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Aufsteigend oder absteigend? Die Schwere des Krankheitsverlaufes .......

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Autor Malwina
Gast
#1 | Gesendet: 16 Okt 2012 21:43 | Edited by: Malwina
Bei mir war es so, dass es mit Depressionen und Reizoffenheit angefangen hat und bei jeder Episode mehr in das Schizo reingegangen ist; also jede Episode, die zwischen 2 Wochen und 4 Monaten gedauert hat, war schwerwiegender als die zuvorige, aber jetzt erst nach 8 Jahren habe ich überhaupt die Schizo- Diagnose.
trotz psychiatrischer Betreuung werde ich nicht besser, sondern es wird von mal zu mal gravierender. Im letzten Schub habe ich das erste Mal Stimmen gehört.

Wie war das bei euch?

Die erste Episode die Schlimmste und jede weitere - da schon in Behandlung - leichter?

jede Episode gleich?

oder schubweise und jeder Schub etwas schlimmer als der vorhergehende? so wie bei mir.

oder gar ein ewiges Auf- und Ab ?


ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.

liebe Grüße Malwina
Autor Herrmann
registriert
#2 | Gesendet: 16 Okt 2012 21:48 | Edited by: Herrmann
Hallo Malwina,

bei mir ging es auch mit einer langen depressiven Phase mit viel Angst los. Die anschließende erste Psychose war wirklich recht schwer und die zweite war aber noch härter.

Ich könnte mir nicht vorstellen noch einmal eine solche Psychose zu haben und weiß nicht wie schwerwiegend sie sein würde.

Liebe Grüße
Herrmann
Autor Malwina
Gast
#3 | Gesendet: 16 Okt 2012 22:22
Hallo Hermann,
ich hatte schon 10 oder so Krankheitsepisoden.
Wünsche dir, dass das alles nicht mehr zurück kommt.

liebe Grüße Malwina
Autor Merula
registriert
#4 | Gesendet: 16 Okt 2012 22:40
Hallo Malwina,
ich kann die Krankheitsphasen gar nicht so genau abgrenzen, da jede Psychose mit Depressionen kommt und geht. Und depressive und dissoziative Phasen hab ich auch ohne Psychose immer wieder.

Aber ich bemerke die psychotischen Phasen mittlerweile sehr früh selbst und rassel dann nicht mehr volle Kanne ungebremst in eine "richtige" Psychose. Dafür muss man aber ganz schön viel Erfahrungen sammeln, auf die ich gut hätte verzichten können.

LG Merula
Autor Salvador
registriert
#5 | Gesendet: 17 Okt 2012 13:50 | Edited by: Salvador
hallo,

bei mir ist es so, dass ich nicht mehr richtig psychotisch werden kann. das liegt daran, dass ich die psychose komplett durchschaut habe. ich kann sie an und ausschalten. sie gehört mir. und insgesamt ist das aufwärts :) hat jahre gedauert, und war kein zuckerschlecken. aber ich bin psychisch nicht sehr belastbar dadurch, ziehe mich immernoch schneller zurück als "nicht-verirrt-gewesene".

ich drücke euch die daumen. es ist nicht unmöglich, aber leider reicht rationales verstehen nicht aus. man muss auch intuitionen zulassen und emotional herangehen dürfen, was ich mit medis gar nicht konnte. durch das absetzen konnte ich das chaos in mir durchschauen. man muss chaotisch denken, stapeln und eben zerstören können den ganzen haufen. man muss seine eigenen bilder im kopf verbrennen und sprengen lernen. dann ist man einen schritt weiter ;)

LG
salva
Autor Herrmann
registriert
#6 | Gesendet: 17 Okt 2012 14:00
Hallo Malwina,

Malwina:
Wünsche dir, dass das alles nicht mehr zurück kommt.

danke!

Ich hoffe, dass es Dir bald wieder besser geht und Du eine geeignete Medikation findest.
Alles Gute!

Liebe Grüße
Herrmann
Autor Malwina
Gast
#7 | Gesendet: 17 Okt 2012 16:22
hallo,

Merula, Salvador und Hermann,

verstehe ich euch richtig, dass ihr durch eure Erfahrungen die Psychosen besser im Griff habt, dass es also besser wird, weil ihr eure frühwarnzeichen kennt?

liegt das daran, dass bei mir die Psychose jedesmal anders verläuft, dass ich deshalb die Frühwarnzeichen nicht erkennen kann?

lkiebe Grüße Malwina
Autor Merula
registriert
#8 | Gesendet: 17 Okt 2012 16:36
Malwina:
verstehe ich euch richtig, dass ihr durch eure Erfahrungen die Psychosen besser im Griff habt, dass es also besser wird, weil ihr eure frühwarnzeichen kennt?

Auf mich trifft das wohl zu.

LG Merula
Autor anemone27
registriert
#9 | Gesendet: 17 Okt 2012 23:28
Vielleicht müsste man auch bedenken, ob man einen Rückfall trotz Medikamente oder ohne Medikamente hatte. Ich habe mal gelesen, dass die Psychosen trotz Medikation schwächer sind als ohne Medikamente.
Ich hatte zuerst eine Psychose mit Wahngedanken, bin dann auf Risperidon eingestellt worden. Als ich dann immer mehr depressiv wurde, habe ich ein Antidepressivum bekommen. Daraufhin ist die Depression verschwunden, es kamen aber wieder leichte psychotische Gedanken, die aber mit einer höheren Dosis Risperidon bzw. Olanzapin wieder verschwunden sind. Ich weiß jetzt, dass meine Angst ein Symptom der Erkrankung ist und ich kann hoffentlich rechtzeitig mit meiner Medikation gegensteuern.
Autor Malwina
Gast
#10 | Gesendet: 18 Okt 2012 20:12
hallo Anemone,

das ist es ja;
obwohl ich durch die Jahre immer mehr und immer andere NL bekommen habe,
werden die psychotischen Episoden immer schlimmer bzw. immer mehr Richtung Schizo.

liebe Grüße Malwina
Autor anemone27
registriert
#11 | Gesendet: 18 Okt 2012 20:55
Hallo Malwina,
das tut mir leid für dich. Ich hoffe, dass deine jetzige Medikamentenkombination gut für dich ist und dich stabil hält.

Bei mir ist die Psychose immer mehr in Richtung Depression gegangen, bzw. schwankt zwischen Depression und wahnhaftem Erleben. Meine Diagnose ist auch schizoaffektive Störung.
Aber es gibt ja auch eine Phase vor der Psychose, die Prodomalphase, bei der sich die Psychose ankündigt. Vielleicht sind schwächere psychotische Phasen dort einzustufen.
L
Liebe Grüße,
Anemone
Autor Svenja Bunt
registriert
#12 | Gesendet: 18 Okt 2012 21:04
Eine Psychose hat sicherlich auch eine Eigendynamik - da kann man Glück oder Pech haben. Meine Erfahrung ist, dass es besser geht, wenn man lernt, glücklich zu leben, und Medikamente nimmt. Aber zum einen ist es ein Geschenk, wenn man lernt, glücklich zu leben. Zum anderen wirken auch die Medikamente unterschiedlich gut bei verschiedenen Menschen. Und so hängt doch vieles mit Glück oder Pech zusammen.
Autor Malwina
Gast
#13 | Gesendet: 18 Okt 2012 21:27
hallo Anemone,

danke für die guten Wünsche.

hallo Svenja,

Svenja Bunt:
Eine Psychose hat sicherlich auch eine Eigendynamik -

ich glaube das auch. außerdem haben fast alle hier, die gelernt haben, mit ihrer psychotischen Veranlagung zu leben, auch eine Psychotherapie gemacht.

liebe Grüße Malwina
Autor Amalaswintha
registriert
#14 | Gesendet: 20 Okt 2012 19:31
bei mir war es so, dass jede Periode schlimmer warals die vorangegangene, vor allem die Depressionen. Ich habe wie Anemone eine schizoaffektive Psychose mit depressivem Schwerpunkt. Bekomme aber nur eine Schub, wenn ich die Medikamente absetze, und das habe ich in den vergangegen Jahren mehrfach getan mit dem Wunschdenken: Vielleicht ist es ja weg und kommt niemals wieder. Leider kam es jedesmal immerheftiger zurück. Manchmal denke ich, die Medikamente sind schuld, sie haben mich so richtig krank gemacht u d mein Gehirn kann ohne sie nicht mehr sein. Ich hadere sehr damit, sie vielleicht für immer nehmen zu müssen, aber ohne sie komme ich überhaupt nicht mehr klar. Beim letzten Absetzen hatte ich eine Art Erscheinung, meine tote Oma sagte zu mir:"Spring vom Balkon!" Jetzt traue ich mich überhaupt nicht mehr abzusetzen. Ausserdem bin ich, was ich vorher überhaupt nicht kannte, in eine Art Starre verfallen, konnte mich über Stunden nicht mehr rühren.
Ich mache eine Verhaltenstherapie und der Psychologe sagte mir, ich solle mir einen Zettel ins Portemonnaie legen:"Ein weiteres Absetzen werde ich nicht überleben."
Im Hinblick darauf, dass es immer schlimmer wurde, werde ich das wohl beherzigen. Obwohl mich die Nebenwirkungen der Medis (Gewichtszunahme, Lethargie) und der Gedanke an möglich Spätfolgen sehr frusten.

Amalaswintha
Autor gelberhund
registriert
#15 | Gesendet: 20 Okt 2012 19:56
Bei mir weiß ich nicht so genau. Was genau ist denn dieses Psychotisch-Sein überhaupt? Ich kann das nicht so richtig einordnen, auch die medizinische Theorie leuchtet mir nicht immer wirklich ein. Bei meinen Episoden war es immer so daß mich bestimmte Themen stärker packten als zuvor und daß ich dann daran verzweifelte weil ich nicht mehr wußte was ich tun sollte.

Ich meine es so, meine Psychosen haben immer mit Gott zu tun. Ich glaube aber an Gott auch außerhalb meiner Psychose, und bin interessiert an spirituellen Dingen. Wenn ich nun psychotisch bin hat das immer damit zu tun daß ich geistlich "mehr will" oder daß ich versuche mich irgendwie frei zu machen, mich neu zu orientieren. Und dabei scheine ich bestimmte geistige Höhenflüge nicht so gut zu verkraften.

Mein Doktor hat mir mal erklärt daß manche Schizos neue Schübe bekommen wenn sie sich kreativ betätigen, etwa Klavier spielen oder manisch zeichnen und malen. Manche Schizos aber haben sich durch Kreativität auch schon von Depressionen und so kuriert, die gingen dann einfach weg und stattdessen fühlten sie sich frei und glücklich.

Ich bin persönlich der Meinung daß bestimmte Dinge bei mir wirklich nicht krankhaft zu deuten sind sondern wirklich eine geistliche Sachlage widerspiegeln. Etwa denke ich daß manche Stimmen die ich so gehört habe Dämonen zuzuordnen sind. Jedenfalls ist ihr Verhalten immer so gemein und niedrig und widergöttlich, ich weiß nicht warum mein Verstand, auch wenn er krank wäre, diese Dinge immer so auf genau diese Weise ausbrüten würde. Ich höre diese Stimmen ja auch wenn ich Medizin nehme, nur bin ich bei der richtigen Art von Medikation eher fähig die ganze Sache zu ignorieren oder auch zu überwinden damit daß ich mir positive Erlebnisse schaffe und so.

Ich hatte aber auch schon Psychoseepisoden die teilweise einfach schön waren. Etwa hatte ich diesen Sommer immer so Himmelserlebnisse, ich dachte der Erzengel Michael war bei mir und Menschen die im Himmel leben und sie waren alle so nett und ich konnte mit ihnen über alles reden. Aber hier widerum sagt meine Mutter immer daß solche Sachen einfach nicht normal sind und daß ich daher skeptisch sein müsse.

Ich denke immer wieder daß Schizophrenie oft eine erhöhte Kreativität bedeutet bzw daß es immer auch einen Sinngrund oder Lebensgrund gibt daß eine Schizophrenie nicht weg geht. Wir haben fast alle nicht das Leben das wir uns wünschen und daher fehlt uns Erfüllung und Erfolg und wir sind daher nicht so "gesund" wie es sonst möglich wäre. Ich meine damit so Sachen wie manche Leute einen genau passenden Job haben der ihnen super gefällt, und dann werden die Leute einfach nicht psychisch krank weil sie immer wieder diese schönen Erlebnisse auf Arbeit haben die ihnen Kraft geben. Manche haben auch gelernt sich wirklich gut mit Gott zu verstehen und dann schenkt Gott diesen Leuten einen besonderen Frieden und dann haben auch sie mehr Kraft als andere. Oder ein anderes Beispiel ... manche Leute haben eine besonders gute Partnerschaft und haben daher oft gute Gefühle und auch mehr Kraft als sie sonst hätten.
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