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Angst vor Rückfall

Autor Schizophrenic
registriert
#1 | Gesendet: 16 Okt 2012 21:28
Hat irgendjemand noch so arg angst wie ich vor einem Rückfall. Ich nehme fleißig meine Tabletten und meiner Meinung nach habe ich keinerlei Symptome. Aber beim ersten mal hab ich auch total nicht gerafft das ich krank bin.,.

Grüße
Autor Malwina
Gast
#2 | Gesendet: 16 Okt 2012 21:38 | Edited by: Malwina
hallo schizophrenic,

wieviel Episoden hattest du schon?

Und hing das bei dir wirklich mit den Tabletten zusammen. ich habe schon hochdosiert und wenig dosiert Episoden gehabt. jedesmal geht es leichter und jede Episode ist schlimmer als die vorige.

Mit der Erfahrung versteht man dann auch eher, dass man krank ist. einige wahninhalte und Hallus kennt man dann schon wie alte, unerfreuliche bekannte, von da aus wird es leichter.

liebe grüße Malwina
Autor Schizophrenic
registriert
#3 | Gesendet: 16 Okt 2012 21:50
neija hatte bisher nur einen Schub der ging aber über Monate...
Nach der Klinikentlassung ist jetzt alles so als ob nie etwas gewesen wäre außer das mein Langzeitgedächtnis schaden genommen hat. Und ich mich an vieles nicht mehr erinnern kann...
Keine Ahnung ob die Tabletten ein Wirkung haben nehme ja wirklich nur ganz wenig 150 mg amisulprid und sonst nix
Autor Malwina
Gast
#4 | Gesendet: 16 Okt 2012 22:21
Hallo Schizophrenic,

du hast gute Chancen, dass es bei einer Episode bleibt. drück dir fest die Daumen.

liebe grüße Malwina
Autor GrandmasterFlash
registriert
#5 | Gesendet: 16 Okt 2012 23:28
Angst ist ein schlechter Ratgeber! Im Unterschied zum ersten mal würdest du ja ausserdem auch Symptome erkennen!? Also, solange du keine hast, bist du auch gesund.
Autor Schizophrenic
registriert
#6 | Gesendet: 16 Okt 2012 23:45
ok ist Müdigkeit ein Symptom? sonst hab ich absolut nix
Autor GrandmasterFlash
registriert
#7 | Gesendet: 17 Okt 2012 00:02
Müdigkeit kommt oft durch das NL, kann sich aber mit der Zeit oder aber kleinerer Dosis geben.. wenn nicht länger als ein halbes Jahr, ist ein Antidepressivum oft noch eine Option.
Autor Doris4319a
registriert
#8 | Gesendet: 17 Okt 2012 00:33
Hallo Schizophrenic,

die Angst vor dem Rückfall kann genau das sein, was Dich in den Rückfall hinein befördert.

Denn wenn Du anfängst, etwas "schizophrenere" Symptome zu haben wie z.B. Schlaflosigkeit über mehrere Nächte oder auch dass Dir im Supermarkt die Farben "entgegenspringen" und die ganze Werbung zu viel wird oder dass Du megaaktiv wirst und einen unglaublichen Bewegungsdrang bekommst oder dass beim Einschlafen die Gedanken wie in einem Karusell zu wirbeln beginnen oder wenn sogar leise Klassikmusik schon viel zu viel ist für Deine Geräuschempfindlichkeit - all das hatte und habe ich - wenn Du dann also anfängst in Panik zu geraten, dann verstärkt sich das Ganze und Du bist schnell drin in der ausgewachsenen Psychose.

Die Kunst ist, aus solchen Kram gezielt und entschieden auszusteigen. Gedanklich einen Schritt zurück zu gehen. Den Supermarkt zu verlassen und sich in dieser empfindlichen Zeit nicht mit Medien zu fluten. Schlaf notfalls mit Gewalt = Tavor/Lorazepam herbei zu führen. Lieber drei Tage krank schreiben lassen als im worst case monatelang arbeitsunfähig zu sein. Ich habe meinem Mann auch schon mal zugemutet, dass ich für eine Arbeitswoche in ein katholisches Gästehaus mit spartanischer Zimmerausstattung gezogen bin, weil mich zuhause alles zu sehr gestresst hat. Die 200 €, die das gekostet hat, haben uns finanziell echt weh getan und er war völlig fertig, weil ich (für eine begrenzte Zeit) ausgezogen bin; aber es war die beste Entscheidung. Ich bin arbeiten gegangen - die tägliche Arbeit ist für mich oft schon ein gutes Mittel um im Hier und Jetzt zu bleiben - und habe mich doch in nichts weiter hinein gesteigert. Ich denke, viele Akutphasen entstehen, weil jemand sagt "ich muss da jetzt durch, Augen zu und das geht schon irgend wie".

Selber hilft mir auch sehr der Glaube an den Gott der Bibel. Ich kann ihm das jeweils stressende Thema nämlich einfach geben und ihm mit tiefem Vertrauen sagen: Kümmer' Du Dich drum, mich überfordert das gerade arg!

Lieber Gruß
Doris
Autor Stefan41
registriert
#9 | Gesendet: 17 Okt 2012 10:47
don't panic

lg
Autor gelberhund
registriert
#10 | Gesendet: 17 Okt 2012 11:28
Am Wichtigsten wäre wohl daß du weiter mit anderen Leuten redest und jemanden findest, aus der Familie oder aus dem Freundeskreis, mit dem du alles was die Schizo betrifft intensiv besprechen kannst. Schizophrenie ist zwar auch eine Krankheit aber sie ist auch ein spezielles existenzielles Problem.

Beispielsweise wäre es gut wenn man sich als Schizo einmal darüber Gedanken macht warum man unrealistische Sachen glaubt für die sich sonst keiner interessiert. Ich lebe in einer Wohnstätte für Menschen mit psychischen Krankheiten, und da sind noch einige Schizos mehr, und einer von ihnen hat immer wieder so Anfälle da denkt er völlig sinnlose Sachen, etwa daß sich dieser Guttenberg an ihm persönlich gerächt hat als er wegen der Plagiatsaffäre seinen Posten verloren hat. Irgendwie rutschen wir Schizos bei solchen Sachen in ein Denken das gesunde Menschen nicht nachvollziehen können, und da brauchen wir die Verbindung zu ihnen um zu erkennen wenn etwas wirklich etwas verrückt ist.

Gutes Leben ist immer irgendwie ein Leben das ein Mensch mit anderen Menschen teilt, aber wir hören ja oft Stimmen und betrachten sie als real, da verblassen normale Unterhaltungen gegenüber dem ständigen Aufpassen und Mitmachen bei den Stimmen. Das muß man ändern und dazu ist auch das Forum hier eine gute Gelegenheit. Such dir Leute mit denen du über die ganze Sache oft reden kannst, zuerst im realen Leben, aber auch online wie hier. Googel einfach das Netz nach Foren und Chats wo die Leute sich gerne mal über alles unterhalten, ich habe die Erfahrung gemacht daß es viele Schizos gibt und daß das Thema wirklich ziemlich vielen Leuten bekannt ist und daß sie gerne helfen. Es gibt zwar auch Leute die davon nichts hören wollen und gleich sehr rauh zu Menschen wie uns sind aber man muß sich ja mit solchen Leuten nicht abgeben, wir haben ein freies Land hier :).

Versuch mal Schizophrenie nicht immer nur als eine medizinische Sache zu sehen, so als ein Dopamin-Rezeptor-Problem, sondern auch als eine persönliche Eigenheit, etwa daß du dich gerne zurückziehst oder gerne mal fantasierst oder dir gerne selbst Geschichten erzählst und so. Ich denke das Schizophrenie meistens Leute trifft die so etwas gerne machen und wir müssen sehen daß wir in eine gesunde Weise kommen wie man mit diesen Eigenheiten leben kann. Es ist ja auch gar nicht so falsch solche Sachen zu machen, nur eben verrückt soll es ja nicht werden, oder? Dazu gehört aber auch daß wir das ausleben was in uns ist, also daß wir es nicht auf verrückte Weise ausleben sondern auf eine gute Art, etwa durch Kunst oder Theater oder so etwas.

Man kann sich auch mal Zeit nehmen und etwa das Thema Geheimdienste mit einem Freund zusammen richtig studieren, oder auch das Phänomen der Angst vor Amerika und dem CIA und solche Dinge. Wenn man das richtig macht verliert man den Verfolgungswahn und weiß dennoch darum daß auch gesunde Menschen da manchmal so kleine Ängste und Unwohlheiten entwickeln. Beispielsweise ist ganz Südamerika allergisch gegen das CIA und das hängt damit zusammen daß die USA im letzten Jahrhundert viel in Südamerika herummanipuliert hat und den Leuten ihre Freiheit genommen hat. Da kann man dann auf reale und vernünftige Weise nachsehen was an den eigenen Ängsten dran ist, und man kann mit gesunden, normalen Menschen über das Thema reden und der Wahrheit nahekommen, statt immer gleich in Schizophantasien wegzusegeln die nun wirklich nicht mehr vernünftig sind und die uns am Leben hindern.
Autor Sroetchen
registriert
#11 | Gesendet: 17 Okt 2012 12:16
Mach Dich doch nicht selbst verrückt ;-) . Versuch, entspannt zu bleiben und selbstsicher - versuch einen ruhenden Pol in Dir selbst zu finden.

Mir hilft es manchmal auch, Situationen, die mir selbst komisch vorkamen mit sehr vertrauten Menschen zu besprechen. Meist höre ich, dass ich mich ganz unauffällig verhalten habe. Das gibt mir Sicherheit. Sollte man nur nicht dauernd machen, vor allem könnte man damit die vertrauten Menschen überstrapazieren. :-)
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