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Beruf und Beziehung nach Psychose

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Autor stardust69
registriert
#1 | Gesendet: 7 Nov 2016 18:20
Hey Leute,

ich bin m, 35 Jahre und hatte für über 10 Jahren drei schwere Psychosen. Vor allem nach der dritten Psychose habe ich jahrelang gekämpft, um wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können. Das erfreuliche ist, dass ich gesund bin und das schon sehr lange. Allerdings habe ich größere Probleme im beruflichen und privaten Bereich ein geregeltes Leben zu führen.

Die dritte Psychose hatte ich während des Studiums. Es hat unglaublich Kraft gekostet es abzuschließen, aber ich bin stolz, dass ich es geschafft habe. Ich weiß nur nicht wie ich weiter machen soll. Ich habe 1,5 Jahre an einer Doktorarbeit gearbeitet und die dann wegen zwischenmenschlichen Problemen aufgehört. Mich betreffen seelische Probleme anderer ungemein und ich kann mir das nicht anschauen, wenn Menschen die ich mag leiden. Ich habe mich danach in Oxford beworben und es war schon alles fast in trockenen Tüchern. Ich habe den Professor überzeugt und hätte Fördergelder bekommen. Als ich eingeladen wurde die Gruppe kennenzulernen, habe ich zwei Tage zuvor abgesagt, weil ich wahnsinnig Angst davor hatte, dem Druck nicht stand zu halten und psychotisch zu werden. Das war vor einem Jahr. Seitdem habe ich keine Bewerbung mehr abgschickt oder mich um eine Stelle bemüht, weil ich unglaublich frustriert bin und auch nicht weiß, ob ich überhaupt noch an einem "normalen" Leben mit Beruf und Partnerschaft interessiert bin. Für meinen Lebensunterhalt kommen im Moment meine Eltern auf, dafür darf ich mir aber auch regelmäsig Schuldgefühle machen lassen. Ich habe im Moment mehrere Optionen, kann mich aber für keine entscheiden. Lehrer, Doktorarbeit bei einer ehemaligen Kollegin, in die Industrie zu einer Firma gehen oder in der elterlichen Firma arbeiten. Letzteres halte ich für nicht gut, weil ich dann aus dem krankmachenden Umfeld nicht rauskomme und nicht unabhängig werde. Mein Vater drängt mich aber immer wieder bei ihm anzufangen. Davor in die Industrie zu gehen habe ich Angst, weil ich denke, dass dort zuviel Rivalität herrscht. Die Doktorarbeit wäre prinzipiell eine gute Option, allerdings vermute ich, dass das Verhältnis zu meiner ehemaligen Kollegin (und zukünftigen Chefin) mehr werden könnte, als ein berufliches, weil sie mich schon angegraben hat und jetzt wieder solo ist. Als Lehrer könnte der Umgang mit Schülern sehr stressig sein und ich müsste noch ein Referendariat machen.

Kurzum, ich weiß nicht was ich machen soll und ob ich überhaupt noch was machen soll und will. Wenn ich nicht so große Angst hätte, dass dabei etwas schief gehen könnte, würde ich mir auch ernsthafter überlegen, meinem Leben ein Ende zu setzen.

Nach meiner dritten Psychose hatte ich 6 Jahre lang keine Beziehung und so gut wie keinen Sex. Seit Anfang 2013 hatte ich drei Beziehungen. Ich fühle mich stark zu Frauen hingezogen, die viele Probleme mit sich herumschleppen und mich schlecht behandeln. Eine davon war Borderlinerin, das war die Hölle. Ich habe sie geliebt, aber diese ständigen emotionalen Aussetzer ihrerseits und die Angst davor haben mich fast wahnsinnig gemacht. Meine letzte Freundin hat mich mit ihren ständigen Eifersuchtsspielchen auch fast wahnsinnig gemacht. Sie wurde vergewaltigt und das hat sich leider auch auf die Art und Weise, wie sie ihre Beziehungen führt ausgewirkt. 2-3 der 4 Freundinnen, die ich bis jetzt hatte, haben mich betrogen. Das ist schrecklich für mich, weil es meinen ohnehin niedrigen Selbstwert angreift. Ich frage mich immer, warum das passiert. Ich denke ich bin attraktiv, liebevoll, intelligent und ein guter Liebhaber, aber trotzdem scheinen die Frauen etwas zu vermissen. Mir mangelt es an Durchsetzungsvermögen und wahrscheinlich bin ich auch nicht das, was man gemeinhin als Alphatier versteht. Vielleicht suche ich mir aber auch nur die falschen Frauen heraus, aber mit 35 ist es auch nicht gerade einfach, jemanden zu finden der solo ist und keine Probleme mit sich herumträgt.

Ich würde mich sehr über (auch kritischen) Input von eurer Seite freuen! Ich bin im Moment einfach nur noch frustriert, weil ich das Gefühl habe, dass mir meine Vergangenheit wie ein Klotz am Bein hängt.
Autor Flupsi
Gast
#2 | Gesendet: 7 Nov 2016 18:50
Hallo stardust69,

Ich kenne ganz ähnliche Probleme die eben auch mit der Psychose zusammenhängen, das braucht seine Zeit und man muss auch sehen das man für sich die beste Therapie findet. Wenn es einen entsprechend gut und besser geht, so das man seine Eigenen Probleme im Griff hat denke ich fallen auch Dinge wie Beziehung einfacher.

Habe grade erst einen Artikel/Beitrag zur Bupropion + Aripiprazol-Bedarfs Therapie geschrieben. Das kann ich dir Empfehlen und nahelegen mal zu auszuprobieren, bei mir hat sich die Situation erheblich verbessert seit der Umstellung.

Darf ich fragen welche Medikamente du zur Zeit einnimmst und wie zufrieden/unzufrieden du damit bist?
Autor Chromedust
registriert
#3 | Gesendet: 7 Nov 2016 18:57
Flupsi:
Habe grade erst einen Artikel/Beitrag zur Bupropion + Aripiprazol-Bedarfs Therapie geschrieben. Das kann ich dir Empfehlen und nahelegen mal zu auszuprobieren, bei mir hat sich die Situation erheblich verbessert seit der Umstellung.

Du weisst ganz genau, dass deine Medikamentenempfehlungen hier unerwünscht sind.

Bupropion ist ein Antidepressivum und hilft nicht gegen Psychosen und Apiprazol muss man dauerhaft nehmen damit man einen Chance hat, dass es dagegen wirkt.
Autor stardust69
registriert
#4 | Gesendet: 7 Nov 2016 19:04
Medikamentös werde ich gut versorgt und psychotische Symptome sind auch kein Problem mehr bei mir. Ich habe nur mit den Folgen der Psychose zu kämpfen.
Autor Flupsi
Gast
#5 | Gesendet: 7 Nov 2016 19:11
Chromedust:
Du weisst ganz genau, dass deine Medikamentenempfehlungen hier unerwünscht sind.

Bupropion ist ein Antidepressivum und hilft nicht gegen Psychosen und Apiprazol muss man dauerhaft nehmen damit man einen Chance hat, dass es dagegen wirkt.

Bei dir Chromedust sind diese unerwünscht, aber leider hast du keinen Einfluss darauf was der Admin hier für gut heißt, damals hatte ich es übertrieben deshalb die Ermahung, heute hält sich das im Rahmen, von daher gibt es auch keine Schwierigkeiten mehr.

Was interessiert es dir überhaupt wem ich hier was empfehle, geht dir doch nix an du musst dich kaum größenwahnsinnig wie ein Chef aufführen wenn du selbst keine bessere Option oder wissen hast. Das ist nunmal die beste Therapie und ich habe einiges Probiert und getestet, wird sich zeigen ob andere ebenso wie ich davon profitieren und meine Psychose war auch schwer zwar ohne richtige Stimmen aber schlimm genug.

stardust69
Lass dir von Chromedust nix einreden. Medikamentös kann ich dir wirklich nur empfehlen das mal zu testen weil das sind Welten zu üblichen Neuroleptikatherapien die man sonnst angeboten bekommt, das Bupropion stabilisiert sehr gut, also damit wird Minimaleinnahme von Neuroleptika erst gut möglich und von der Gesundheit ist man eben dann fast wie vor der Erkrankung drauf kann Sport machen und viele andere Dinge die vorher wegen Negativsymptomen ziehmlich in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Du hörst dich auch gut versorgt an also alles sehr leserlich, aber Folgen sind ja auch Restsymptome der Psychose oder wie meinst du das?
Autor vermalnorrueckt
registriert
#6 | Gesendet: 7 Nov 2016 19:17
Hallo stardust

Ich denke, du brauchst unbedingt gesunde Beziehungen - sei es zu Freunden oder partnerschaftlich. Vor ein paar Jahren hatte ich mal einen Freund, der auch psychische Probleme hatte, das ging gar nicht... war schlimm. Wenn jemand von beiden stabil ist, hilft es denke ich schon...
Gibt es Leute, mit denen du gerne Zeit verbringst und die dich aufbauen?

Wegen Beruf - mir hat es immer gut getan, ganz einfache Arbeiten zu machen. Habe z.B. als Reinigungskraft gearbeitet. Ist halt blöd, wenn du so lange studiert hast und dann sowas machen musst... aber vielleicht könnte das eine Übergangslösung sein? Und sonst vielleicht einen sicheren Job in der Industrie - ich denke, es gibt kollegiale Firmen und weniger kollegiale...

Mal vorsichtig anfangen und nicht zuviel von dir verlangen.... einfacher gesagt als getan, ich weiss.

Viel Glück!
Autor DiBaDu
registriert
#7 | Gesendet: 7 Nov 2016 19:53
Der Mangel an Durchsetzungsvermögen hängt m. E. mit der Medikamentierung zusammen.

Ich selbst war nach Psychosen mehrmals über einen längeren Zeitraum medikamentenfrei (sprich: ich habe mehrmals erfolgreich mit ärztlicher Abstimmung Medikamente komplett absetzen können). Gerade in punkto Durchsetzungsvermögen und Selbstbestimmung war das ein Riesenunterschied.

Alles Gute, DiBa

Du solltest Dich vor psychisch anstrengenden Frauen hüten. Das ist Gift für unsereinen.
Ich hab meine Frau in einer Singlebörse kennengelernt. Vielleicht wäre das etwas für Dich.
Autor Himbeere
registriert
#8 | Gesendet: 7 Nov 2016 20:10
HI,

auch ich habe meinen Freund in einer Partnerbörse gefunden, bzw. er hat mein Profil entdeckt und mich auf nette Weise angeschrieben. Es kam zu einem ersten Treffen und weiteren Begegnungen. Wir sind seit 2003 ein Paar.

Um einen Einstieg in die Arbeitswelt zu finden und meine Fähigkeiten zu trainieren würde ich zunächst einen relativ geschützten Rahmen wählen. Klar würdest Du Dich weiterhin in Abhängigkeit begeben, wenn Du in Euren Familienbetrieb einsteigst. Ich finde es ein Superangebot von Deinem Dad. Er kennt Dich und Deine Probleme und wäre möglicherweise eher bereit Dir entgegenzukommen, wenn es mal Probleme gibt. So könntest Du Dir beweisen, dass auch Du etwas "drauf hast" und Dein Selbstwertgefühl wieder aufbauen.

Hast Du mit Deinem Vater schon darüber gesprochen und Dich bedankt? Vielleicht versteht er es, wenn Du Dich neu orientieren möchtest sobald Du wieder fit bist?
Etwas Berufserfahrung würde Deinem beruflichen Werdegang nach dem Studium sicher gut tun.

Alles Gute für Dich!

Himbeere
Autor Birne_fuenfnull
registriert
#9 | Gesendet: 7 Nov 2016 22:05 | Edited by: Birne_fuenfnull
Hallo Stardust,
:-)
Gleiches Alter hier, ungefähr auch drei -schwere- Psychosen. Soweit die Gemeinsamkeiten. Die Unterschiede: Immatrikulation ohne Abschluss, gelegentlicher Hilfsarbeiter, ab- bzw. unterbrochene Umschulung im Rahmen der beruflichen Rehabilitation, gerade eben abgebrochener letzter Ausbildungsversuch. Aktuell total abgebrannt und Möchtegern-Hartzer, warte bisher noch vergeblich, aber dringend auf wichtige Unterlagen, um ALG II zu beantragen. Vielleicht oder hoffentlich bekomme ich die Woche einen Anruf, um als Fahrer Nachtfahrten in der Postzustellung durchzuführen.
Weiterer Unterschied: Seit Jahrzehnten keine Partnerin.
Natürlich wird man/frau, wie du selbst sagst, mit den Jahren auch nicht sorgenfreier oder eben attraktiver.

stardust69:
Für meinen Lebensunterhalt kommen im Moment meine Eltern auf, dafür darf ich mir aber auch regelmäsig Schuldgefühle machen lassen. Ich habe im Moment mehrere Optionen, kann mich aber für keine entscheiden. Lehrer, Doktorarbeit bei einer ehemaligen Kollegin, in die Industrie zu einer Firma gehen oder in der elterlichen Firma arbeiten. Letzteres halte ich für nicht gut, weil ich dann aus dem krankmachenden Umfeld nicht rauskomme und nicht unabhängig werde. Mein Vater drängt mich aber immer wieder bei ihm anzufangen

Ich kann wirklich sehr gut verstehen, was du oben über die Abhängigkeit von deinen Eltern schreibst, ob nun finanziell, räumlich und anderswie. Habe während der letzten beruflichen Reha mit sogenannter Internatsunterbringung zwar Leistungen zum Lebensunterhalt bezogen, es war mir wichtig, von den Eltern finanziell unabhängig zu sein, soweit man bei Hartz IV (ohne Kosten der Unterkunft) überhaupt von Unabhängigkeit sprechen kann natürlich. Aber am Wochenende war ich dann doch regelmäßig, teils einfach aus Bequemlichkeit, bei meinen Eltern zuhause. Rückblickend bereue ich das aus verschiedentlichen Gründen. Du hast das Wesentliche dazu bereits gesagt.

Ich weiß also sofort, was du meinst mit: Krankmachendes Umfeld. Ich benutze genau das gleiche Wort.
Weil angefangen hat damals irgendwie alles damit. Meine Eltern haben mich ebenfalls anstelle von BAföG finanziell lange unterstützt, als ich noch immatrikuliert gewesen bin. Da es keinen messbaren Output gab, haderte ich wohl selbst am meisten damit, bis zum letztlichen Ausbrechen der ersten Psychose.

Einerseits bietet sich mit der Firma deines Vaters bzw. deiner Eltern natürlich eine scheinbar günstige und vielleicht sogar große Gelegenheit, endlich beruflich Fuß zu fassen. So eine Möglichkeit haben viele andere nicht, mich eingeschlossen.

Aber: Andererseits verstehe ich deine Bedenken, dadurch vielleicht nie den Absprung und die letztendliche, ich nenne es mal ´zweite Abnabelung´ -nach der womöglich frühen ersten nach dem Abitur-, zu schaffen.

Dass du aber überhaupt insgesamt drei Möglichkeiten hast, klingt zunächst einmal erfreulich und ebenso komfortabel.

Ich habe, von meinen Esel-Jobs einmal abgesehen, keine Ahnung vom "besseren" Berufsleben. Deswegen wäre es vielleicht vermessen von mir, dir jetzt zum Zweiten oder zum Dritten zu raten. Gleichwohl ich deine Bedenken hinsichtlich des Arbeitsklimas in der Industrie (wollte zuletzt ohne Erfolg Industriekaufmann lernen) nachvollziehen kann und man ja gemeinhin ja immer vom Erfolgsdruck bzw. von der Rivalität in der sog. freien Wirtschaft hört, ist der fertige Lehrer (du hast also auf Lehramt studiert ?) sicher ein Beruf, unter dem sich so gut wie jeder etwas vorstellen kann. Kannst du dir denn vorstellen vor einer Klasse zu stehen und zu unterrichten? Eingedenk des Korrigierens von Klausuren und der Unterrichtsvorbereitung (na, offiziell zumindest, wie) zuhause, sonstige Klassenorganisation nicht zu vergessen, natürlich. Ich vermute mal, grundsätzlich ja, sonst hättest du vielleicht nicht soweit bis zum Referendariat die gleichen Fächer (?) studiert?

Wozu du die Promotion benötigst, ob für das eigene Ansehen als Früchte der geleisteten eigenen Stirnschweißtreibenden Arbeit - tausendmal gerechtfertigt!- oder für die weiteren Karriereaussichten in der Wirtschaft, weißt du bestimmt besser als ich. Brächte ein Doktor-Titel im reinen Schulbetrieb denn Einkommensvorteile abgesehen vom ideell gestiegenen Ansehen im Kollegium und bei den Schülern? (So Lehrer-Dr.Specht.mäßig, schwebt mir da vor)- Ich habe da keine Ahnung.
Bei mir wäre die Sache schnell klar, weder habe ich Begabung noch mittlerweile mehr Affinität zu akademischen Weihen - zu einer Promotion also erst recht nicht.
Gleichwohl: Wer hätte ihn nicht gerne auf dem Klingelschild kleben, den Dr. (phil.?).
Vielleicht klappts´ dann auch mit der Nachbarin (s.u.) ? -Kleiner Scherz, nicht maßgeblich.

stardust69:
Nach meiner dritten Psychose hatte ich 6 Jahre lang keine Beziehung und so gut wie keinen Sex. Seit Anfang 2013 hatte ich drei Beziehungen. Ich fühle mich stark zu Frauen hingezogen.... 2-3 der 4 Freundinnen, die ich bis jetzt hatte, haben mich betrogen. Das ist schrecklich für mich, weil es meinen ohnehin niedrigen Selbstwert angreift. Ich frage mich immer, warum das passiert. Ich denke ich bin attraktiv, liebevoll, intelligent und ein guter Liebhaber, aber trotzdem scheinen die Frauen etwas zu vermissen. Mir mangelt es an Durchsetzungsvermögen und wahrscheinlich bin ich auch nicht das, was man gemeinhin als Alphatier versteht. Vielleicht suche ich mir aber auch nur die falschen Frauen heraus, aber mit 35 ist es auch nicht gerade einfach, jemanden zu finden der solo ist und keine Probleme mit sich herumträgt.

Da kann ich leider gar nicht zu sagen. Oben forderst du kritischen Input. :)
Mein erster Gedanke: -Luxusproblem-, das eben viele mit sich herumtragen.
So sehr und sehnlichst ich mir bei Ausbrechen der ersten Psychose gegen Ende der 20er auch eine Freundin wünschte und mich danach vor Schmerz verzehrte - irgendwann lässt das nach und bessert sich, zumal ich in den Jahren danach ja auch einfach aus Erschöpfung viel und buchstäblich verschlafen habe.
Klar wäre es schön, jemanden zu haben bzw. zu finden, habe mich eben dazu ja auch gestern in einer klitzekleinen Randbemerkung geäußert, aber eigentlich steht das Thema bei mir nicht mehr auf der Tagesordnung.
Obwohl, ich erinnere; Vor Monaten war ich auf einmal dann doch wieder verknallt. Hab dann aber auch ganz schnell ziemlich viele intime Scheiße preisgegeben, von der ich bis heute selbst nicht so recht weiß, ob sie nicht möglicherweise Symptom einer zu meinem Glück noch fehlenden und bis heute unerkannten multiplen Persönlichkeit gewesen sein könnte. Aber was solls, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, in der Selbstdarstellung war ich schon immer "genial".

Von Frauen also habe ich wenig bis keine Ahnung. Aber vielleicht meldet sich bei Gelegenheit ja mal die ein oder andere aus dem Forum dazu zu Wort. Obwohl, da waren ja schon einige hier. Siehst du, ich nehm´ sie gar nicht mehr wahr.
Vielleicht kauf ich mir am 11.11 um 11 Uhr 11 unten am Kaugummiautomaten ne "Nettikette" und bring die unters Volk.

stardust69:
Kurzum, ich weiß nicht was ich machen soll und ob ich überhaupt noch was machen soll und will. Wenn ich nicht so große Angst hätte, dass dabei etwas schief gehen könnte, würde ich mir auch ernsthafter überlegen, meinem Leben ein Ende zu setzen.

Kann ich unterschreiben.
Autor Gammelfleisch
registriert
#10 | Gesendet: 7 Nov 2016 23:19
stardust69, lass dir nichts von Flupsi erzählen. Bupropion ist ein Anti-Depressivum und hilft nicht gegen Positiv-Symptome. Dass es das doch täte ist Flupsis Erfindung, und der ist der einzige im ganzen Internet der das propagiert. Es gibt eine Meta-Studie zum Einsatz von Bupropion bei Psychosen, und die attestiert dem Zeug nur eine Wirksamkeit gegen Negativ-Symptome, Depreessionen, Kognition und Rauch-Verhalten. Ansonsten gibt es einige Serien dokumentierter Fallberichte wo Bupropion ohne Neuroleptikum genommen Psychosen getriggert hat.
Flupsi ist hier im Forum mit seiner Bupropion-Propaganda bekannt wie ein bunter Hund, und wird von den Alteingesessenen hier nicht ernstgenommen mit seiner Idee, sondern geht den Leuten gehörig damit auf die Nerven. Bitten, sich zurückzuhalten kommt er nicht nach, sondern rechtfertigt sich damit, den Leuten was gutes zu tun.
Autor Flupsi
Gast
#11 | Gesendet: 7 Nov 2016 23:29
Gammelfleisch
Was anderes als Kopie/Paste kannst du wohl nicht?
Autor Gammelfleisch
registriert
#12 | Gesendet: 7 Nov 2016 23:30 | Edited by: Gammelfleisch
Flupsi:
Was anderes als Kopie/Paste kannst du wohl nicht?

Du wirbst ja auch immer sinngemäß mit dem selben Unsinn.
Darauf passt halt immer der selbe Hinweis, aber 100%ig und ohne Änderung.
Autor Himbeere
registriert
#13 | Gesendet: 8 Nov 2016 07:52
Hey stardust,

liest Du hier noch mit?
Autor stardust69
registriert
#14 | Gesendet: 8 Nov 2016 16:15
Ja Himbeere, ich habe mich gestern nur mit NL ausgeknippst, weil ich das besser fand, als mich in den Schlaf zu weinen.

Wie gesagt, was die Mediaktion angeht bin ich sehr zufrieden. Ich nehme seit 4 Jahren ein AD und wenn ich Frühsymptome bemerke habe ich bei Bedarf NL da. Also da brauche ich keine Unterstützung.

Ich glaube auch, dass psychisch labile Frauen Gift für mich sind, aber ich lande immer wieder bei ihnen. Die ziehen mich magisch an, warum auch immer. Ich hatte eine relativ normale Freundin nach meinen Psychosen, die fand ich langweilig. Was die Datingsites angeht bin ich sehr skeptisch. Da habe ich in meinem Umfeld auch Fälle gehabt, die gleichzeitig nicht nur nach einem Partner gesucht haben.

Ich habe mir auch schon überlegt meine Ansprüche im beruflichen herunter zu schrauben, aber ich glaube das hält mein Selbstwert nicht aus. Da bin ich ein alles-oder-nichts-Typ. Ich habe sehr hohe Ansprüche und wenn ich die nicht ereiche bin ich nichts wert. Ich arbeite in der Therapie daran, es ist aber unglaublich schwer diese Glaubenssätze zu verändern.

Ich muss sagen, wenn ich heute zurückblicke, wie ich vor 10 Jahren nach meiner dritten Psychose dastand, ist es ein Wunder, wie es mir im Moment geht und was ich seither erlebt habe. Manchmal bin ich auch einfach nur zufrieden, dass ich wieder gesund bin und die ganze Berufs- und Beziehungswelt kann mich am Allerwertesten lecken. Ich verstehe auch, wenn jemand die Probleme als Luxusprobleme bezeichnet, weil sie gegen das was hinter mir liegt und was andere gerade durchmachen vergleichsweise klein sind. Dennoch würde ich auch mal gerne "normal" am Leben teilnehmen. Es ist wie ein Tanz auf der Rasierklinge. Ich habe wirklich schöne Sachen erlebt nach meiner letzen Psychose, trotzdem ist der Abgrund immer direkt neben mir und ich habe das Gefühl ich bin nie richtig Teil der Gesellschaft um mich.

Meine Familie unterstützt mich finanziell (und ich weiß, dass das sehr wichtig ist), aber emotional ist es für mich manchmal unerträglich. Mein Vater und mein Bruder rivalisieren ständig mit mir, vor allem wenn sie Stress mit jemand anderem haben, dann bin ich der Punching Ball. Meine Mutter verlangt, dass ich ihren Therapeuten und Seelentröster spiele und wenn ich das nicht mache bekomme ich Schuldgefühle gemacht. Ich halte das Umfeld auch maßgeblich für meine Psychose verantwortlich, deswegen will ich da nicht unbedingt arbeiten.

Ich habe ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches Studium. Doktorarbeit dachte ich mir wäre ein guter Einstieg in die Berufswelt, weil nicht so stressig wie die freie Wirtschaft. Mein erster Versuch war aber dann doch stressiger als Gedacht. Für den Lehrerjob würde gar nicht mehr soviel fehlen, da ich ein abgeschlossenes Studium habe. Aber zwei Jahre Referendariat halt noch.

Ich weiß momentan echt nicht wie ich weiter machen soll. Ich bin für jeden Input eurerseits dankbar!
Autor Himbeere
registriert
#15 | Gesendet: 8 Nov 2016 17:43
Ich kenne 2 Naturwissenschaftler im Bekanntenkreis die Pharmareferenten geworden sind (ein Biologe und ein Chemiker). Beide fanden keine ihrem Studium entsprechende Stelle.
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