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Wie geht man mit einem psychotischen Angehörigen um?

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Autor DA JAGNA
registriert
#31 | Gesendet: 23 Feb 2014 20:18
Suchttherapie ist Aufgabe von Einrichtungen und Profis, da würde ich mich als Schwester raushalten allenfalls Hilfe organisieren. Ansonsten als Angehöriger die Therapie Profis überlassen- Ihr seid Amateure auch wenn ihr es vielleicht gut meint und es ist nicht eurer Job
Autor Eni
registriert
#32 | Gesendet: 23 Feb 2014 20:40
@kattinka: du kannst mir gerne schreiben. vielleicht kann ich meine mailadresse einem admin geben, der sie dir dann weiterleitet und umgekehrt?

aber ich bin der selben meinung wie futurama (übrigens coole serie) und DA JAGNA. zieh dich raus und lebe dein eigenes leben. geh vor die tür, treff dich mit freunden. hast du einen partner und kinder? wenn ja, mach was mit denen. wenn nicht, geh raus und vielleicht ergibt sich etwas gutes. das leben hat so viel zu bieten und ist schön :) wenn dein bruder das nicht sehen will, ist es seine sache. trotz seiner krankheit ist er kein kleines kind. wenn deine mutti dich jetzt sehen könnte (oder bestimmt sogar sieht), was würde sie sagen? sie würde doch auch für dich das beste wollen. und das ist nicht, dich aufzugeben für deinen bruder. wie DA JAGNA sagt, du bist keine therapeutin, du bist amateurin. du kannst ihn nicht gesund machen. es ist nicht dein job. dein job ist es, dich gesund zu machen und ein eigenes, schönes leben zu haben!
Autor Futurama
Gast
#33 | Gesendet: 23 Feb 2014 20:47
Es geht nicht nur um Profi / Amateur bei einer Therapie, sondern dass ein Therapeut immer eine gewisse Distanz haben muss und seine eigneen Gefühle keine Rolle spielen dürfen -
das ist bei Familienmitgliedern und Partnern nicht der Fall - definitiv (hier passt das Modewort auch mal) nicht.
Autor Kattinka
registriert
#34 | Gesendet: 5 Mar 2014 03:34 | Edited by: Kattinka
@Futurama genau. ein Angehöriger hat keine Distanz, leider.

Heute war mein Bruder zum Essen da, er hatte sich telefonisch bei mir angekündigt - er kann gern zum Essen kommen, zwei dreimal die Woche koche ich etwas für Pa, in seinem Haus - unserem Elternhaus. Und das mache ich auch richtig gern. Obwohl ich seit über 20 Jahren kein Fleisch esse, brate ich z.B. Schnitzel. ich möchte nur ein paar Stunden vorher wissen, ob mein Bruder kommt, wegen einkaufen.

Eigentlich kam er nur rein und sprach seinen Satz: "Vadda, auch wenn du mir nichts mehr gibts, ich brauche noch 10 Euro für..." da verlor er sich in Beteuerungen für xxx, und xxx musste ich zahlen, Handy wird sonst abgeschaltet. Da hat Pa nur
darauf hingewiesen, dass er ihm am 28.02. 50 euro bareingezahlt hat auf sein Konto, was Bruder auch sofort zur Verfügung hatte. Und ein "Danke" wäre nicht schlecht...
Ja aber ich brauch noch...

Wir haben gegessen, danke fürs Essen murmelt mein Bruder.
Pa sagte nein, er gibt ihm nicht mehr 10 euro.

Er schimpfte vor sich hin, Scheiß leben. alles verkackt nur schulden. vielleicht sollte ich weg sein, keinen Spass mehr, alles nur scheiß...

ja, nach dem Abwasch hat er mich gefragt und ich habe ihm 10 euro gegeben. Mit der Ansage, dass es nun nix mehr von mir gibt. Es ist der 4. des Monats!

Am donnerstag kann er zu der "Tafel" gehen, das ist eine Einrichtung, wo man Nahrung bekommt, die die Geschäfte nicht mehr verkaufen, ansonsten wegwerfen würden. Die Tafel ist bekannt?

Es geht mir so unter die Haut, wie er das Geld nimmt, den Blick zu Boden gerichtet vor Scham. Nein, er hatte nicht getrunken, er ist total depressiv. Am Ende, am Arsch.

Und ich kann ihn nicht einfach in den Arm nehmen und ihm sagen, das alles wieder gut wird - denn das wird es nicht...

wie er so von dannen trottet, es bricht mir das Herz. Es ist pures Mit-leid.
doch ich kann nichts für ihn tun.

@eni unsere Mutti war eine Frau, die sich die Ohren zugehalten hat, wenn sie etwas nicht hören wollte und die Augen, wenn sie etwas nicht sehen wollte. Und leider auch geschwiegen hat, wenn sie hätte sprechen sollen. So hat sie gelebt und so ist sie gestorben. Ignorieren, unter den Teppich kehren und so tun als wäre nichts gewesen... das ging jahrelang gut.
Deswegen liebe und vermisse ich meine Mutti nicht weniger.

Vermutlich hätte sie es gefreut, wenn ich ihre Rolle übernommen hätte, nämlich mich um den "Jungen" zu kümmern und ihm die Wäsche zu waschen.
Autor Kattinka
registriert
#35 | Gesendet: 5 Mar 2014 03:39 | Edited by: Kattinka
@Eni
das wär eine gute Idee, ich würde gern mit dir reden. welchem Admin? gib mir Bescheid, ich hinterlege auch gern email oder meine Telnr. :)
Autor Jonny
registriert
#36 | Gesendet: 5 Mar 2014 08:18
E-Mailadresse hier hinterlegen geht zwar/ging zwar mal, ist aber vielleicht nicht die beste Idee.

Wenn ihr euch per Mail austauschen möchtet, kann ich euch trashmail.net empfehlen.

Schöne Grüße

Jonny
Autor Flimsy
registriert
#37 | Gesendet: 5 Mar 2014 08:20 | Edited by: Flimsy
Hi Eni und Kattinka,
Ihr könnt Eure Emailadressen hier im Forum (wenn Ihr angemeldet seit) unter den Einstellungen im Profil öffentlich anzeigen lassen.
Das könnt Ihr jederzeit auch wieder rückgänig machen.
lg
Autor ahnungserwin
Gast
#38 | Gesendet: 5 Mar 2014 09:04
Kattinka:
- denn das wird es nicht...

Schöner Text, mir will nur der Haken nicht schmecken.

lg.a.
Autor Felinor
Gast
#39 | Gesendet: 5 Mar 2014 11:11 | Edited by: Felinor
Liebe Katinka, Du tust doch was für ihn. Du bekochst ihn, wenn er sich anmeldet z.B.

Denk mal nicht, dass das wenig ist. Eine Freundin vom mir (selbst Betroffene) tut das fest einmal die Woche für ihre Freunde (auch Betroffene) und es wird fleissig angenommen. Meist hat sie 3-5 Leute da und sie essen dann, was sie gekocht hat, trinken noch einen Kaffee oder Tee zusammen und reden. Das ist bei meiner Freundin schon feste Institution-jeden Freitag Nachmittag.

Natürlich freut sie sich dann auch auch, wenn mal Jemand Kaffee mitbringt oder ihr 2 Euro fürs Essen gibt, denn sie hat selbst nur Grundsicherungsrente.

Also Jemand ein warmes Essen zu kochen ist schon sehr viel.

Naja, das mit dem Geld ist halt so eine Geschichte-meine Freundin wurde lange jeden Monat von ihren Eltern (haben Beide ne sehr gute Rente) mit unterstützt.

Da konnte sie sich auch mal Pizza Essen gehen einmal die Woche mit 3 Freunden Samstags zur Happy Hour leisten z.B. oder wenn wegen Klink wiedermal die Handyrechnung sehr hoch wurde, dass ausgleichen z.B.

Ich weiss nicht, dazu mag man ja stehen wie man will, aber ich hab ihr auch schon mal 20 Euro gegeben (andere Freunde geben ihr dann auch mal 5 oder 10 Euro und wenn sie hat, gibt sie auch fast ihr letztes Hemd her -auch finanziell-es ist also nie einseitig).

Was ich sagen will: Die 10 Euro haben Deinem Bruder sicher erst mal weiter geholfen und ich glaube auch nicht, dass ihm das leicht gefallen ist danach zu fragen-ergo: manchmal helfen auch gerade diese 10 Euro und von daher denke ich auch, dass das kein Fehler war sie ihm zu geben.

Vielleicht tröstet Dich ja das ein bissel, dass Du da auch mal Feuerwehrt spielen konntest und ihm echt aus einer schlechten finanziellen Situation geholfen hast.

Wenn Du und Dein Pa können , dann ladet ihm doch einmal die Woche fest zum Essen ein und wenn Du das eh 2-3 Mal pro Woche für Deinen Pa tust, dann kann sich doch Dein Bruder sogar noch den Tag aussuchen.

lg feli
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