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@Mowa

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Autor Mowa
registriert
#46 | Gesendet: 16 Aug 2017 21:58 | Edited by: Mowa
Nichtraucher:
Das ist das Problem: einem Psychotiker glaubt man nicht.

Hallo Nichtraucher, ja, aber bestimmt sind nicht alle Therapeuten so. Die zwei, die mir heute prompt Erstgesprächtermine angeboten haben, haben meinen Wunsch, ohne Medikamente klar kommen zu wollen, erstmal so stehen lassen. Mal schauen, was sich noch bei ihnen so ergibt. Aber ja, sicher gibt es auch solche Therapeuten, die wegen bekannter Diagnosen voreingenommen sind bzw. sich vielleicht auch nicht wirklich für die Betroffenen interessieren.

Bazifischer:
Welche Symptome hast Du denn ungefähr? Wie äußert sich Deine Krise?
Ist Deine Arbeit momentan so stressig? Früher hast Du sie doch locker geschafft.

Hallo Bazi, lieb dass Du nachfragst!

Meine Symptome sind vor allem:
(1) depressive Ausfälle in Kombination mit steigender Angst vor Kontrollverlust;
(2) zunehmende Erschöpfung;
(3) zunehmend das Gefühl, mich zusammenreißen zu müssen, um den Verstand nicht zu verlieren;
(4) schleichendes Unwirklichkeitsempfinden und Misstrauen gegenüber eigenen Wahrnehmungen;
(5) Druckempfinden am Vorderkopf und dauerhaftes leichtes Schwindelempfinden

Ja, seit 5 Monaten oder so spiele ich schon mit dem Gedanken, mich in eine psychotherapeutische Beratung zu begeben. In den letzten 2 Monaten sind dann unerwartet und rasch die beruflichen Probleme eskaliert, zusätzlich zu den privaten Problemen, die mich schon vorher immer wieder belastet hatten.

Vermutlich würde es mir bereits wesentlich besser gehen, wenn ich über meine Belastungen offen sprechen kann und wenn man mir dabei zuhört. Obwohl es mehrere Menschen gibt, denen ich von Herzen vertraue, kann und will ich aus unterschiedlichen Gründen mit keinem von ihnen über das gesamte Spektrum an diesen Belastungen sprechen.

Über die berufliche Krise vielleicht nur so viel, es gab streng vertrauliche Informationen, die - aus einer Serie von unglücklichen und unmöglichen Umständen - teilweise öffenlich zugänglich waren. Dieses Unwirklichkeitsempfinden wurde in mir sprunghaft verstärkt, als zwei der Kollegen nicht eingesehen haben, dass dieses Informationsleck für mich ein Brandherd sein sollte. Dann gab es noch weitere Kollegen im Team, die meine Bemühungen zur Wiederherstellung der Vertraulichkeit fast verschlafen hätten, obwohl ich sie um dringende Mithilfe gebeten hatte usw. usf. Ja, das war nur eines der Ereignisse, die mich innerhalb der letzten 10 Tage haben in die Krise stürzen lassen. So schnell kann's gehen.

Seit meiner Krankschreibung bemühe ich mich weiterhin, diese inzwischen sehr hartnäckigen arbeitsbezogenen Probleme aus der Welt zu schaffen, allerdings kommt es mir mittlerweile doch vor wie eine Sisyphos-Arbeit... Ich bin auch im Moment irgendwie dauerhaft erschöpft, dass ich nur ein paar wichtige Emails verfassen kann, mehr nicht. Dafür ist die Krankschreibung nützlich, ja, denn ich muss ja nichts arbeiten.

Danke für Eure Aufmerksamkeit und liebe Grüße,

Mowa
Autor Bazifischer
Gast
#47 | Gesendet: 17 Aug 2017 09:23
Guten Morgen Mowa,
das hört sich nach schweren Belastungen an. Ohne Medikamente ist das umso schwieriger. Ich verstehe Dich, dass Du es so schaffen willst. Respekt! Wenn ich am Rotieren bin, nehm ich einfach eine Tavor. Das ist irgendwie einfach
Hoffentlich sind diese beruflichen Probleme nur temporär. Ich könnte mir vorstellen, dass das in einem Monat behoben ist und nicht mehr die große Rolle spielt. Wenn Dich Deine Kollegen nicht 100%ig unterstützen in der Angelegenheit, kannst Du ja vielleicht jemanden ansprechen, der eine Führungsebene über Dir steht. Ich weiß auch nicht, wie das bei Euch ist. Ein Grundsatz gilt immer: Wo gearbeitet wird, fallen Späne. Fehler passieren nun mal. Wir sind eben da anfällig, wenn so etwas nicht berichtigt wird und kommen nicht zur Ruhe. In 2 Wochen siehst Du die Situation hoffentlich gelassener.
Wenn es privat auch noch Ärger gibt, dann versteh ich wirklich, dass Du nicht mehr so klar denken kannst. Das ist normal. Gut, dass Du Dich krankschreiben lassen hast. Ich wünsch Dir, dass Deine Familie Rücksicht auf Dich nimmt und Dich unterstützt. Mach lieber nicht alles mit Dir aus! Man braucht seine Ventile.
Gute Besserung!
Liebe Grüße
Bazifischer
Autor xf20
registriert
#48 | Gesendet: 17 Aug 2017 09:46
Hallo Mowa,

ich schätze dass 95% aller Ärzte, Therapeuten usw mit NL oder anderen Medikamenten an kommen. Nimm's ihnen nicht übel, sie kennen dich nicht und sind mit dieser 'Empfehlung' voll auf der leichten, sicheren (d.h. für den Behandler!) Seite.

Mit 20+ Jahren Berufserfahrung kann ich dir nur raten die Arbeit etwas langsamer an zu gehen, auch wenn die Konflikte nicht durch 'sach-probeme', sondern aus den kommunikativen/zwischenmenchlichen Umfeld kommen, nimm dich da raus, lenke die 'Konflikte' in Sach-Proleme, veringere den kommunikativen(menschlichen Anteil. Für's private, auch hier helfen Ruhe und mehr Abstand. Mit der Zeit relativieren sich viele Probleme (nicht dass sie einfacher werden, aber das akute Empfinden fällt weg).

Gruss, xf20
Autor Mowa
registriert
#49 | Gesendet: 17 Aug 2017 10:13 | Edited by: Mowa
Guten Morgen Bazifischer,

danke für Deine Rückmeldung!

Bazifischer:
Wenn Dich Deine Kollegen nicht 100%ig unterstützen in der Angelegenheit, kannst Du ja vielleicht jemanden ansprechen, der eine Führungsebene über Dir steht.

Ja, da hast Du schon Recht, allerdings ist das etwas kompliziert... Was ich überhaupt nicht will, ist, dass ich meinem Chef gegenüber die Situation so darstelle, als wäre ich das arme Opfer und die Anderen die bösen Täter. Könnte ich schon machen, klar, dann wäre ich vielleicht erstmal schnell aus dem Schneider, aber was würde ich damit letztlich erreichen?

Das Ziel muss sein, dass wir alle in der Zukunft weiterhin normal miteinander umgehen und zusammenarbeiten. Und ich kann's gar nicht gebrauchen, wenn mein Chef sich über die Kollegen ärgert, geschweige denn über mich. Aber ja, einige leitende Mitarbeiter sind auch schon informiert, also ganz alleine stehe ich nicht da mit meinen Problemen.

Jedenfalls arbeite ich noch daran, mit meinen verbliebenen Energien, dass die akuten Probleme so bald wie möglich beseitigt werden. Danach werde ich mir überlegen, wie ich das Ganze meinem Chef beibringe.

Bazifischer:
Wenn es privat auch noch Ärger gibt,


Na ja, die Probleme im privaten Bereich sind gerade weniger akut, zum Glück. Es gibt in jeder Familie und in jeder Beziehung Probleme, manchmal mehr, manchmal weniger. Im Gegensatz zu den momentanen beruflichen Problemen, die mich sehr belasten, sind die privaten Probleme tiefgründiger und komplexer, ja, und nicht so einfach kurzfristig, technisch und nach System zu lösen...

Danke nochmals Bazi, für Deine Aufmerksamkeit, das tut mir gut.

Liebe Grüße und hab einen schönen Tag!

Mowa
Autor Mowa
registriert
#50 | Gesendet: 17 Aug 2017 10:23 | Edited by: Mowa
Oh, hallo xf20,

ich danke Dir für Deine Mitteilungen, Du kannst ja richtig nett sein :-)))

xf20:
95% aller Ärzte, Therapeuten usw mit NL oder anderen Medikamenten an kommen

Ja, ich stimme Dir zu, und ich verstehe ja auch, woher das kommt. Die meisten Ärzte und Psychotherapeuten haben nicht die Muße, um mehr als das Nötige für Ihre Patienten zu tun, klar. Und es ist halt am einfachsten, wenn sie ihre Patienten erstmal mit Medikamenten abspeisen, weil Gespräche zu führen usw. viel aufwendiger ist... Mit Medikamenten lassen sich die Patienten halt kurzfristig erstmal ruhig stellen, dann kann man sie einfacher handhaben bzw. "behandeln", mit Gesrpächen kaum bzw. viel, viel langwieriger, zum Beispiel.

xf20:
Mit 20+ Jahren Berufserfahrung kann ich dir nur raten die Arbeit etwas langsamer an zu gehen

Ja, da stimme ich Dir auch zu, daher ließ ich mich ja auch krankschreiben. Diese Woche habe ich nur eine Handvoll wichtigste Emails geschrieben, nicht mehr. Ich schaffe im Moment auch nicht mehr.

Danke Dir nochmals, und auch Dir noch einen schönen Tag!

Liebe Grüße,

Mowa
Autor Bazifischer
Gast
#51 | Gesendet: 20 Aug 2017 11:02 | Edited by: Bazifischer
Hallo Mowa,
wie geht es Dir? :-)
An Deiner Situation wird sich nicht viel verändert haben. Aber vielleicht haben sich ja Deine Nerven etwas beruhigt und Du schätzt es gelassener ein.
Jetzt kannst Du nochmal eine Woche ausruhen und Dich hoffentlich weiter erholen.
Hauptsache man hat sich selbst im Griff. Ist Dein Denken wieder klarer geworden?
Alles halb so schlimm, hoff ich für Dich. Es liegt an Dir, wie Du die Dinge deutest. :-)
Wenn man dauernd so aufgebracht ist, macht nichts mehr Spaß; das kenn ich.
Das Wichtigste für mich ist, dass man ausgeglichen ist. Das wünsch ich Dir.
Einen schönen Sonntag noch!
Liebe Grüße
Bazifischer
Autor Mowa
registriert
#52 | Gesendet: 20 Aug 2017 11:31
Hallo Bazi,

danke, dass Du nachfragst! Ja, ich hatte auch vor, im Laufe des Tages diesen Thread zu aktualisieren :-)

Bazifischer:
Das Wichtigste für mich ist, dass man ausgeglichen ist. Das wünsch ich Dir.

Richtig, das sehe ich auch so. Nur kann ich das Verhalten anderer ja nicht steuern bzw. von mir völlig fernhalten, und so war es auch zuletzt eine Serie an unglücklichen Ereignissen - kaum konnte ich gucken und fand mich mitten in der Krise wieder... Aber ich möchte ja auch aus dieser Erfahrung lernen, wo ich selber etwas ändern kann...

Bis später also, liebe Grüße & auch Dir einen entspannten Sonntag!

Mowa
Autor Bazifischer
Gast
#53 | Gesendet: 20 Aug 2017 11:44 | Edited by: Bazifischer
Mowa:
auch Dir einen entspannten Sonntag!

Danke!
Ich verstehe, Du willst konkret etwas ändern; ist also keine Einstellungssache.
Ja, bis später!
Autor Mowa
registriert
#54 | Gesendet: 20 Aug 2017 13:47 | Edited by: Mowa
Hallo liebe Mitschreibende und Mitlesende,

hier wie angekündigt eine Aktualisierung meiner Lage:

Ja, jetzt am Mittwoch hatte ich ja das Erstgespräch bei einer Psychotherapeutin. Das war das allererste Mal, dass ich überhaupt bei einem Psychotherapeuten vorstellig wurde. Die Therapeutin war jung, schätzungsweise Anfang 30. Die 50 Minuten gingen ruckzuck vorbei, und ich habe die akuten Probleme ansprechen können, auch wenn nur Bruchteile davon. Meine Darstellungen haben vor allem dazu beigetragen, dass die Therapeutin eine Psychotherapie bei mir auch für sinnvoll empfunden hat. Sie sah auch keinen Anlass, mir jetzt eine Empfehlung für medikamentöse Behandlung auszusprechen. Aber sie werde mich daraufhin schon ansprechen, meinte sie, wenn sie den Eindruck bekomme, dass mir Medikamente helfen würden, ob Neuroleptika, Antidepressiva oder andere Medikamente... Der nächste Termin, d.h. die erste probatorische Sitzung findet schon morgen statt, und ich bin echt froh, dass mir so zeitnah geholfen wird.

Am Dienstag gehe ich dann zu einem zweiten Therapeuten und habe mit ihm das Erstgespräch. Er ist schätzungsweise 50+ Jahre alt, also älter als ich, und eigentlich ist mir auch ein Therapeut lieber, der selbst viele Krisen überstanden hat und eigene Erfahrungen mitbringt als jemand, der noch nicht so viele Narben trägt, z.B. weil er jünger ist als ich. Aber ich will offenbleiben und schauen, ob ich mich beim ersten oder beim zweiten Therapeuten besser aufgehoben fühle. Außerdem habe ich ja Mitte September einen zusätzlichen Termin in der psychosomatischen Ambulanz. Dort arbeiten wohl auch mehrheitlich psychologische Psychotherapeuten...

Was meine Arbeitssituation betrifft, so haben meine Kollegen mir sehr geholfen und mir inzwischen den Weg freigeschaufelt, damit ich meine Arbeit wiederaufnehmen kann, ohne an den alten Problemen erneut zu scheitern. Gut, jetzt treten an ihrer Stelle neue Probleme auf, aber ich stelle Fortschritte fest und das tröstet mich. Mein Chef kommt morgen offiziell aus dem Urlaub zurück, und ich bin etwas besorgt, ob er mir nicht zuvorkommt und sich nach dem Stand meiner überfälligen Aufgaben erkundigt, bevor ich bereit bin mit ihm darüber zu sprechen.

Es ist auch so, dass ich mich wirklich sehr, sehr anstrengen muss, wenn ich versuche bei diesen Aufgaben voranzukommen. Ich bin sehr langsam und wie gelähmt und schaffe nicht viel. Genauso fallen mir auch andere Aktivitäten unheimlich schwer, die psychisch vorbelastet und belastend sind. Andererseits kann ich Haushaltsarbeiten fast ohne Beeinträchtigungen erledigen. Sie sind ja auch nicht irgendwie psychisch belastend für mich, weil ich sie gerne mache, und außerdem lassen sie sich routinemäßig schnell und rückstandslos erledigen...

Apropos habe ich vorgestern nochmal auf die AU geschaut, nachdem ich in einem anderen Thread mitbekommen habe, was der Zusatz "G" in einer Diagnose bedeutet. Und habe festgestellt, dass ich am vergangenen Dienstag von meiner Hausärztin eine gesicherte zweite Diagnose bekommen hatte, nämlich "F48.0 G" bzw. Neurasthenie... Meine Sorge ist jetzt, dass meine Erschöpfung schon zum Dauerzustand geworden ist und dass ich noch länger ausfalle als die eine Woche, die mir noch bleibt.

Bazifischer:
Ich verstehe, Du willst konkret etwas ändern; ist also keine Einstellungssache.

Ja, jetzt wo Du das so schreibst... Stimmt, es ist auch eine Einstellungssache. Ich frage mich dann, ob ich die Krise in diesem Moment lockerer nehmen könnte, wenn ich nur die Perspektive ändern würde? Vielleicht schon, ja. Allerdings... kann ich mich nicht wirklich entspannen, bevor ich eine Aussprache mit meinem Chef hatte und sichergestellt habe, dass er keine schwerwiegenden Konsequenzen aus dem Vorfall zieht. Das kann ich jetzt noch nicht wirklich einschätzen, und solange muss ich mich leider um die Schadenbegrenzung bemühen, gemeinsam mit meinen Kollegen. Insgesamt sind es mit mir 4 Mitarbeiter, die direkt involviert sind, und 2 weitere Mitarbeiter in leitenden Positionen. Es ist natürlich nicht einfach, allen gerecht zu werden, und trotzdem will ich nicht der Grund sein, falls jemand mehr als eine Abmahnung bekommen sollte.

Liebe Grüße,

Mowa
Autor Bazifischer
Gast
#55 | Gesendet: 20 Aug 2017 14:14 | Edited by: Bazifischer
Deine Lage hört sich wirklich nicht leicht an. Du bist voll eingespannt beruflich wie privat. Für Dich gibt es wahrscheinlich kein einfaches Rezept, mach dies und das und schon bist Du Deine Probleme los. Aber ich glaub, Du weißt schon immer, was genau zu tun ist. Ich denk, Du hast einen sehr hohen Anspruch. Bist recht selbstkritisch. Du machst es Dir nicht leicht. Keiner soll benachteiligt werden.
Sehr gut, dass Dir bald therapeutische Hilfe zukommt!
Dann wünsch ich Dir nur gutes Gelingen und viel Glück, ohne weitere Empfehlungen! ;-)

Wahrscheinlich wird der Therapeut die Prioritäten in die richtige Reihenfolge bringen. :-)
Autor Mowa
registriert
#56 | Gesendet: 21 Aug 2017 09:22
Guten Morgen, Bazi,

lieb von Dir, danke! Richtig, meine endlosen To-Do-Listen gehören auch mal gründlich aufgeräumt, nur alleine packe ich es im Moment nicht...

Ich freue mich schon auf die Therapie-Sitzung heute am Nachmittag.

Dir noch einen guten Start in die neue Woche.

Mowa
Autor Bazifischer
Gast
#57 | Gesendet: 21 Aug 2017 10:37
Guten Morgen Mowa! :-)

Mowa:
meine endlosen To-Do-Listen gehören auch mal gründlich aufgeräumt, nur alleine packe ich es im Moment nicht...

das denk ich mir. Irgendwann verliert man einfach den Überblick. Alle Probleme wirken dringend. Man kann nicht mehr richtig abwägen. Das kenn ich.

Mowa:
Ich freue mich schon auf die Therapie-Sitzung heute am Nachmittag.

Hervorragend, wenn Du schon mit einer Portion Motivation hineingehst! :-) Dann wird es bestimmt ein gutes Gespräch.
Versuch vielleicht momentan mehr auf Deine persönlichen Bedürfnisse zu achten, denn Du bist erschöpft, nicht Deine Mitmenschen!

Mowa:
Dir noch einen guten Start in die neue Woche.

Danke, Dir auch! Viel Erfolg heute Nachmittag!
Liebe Grüße
Bazifischer
Autor Mowa
registriert
#58 | Gesendet: 22 Aug 2017 21:40
So, gestern hatte ich meine erste probatorische Sitzung mit der ersten Therapeutin, und heute Mittag das Erstgespräch bei einem zweiten Therapeuten.

Und ich werde noch eine Nacht drüber schlafen, aber ich denke, den nächsten Termin bei der ersten Therapeutin werde ich morgen absagen und beim zweiten Therapeuten dann bleiben.

Heute beim Erstgespräch war nämlich kaum eine halbe Stunde vergangen, hatte ich auch schon den richtigen Draht zum Therapeuten. Das Bauchgefühl sagt mir, dass ich bei ihm richtig bin. Als ich meine akute berufliche Krise darstellte, hat er mir kurz auch von seinen eigenen Erfahrungen in der Forschung gesprochen, und da war's mir sofort klar, dass wir Ähnliches durchgemacht hatten. Für ihn war diese höllische Erfahrung in der Forschung der Grund, warum er dort nicht mehr tätig ist und eine eigene Praxis hat.

Der Therapeut ist sicher einige Jahre älter als ich, vermutlich Mitte 40. Er wirkt auch wesentlich reifer als die erste Therapeutin, und ich hatte den Eindruck, dass sie noch keine so langjährige Berufserfahrung hat und mögicherweise auch etwas überfordert war mit meiner Biographie. Ich wäre auch gerne bei ihr geblieben, und sie hätte mir sicher auch helfen können, aber so bin ich doch froh, dass ich einen Termin beim zweiten Therapeuten parallel wahrgenommen habe.

Außerdem habe ich heute auch einen Berg an Arbeit erledigt - zwar nur eine einzige Email bzw. ein Entwurf davon, aber ich konnte mich endlich überwinden und habe dadurch auch wieder einen Überblick über die wichtigsten Probleme bekommen. Den Entwurf habe ich dann an meine leitenden Kollegen geschickt mit der Bitte um Rückmeldung. Wenn alle damit glücklich sind, dann werde ich die fertige Version an meinen Chef schicken, um ihn über die akuten Probleme zu informieren.

Zwar mache ich mir schon noch Sorgen, wie seine Reaktion ausfallen würde, aber ihm nichts zu sagen wäre keine Option, und so müssen wir einmal alle da durch. Aber ich bin nicht allein. Mal schauen...
Autor Himbeere
registriert
#59 | Gesendet: 23 Aug 2017 06:01
Gute Besserung liebe Mowa!
Bilderdings mag ich auch gerne. Danke, dass Du da immer wieder anknüpfst.
Autor Mowa
registriert
#60 | Gesendet: 26 Aug 2017 12:31 | Edited by: Mowa
Hier mal wieder ein Update über mich:

Am Mittwochmorgen habe ich den Emailentwurf an meinen Chef noch an zwei weitere Kollegen geschickt, genauer gesagt Kolleginnen. Kurz darauf habe ich einen privaten Anruf von einer der Kolleginnen erhalten, und in dem Moment als ich ihre Stimme wahrgenommen habe und sie fragte mich, wie es mir gehe (sie hatte nichts von meiner Krise mitbekommen), war ich dermaßen überwältigt von einer unheimlichen Erleichterung, sodass meine unterdrückten Emotionen der letzten Wochen und Monate plötzlich ausgebrochen waren und ich nichts mehr gegen meinen Schluchzanfall tun konnte.

Jedenfalls konnte ich mich doch noch überwinden, meinen Entwurf so abzuändern, damit mein Chef mir einen Besprechungstermin geben kann, um die pressenden Probleme von Angesicht zu Angesicht zu besprechen. Einen der leitenden Kollegen hatte ich auch gefragt, ob er bei der Besprechung dabei sein kann, damit ich möglichst objektiv bleiben kann.

Am Donnerstagmorgen dann hatten wir eine Besprechung zu Dritt per Skype, die insgesamt eine gute halbe Stunde gedauert hat. Ich habe dann meinem Chef alles erzählt, was ich auch vorhatte ihm zu sagen, nämlich dass ich wegen einer Neurasthenie krankgeschrieben sei und nicht wisse, wann ich stabil genug werde um meine Arbeit in Vollzeit wiederaufnehmen zu können; dass es vor Kurzem ernste arbeitsbezogenen Pannen gegen habe, für die ich mich teilweise verantwortlich fühle; die Kollegen mir alle schnellstmöglich geholfen hätten um diese Probleme zu beseitigen, usw.

Ja, und mein Chef hat mir zu meinen Ausführungen gesagt, dass ich keinerlei Schuld und auch keine Verantwortung für die Pannen trage; dass so etwas jedem passieren könne, egal wie technisch versiert oder erfahren jemand sei; dass ich mir jetzt Auszeit nehmen solle, so lange ich brauche, um mich wieder zu stabilisieren; dass wir uns dann in einigen Wochen wieder zusammensetzen könnten um zu besprechen, ob ich mich in der Abteilung anders beschäftigt werden könnte als nur im IT-Support (weil ich ja auch schon bei Forschungsprojekten mitgewirkt hatte); dass es jetzt weitere Mitarbeiter eingestellt würden um die Support-Mitarbeiter zu entlasten.

Wir haben noch viele weitere, mich entlastende Punkte und konkrete Maßnahmen gemeinsam besprochen, sodass ich am Ende dieser Besprechung nur noch den Gedanken hatte, wieder gesund werden zu wollen, um bald wieder meine Arbeit für seine Abteilung aufzunehmen.

Auch haben mir inzwischen mehrere Kollegen geschrieben und mir baldige Genesung gewünscht, da sie ja auch mitbekommen hatten, dass ich wegen einer Krise krankgemeldet war. Es sind die Kollegen am alten Standort, die mich ja inzwischen fast 6 Jahre kennen und die ich seit 3, 4 Monaten immer weniger persönlich sprechen konnte, nachdem ich meinen Wohnort gewechselt hatte und zuletzt nur noch isoliert in einem großen Zimmer im neuen Institut gearbeitet habe, zeitweise auch per Home Office.

Also alles gut wieder bei mir, jetzt darf ich mich erstmal wirklich entspannen und es mir gut gehen lassen. Dann bekomme ich meine psychischen und teilweise auch somatischen Symptome bestimmt wieder in den Griff :-)

Am Dienstag habe ich meine erste probatorische Sitzung bei meinem Therapeuten, worauf ich mich auch sehr freue. Die andere Therapeutin hatte ich ja abgesagt, wobei ich ihr auch meine Entscheidung kurz erläutert habe und mich bedankt, dass sie mich instantan zum Erstgespräch eingeladen hatte und dass mir alleine diese Tatsache schon sehr geholfen hatte.
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