und ich erfuhr von ihrem Vater das Sie Schizophrenie hat,obwohl ich ihn gar nicht kenne.Da ich mir Sorgen um Sie machte weil Sie in letzter Zeit abgenommen hat erkundigte ich mich einmal bei ihm als er vor ca. 6 Wochenl in der Brockenstube vorbeikam. Und dann erzählte er es mir.Aber erst seit ich weiss was seine Tochter hat ist er netter zu mir,dem war aber nicht immer so.

@Himbeere

Ich habe keine Schizophrenie sondern leide an einer Sozialphobie und arbeite in einer geschützten Werksatt und dort lernte ich vor nun ca. 2 Jahren meine Ex Arbeitskollegin "kennen".

Da Sie mir sehr ans Herz gewachsen ist und ich weiss das Sie Schizophrenie hat,habe ich mich hier im Forum angemeldet um mehr über dieses Thema zu erfahren.Aber wir haben so gut wie keinen Kontakt miteinander,ab und zu sah ich Sie und manchmal redete Sie mit mir und ab und zu lief Sie vor mir weg.

Und ich bin ein Mann.

Lg Morgenrot
Autor Amalaswintha
registriert
#21 | Gesendet: 9 Jul 2012 22:50
Hallo Morgenrot,

Nein, meine herkunftsfamilie steht nicht zu mir. Seit ich mal in der Klinik war, reden einige nicht mehr mit mir. Es ist sehr traurig, aber wahr. Mit Kultur hat das nichts zu tun. Es ist für sie hält fremd und angstmachend.

Gruß, amalaswintha
Autor Morgenrot
registriert
#22 | Gesendet: 10 Jul 2012 21:03
Hallo Amalaswintha

Das macht mich richtig traurig was ich da lese.Und auch wütend wenn ich sehe wie oberflächlich die Menschen sein können.

Ich hoffe aber dein Mann steht zu dir.

Und ich sende dir sehr viel Kraft wenn ich darf.

Lg morgenrot
Autor Amalaswintha
registriert
#23 | Gesendet: 10 Jul 2012 23:40
Liebe Morgenrot,

JA, mein Mann steht zu mir. Lieben dank fue deine Anteilnahme.

Gruß, amalaswintha
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