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Wollte Euch mal was fragen

Autor Sandra30
Gast
#1 | Gesendet: 14 Okt 2012 23:44
Da ich gerade irgendwie in Gedanken bei dem Thema bin....

Wenn man nicht mehr so viel Geld hat, Rente, Krankengeld, ALG I oder ALG II, dass prägt ja irgendwie....

Mit wenig auskommen, wirtschaften, usw.

Hat sich durch eure Krankheit auch die Augen für kleine Dinge aufgetan?

Ich danke Gott (auch wenn ich nicht kirchlich bin) innerlich wenn ich Morgens meinen Kaffee selber aufsetzen kann/ muss.

Dinge die andere für selbstverständlich halten haben für mich einen besonderen Wert bekommen.

Andere Dinge die für andere Menschen selbstverständlich sind gibt es bei mir einfach nicht weil es Luxus ist.

Wenn man mal auf der Straße übernachten muss, weit von zu Hause weg ist, dann weiß man irgendwie das eigene zu Hause sehr zu schätzen.

Ein Bett was nicht selbstverständlich ist.

Kleine Dinge wie Fleisch einmal die Woche, wo jemand anderer 7 Tage die Woche Fleisch isst.

Mich hat Hartz 4 und die Krankheit schon etwas geprägt.

Ich dachte letztens so darüber nach: Was würdest du tun wenn du Geld hättest?

Auf jeden Fall sich daran erinnern, dass Geld haben nicht selbstverständlich ist. Es hat mein Leben doch ziemlich geprägt, dass krank sein und alles was damit zusammenhängt.

Wenn man anderes gewohnt ist braucht man lange um sich an das jetzt zu gewöhnen und ich bin ehrlich gesagt verdammt froh ein Dach über den Kopf zu haben. Das Bett ist was besonderes, die eigene Kaffeemaschine, der Kühlschrank, die Waschmaschine,....

Ich habe lange gebraucht um mich nicht mehr zu ärgern, dass ich nun mal kein Auto habe und alles selber schleppen muss den ganzen Weg.... Jetzt sagen mir Menschen: Du ich will dir helfen, damit du nicht alles schleppen mußt, aber ich denke dann nur: ich schleppe gerne, ich will keine Hilfe.... Das versteht nicht jeder.

Ich bin dankbar, dass ich schleppen muss, dass das Leben nun mal nicht einfach ist.

Hat sich euer Blickwinkel auch ein wenig verschoben?
Autor Schizophrenic
registriert
#2 | Gesendet: 15 Okt 2012 00:04
Ja Karriere und Geld stehen nicht mehr im Vordergrund, sonder eher Freundschaften und Gesundheit!!!
Autor Molly
registriert
#3 | Gesendet: 15 Okt 2012 00:27 | Edited by: Molly
Ich kann leider Freundschaften nicht aufrecht erhalten. Da andere mir nicht unbedingt hinterherrennen bin ich froh, so lange ich mir selbst helfen kann und auch finanziell allein über die Runden komme. Ich hatte eigentlich nie wirklich viel Geld für mich selbst. In der Zeit mit meinem Mann hatten wir keine finanziellen Sorgen, aber ich hab nicht viel für mich selbst genommen. Klar, mein Mann wollte, dass ich ein eigenes Auto habe und hat mir auch ein großes Aquarium und die Kleintiere gegönnt, aber so, dass ich sagen konnte, dies und jenes wünsche ich mir jetzt und kaufe es mir einfach, war das nie. Da standen immer die Kinder im Vordergrund. Heute habe ich wenigstens die Sicherheit dass meine Rente und mein Lohn regelmäßig kommen und kann mir ab und zu etwas gönnen. In der Zeit nach der Trennung hab ich aber jeden Cent umgedreht und Panik vor der Zukunft gehabt. Ich konnte nichts unternehmen und hatte sogar Angst den Fernseher zu lange eingeschaltet zu lassen und dann die Stromrechnung nicht mehr zahlen zu können. Inzwischen kann ich einigermaßen normal leben und es ist für mich noch wichtiger geworden, immer ausreichend Geld zu haben. Für Freundschaften, die einem in solchen Situationen, wie ich sie erlebt habe, normalerweise helfen, bin ich einfach zu doof! :-( sollte ich einmal wirklich so krank sein, dass ich mir nicht mehr selbst helfen kann, wird es sehr übel für mich ausgehen. Das ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit.

LG,
Autor Svenja Bunt
registriert
#4 | Gesendet: 15 Okt 2012 01:18
Ich glaube, viele gesunde erfolgreiche Menschen werden oft ihrer Routine, ihres Alltags überdrüssig. Wenn man eine derartige Krankheit hat, findet man selbst staubsaugen und den Kühlschrank auswischen schön. Es ist einfach schön, sich um das Normale und Alltägliche zu kümmern. Das hängt ganz gewiss damit zusammen, dass das alles nicht selbstverständlich ist. Aber es hat auch etwas mit Lebensfreude zu tun, wenn man den Alltag und das Normale schön finden kann. Man freut sich einfach seines Lebens, weiß kleine Freuden zu schätzen, kann sein Glück nicht glauben, wenn etwas gelingt. Neija. Also ich finde das besser, als eine Psychotherapie zu machen, weil das Leben angeblich so öde ist.
Autor Rhythm
registriert
#5 | Gesendet: 15 Okt 2012 11:06
Ja ich habe eigentlich so grundsätzlich was ich brauche mal richtig Spaß im Monat durch Hartz 4 und meine Mutter unterstützt mich auch.

Würdet ihr auf die schiefe Bahn kommen wenn ihr mal kein Geld für Essen habt ?

Meine Familie würde mir wohl im Notfall helfen.
Autor rumer
Gast
#6 | Gesendet: 15 Okt 2012 12:37
also ich fand es auch schon schön als ich gesund war, wenn ich Haushalt etc geschafft habe - es ist ein tolles Gefühl sich zu sagen "ich mach das und das jetzt mal - und es dann auch tatsächlich zu tun", es wäre aber irgendwie schön, wenn man den Menschen, die einem geholfen haben auch helfen könnte.
Autor Malwina
Gast
#7 | Gesendet: 15 Okt 2012 16:46
silent:
Mit Freundschaften ist das so eine Sache, da ich mich ja ab und zu (also in meinen psychotischen Phasen) von allen bedroht fühle und mir das alles zu viel wird. Da ist es nicht immer so, dass Freundschaften erhalten bleiben.

ich habe deswegen keine kontakte mehr.

aber mir fehlen auch die normalen Themen zum Unterhalten: Arbeiten, Reisen, urlaub, Kino gehen, Shoppen etc.
all das tu ich nicht und habe ich nicht,
und seit mein Kater tot ist, fällt auch das Thema Haustiere flach.


Wenn ich in der Klinik war, freue ich mich besonders über eigenes Bett, eigenes Bad, eigene Kaffeemaschine.....

liebe Grüße Malwina
Autor Svenja Bunt
registriert
#8 | Gesendet: 15 Okt 2012 21:32
Liebe Malwina,

Du kommst hier so lieb rüber, ich freue mich immer, wenn Du etwas schreibst. Also ich kann mir vorstellen, dass es durchaus Menschen gibt, die mit Dir durch dunkle und helle Lebenszeiten gehen würden. Du musst Sie nur suchen!

Alles Liebe
Svenja
Autor Malwina
Gast
#9 | Gesendet: 15 Okt 2012 21:38
Danke Svenja :)
Autor Rhythm
registriert
#10 | Gesendet: 16 Okt 2012 14:11
Malwina, du kannst doch zu Treffen von psychisch Kranken gehen. Da gibt es manchmal Cafes oder Ergotherapieeinrichtungen.

Du hast doch bestimmt ne magische Initation. Wenn du die nicht erkennst gehts bestimmt so weiter.

Mit wem hast du denn einen Pakt gemacht?



lg
Autor Sandra30
Gast
#11 | Gesendet: 16 Okt 2012 17:09
Rhythm:
Mit wem hast du denn einen Pakt gemacht?

Ich schließe den Thread.

Das passt hier nicht rein.
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