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Langeweile und trotzdem nicht arbeiten?

Autor Schizophrenic
registriert
#1 | Gesendet: 2 Dez 2012 23:59
Ich versteh mich oft selbst nicht einerseits ist mir langweilig und andererseits kann ich mich zum arbeiten nicht aufraffen...

Es gibt ja im Haushalt oder Geschäft meiner Mutter eigentlich immer was zu tun

Vor der Erkrankung hatte ich das so gar nicht das ich nicht wußte was ich mit mir anfangen soll

wieso ist das so
Autor Molly
registriert
#2 | Gesendet: 3 Dez 2012 00:15
Medikamenteninduzierte Antriebsschwäche! Ich geh jetzt schlafen, sonst hab ich morgen auch Antriebsschwäche! Gute Nacht! ;-)
Autor psybomb
registriert
#3 | Gesendet: 3 Dez 2012 00:28
Ich hatte das auch sehr lange Zeit. Bei mir wurde es erst besser als ich eine Arbeit hatte und Venlafaxin genommen habe.
Autor Doris4319a
registriert
#4 | Gesendet: 3 Dez 2012 01:14
Hallo Schizophrenic,

das hatte ich fast vier Jahre lang. Wohl erst von der Erkrankung und dann aber auch vom NL (ich hatte zusammen mit meinem Psychiater nach der ersten Psychose recht schnell abgesetzt, aber es hat mir keinen Antrieb oder gar Schwung gebracht).

Nach vier Jahren bin ich quasie wieder "aufgetaucht" aus diesem Zustand. Deswegen möchte ich Dir und Himbeere und den vielen anderen Mut machen: Es kann zwar sehr lange dauern, aber das heißt nicht, dass es immer so sein muss.

Heute habe ich viel Schwung und Ausstrahlung und muss manchmal aufpassen, dass das nicht zu viel wird :-)

Lieber Gruß
Doris
Autor Laura
registriert
#5 | Gesendet: 3 Dez 2012 03:11 | Edited by: Laura
Hallo schizophrenic!

Man bekommt diese Krankheit ja nicht, weil man der Arbeit aus dem Weg gehen möchte. Es hat sich immer wieder an mir gerächt, wenn ich umso fleißiger sein wollte, um mein "Image" aufzupolieren. Es macht sich als Arbeitsloser/Erwerbsunfähiger immer noch ganz gut, also auch fürs "Image", wenn man Hobbies hat, die von einem gewissen Anspruch zeugen. Dass man nicht permanent vor der Glotze sitzt oder an der Flasche hängt, wie es das Klischee des Arbeitslosen besagt, sondern man sich durchaus mal alleine beschäftigen kann. Ich persönlich mag die Dinge, die in den Bereich der Bildung und des Künstlerischen gehören, andere treiben Sport oder machen etwas Handwerkliches oder Handarbeit oder spielen Schach. Ich muss eigentlich wieder lernen, etwas zu tun, ohne vorher zu berechnen, was genau dabei herauskommen soll. Interessen und Nutzen nicht mehr so gegeneinander auszuspielen.

Ich habe mich einige Zeit mit verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten imagemäßig über Wasser gehalten und war auch von diesen Tätigkeiten sehr überzeugt. Aber selbst da stieß ich immer wieder auf das Uraltproblem der Erwartungen. Meine eigenen und die der anderen. Theoretisch hätte ich dafür natürlich tolle Sprüche auf Lager, aber im "Nahkampf" war ich dann doch zu zartbesaitet, um es allzu lange auszuhalten und möglichst zu lernen, es mir nicht zum Problem werden zu lassen. Es ist ja nicht die Arbeit an sich, die so schwer ist, sondern das Gemäkel anderer, unter denen sich aber etliche befinden, für die das nur ein Zeitvertreib und eine eigene Image-Pflege ist.

Liebe Grüße

Laura
Autor danishsky
registriert
#6 | Gesendet: 3 Dez 2012 13:29
Laura ist so schön weise und erfahren, thx Laura
Autor Laura
registriert
#7 | Gesendet: 3 Dez 2012 18:30
jaaaa, deswegen hab ich ja auch schon einen langen weißen Bart und muss mich an Weihnachten nicht extra verkleiden :-) Danke für das Kompliment!
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