Laien und Betroffene Diskussionsforum des Kompetenznetz Schizophrenie / Laien und Betroffene /
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Autor nochiller
registriert
#1 | Gesendet: 9 Feb 2018 16:43 | Edited by: nochiller
1. Quartal 2018, lautet die Ankündigung. Auf einer anderen Seite im Internet habe ich allerdings etwas von Mitte 2018 gelesen, was mir plausibler erscheint. Wahrscheinlich warten die noch den Markteintritt des Cariprazins (Reagila (R)) in Deutschland ab, sonst könnten sie es ja auch unmöglich dort aufnehmen.
Autor Nichtraucher
registriert
#2 | Gesendet: 29 Aug 2018 14:20
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/anmeldung/1/ll/nvl-010.html

Hier ein winziges (status) Update:

23.08.2018: Konsultationsfassung eingereicht, Revision noch nicht abgeschlossen


ganz unten
Autor Nichtraucher
registriert
#3 | Gesendet: 30 Sep 2018 08:00 | Edited by: Nichtraucher
Autor Nichtraucher
registriert
#4 | Gesendet: 30 Sep 2018 08:40 | Edited by: Nichtraucher
Erster Kritikpunkt: "Bedeutende Risikofaktoren für die potenzielle Entwicklung einer
Schizophrenie sind der Cannabis- und der Amphetamin-Gebrauch (24, 25)."

Warum gibt es dann in Ländern, wo Substanzmissbrauch verschwindend gering ist (z.B. Singapur) auch genauso hohe Prävalenzraten und Inzidenzraten wie in Ländern, in denen der Gebrauch viel viel höher ist (Israel, Island, USA, etc)??

https://en.wikipedia.org/wiki/Annual_cannabis_use_by_country
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1140960/
"There were no significant differences between males and females, nor between urban, rural, and mixed sites, although migrants and homeless people had higher rates of schizophrenia and, not surprisingly, developing countries had lower prevalence rates (the lower prevalence of schizophrenia in developing countries has been previously documented)"

Leider finde ich keinen richtigen Ländervergleich. Ich habe aber gehört dass die Inzidenzraten vergleichbar sind, länder- und kulturübergreifend.
Autor Chris123
registriert
#5 | Gesendet: 30 Sep 2018 09:36
Man darf nicht alle Studien glauben...

Role of tobacco industry[edit]
Though the relationship between smoking and schizophrenia is well established, a factor to be considered in this relationship is the role of the tobacco industry. Research based on internal industry documents shows a concerted effort by the industry to promote belief that people with schizophrenia need to smoke and that it is dangerous for them to quit. Such promotion includes monitoring or supporting research that endorsed the idea that people with schizophrenia are uniquely immune to the health consequences of smoking (since proved false) and that tobacco is needed for people with schizophrenia to self-medicate. The industry also provided cigarettes to hospital wards and supported efforts to block hospital-based smoking bans. Although this does not discredit the effects of nicotine in schizophrenia, it is argued that the efforts of the tobacco industry slowed the decline in smoking prevalence in people with schizophrenia as well as the development of clinical policies to promote smoking cessation.[7]

https://en.wikipedia.org/wiki/Schizophrenia_and_tobacco_smoking
Autor Nichtraucher
registriert
#6 | Gesendet: 30 Sep 2018 09:41
Chris123

Ja man muss sich die Studie genau anschauen und verstehen auf welchen Wegen und mit welchen Mitteln sie zu den Aussagen kommen, um darüber zu urteilen, wie sehr man den Ergebnissen vertrauen kann.

Alle Studien von vornhinein abzulehnen ist aber absolut unwissenschaftlich.
Autor achso
registriert
#7 | Gesendet: 30 Sep 2018 09:52 | Edited by: achso
Nichtraucher:
Ich habe aber gehört dass die Inzidenzraten vergleichbar sind, länder- und kulturübergreifend.

https://www.rosenfluh.ch/media/arsmedici/2008/01/Abgeschwaechte-Formen-der-Schizophre nie-sind-in-der-Bevoelkerung-weit-verbreitet.pdf

"Rössler: Menschliche Erlebnis- und Verhaltensweisen sind in
aller Regel auf einem Kontinuum angeordnet, das heisst dass
Symptome psychiatrischer Krankheitsbilder den meisten Menschen
in abgeschwächter Form vertraut sind. Nicht so bei der
Schizophrenie: Vereinfacht ausgedrückt, haben wir bisher gedacht,
dass 99 Prozent der Bevölkerung keinerlei Symptome
und 1 Prozent die ganz starken Symptome haben. Die Schizophrenie,
so wie sie sich uns heute in der psychiatrischen Versorgung
darstellt, ist eine so lärmende Symptomatik, dass alles
andere dagegen in den Hintergrund tritt. Wir müssen jetzt lernen,
dass solche abgeschwächten Erlebensweisen in der Bevölkerung
viel häufiger auftreten, als wir früher gedacht haben. Im
Moment ist eine lebhafte Diskussion im Gange, ob Psychosen
nicht eher als Kontinuum betrachtet werden müssen. Das war
in der Schizophrenieforschung bisher nicht so konzeptioniert."
Autor Nichtraucher
registriert
#8 | Gesendet: 30 Sep 2018 09:58 | Edited by: Nichtraucher
achso
Naja die "harten" Diagnosekriterien sind halt dafür da um abzugrenzen ab wann jemand Unterstützung braucht. Damit lassen sich auch die niedrigeren Prävalenzraten in Schwellenländern erklären. Man hat dort einfach nicht das Geld um weniger schwere Fälle auch noch zu versorgen umd urteilt daher vielleicht härter.
Autor achso
registriert
#9 | Gesendet: 30 Sep 2018 11:00 | Edited by: achso
Nichtraucher

Ja, das würde es erklären.

Der Umkehrschluss erschreckt mich furchtbar: Reiche Gesellschaften haben mehr Kranke, weil sie es sich leisten können, auch weniger Kranke zu versorgen und daher sich leisten können (und müssen?), diese weniger Kranken für krank zu erklären.

Dann wäre die getroffene Unterscheidung krank/gesund nicht so sehr biologisch begründet, sondern die paradoxe Folge von wirtschaftlicher Effizienz.

Au. Das könnte grauenhafte Folgen haben. Mir wird ganz schlecht. So darf man nicht argumentieren.
Autor Armleuchter
registriert
#10 | Gesendet: 30 Sep 2018 12:08 | Edited by: Armleuchter
Das liegt an der Art der Psychose in den Industrieländern. Die Stimmen z.b. werden in den Industrieländern eher als aggressiv und böse wahr genommen. In den dritten Welt Ländern wird sie als göttlich angesehen oder es sind Ratschläge von toten Verwandten. Dadurch wirken sie nicht krankhaft , sondern werden als etwas Besonders gesehen.
Autor Nichtraucher
registriert
#11 | Gesendet: 30 Sep 2018 17:39 | Edited by: Nichtraucher
achso:
Au. Das könnte grauenhafte Folgen haben. Mir wird ganz schlecht. So darf man nicht argumentieren.

Warum nicht?

Was denkst Du denn, nach welchen Kriterien sowas entschieden wird? Warum denkst Du denn, dasa Schizophrenie als so großes Problem angesehen wird? Weil es die teuerste Krankheit in Deutschland ist. Es gibt viel viel schlimmere Krankheiten, aber nicht mit der Häufigkeit und nicht mit der notwendigen Versorgungsleistung.

Krankeiten wie Knochekrebs oder dergleichen. Schizophrenie ist dagegen ein Pappenstiel, aber eben nicht aus einem volkswirtschaftlichen Gesichtspunkt.

achso:
Dann wäre die getroffene Unterscheidung krank/gesund nicht so sehr biologisch begründet, sondern die paradoxe Folge von wirtschaftlicher Effizienz.

Selbstverständlich!
Autor Armleuchter
registriert
#12 | Gesendet: 30 Sep 2018 17:42
Außerdem ob die Psychosefälle auf dem Land in der dritten Welt registriert werden , das glaube ich nicht. Ich denke auf dem Land gibt es eine große Dunkelzifffer von Schizophrenieerkrankungen.
Autor Armleuchter
registriert
#13 | Gesendet: 30 Sep 2018 17:43
Nichtraucher:
Weil es die teuerste Krankheit in Deutschland ist.

Naja , ein Besucher der Tagesstätte hat Schuppenflechte und die Medikamente dagegen kosten im Monat 1000 Euro.
Autor Nichtraucher
registriert
#14 | Gesendet: 30 Sep 2018 17:46 | Edited by: Nichtraucher
Armleuchter
Edit:

Du hast Recht, es ist die teuerste psychische Krankheit

Schizophrenie ist hinsichtlich der Kosten pro betroffener Person die teuerste psychische Erkrankung in Deutschland. Dabei steht durchschnittlichen direkten Kosten von etwa 14.000 bis 18.000 € pro Betroffenem und Jahr (96) ein Mehrfaches an indirekten Kosten aufgrund von Produktivitätsausfall und erhöhter Mortalität gegenüber (siehe Modul 7) - ebenfalls Gründe für eine dringend erforderliche weitere Optimierung von Behandlung und Versorgung einschließlich Vor- und Nachsorge von Menschen mit Schizophrenie.
Autor achso
registriert
#15 | Gesendet: 30 Sep 2018 18:13 | Edited by: achso
Nichtraucher:
Warum nicht?

Aus Sorge, dass ein ökonomisches Kalkül z.B. von rechtsextremen Populisten oder allgemeiner: von Radikalen missbraucht werden könnte.

Nichtraucher:
Warum denkst Du denn, dasa Schizophrenie als so großes Problem angesehen wird?

Weil psychotisches Erleben i.a. mit radikaler Entgrenzung einhergeht, die von innen nicht kommuniziert und von außen nicht verstanden werden kann?
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