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Berühmte Psychiater

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Autor Schizophrenic
registriert
#1 | Gesendet: 28 Okt 2012 04:06
Kennt jemand den Begründer der Soteria:

Loren Mosher

oder in den Begründer der Soteria in Europa:

Luc Ciompi

Oder den Psychiater der die Hektor Bücher schreibt...

Francois Lelord

Ich würde diese echt gerne mal treffen, neija Loren Mosher ist ja zwischenzeitlich verstorben
Autor Malwina
Gast
#2 | Gesendet: 28 Okt 2012 20:30
ich würde gerne mal mit Professor Volker Aderhold) * sprechen.



*Volkmar Aderhold, Jg. 1954, Dr. med., Arzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychotherapeutische Medizin, arbeitet seit 1982 in der Psychiatrie. 1996–2006 Oberarzt im Bereich Psychosen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Seit 2006 am Institut für Sozialpsychiatrie der Universität Greifswald tätig. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. "Psychotherapie der Psychosen – Integrative Behandlungsansätze aus Skandinavien" (Herausgabe gemeinsam mit Yrjö Alanen u.a. 2003).
Autor Molly
registriert
#3 | Gesendet: 28 Okt 2012 22:46 | Edited by: Molly
C. G. Jung. Der war ja anscheinend selbst betroffen.
Autor gaga08
Gast
#4 | Gesendet: 28 Okt 2012 23:00
Molly:
C. G. Jung. Der war ja anscheinend selbst betroffen.

C.G. Jung soll einmal einen psychoseähnlichen Zustand durchlebt haben. Er war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon so gefestigt, dass er das psychotische Erleben als solches identifizieren konnte. Er hat sich in den Sog des Realitätsverlusts nicht hineinziehen lassen.
Autor Molly
registriert
#5 | Gesendet: 28 Okt 2012 23:02 | Edited by: Molly
Mache ich auch nicht mehr, denn meine Stimmen sind ja real :-) (Das bezieht sich nicht auf das Folgende)

Zitat aus dem obigen Link zu Jung:

Jung erklärt eine Psychose, die unter anderem dann entstehen kann, wenn eine Neurose nicht behandelt wird, als Überhandnehmen des Unbewussten, das sich des Bewusstseins bemächtigt, um dessen Einstellung zu korrigieren und das Individuum auf dem Weg zur Ganzwerdung zu befreien. Die nun symbolisch wirksamen Archetypen zielen darauf ab, die Gesamtpersönlichkeit wieder ins Lot zu bringen, indem sie archetypische, durch Numinosität (göttliche Erscheinungen, sexuelle Begierde) sehr attraktive Zielbilder ins Bewusstsein aufsteigen lassen. Diese Bilder und die Beschäftigung der Seele mit ihnen haben die Aufgabe, der Persönlichkeit eine fundamentale Balance zurückzugeben, Sinn und Ordnung zu stiften. Sie manifestieren sich daher in symbolischen Bildern universeller Gültigkeit, die einen beträchtlichen Anteil am Leben eines jeden haben.

Aus dem Wikipediaartikel zu Neurose:

...Die Neurose ist eine allgemeine psychische Verhaltensstörung längerer Dauer. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sie erst im Laufe der Entwicklung entstanden ist. Zur Bestätigung solcher Diagnosen müssen organische Störungen als Ursache des Fehlverhaltens ausgeschlossen werden. Seine ihm charakteristischen Verhaltensstörungen vermag der Neurotiker nicht zu kontrollieren, er ist sich seines Leidens jedoch bewusst und an sich fähig, dessen Ursachen zu ergründen. Gemäß Freuds Theorie führt dieses geistige Streben zu ersten therapeutischen Ergebnissen, vor allem in Anwendung der Traumanalyse....

...Carl Gustav Jung formuliert hierzu, dass ohne schon vorher vorhandene bewusste Begriffe eine Apperzeption unmöglich sei, woraus sich viele neurotische Störungen ergeben. Im Unbewussten existieren gewisse Inhalte, welche mangels apperzipierender Begriffe (von „greifen", comprehendere) nicht ins Bewusstsein aufgenommen werden können. Deren oft beträchtliche Energie verlagert sich auf normalerweise wenig betonte, aber bewusste Inhalte und erhöhen deren Intensität ins pathologische. Es entstehen scheinbar grundlose Phobien und Obsessionen (überspannte Ideen, Idiosynkrasien, hypochondrische Vorstellungen, intellektuelle Perversitäten), welche sich sozial, religiös oder politisch äußern können....
http://de.wikipedia.org/wiki/Neurose

Aus Uni-Protokolle-Lexikon:

Als Apperzeption (lateinisch ad : zu und perceptio : Wahrnehmung) bezeichnet man das bewußte willensgesteuerte Erfassen und Verarbeiten von Sinneseindrücken . Im Gegensatz dazu beschränkt sich die Perzeption lediglich auf die Wahrnehmung als physiologischen Vorgang ohne gedankliche Verarbeitung und die Rezeption auf passive Aufnahme von Sinneseindrücken.
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Apperzeption.html

Aus "Die Welt.de - Wie Neurosen heutzutage behandelt werden können":


Wie Neurosen entstehen, kann nicht generell gesagt werden. Angststörungen können von einem unbewussten Konflikt verursacht werden. Die Gründe hierfür können in einer problematischen Kindheit oder einem nicht verarbeiteten Trauma liegen. Aber auch ein aktueller Konflikt – zum Beispiel Probleme in der Partnerschaft - können zu Angststörungen führen.

"Wenn im Kinder- und Jugendalter ein Konflikt nicht gelöst wurde, schwelt er weiter", erklärt der Psychiater Professor Peter Falkai. Er leitet die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Göttingen. Als Beispiel nennt er Probleme mit einem übermächtigen Vater oder einer hysterischen Mutter. Erlebt der Mensch im Erwachsenenalter eine ähnliche Situation wie früher zu Hause, reagiert er wie damals als Kind: Er wird traurig oder bekommt Angst.

Das Problem: Die ungelösten Konflikte liegen im Unterbewusstsein. Während der Gesprächstherapie durchwandern diese Patienten noch einmal die problematischen Stationen ihres Lebens. Die unbewussten Konflikte werden so ins Bewusstsein geholt und können endlich verarbeitet werden.

Wie groß die Heilungschancen sind, hängt von der Art und der Dauer der Störung ab. "Insgesamt sind sie recht gut, vor allem bei Angststörungen", sagt Herpertz. Allerdings werde die Prognose immer schlechter, je länger die Störung unbehandelt bleibe.
http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13335651/Wie-Neurosen-heutzutage-beh andelt-werden-koennen.html
Autor Neuromancer
registriert
#6 | Gesendet: 29 Okt 2012 16:25
Ein weltberühmter Psychiater der heutigen Zeit arbeitet am UKE in Hamburg-Eppendorf. Es ist Prof. Dr. med. Rainer Thomasius, der einzige Experte von Weltrang bei stationären Cannabis-Entzügen, der aber trotzdem eine Legalisierung von Cannabis befürwortet. Ich meine das jetzt einerseits ironisch und zynisch, andererseits aber auch wirklich sehr ernst.
Autor cameron12
registriert
#7 | Gesendet: 29 Okt 2012 19:56
Ich hätte gerne den längst verstorbenen Sandor Ferenczi - http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A1ndor_Ferenczi - kennen gelernt.
Er war nicht so zynisch wie S. Freud.
Autor cameron12
registriert
#8 | Gesendet: 29 Okt 2012 20:15
... und nicht zu vergessen: Johannes Cremerius http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Cremerius
Autor gelberhund
registriert
#9 | Gesendet: 29 Okt 2012 20:50
Ich hatte mal nen sehr guten Arzt in Dresden. Er war ein Ex-Muslim der irgendwo aus Arabien kam und hierher ausgewandert ist. Ich halte sowieso viel von arabischen Ärzten, die haben wirklich was drauf. Da gab es auch mal einen Arzt im Mittelalter in Arabien, sein lateinischer Name war Avicenna, auf arabisch heißt er glaub ich Ibn Sina. Ich hatte schon öfters mit arabischen Ärzten zu tun, auch während meiner Arbeit als Krankenpfleger, die haben irgendwie nen besonderen Draht zur Medizin. Sie sind so behutsam, auch gedanklich schon versuchen sie immer nichts kaputt zu machen und auch Wohlbefinden zu erzeugen, sie haben einen immensen Respekt vor dem menschlichen Körper.
Autor Teflon9
registriert
#10 | Gesendet: 31 Okt 2012 00:23
Ich werde demnächst mal Aderhold zu sehen kriegen.
Autor depalma
registriert
#11 | Gesendet: 31 Okt 2012 00:45
In einer Hinsicht kann ich die Theorie von Jung befürworten: Das Überhandnehmen des Unbewussten im Verhältnis zum Bewusstsein beschreibt den psychotischen Zustand nach meiner Ansicht hervorragend.
Ob dies jedoch zu einer besseren Ordnung der Seele führt, wie es Jung annahm, da bin ich mir nicht ganz so sicher.
Zwar habe ich mitunter schon das Gefühl, dass ich mich seit meiner – hoffentlich andauernden – Genesung vor knapp fünf Jahren besser auf das Hier und Jetzt konzentrieren kann als früher. Doch zugleich habe ich etliche Leute kennengelernt, die nie wieder aus ihren psychotischen Erlebnissen herausfinden konnten.
Deshalb will ich für mich erst mal nur sagen: Glück gehabt. Dass ich problemlos arbeiten kann und mich auch sonst nicht beeinträchtigt fühle, ist mein seelischer Sechser im Lotto, für den ich jeden Tag dankbar bin.
Autor Gammelfleisch
registriert
#12 | Gesendet: 31 Okt 2012 02:24 | Edited by: Gammelfleisch
Also C.G. Jung ist für mich ein Esoteriker.

depalma:
In einer Hinsicht kann ich die Theorie von Jung befürworten: Das Überhandnehmen des Unbewussten im Verhältnis zum Bewusstsein beschreibt den psychotischen Zustand nach meiner Ansicht hervorragend.

Halte ich für Unsinn. Haluzinationen, Paranoia und Ich- und Denkstörungen z.B. sind doch nichts was der Gesunde kennt und beim Kranken Überhand nehmen. Der Psychotiker erlebt doch eine völlig andere Art des Denkens und der Wahrnehmung als das was man beim Gesunden als unbewussten Prozess annehmen kann.

Für mich zeigt die Psychoanalyse, dass auch intelligente Menschen wirres Zeug zusammenspinnen können.
Letzens las ich auf einer Seite einer Psychoanalytikerin, dass psychotisches Denken und Verhalten ein Verarbeitungsmechanismus sind. Also Verarbeitung ist ja ein Selbstregulationsmechanismus, und das heißt, dass man negative Gefühle herab und positive heraufreguliert. Und wie passt da rein, dass Psychotiker beängstigende Dinge erleben und denken die überhauptnicht das tun was Selbstregulation bewirken soll? Das zeigt doch mal Beispielhaft, dass Psychoanalytiker zum Teil ziemlichen Quatsch formulieren.
Autor gelberhund
registriert
#13 | Gesendet: 31 Okt 2012 11:26
Naja, ganz so abwegig ist das mit der Verarbeitungsthese nicht, ich würde nur sagen daß Schizophrenie eine fehlschlagende Verarbeitung ist. Man versucht irgendwas auf den Trichter zu bekommen, man will sich frei machen, etwas Neues finden. Und genau das geht dann schief und statt auf einem guten neuen Ufer herauszukommen findet man sich auf einem schlechten neuen Ufer wieder. Dazu kommt dann noch daß man sich eigentlich beständig im Kreis dreht und immer wieder die gleichen negativen Sachen durchdenkt. Man kommt einfach nicht mehr in die Spur des normalen Lebens, ich meine wenn man die ganze Krankheit und dann noch die Nebenwirkungen der NL nicht gut verträgt. Man will zwar verarbeiten und überwinden und sich anstrengen, doch am Ende verfehlt man sein Ziel und macht sich bloß Psychostreß.
Autor Teflon9
registriert
#14 | Gesendet: 31 Okt 2012 12:02
Gammelfleisch:
Letzens las ich auf einer Seite einer Psychoanalytikerin, dass psychotisches Denken und Verhalten ein Verarbeitungsmechanismus sind. Also Verarbeitung ist ja ein Selbstregulationsmechanismus, und das heißt, dass man negative Gefühle herab und positive heraufreguliert. Und wie passt da rein, dass Psychotiker beängstigende Dinge erleben und denken die überhauptnicht das tun was Selbstregulation bewirken soll? Das zeigt doch mal Beispielhaft, dass Psychoanalytiker zum Teil ziemlichen Quatsch formulieren.

Wenn jemand von Verarbeitungsmechanismus spricht, bedeutet das nicht notwendig, dass er einen "Selbstregulationsmechanismus" meint, wo wie bei einer Maschine "Gefühle auf- und abreguliert" werden. Wenn man jemandem Gedankengänge zuordnet, die er gar nicht gemacht hat und sie dann wiederlegt, hat man streng genommen nur sich selbst widerlegt.
Autor depalma
registriert
#15 | Gesendet: 31 Okt 2012 13:12
@Gammelfleisch: Doch, der Gesunde kennt Halluzinationen ebenfalls – zum Beispiel beim Übergang vom Traum zum Wachwerden oder umgekehrt. Nur hat er den Vorteil, dass ihm dieser Zugang zu seinem Unbewussten im Alltag versperrt bleibt.
Ich wende mich sonst stets und ständig gegen alle möglichen esoterischen Ideen, glaube aber, dass Jung hier eine interessante These entwickelt hat.
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