Forum-Community Diskussionsforum des Kompetenznetz Schizophrenie / Forum-Community /
Short link for this topic:

Schizophrenie bei Kindern

 Page Page:  1  2  »» 
Autor Tozo
registriert
#1 | Gesendet: 2 Jul 2006 22:45
Meine Tochter (11) hat vor 3 Monaten eine erste psychotische Krise erlebt. Sie ist seitdem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Köln und wird auf das Medikament Leponex eingestellt. Ich suche Eltern, deren Kinder ebenfalls in diesem Alter an Schizophrenie erkrankt sind, um mich auszutauschen und mehr über alternative Behandlungsformen zu erfahren.
Autor Helene
Gast
#2 | Gesendet: 3 Jul 2006 09:18 | Edited by: Helene
Hallo Tozo,

mein Sohn ist jetzt 24 Jahre alt, war aber auch sehr jung, als er erkrankte. Mit 10 Jahren begannen die ersten Symptome, mit 13 war er 8 Monate in der Kinderpsychiatrie und eigenartigerweise hielt man dort auch eindeutige schizophrene Symptome für eine schizoide Störung. Selbst als er mit 15 Jahren komplett aus der Realität ausgestiegen war, brachte es eine Jugenpsychiatrie fertig, das Ganze für eine emotionale Krise zu halten. Kurz darauf wurde dann allerdings in einer anderen Klinik die Diagnose Schizophrenie gestellt und man wunderte sich dort sehr über die Kollegen.

Gehen die Symptome bei deiner Tochter unter Leponex zurück? Auch mein Sohn bekam schon als Jugendlicher Leponex und hat dies auch von allen Medikamenten, die ausprobiert worden waren am besten vertragen. Leider haben ihn die Medikamente nicht von der Psychose befreit.

In der Regel wird den Eltern schizophrener Kinder - teilweise mit richtig massivem Druck und Drohungen - empfohlen, die Kinder in eine Einrichtung zu geben. Hierbei wird nicht bedacht, daß dies für das Kind bedeuten kann, daß es seinen letzen Halt in dem psychotischen Chaos auch noch verliert. Eltern, die ihr Kind daheim betreuen möchten bekommen keinerlei Hinweise, wie sie den Alltag so gestalten können, daß er für das Kind hilfreich ist. Schon die Frage, welche Schule ist sehr schwierig. Unser Sohn etwa konnte eine Schulklasse mit mehr als 5 Kindern nicht aushalten und das konnten nichteinmal die normalen Förderschulen bieten.


Lieben Gruß, Helene
Autor hannah
registriert
#3 | Gesendet: 3 Jul 2006 19:28
Hallo Tozo,

Ich bin auch schon mit 12 erkrankt (bin jetzt 26) und mit 14 das erste Mal behandelt worden. Bei mir haben die Medikamente damals sofort geholfen.
Der Arzt wird Euch eh raten, wie lange ihr das Medikament nehmen sollt. Ich rate Euch es mind. 2 Jahre zu nehmen, da die Psychose dann nicht wiederkommen muss später oder im Erwachsenenalter. Ich hab den Fehler gemacht, das Haldol nur ein Jahr zu nehmen (wurde aber damals nicht aufgeklärt von den Ärzten) war zwar 3 Jahre stabil, aber ich glaube, wenn ich es damals länger genommen hätte, wäre mein nächster großer Ausbruch mit 20 nicht passiert.

lg
hannah
Autor Tozo
registriert
#4 | Gesendet: 11 Jul 2006 20:04
Liebe Helene, liebe Hannah,

habt vielen Dank für Eure schnellen und hilfreichen Kommentare, die ich leider jetzt erst beantworten kann. Ich musste das erstmal verdauen.... Vor allem die Tatsache, dass Psychopharmaka anscheinend unabdingbar sind, ein völliger Ausstieg aus der Realiät möglich ist und selbst eine Klasse mit 5 Kindern schon eine Zumutung für ein psychotisches Kind sein kann. Noch hat sich unter der Einnahme von Leponex nicht allzu viel getan. Meine Tochter reagiert immernoch sehr gereizt, unkonzentriert, spricht oft unzusammenhängend, schaut ängstlich in die Ecken. Sie bittet mich bei jedem Besuch, sie dringend dort rauszuholen, denn nur zuhause könne sie gesund werden. Als Mutter stellt mich das vor einen beträchtlichen Konflikt, denn ich weiß auch, dass sie ein gutes Bauchgefühl hat für das, was ihr gut tut. Die Ärztin auf der Station ist da natürlich anderer Meinung und sagt, als krankes Kind könne sie dies nicht einschätzen. Mittlerweile bin ich in Kontakt mit einer Berliner Homöopathin, die mit erwachsenen Psychotikern bereits gute Erfolge erzielt hat. Außerdem bin ich im Internet auf einige interessante Studien gestoßen, wonach Psychopharmaka Schizophrenie unter Umständen eher zementieren als sie zu heilen. Unter anderem findet Ihr einen Beitrag unter http://www.alterpsy.org/de/arm.php Dort gibt es auch Verweise auf "comprehensive care", das z.B. in Finnland mit Sozialarbeitern und Beratern arbeitet. Medikamente werden dort gar nicht oder in schwachen Dosen eingesetzt.

Ich freue mich über Eure Anregungen,

herzliche Grüße,

Olivia
Autor Heidi
Gast
#5 | Gesendet: 12 Jul 2006 12:05
"Psychopharmaka Schizophrenie unter Umständen eher zementieren als sie zu heilen"

Das glaube ich auch, bei Helenes Sohn ist es ja auch so.

Ich bin zwar verifizierbar paranoid, aber ich bin sicher, es geht in der Psychiatrie nur darum, möglichst viele Pillen zu verkaufen, an Alternativen sind die nicht interessiert. Du läßt dich auch einwickeln zu glauben, dass Psychopharmaka unabdingbar sind.

Heidi
Autor hannah
registriert
#6 | Gesendet: 12 Jul 2006 12:39
Liebe Olivia,

Psychopharmaka helfen gegen Psychosen. Ich bin froh, dass es sie gibt, sonst wäre ich nicht mehr am Leben. Bei meiner dritten unbehandelten Psychose mit 14 wollte ich mich mit den Schlaftabletten meiner Mutter umbringen. Dann kam ich auf die Kinderpsychiatrie und bekam dort Haldol, was mir nach 2 unbehandelten Psychosen nun endlich Hilfe verschaffte und ich wieder ohne Wahnvorstellungen, Depressionen und Ängste leben konnte.

Die Therapie mit Neuroleptika muss nicht jedem helfen. Zu sagen, dass sie aber von Grund auf schlecht ist, ist ein Unsinn. Unbehandelte Psychosen können genauso schlecht für das Gehirn sein, weil es eine biochemische Achterbahn für das Gehirn bedeutet. Und ich kenne auch Menschen, die ohne Medikamente leben und mittlerweile auch schon vollkommen retardiert sind.

Ob die Homöpathie biochemische "Fehlfunktionen" des Gehirns ausgleichen kann ist absolut unwahrscheinlich.
Einen Versuch ist es natürlich wert, wenn Du das so empfindest.

Ich wurde allerdings nicht in eine Einrichtung gegeben, war nur ambulant in der Kinderpsychiatrie. Bin auch weiterhin zur Schule gegangen. Finde es auch wichtig, dass Dein Kind bei Dir sein kann und nicht in der Psychiatrie, sondern nur ambulant dort ist.

lg
hannah
Autor Helene
Gast
#7 | Gesendet: 12 Jul 2006 15:28
Hallo,

@Heidi: woher weißt du denn, wie das bei meinem Sohn ist? Wäre mir ganz neu, daß du ihn kennst.

@Tozo:In den meisten Fällen beenden Psychopharmaka eine psychotische Episode. Daher gibt man sie, nicht weil die Psychiatrie möglichst viele Pillen verkaufen will. Alternativen werden nicht angewandt, weil sie keine wissenschaftliche Grundlage haben. Das ist auch das Schwierige an naturheilkundlichen Verfahren. Sie sind jeweils ganz individuell abgestimmt und lassen sich nicht zu einem verallgemeinerbaren Weg zusammenfassen. Auch über den Erfolg läßt sich nichts Verallgemeinerbares sagen.

Bei einer schizophrenen Erkrankung im Kindesalter ist die Prognose eher schlecht, über 50% der Fälle chronifizieren, d.h. die Neuroleptika bewirken keine Symptomfreiheit und die Symptome verschwinden auch nicht von selber. Umso wichtiger ist darum ein heilsames Alltagsklima, in dem dann durchaus Verbesserungen möglich sind. Inwieweit ihr das zu Hause hinbekommt, oder doch eine Einrichtung braucht, kann ich nicht beurteilen. Eine Einrichtung, auch ein Psychiatrieaufenthalt kann für ein sehr junges Kind durchaus noch ein zusätzlicher großer Stressfaktor sein, der sich destabilisierend auswirkt. Genauso kann aber auch das Elternhaus, wenn man dort nicht weiß, wie man mit der Erkrankung umgehen soll destabilisierend wirken.

Bei meinem Sohn wird durch die Medikamente keine Symptomfreiheit erreicht, aber es geht ihm mit besser als ohne. Er kann sich doch zumindest immer wieder im Gespräch von seinen psychotischen Ideen distanzieren. Das könnte er ohne Medikamente nicht.

Ich habe auch einen Angehörigen, der nie Medikamente genommen hat. Er ist nicht von selber wieder gesund geworden, auch die intensive sozialarbeiterische Unterstützung hat ihn nicht gesund gemacht. Sein Leben ist nach seinen eigenen Worten eine einzige Qual.

Mein Sohn und ich nehmen naturheilkundliche Unterstützung in Anspruch. Aber es ist eine Ergänzung zur psychiatrischen Behandlung, keine Alternative.

Ich kenne darüberhinaus keine Studien, die belegen, daß Psychopharmaka Schizophrenie zementieren. Es gibt allerdings welche, die belegen, daß die Dauer der unbehandelten Psychose mit der späteren Chronifizierung zusammenhängt. Nun, Psychiatriekritiker werden dir immer sagen, daß alle Studien, die für den Einsatz von Neuroleptika sprechen, pharmafinanziert sind und solche, die dagegen sprechen unterdrückt werden. Wobei dann natürlich der Schluß, daß wenn die Pharamindustrie etwas finanziert, das Ergebnis auch im Sinne des Finanzgebers manipuliert wurde vorausgesetzt wird. Letzlich mußt du selber entscheiden, was du da glauben magst. Meine eigene Erfahrung ist wie die von hannah: Psychopharmaka ermöglichen mir eine hohe Lebensqualität, allerdings haben sie auch zu Krankheiten wie Übergewicht und Diabetes geführt.

Wenn das Leponex in absehbarer Zeit keine Wirkung zeigt, würde ich schon nachfragen, ob man überhaupt ein NL geben sollte, denn deine Tochter gehört dann möglicherweise zu der Gruppe der Nonresponder. Du kannst dann eigentlich nur versuchen, mit einem heilsamen Alltag, Psychotherapie, evtl. auch naturheilkundlichen Wegen eine Verbesserung zu erreichen.

Gruß, Helene
Autor Tozo
registriert
#8 | Gesendet: 12 Jul 2006 22:21
Mag sein, dass an Schizophrenie erkrankte Menschen durch Medikamente symptomfrei werden. Ich kann mich dennoch nicht damit abfinden, dass dies der Weisheit letzter Schluss ist. Es scheint mir ein grundlegender Expertenstreit zu sein und ich denke, es gibt mehr als einen Weg zur Heilung. Vielfach wird Schizophrenie ja als Gehirnkrankheit ähnlich wie Alzheimer oder Parkinson betrachtet, die nur medikamentös behandelt werden kann. Dem widerspricht folgender Fachbeitrag des amerikanischen Neurologen Al Siebert. Er schreibt:

Keine Gehirnkrankheit wurde jemals durch Psychotherapie oder durch das Verstreichen von Zeit geheilt. Viele Therapeuten haben über vollständige Genesungen von Schizophrenie berichtet, mittels Psychotherapie und /oder Milieutherapie (Artiss, 1962; Colbert, 1996; Fromm-Reichman, 1950; Harding, 1995; Jung, 1961; Karon, 1998; Laing, 1967; Mosher, 1999; Perry, 1974; Sechehaye, 1951; Siebert, im Druck; Sullivan, 1962). In den Soteria Studien wurden junge Erwachsene, die als akut schizophren diagnostiziert waren, ohne Medikamente und mit nicht- professionellen Helfern genauso gut und schnell stabilisiert wie eine entsprechende Gruppe, die in eine psychiatrische Klinik geschickt wurde. (Mosher & Menn, 1978). Viele als schizophren diagnostizierte Personen sind ganz von allein, ohne Medikamente und ohne Psychotherapie, wieder genesen. (Brody, 1952; French & Kasonin, 1941; Hoffman, 1985; Rubins, 1969).

Abschließend heißt es: Die Forschung legt nahe, dass einige wenige der Leute, die als schizophren diagnostiziert wurden, neurologische Komplikationen haben, aber viele Leute mit demselben neurologischen Profil entwickeln keine Schizophrenie. Es gibt kein bekanntes Heilmittel für Schizophrenie. Einige Leute profitieren von Medikamenten, die ihre unerwünschten Symptome im Zaum halten, anderen Leuten schaden die Medikamente, und andere Leute kommen am besten ganz ohne Medikamente zurecht. Ungefähr eine von 10 Personen erholt sich nie mehr von dem gestörten oder verstörenden Erlebnis und den Auswirkungen wiederholter klinischer Behandlung, aber 5 oder 6 von 10 können erwarten, wieder vollständig zu genesen oder dass sich ihr Zustand deutlich bessert. Gegenwärtig können wir nicht vorhersehen, wer eine Schizophrenie entwickeln wird und wieso, wer sich wieder davon erholt und wer nicht. Des weiteren können wir nicht erklären, warum manche Leute innerhalb von Wochen oder Monaten wieder genesen, während andere 5 bis 20 Jahre für ihre Genesung brauchen."

Den vollständigen Beitrag findet Ihr unter http://www.antipsychiatry.org/ge-siebe.htm

Ich werde weitersuchen und weiterforschen, ob es Alternativen zu Medikamenten gibt. Falls meine Tochter tatsächlich zu den Non-Respondern gehört, bleibt eh kein andere Wahl. Wer von alternativen Heilmethoden, Kliniken etc. etwas weiß – ich bin offen für weitere Anregungen.

Viele Grüße,

Olivia

[i][/i]
Autor hannah
registriert
#9 | Gesendet: 12 Jul 2006 23:11
Schade dass es entweder Pro-Psychiatrie also Für-Psychiatrie und Anti-Psychiatrie also Gegen-Psychiatrie gibt. Wenn sich beide treffen würden, hätte man als Patient mehr davon. Hingegen versucht die Anti-Psychiatrie mit völlig veralteten Studien (schau Dir mal die Jahreszahlen der Quellen, die Du angegeben hast an) alles zu dementieren.

Es gibt viele neuere Studien zur Schizophrenie. Man hat jetzt sogar schon Gene gefunden, die in Zusammenhang dazu stehen. Und man kann Schizophrenie schon pränatal feststellen.

Schaut man sich die Gehirne von Zwillingen an, bei dem eines schizophren ist und das andere nicht, dann erkennt man, dass die Gehirne anders aussehen und funktionieren. So ist bei dem Schizophrenen der Thalamus stark verkürzt, dafür sind zwei Hirnareale mehr von chemischen Stoffwechseln belastet.
Das weist eindeutig auf eine funktionelle gehirnorganische Stoffwechselstörung hin.

Der Link ist ziemlich gut, fasst alles gut zusammen und ist dennoch auch kritisch gegen die Medikamente. Da steht auch drinnen, was für andere Dinge wichtig sind, um die Heilung voranzutreiben.

(Du musst ihn aber rauskopieren und in den Browser reinkopieren, Links gehen hier nämlich nicht)

http://www.klinik.uni-mainz.de/Psychiatrie/lehre/weiterbildung/schizop hrenie_mjm.pdf
Autor Helene
Gast
#10 | Gesendet: 12 Jul 2006 23:45
Hallo Olivia,

bedenke bei deinen Nachforschungen das Alter deiner Tochter. Sie hat noch keine stabile "erwachsene" Persönlichkeit herausbilden können, das macht es für sie viel schwerer. Therapien, die bei Erwachsenen Erfolg haben können, mögen für ein Kind nicht geeignet sein. Es gibt sowieso nur wenig Erfahrungen mit schizophrenen Kindern. Da sie sehr häufig nicht (ausreichend) symptomfrei durch die Medikamente werden, werden Kinder sowieso weit mehr therapeutisch gestützt und gefördert, als dies bei Erwachsenen der Fall ist. Die Alltagsgestaltung bleibt das A und O bei den Bemühungen, ein Kind mit der Realität auszusöhnen.

Eine alternative Klinik für schizophrene Kinder gibt es meines Wissens nach nicht in Deutschland. Es gibt ohnehin nur wenige Kliniken, die Erfahrungen mit schizophrenen Kindern haben.

Eine zuverlässige Alternative zur psychiatrischen Behandlung weiss ich nicht. Alternativen, die in Einzelfällen - wissenschaftlich nicht verallgemeinerbar - funktionieren, gibt es schon. Vom Geistheiler über den Gesundbeter bis zum Kräuterkundigen wirst du jede Menge Helfer finden. Wenn dir davon etwas einleuchtet, versuch es. Die Krankenkasse wirst du in der Regel nicht davon überzeugen können, es zu finanzieren.

Wodurch meinst du denn kam es zu der Psychose deiner Tochter? Nichtbiologische Ansätze, die du ja offensichtlich favorisierst, sehen in der Regel eine unaushaltbare Realität als die Ursache an. Und damit sind normalerweise die Eltern gemeint. Biologische Ansätze vermuten bei so jungen Kindern, daß es etwa durch einen Infekt der Mutter während der Schwangerschaft oder eine Geburtskomplikation ausgelöst worden sein kann. Bei meinem Sohn hat es sowohl einen Sauerstoffmangel unter der Geburt, als auch verschiedene frühkindliche Traumata gegeben und ich vermute, es ist ein Zusammenspiel von beidem.

Gruß, Helene
Autor Heidi
Gast
#11 | Gesendet: 13 Jul 2006 11:15
Hallo Olivia,

von Alternativ-Methoden, die von der Krankenkasse bezahlt werden, habe ich auch noch nicht gehört. Ich finde was Helene sagt logisch. Dass du dich fragst, warum deine Tochter krank geworden ist und das Problem von der Seite aufrollst. Ich finde es gut, dass du dich nach allen Seiten informierst. Mir hat Mosher sehr viel Mut gemacht, dass es auch anders geht.

Heidi
Autor Tozo
registriert
#12 | Gesendet: 15 Jul 2006 23:38
Liebe Helene, Heidi und Hannah,

Eure Antworten haben mir ziemlich zu denken gegeben. Danke... Ja, es stimmt: Das A und ist die Alltagsgestaltung zuhause. Sonst sind wir schnell wieder da, wo alles anfing. Aber wie genau soll das aussehen? Meine Tochter weiß zuhause nichts mehr mit sich anzufangen. Sie hat früher ein Gymnasium besucht, in ihrem Zimmer Cassetten gehört, gelesen und jetzt will sie dort nicht mehr sein, sondern "Programm" von mir oder Viva gucken. Fernsehen tut ihr jedoch nicht gut. Sie vermischt Realität und TV. Ich bin alleinerziehend, habe noch einen kleinen Sohn (5 Jahre) und arbeite halbe Tage. Mein Plan ist jetzt, noch abzuwarten, bis sie völlig im Wirkkreis von Leponex ist. Gleichzeitig mache ich eine Psychotherapie und lasse mich zusätzlich von einer Homöopathin unterstützen. Wenn die Behandlung meiner Tochter ambulant weiter geht, bekomme ich eine Familienhelferin für die Abendstunden. Ein ganz wichtiger Spiegel, um zu schauen, wo in unserer Kommunikation etwas schief läuft. Vielleicht kann die Anwesenheit einer neutralen Dritten auch helfen, kritische Situationen zu entschärfen.

@ Helene - was hat Dir geholfen, als Dein Sohn 8 Monate in der Psychiatrie war? Für mich als Mutter ist es furchtbar, mein Kind seit März in der Psychiatrie zu wissen und sie auf Anweisung der Ärztin nur einmal pro Woche sehen zu dürfen. Die Ärztin hält Distanz im Moment für sehr wichtig. Es ist so schwer, hier loszulassen.

Olivia

P.S. Meine Tochter kam übrigens damals in Steißlage, ein Sauerstoffmangel ist allerdings nicht festgestellt worden.
Autor Fragezeichen
registriert
#13 | Gesendet: 8 Jan 2007 21:30
Hallo Ihr,

bin auf der Suche nach Schizophrenie bzw. Anzeichen dafür bei kindern. Gibt es irgendwelche medizinisch/wissenschaftlichen Seiten bzw. ist irgendetwas über Schizophrenie im Kindesalter (frühen) bekannt?? An was würde man es hauptsächlich erkennen???
Habe einen kleinen Sohn und da er vom Verhalten auffällig ist, sollte er erst ADHS haben...die Therapeutin aber meint, dass sie ihn da aus der Gruppe ausklammert, weil sie viel mit ADHS-Kindern zu tun hat... (=Arzt besteht weiterhin darauf...) Da er noch sehr klein ist (Kindergartenkind), wird man da eh noch nix sagen können, aber es beschäftigt mich schon sehr, da seine Oma(mütterlicherseits) Schizophrenie hat...finde aber nchts über kleine Kinder...nicht mal Ansätze dazu.

Ich möchte meinem Kleinen so gern helfen, weiß aber langsam nicht mehr weiter, da die Ärzte auch nur am Rätseln sind...

Wenn mir einer erklären könnte, wie man es bei jungen Kindern erkennt, ich wäre sehr dankbar. Würde nicht schreiben, wenn es mir nicht wichtig wäre. Vielen Dank!!!
Autor Ibrahim
registriert
#14 | Gesendet: 9 Jan 2007 00:52
Wie man es bei jungen Kindern erkennt, weiß ein Arzt. Gibt es in Deiner Nähe denn keine Psychiatrie? In Aachen gibt es eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, das müsste es also in jeder großen Stadt geben.
Ich habe auch schon von Schizophrenie im Kindesalter gehört. Ob das bei Deinem Sohn der Fall ist, muß ein Facharzt entscheiden.

Ansonsten hier mal ein paar Links:

http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/028-003.htm

http://idw-online.de/pages/de/news69232

http://www.zv.uni-wuerzburg.de/forschungsbericht/FOBE-1993/e03/e035600 /b035600.htm



Alles Liebe und hoffentlich wird alles gut.
Autor Fragezeichen
registriert
#15 | Gesendet: 9 Jan 2007 09:29
Sicher gibt es hier genügend Psychater bzw.Psychatrien, nur habe ich deswegen(Ärzte) schon ziemlich viel durch und traue da eigentlich keinem mehr wirklich über'n Weg... Hatte selbst 13 Ärzte 'verschlissen', um erstmal meine Autoimmunerkrankung in Griff zu bekommen...war ein langer Weg bis es mir endlich wieder gut ging...und wegen meinem Kleinen sieht es nicht viel anders aus. Die Ärzte untersuchten immer nur bruchteilhaft, da mal ein Bluttest, dort mal paar Werte, aber nie wirklich mal im Zusammenhang. Wegen ADHS wurde gleich gar kein Stoffwechsel getestet-da mußte ich lange Zeit betteln... Jetzt fahren wir noch zu einem Spezialisten nach Wiesbaden, um meine Autoimmunerkrankung bei meinem Kleinen ausschließen zu lassen, weil auch da viele Anzeichen bei jungen Kindern gleich sein können und dem ADHS-Typ entsprechen können.

Habe es schlichtweg satt, ihn von Arzt zu Arzt zu schleppen, ohne das je wirklich was bei rauskommt... Deshalb möchte ich mich, grad was Schizophrenie bei Kindern angeht, ersteinmal selbst informieren, es sei denn ich wüßte den "Geheimtipp" was einen speziellen Arzt angeht...aber austesten möchte ich derzeit keinen mehr... Ruft man an und fragt nach, heißt es durch die Bank weg "Jaaaaaaa...natürlich kennen wir uns damit aus." und letztlich ist es das, was in jedem anderen Medizinbuch auch geschrieben ist-hilft uns so nicht weiter.

DANKE für die Links, werde alles in Ruhe mal durchgehen.

Kann man grob sagen, dass wenn man schizophren ist, man sich in innerlichem "Dauerstreßzustand" befindet??? Kann es nicht besser ausdrücken, was ich meine, hoffe, es kommt richtig an? Meine Mutter wirkt durch ihre Medikamente eher sehr ruhig, da würde ich eher das Gegenteil sagen. Hatte aber mein ganzes Leben keinen Kontakt zu ihr(=erst jetzt nach meinem Kind aufgenommen) und kann nicht beurteilen, wie es ohne die Medikamente war, zumal sie darüber überhaupt nicht sprechen mag (=wohl weil das gesamte Umfeld es immer als negativ sah und nie den mensch hinter der Krankheit wirklich mitbekam...)

Wenn jemand in jungen Jahren schon erkrankt ist-möglichst vor Pupertätsalter: Ich wüßte gern, wie man es damals bemerkte oder wie es den Eltern auffiel?? Ist man eher ruhig und in sich gekehrt (=was ich bei älteren Kindern schon las) oder ziemlich aktiv und kommt nie zur Ruhe, als sei man wie von etwas angetrieben??? Weiß auch, dass man das nicht so pauschal sagen kann, dennoch interessiert mich es... Lesen ist die eine Seite, aber es von jemanden zu erfahren, der es selbst so erlebt hat, was anderes. Vielen Dank!!![b][/b][u][/u]
 Page Page:  1  2  »» 
Forum-Community Diskussionsforum des Kompetenznetz Schizophrenie / Forum-Community / Schizophrenie bei Kindern Top
Ihre Antwort Click this icon to move up to the quoted message

» Name  » Passwort 
Nur registrierte Benutzer können hier schreiben. Bitte geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein bevor Sie eine Nachricht schreiben, oder registrieren Sie sich zuerst.
 
Diskussionsforum
Möchten Sie Gespräche mit Angehörigen, Patienten und interessierten Laien führen oder zu einzelnen Themen Stellung beziehen, Ihre Ansichten und Erfahrungen mitteilen? Das Diskussionsforum für Betroffene bietet Ihnen hierzu Gelegenheit. Selbstverständlich können Sie auch die Diskussion zu neuen Themenfeldern eröffnen. Das Forum ist offen für alle und anonym. Es ist jedoch erforderlich, dass Sie sich zuvor ein Log-In mit frei wählbarem Benutzernamen und Kennwort anlegen.
Das Diskussionsforum versteht sich als Plattform, die Laien und Experten gleichermaßen zugänglich ist, um so den Austausch zwischen und innerhalb der Gruppen zu fördern. Darüber hinaus sind engagierte Kooperationspartner im Kompetenznetz-Schizophrenie bemüht, die Beiträge im Diskussionsforum aus medizinisch-fachlicher Sicht regelmäßig zu sichten und im Rahmen allgemeiner Nutzungsbedingungen zu beantworten. Hierbei bleiben u.a. eine individuelle medizinische Beratung und Diagnostik ebenso wie die Gewährleistung eines Anspruchs auf Antwort ausgeschlossen.
Für die einzelnen Beiträge sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Dem freien Meinungsaustausch sind jedoch Grenzen gesetzt, wo diese gegen ethische, moralische und rechtliche Normen verstoßen. Sofern Beiträge dieser Art bekannt werden, behalten sich die Administratoren des Forums vor, diese zu löschen und ggf. rechtliche Schritte gegen den Verfasser einzuleiten. Machen Sie bitte die Netzwerkzentrale hierauf aufmerksam. Danke.
Kontakt: info@kompetenznetz-schizophrenie.de

Nutzungsbedingungen
Die Beiträge im Diskussionsforum obliegen der Verantwortung der jeweiligen Autoren. Es besteht kein Anspruch auf nachträgliche Löschung von einmal veröffentlichten Beiträgen, es sei denn, es handelt sich um personenbezogene Daten bzw. solche, die zur Identifizierung einer Person führen können.
  • Medizinisch-fachliche Antworten aus dem Kompetenznetz Schizophrenie sind als solche durch das Kürzel KNS gekennzeichnet.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Gewähr, dass jede medizinische Anfrage im Diskussionsforum von Kooperationspartnern im Netz beantwortet wird.
  • Medizinisch-fachliche Beiträge im Diskussionsforum ersetzen keine honorarpflichtige Beratung und Diagnostik durch einen Arzt / eine Ärztin oder einen Therapeuten / eine Therapeutin. Zur Abklärung von Symptomen, therapeutischer Behandlungsweisen etc. bleibt die honorarpflichtige Konsultation eines Arztes / einer Ärztin oder Therapeuten / Therapeutin erforderlich.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Haftung für Beiträge, wenn Auskünfte entgegen ihrer Zweckbestimmung zur Selbstdiagnostik und Selbstbehandlung verwandt werden.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Haftung für Beiträge, die gegen ethische, moralische und rechtliche Normen verstoßen, wird jedoch bei Bekanntwerden jeden Beitrag dieser Art löschen und behält sich vor, bei grober Fahrlässigkeit rechtliche Schritte gegen den Urheber des Beitrags einzuleiten.
  • Das Kompetenznetz Schizophrenie übernimmt keine Verantwortung für von seinem Diskussionsforum aus verlinkte Seiten.