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Wie viel Dümmer wird man durch Psychose?

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Autor zentiago
registriert
#16 | Gesendet: 16 Nov 2012 23:10 | Edited by: zentiago
Tryptophan:
die cognitiven Fähigkeiten lassen
schon in der Prodromalphase nach... auch bei Leuten
die vor der Erstmanifestation noch kein psychiatrisches
Krankenhaus von innen gesehen haben.

Leider hast du unrecht. Ich selber nehme keine Medikamente, bin nicht dümmer als vorher, denn im Gegenteil, es geht mir besser, ich bin sogar schneller geworden, erwachsener und auch die Nebenwirkungen, von denen ich die gleichen Gefühle des Verblödens hatte, sind verschwunden. Es gibt aber auch noch andere Einflüsse im Leben, also nicht nur Schizophrenie. Schizophrenie nimmt viel Aufmerksamkeit in Anspruch, aber sie ist nicht alles. Denn wo ist die Schizophrenie, wenn man nachts schläft im Tiefschlaf?

Es lässt nichts nach, bis auf dass man sich von manchen Dingen etwas zurückzieht, sie vernachlässigt. Man könnte aber alles neu erlernen und insgesamt ist solche schizophrene Verblödung unlogisch, da man ja schlecht ohne wirklich dement zu werden während man älter wird einen Rückschritt machen kann. Man lernt nur dazu... jeden Tag sogar. Das passt hinten und vorne nicht.
Autor Bazifischer
Gast
#17 | Gesendet: 16 Nov 2012 23:54 | Edited by: Bazifischer
@zentiago:
Du gehst in Deinem Beitrag überhaupt nicht auf die Prodromalphase ein. Also versteh ich Deine Argumentation nicht. Kognitive Fähigkeiten ändern sich bei Schizophrenen sehr je nach Phase. Das ist für mich unbestreitbar. Wenn ich eine Psychose habe, habe ich überhaupt keine Chance einen Zeitungsartikel zu lesen. Wenn die Psychose wieder vorbei ist und auch die Negativsymptome abklingen, kann man sich wieder auf einen Text konzentrieren. Wenn man schlechte kognitive Fähigkeiten hat, heißt das ja nicht, dass man dumm ist.
Autor Spachtelmasse
Gast
#18 | Gesendet: 17 Nov 2012 00:02
Hallo Bazifischer,
mir sind keine Untersuchungen zu ungünstigen kognitiven Entwicklungen in der "Prodromalphase" bekannt.
Auch und erst recht nicht in Einbettung in eine Vorstellung von der Schizo als "vorzeitige Verblödung", worum es ja in diesem Thread geht.
Autor Bazifischer
Gast
#19 | Gesendet: 17 Nov 2012 00:14
Hallo Matsch,

ja, Du hast Recht wie soll es darüber auch Untersuchungen geben können.

Tryptophan und ich sind schon mal zwei Beispiele die über abnehmende kognitive Fähigkeiten in der Prodromalphase berichten. Das ist aus erster Hand. Ich denke einige andere im Forum haben Selbiges erlebt.
Autor Spachtelmasse
Gast
#20 | Gesendet: 17 Nov 2012 00:35
"In einer retrospektiven Studie mit zwei Probanden haben wir herausgefunden, ..." - oder so ähnlich. O:-)
Selbst wenn es eine breiter gefächerte Untersuchung gäbe denke ich, die biopsychosoziale (wie man so schön sagt) Entwicklung gerade im Alter zwischen 15 und 25 ist viel zu komplex, um da verlässliche Aussagen zu treffen. Es gibt so viel zu beachten:
1. Alter als mögliche konfundierende Variable:
- Hirnentwicklung unter Abbau grauer Substanz ist in gewissem Maße normal im Jugendalter
- chronobiologische Aspekte (innere Uhr verschiebt sich in dem Alter, chronischer Schlafmangel als Folge)
- Peer-Gruppen, Null-Bock-Attitüde
2. Wer sagt, ob die Prodromalphase tatsächlich eine der "Schizophrenie" zugehörige, vorgeschaltete Entwicklung ist und nicht vielmehr die "Henne, die das Ei legt". Dass nicht also Verhaltensweisen (Rückzug, Misstrauen,Inaktivität, komische Gedanken,..), mit denen auf eine schwierige Phase (Depris, Verletzungen, sozial unangenehme Erlebnise, Liebesmangel, emotionale Überforderung) mangels eigener Strategien und Unterstützung reagiert wird, letztlich die Psychose einläuten, die nicht biologisch vorbestimmt ist, sondern verhindert werden kann (nicht-pharmakologisch).

Gedanken einer Laiin, aber "Experten" konnten mir darauf bisher nicht antworten.
Autor Bazifischer
Gast
#21 | Gesendet: 17 Nov 2012 01:08 | Edited by: Bazifischer
Du hast Recht. Das Alter zwischen 15 und 25 ist diffizil. Deine Einwände kann ich gut nachvollziehen. Dafür müsste man Beispiele kennen, wo die erste Psychose später ist.

Du meinst also die Prodromalphase ist die Henne die das Ei – Psychose – legt. Das glaube ich nicht. Es gibt doch auch genetische Faktoren und die Phase, die Du gut beschreibst, vor der Prodromalphase. Es sind meiner Ansicht nach mehrere Dispositionen von Nöten, die zur Psychose führen. Aber ich finde Deine Theorie sehr interessant und werde mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen. Ich habe es zugegeben nicht ganz erfassen können.

Ich bin auch der Meinung, dass die Psychose verhindert werden kann, auch nicht-pharmakologisch.

Ich weiß nur nicht, ob es gut ist, die Psychose gänzlich zu verhindern. Es ist ja wie ein Vulkan der eruptiert. Damit löst sich alles und der ganze Druck geht weg.

Wenn das ganz verhindert wird, glaube ich, dass es eine chronische Entwicklung geben kann.

Man sagt, Schizophrene die heftige, kurze Psychosen haben, haben viel bessere Prognosen als welche, die sich noch einigermaßen unter Kontrolle haben und es eben so dahinschleicht.
Autor Malwina
Gast
#22 | Gesendet: 17 Nov 2012 19:44
Bazifischer:
Dafür müsste man Beispiele kennen, wo die erste Psychose später ist.

ich habe meine erste Psychose mit 42 bekommen. Aber zwischen meinem 15. und 23 lebensjahr war da schon mal was, vermute ich. nur kein Mensch hat daran gedacht, als ich nur noch im Bett lag, dass ich krank sein könnte, sondern man hielt mich für eine faule socke.

dann zwischen 25 und 42 hatte ich meine Ruhe; machte alles, was man so tun kann: Studieren, arbeiten, Auslandsaufenthalte, heiraten, Kind kriegen....

wenn das die prodomalphase war, hatte ich einen starken leistungsabfall. in der schule hatte ich nur Einser, in der ausbildung plötzlich nur noch 5er. Aber wie gesagt niemand hat es in einer Krankheit verortet, ich wurde nur angeschrien und fertig gemacht.

liebe grüße Malwina
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