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Übertriebene Jobs

Autor Schizophrenic
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#1 | Gesendet: 4 Okt 2012 01:26
Straßenfertiger gehören mit ihrer Vielzahl von Funktionen und den hohen Anforderungen an die Regelgüte der Antriebe zu den komplexesten Mobilmaschinen. Durch innovative und zielgerichtete Grundlagenarbeit schaffen Sie wesentliche Voraussetzungen für den weltweiten Erfolg unserer Produkte. Sie fühlen sich auf den Gebieten mathematische Modellbildung, statistische Versuchsplanung, konstruktive Umsetzung und prototypische Erprobung gleichermaßen wohl. Ihre Sicht auf das Produkt umfasst die Maschinentechnik und die für Fertiger spezifischen Anwendungstechnik.

Zu ihren Fachlichen Qualifikationen gehört ein erstklassiger Hochschulabschluss mit Schwerpunktsetzung in Technischer Mechanik, Maschinendynamik, Regelungstechnik oder einem vergleichbaren Fach. Sie verfügen über profunde Kenntnisse der angewandten Physik und Mathematik.

Ich frag mich manchmal was mach ich nur falsch wenn ich so eine Anzeige lese dann will ich nur wegrennen, aber im leben nett mich für sowas bewerben
Autor Schizophrenic
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#2 | Gesendet: 4 Okt 2012 01:28
ich weiß ja nicht, mein Hochschulabschluss war schon gut aber so nen Stress, außerdem kann ich mich an eh nix mehr aus meinem Studium erinnern ist alles wie weg
Autor Schizophrenic
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#3 | Gesendet: 4 Okt 2012 01:29
gibt es hier Ingenieure mit anspruchsvollen Jobs, wie kommt ihr klar trotz Erkrankung?
Autor lania
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#4 | Gesendet: 4 Okt 2012 02:45 | Edited by: lania
Na, auf Neuroleptika sollte man auch eher einfachere Arbeiten machen oder das Berufsleben ganz sein lassen. Ich kenne niemanden der bei mittel bis hochdosis NL Therapie einen anspruchsvollen Job erledigt und wenn, dann war er ihn nach spätestens 3 Monaten los...

Man sollte sich schon realistische Ziele suchen...
Autor Gammelfleisch
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#5 | Gesendet: 4 Okt 2012 02:55 | Edited by: Gammelfleisch
Schizophrenic:
Ich frag mich manchmal was mach ich nur falsch wenn ich so eine Anzeige lese dann will ich nur wegrennen, aber im leben nett mich für sowas bewerben

Personaler haben se sowieso nicht alle. Im IT-Bereich findet man regelmäßig Stellenausschreibungen mit einem Anforderungsprofil das es in erster Näherung in der Realität mit der Häufigkeit eines Lottogewinns gibt. Kein Wunder, dass man glaubt man hätte einen Fachkräftemangel in dem Bereich.
Autor Doris4319a
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#6 | Gesendet: 4 Okt 2012 08:13
:-)))

Eine Stellenanzeige ist für das Unternehmen auch eine Selbstdarstellung, nicht nur Kandidatensuche.

D.h., dass die gleichen Absurditäten auftreten wie in der "normalen" Werbung. Eine Aneinanderreihung von Superlativen wie "wir sind die besten und tollsten in unserem Segment und unsere Mitarbeiter sind 1a qualifiziert dabei top sozial kompetent"...

Genau so wenig, wie Du glaubst, dass nur Rasierer xy Dich top rasieren kann, brauchst Du alles glauben, was in den Stellenanzeigen steht.

Etwas Verschärfstes habe ich neulich gelesen: "Ihr Profil: Absolute Vertrauenswürdigkeit und unbedingte Loyalität, .... hohe soziale und emotionale Kompetenz ... und die Bereitschaft sich zu mehr als 100% für unser Unternehmen zu engagieren."
Da kriege ich schon direkt das K*tzen! Ich könnte keinem Arbeitgeber und überhaupt keiner Person bedingungslose Loyalität versprechen - könntet Ihr das? Und weiter direkt mehr als 100% Engagement zu verlangen und dabei aber eine hohe Sozialkompetenz: das verträgt sich doch nicht. Jeder hat ein Privatleben, vielleicht mit Partner und Kindern oder Aktivitäten in Vereinen etc. Zu akzeptieren, dass das dann immer hinten ansteht zeugt doch nicht von sozialer Kompetenz, das macht mir keiner weis.

Lieber Gruß
Doris
Autor Gammelfleisch
registriert
#7 | Gesendet: 4 Okt 2012 15:00
Doris4319a:
Eine Stellenanzeige ist für das Unternehmen auch eine Selbstdarstellung, nicht nur Kandidatensuche.

Ist aber unklug, denn so verringert sich die Wahrscheinlichkeit geeignete Bewerber zu bekommen.
Das was in der IT am wichtigsten ist findet man in den Stellenausschreibungen dann am seltensten gefordert: die Fähigkeit sich autodidaktisch in Neues einzuarbeiten - brauchen die meisten ITler täglich. Die Stellenanzeigen in denen ich das gefunden haben haben durchweg ein realistisches Anforderungsprofil gehabt. Gibt wohl halt doch gute Personaler und Deppen.
Autor Neuromancer
registriert
#8 | Gesendet: 4 Okt 2012 15:14
Schizophrenic:
gibt es hier Ingenieure mit anspruchsvollen Jobs, wie kommt ihr klar trotz Erkrankung?

Ich bin unter anderem Ingenieur, kein reiner Ingenieur, habe aber bereits als solcher gearbeitet und fachlich gab es nichts zu beanstanden. Nur Menschenführung ist nicht mein Ding. Das ist alles auch länger her und heute denke ich nicht dass ich Vollzeit arbeiten kann. Mache aber zur Zeit einen 400-Euro-Job den ich ohne Ingenieursausbildung nicht machen könnte. Es ist eher die innere Frage die man sich stellen muss ob es das Wert ist Vollzeit zu arbeiten oder nicht. Rein vom fachlichen her spricht aber nichts dagegen dass man als Psychotiker als Ing arbeitet.

Was vielleicht nicht gut wäre ist eine Stelle bei der man ständig auf Achse ist und mehr als Vollzeit macht. Und da hier der IT-Bereich angesprochen wurde, dort ist die Halbwertzeit von Wissen ungefähr ein Jahr, und nicht jeder Psychotiker hat noch die Flexibilität ein ganzes Arbeitsleben ständig weiterbildend zu verbringen. Das liegt auch nicht unbedingt nur an den Medikamenten sondern auch an der Krankheit, und nicht jeder hat das Zeug wie John Nash, trotz Schizophrenie noch einen Nobelpreis zu holen.

Ich bin auch ständig mit Stellenanzeigen konfrontiert, das was heute gefordert wird können zumindest wortwörtlich nur ganz wenige Menschen leisten.
Autor Rhythm
registriert
#9 | Gesendet: 4 Okt 2012 16:03
Ich war Nachtportier, habe aber wegen zu vieler Fehler gekündigt. Mit NL.
Autor Doris4319a
registriert
#10 | Gesendet: 5 Okt 2012 10:37
Gammelfleisch:
Das was in der IT am wichtigsten ist findet man in den Stellenausschreibungen dann am seltensten gefordert: die Fähigkeit sich autodidaktisch in Neues einzuarbeiten - brauchen die meisten ITler täglich. Die Stellenanzeigen in denen ich das gefunden haben haben durchweg ein realistisches Anforderungsprofil gehabt. Gibt wohl halt doch gute Personaler und Deppen.

Die Personaler verarbeiten in der Stellenanzeige das, was ihnen die Führungskräfte, die den konkreten Mitarbeiter suchen, vorgeben. Wobei ich mir vorstellen kann, dass "die Fähigkeit, sich autodidaktisch in Neues einzuarbeiten" schlicht abschreckend auf viele Bewerber wirken kann, denn da steckt mit drin "die haben keine Zeit und nehmen kein Geld in die Hand, um mich auf die notwendigen Schulungen zu senden, bzw. mich on the job einzuarbeiten". Ich selber würde das offen gesagt nicht reinformulieren sondern das Übliche, nämlich "selbständiges Arbeiten" fordern.

Ich werde das heute Mittag mal mit dem Personalberater meines Vertrauen bequatschen. Ich arbeite in einer sehr großen IT-Organisation und bin gespannt, wie er das sieht. Selber wechsle ich in den nächsten Wochen in die IT (Softwareentwicklung) und bin schon gespannt, wie das aussieht mit der Einarbeitung und der Weiterbildung. Wird halt so sein wie immer: keiner hat Zeit weil die Personaldecke zu knapp ist, jeder hetzt seinen Aufgaben hinterher und ist dabei zu verhindern, dass irgend etwas massiv anbrennt... Schöne neue Arbeitswelt.

Lieber Gruß
Doris
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